Motatos verlässt Deutschland – doch ein Berliner Startup rettet weiter Lebensmittel
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Der schwedische Online-Supermarkt Motatos zieht sich aus Deutschland zurück. Was bedeutet das für die Lebensmittelrettung im Land? Wir haben mit SIRPLUS-Gründer Raphael Fellmer gesprochen. Einem, der seit über 15 Jahren gegen Lebensmittelverschwendung kämpft.
Es ist eine Nachricht, die viele überrascht hat: Motatos, der schwedische Online-Shop für gerettete Lebensmittel, schließt sein Deutschland-Geschäft zum 13. Mai 2026. Trotz 300.000 Kundinnen und Kunden, über 35 Millionen Euro Jahresumsatz und 40 Millionen Kilogramm geretteter Lebensmittel. Der Weg zur Profitabilität hätte laut Unternehmen noch Jahre gedauert und erhebliche Investitionen erfordert.
Stattdessen will sich Motatos auf seine profitablen nordischen Märkte in Schweden, Finnland und Dänemark konzentrieren. Für den deutschen Markt ist es nach Walmart und Getir wahrscheinlich die größte Niederlage eines ausländischen Unternehmens im Food-Bereich.
Motatos in Deutschland: Ein Rückschlag für die Lebensmittelrettung?
Jedes Jahr werden in Deutschland rund 18 Millionen Tonnen Lebensmittel verschwendet. Dass ein so großer Player wie Motatos jetzt aufgibt, ist ein herber Verlust für die Lebensmittelrettung. Doch es gibt jemanden, der weitermacht, und zwar schon seit 2017: SIRPLUS.
Raphael Fellmer: Vom Mülltaucher zum Unternehmer
Raphael Fellmer kennt die Lebensmittelrettung wie kaum ein anderer. Seit 2009 setzt er sich gegen Verschwendung ein. Zunächst als Mülltaucher, dann mit einer Reise um die Welt ohne Geld und einem fünfjährigen Geldstreik. Er gründete die Plattform foodsharing, bei der heute über 400.000 Menschen aktiv Lebensmittel retten. 2017 folgte der nächste Schritt: SIRPLUS, ein Online-Shop für gerettete Lebensmittel.
„Als Motatos 2020 nach Deutschland kam, mitten im Lockdown, hatte ich ehrlich gesagt Sorge um unser Geschäft“, erzählt Fellmer. „Im Herzen teilen wir die gleiche Mission. Aber kommerziell gesehen war Motatos wie Goliath, mit dutzenden Millionen an Investment.“
SIRPLUS: Durch die Krise und weiter
SIRPLUS hat turbulente Jahre hinter sich. Während der Pandemie musste das Berliner Unternehmen alle seine Rettermärkte schließen, Anfang 2024 folgte die Insolvenz. „Es gab sogar Überlegungen, dass Motatos SIRPLUS rettet. Dazu kam es aber nicht“, so Fellmer. Das Berliner Startup hat sich jedoch neu aufgestellt und fokussiert sich heute komplett auf den Online-Handel mit geretteten Lebensmitteln.
Was SIRPLUS anders macht
Mit einer Community von über 160.000 Menschen hat SIRPLUS schon über 1 Million Mahlzeiten für Menschen in Not ermöglicht. Denn mit jeder Bestellung werden zwei Schulmahlzeiten über die Organisation Mary’s Meals finanziert. Damit verfolgt SIRPLUS einen konsequent Impact-getriebenen Ansatz.
Die Mission lautet: „Zero Waste for Zero Hunger!“ Kein Lebensmittel soll mehr verschwendet werden, und gleichzeitig sollen Menschen, die Hunger leiden, unterstützt werden.
„Wir sprechen gerade darüber, was wir von Motatos retten können“, verrät Fellmer. „Denn wir machen weiter. Für eine Welt, in der alle Menschen genügend zu essen haben.“
Danke, Motatos!
Trotz des Wettbewerbs findet Fellmer warme Worte für das schwedische Unternehmen: „Ganz herzlichen Dank an das gesamte Motatos-Team für Euren unermüdlichen Einsatz für die Rettung von Lebensmitteln und Euren Beitrag zur Sensibilisierung der Gesellschaft. Auch wenn es ein bitterer Moment ist, Euer Impact bleibt für immer.“
Du willst selbst Lebensmittel retten?
Dann schau bei SIRPLUS vorbei. Im Online-Shop findest Du gerettete Lebensmittel zu reduzierten Preisen. Von Bio-Snacks über Getränke bis hin zu Grundnahrungsmitteln. Jede Bestellung zählt: für weniger Verschwendung und gegen den Hunger in der Welt.
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Yannick
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