UGG Boots sind seit Jahrzehnten im Trend: Außen robust und innen murmelig warm – der perfekte Schuh für den Winter?
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Kuschelig, gemütlich und praktisch bei eisigen Temperaturen: UGG Boots – sogenannte “Must-Haves” im Winter. In den 70ern bekannt geworden durch die kalifornische Surfer Community und spätestens seit den 2000ern dank Oprah Winfrey ein echter Trend-Schuh. UGG Boots landeten nämlich auf ihrer Liste der “Favourite Things”.

Sind UGGs 2023 noch modern? Die Nachfrage nach Schuhen der Firma UGG wächst stetig – vor allem in den USA und Großbritannien. Dort präsentierten sie sich bereits auf Titelbildern für Zeitschriften wie der Vogue. Auf der ganzen Welt haben mittlerweile UGG Stores eröffnet. Folglich sind UGG Boots auch 2023 noch modern und werden es auch 2024 bleiben. Was nach einem perfekten Winterstiefel klingt, birgt jedoch große Schattenseiten, was das Tierwohl angeht. 

Die Wichtigste in Kürze:

Aus welchem Material bestehen UGG Boots?

Der klassische UGG Boot ist außen mit Nubukleder (Schafshaut) und innen mit Lammfell gefüttert. Das Lammfell soll nicht nur die Füße warm halten, sondern zusätzlich antibakteriell wirken, während das Leder die Füße schützt. Als Alternative zum Nubukleder werden auch Ziegen-, Kälber-, Schweine- oder auch Rehaut verwendet. 

Die Entstehung des Designs der UGG Boots geht bereits bis in das 18. Jahrhundert zurück, in dem der Schuh vorrangig praktikabel sein musste. Lammwolle wurde stark bevorzugt, da sie Lanolin (Wollwachs/Wollfett) enthält, das die Schuhe davor geschützt hat, schnell zu verrotten. Lanolin ist ein Sekret aus den Talgdrüsen von Schafen, das entzündungshemmend sein soll. Zudem ist das Lammfell, im Gegensatz zu anderer tierischer Wolle, äußerst weich.

UGG Boots stammen aus einer Zeit, wo es zunächst wichtig war, robustes und warmes Schuhwerk zu besitzen. Dafür mussten Tiere herhalten.

Was ist der Unterschied zwischen Lammfell und Schaffell?

Anders als bei Schaffell werden Lämmer für ihre Wolle nicht älter als maximal 12 Monate. Einige von ihnen werden sogar nur wenige Wochen alt, bevor sie ins Schlachthaus kommen. Schafwolle hingegen ist meist ein sogenanntes “Nebenprodukt” von Schafen, die wesentlich älter werden und primär für die Herstellung von Milch oder Fleisch herhalten müssen. 

Darüber hinaus ist Lammfell geschmeidiger und feiner als die Wolle von älteren Schafen. Sie wird nach einiger Zeit nämlich rau und strohig. Daher ist das Fell der Babyschafe für die Textilindustrie wesentlich interessanter, aufgrund der gleichmäßigen, dicken Schicht aus kurzem Fell. In der kurzen Zeit werden die Lämmer zusätzlich für die Fleischproduktion gemästet. 

Werden für UGGs Tiere getötet?

Viele gehen davon aus, dass auch Lämmer mehrmals für die Wolle geschoren werden. Das ist jedoch nicht der Fall. Beim traditionellen Shearling werden die Lämmer zunächst getötet, danach wird die Haut zusammen mit der Wolle abgezogen. Lammfell ist also nicht gleichzusetzen mit geschorener Wolle – die Tierhaut wird gegerbt, während die Wolle noch dran ist. Folglich werden die Tiere für die Herstellung von klassischen UGG Boots leider umgebracht.

UGG hat sich in den letzten Jahren von bestimmten Verfahren zum Scheren distanziert, wie dem “Mulesing”. Dies bezieht sich hauptsächlich auf Merinoschafe in Australien, bei denen mit einer speziellen Schere die Falten um den After- und Vulvabereich der Tiere entfernt werden. In Deutschland ist diese Prozedur verboten.

Bei den Woll-Lieferanten für UGG würden sich 100% an die ethischen Richtlinien des Unternehmens richten: Lämmer dürfen nicht ausschließlich für ihr Fell getötet werden. Ebenso unterstütze UGG nur “ethisches Töten”. Prozedere wie Kastration und Docking (Gummiringe blockieren den Blutfluss zum unteren Teil des Schwanzes, der verkümmert und abfällt) von Schafen werden allerdings geduldet. Unter beiden Methoden leiden auch ältere Schafe.

Somit stand UGG für die Herstellung der Schuhe –  verständlicherweise –  öfter in der Kritik. Selbst die vegan lebende Pamela Anderson, die damals selbst in den Ugg Boots zu sehen war, spricht sich gegen die Schuhe aus:

“I feel so guilty for that craze being started around Baywatch days – I used to wear them with my red swimsuit to keep warm – never realizing that they were SKIN! Do NOT buy UGGs!”

Für Lammfell werden die jungen Schafe nicht einmal ein Jahr alt und früh von ihrer Mutter getrennt.

Was bedeutet die Abkürzung UGG Boot?

Eigentlich ist “Ugg” keine Abkürzung, sondern ein feststehender Begriff bzw. ein Firmenname. Angeblich soll er von Piloten um 1920 geprägt worden sein. Ihre Schuhe waren den heutigen UGG Boots gar nicht so unähnlich. Die Piloten gaben ihnen den liebevollen Kosenamen “ugg”, was kurz für „ugly“ (hässlich) gestanden haben soll. Geschmäcker sind verschieden – jedoch beschreibt die Abkürzung sehr gut die Herstellung der Schuhe.

Hat UGG vegane Schuhe?

So praktikabel die Schuhe vor 200 Jahren auch gewesen sein mögen, heute haben wir  genug Möglichkeiten, um auf andere Materialien zuzugreifen. Pilzleder, Kaktus-Leder, Kork-Leder, Ananas-Leder –  die Liste ist  lang. Daher ist es mehr als überflüssig, dass Lämmer und andere Tiere für UGG Boots sterben. Praktische, robuste Schuhe gehen auch vegan, ganz ohne Tierleid. Das sieht selbst die Firma UGG, auch, wenn sie auf ihre traditionellen Schuhe nicht verzichten.

So brachte UGG 2021 eine pflanzenbasierte Unisex UGG-Kollektion raus. Bestehend aus drei Modellen:

  • Fluff Sugar Sandal (Sandalen mit Fellimitat)
  • Neumel Natura (Schnür Stiefeletten) 
  • Fluff Sugar Platform 

Bei der Produktion der veganen UGG Boots wurden nachhaltige Materialien verwendet:

Zuckerrohr, Tencel (Lyocell-Faser), Baumwolle, Hanf, Hevea-Gummibaum. Zuckerrohr ist eine besonders nachhaltige Ressource – sie ist allein abhängig vom Regen und entzieht der Atmosphäre Kohlenstoffdioxid. Lyocell ist eine nachhaltigere Faser als Viskose, obwohl beide Fasern aus Holzzellstoff hergestellt werden.

 

Dennoch bleibt der Beigeschmack, dass UGG weiterhin immenses Tierleid durch die Herstellung der klassischen UGG Boots verursacht. Ein Schritt in die richtige Richtung ist allerdings schon getan.

UGG Tasman oder UGG Ultra Mini: Deichmann & Bershka bieten UGG Alternativen

Neben der Marke UGG gibt es vegane “UGG Boot” Imitate von anderen Firmen, wie beispielsweise Bershka, New Yorker oder Deichmann. Auf TikTok gehen gerade die “UGG Ultra Mini Dupes” von New Yorker und die “UGG Tasman” von Deichmann viral. Die UGG-Imitate sind nicht nur vegan, sondern auch wesentlich günstiger mit gerade mal 40€ das Paar. Ebenso gibt es günstigere Varianten von Bershka: Die Plateau-Stiefeletten mit Fellfutter kosten gerade mal 50€. Im Vergleich mit der Marke UGG ist das schon ordentlich, auch wenn sie vermutlich im Punkto Nachhaltigkeit nicht mithalten können.

Auch auf Amazon gibt es eine große Auswahl an veganen UGG Boot Alternativen. Achtet hier drauf, dass sie auch wirklich vegan sind, da einige Suchanfragen auch auf die UGG Boots mit tierischen Materialien ranken.

Die beste Variante wäre jedoch, bei rein veganen bzw. nachhaltigen Firmen Bekleidung zu shoppen und im besten Fall nicht dem Fast-Fashion-Trend zu verfallen. Oder auch auf Second-Hand-Klamotten zuzugreifen. Dass viele Unternehmen gerade vermehrt auf umwelt- und tierfreundliche Materialien bei der Herstellung von Bekleidung umsteigen, ist jedoch schon mal positiv.

PS: Habt ihr schon mal Barfußschuhe ausprobiert? Diese funktionieren auch im Winter und geben dir ein besonders angenehmes Gefühl beim Laufen.

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Fotos: Adobe Stock/460316928
Pexels /
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