Fitgreenmind Gründerinnen Jennifer Reinhard, Maya Leinenbach und Kristina Kull stehen Arm in Arm in einem hellen StartUp-Büro
Die drei Gründerinnen der Fitgreenmind GmbH: Female Founders mit Mission: Plant-based Food for Everyone.
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Die vegane Food-Creatorin spricht über ihr Burnout mit 21, den Weg zur eigenen GmbH und warum sie 85 Prozent aller Kooperationsanfragen ablehnt

Mit 15 Jahren startete Maya Leinenbach ihren ersten Food-Blog. Heute, mit 21, führt sie gemeinsam mit Jennifer Reinhard und Kristina Kull die Fitgreenmind GmbH – ein Unternehmen, das weit mehr sein will als ein klassischer Influencer-Account. Die Mission: Plant-based Food for Everyone.

Doch der Weg dorthin war alles andere als geradlinig. Anfang 2025 fiel Maya für mehrere Monate aus – gesundheitliche Probleme und Burnout. Im Gespräch im Plantbased Podcast erzählen die drei Gründerinnen erstmals ausführlich, was wirklich passiert ist, wie sie ihre Werte gegen finanzielle Verlockungen verteidigen und warum sie Markus Söder gerne mal vegan bekochen würden.

Ein Gespräch über das Erwachsenwerden in der Öffentlichkeit, weibliche Vorbilder in der Startup-Szene und die Frage, was passiert, wenn morgen alle Social-Media-Kanäle verschwinden.

Maya Leinenbach, vegane Food-Creatorin und Fitgreenmind Gründerin, lächelt in die Kamera
Maya Leinenbach - Die 21-jährige Food-Content Creatorin, deren Content täglich Millionen Menschen als Inspiration dient

Von der Foodbloggerin zur Unternehmerin

Maya, wenn du die letzten drei Jahre in einem Satz zusammenfassen müsstest – was hat sich für dich am meisten verändert?

Maya Leinenbach: In einem Satz ist schwierig. Aber ich würde sagen: krass viel Veränderung. Viel Learnings und irgendwie auch so vom Jugendlichen zum Erwachsenen werden. Ich bin von einem Foodblog zu einer Unternehmerin gegangen – diesen Schritt mit meinen beiden Kolleginnen hier. Das fasst es eigentlich ganz gut zusammen, weil es auf allen Ebenen viel Veränderung und viel Wachstum gab.

Jennifer, Kristina – stellt euch doch mal vor. Wie kam es dazu, dass ihr hier zusammen sitzt?

Jennifer Reinhard: Ich bin Jennifer, 37 Jahre alt. Ich habe im Projektmanagement im Bereich Influencer-Kampagnen gearbeitet, als ich 2021 Maya kennengelernt habe. Sie hatte damals 300.000 Abonnenten, war 16 Jahre alt und es ging gerade los, dass die ersten Kooperationsanfragen kamen. Seitdem bin ich als ihre Managerin an ihrer Seite. In unserer Dreier-Konstruktion bin ich für die Kooperationen zuständig – ich verhandle Verträge und sorge dafür, dass das nicht nur ein Hobby ist, sondern auch Geld reinkommt. Ich habe einen BWL-Background und mache bei uns die Buchhaltung und Finanzen.

Kristina Kull: Ich kümmere mich um PR und Kommunikation, also alles, was Außenkommunikation ist und nicht der Content von Maya. Ich mache auch den Tech-Part bei uns, kümmere mich um digitale Produkte und ganz viel Business Development – also was über unser klassisches Kerngeschäft hinausgeht. Ich komme ursprünglich aus der PR und dem Content Marketing.

Zum Videopodcast mit Fitgreenmind

Fitgreenmind - Die Werte hinter dem Business

Wie schwer ist es, wirklich von euren Werten zu leben, ohne euch für Kooperationspartner zu verbiegen?

Jennifer Reinhard: Wir haben ein strenges Wertegerüst. Nachhaltigkeit ist offensichtlich ganz wichtig. Aber auch: Wo kommen die Rohstoffe her? Werden die Leute entlang der Wertschöpfungskette gut bezahlt? Stecken vielleicht irgendwelche Investoren dahinter, mit denen wir nicht in Verbindung gebracht werden wollen? Es ist schwer, komplett dahinter zu blicken. Deswegen wählen wir oft lieber kleine Startups statt großer Konzerne. Maya ist eine Personenmarke – wenn einmal eine Zusammenarbeit mit jemandem stattfindet, der nicht unseren Werten entspricht, ist das Ganze ganz schnell vorbei. Deswegen sagen wir lieber 85 Prozent der Anfragen ab.

Natürlich könnte man das in einem typischen Lifestyle-Influencer-Kontext ausschlachten und Riesensummen einstreichen. Aber das funktioniert bei uns nicht. Erstens würden wir uns damit nicht wohlfühlen. Zweitens ist es meiner Meinung nach komplett kurzfristig gedacht.

Wie finanziert ihr euch dann?

Jennifer Reinhard: Das ist eine Frage, die mich sehr umtreibt. Wenn ich für irgendwas mal Vorbild sein möchte, dann für den Beweis, dass man mit Werten gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreich sein kann. Es macht mich immer traurig, wenn ein Unternehmen anfragt und sagt: „Wir haben kein Budget, weil ihr tut ja was Gutes.“ Das ist das falsche Signal. Wir können nicht ehrenamtlich was wieder aufbauen, was andere Vollzeit zerstören.

Natürlich haben wir dadurch weniger Honorar. Aber das ist nicht unser Purpose. Ich verzichte lieber auf Geld, bin mit mir im Reinen, kann nachts gut schlafen und weiß: Wir tun was Gutes.

Yannick Haldenwanger und Maya Leinenbach im Live-Interview auf der OMR Festival Bühne 2022
Maya Leinenbach beim OMR Festival 2022 auf der Bühne - Plantbased Podcast live

Der Crash: Mayas Burnout Anfang 2025

Ihr habt auch über Fails gesprochen. Gibt es da irgendwas, worüber ihr sprechen möchtet?

Maya Leinenbach: Ja, ich denke schon. Wenn ich an so einen Fail denke, was unsere Gründung betrifft, dann ist das jetzt nicht unbedingt was, was direkt die Gründung betrifft. Aber ich habe, als wir gegründet haben, auch die Entscheidung getroffen, zum ersten Mal von zu Hause auszuziehen. Das war für mich eigentlich ein Fail, weil ich glaube, es hat dazu geführt, dass es mir Anfang des Jahres nicht gut ging. Anfang 2025 bin ich „gecrahst“ und aus verschiedenen Gründen für ein paar Monate quasi ausgefallen.

Es war einfach so viel Neues auf einmal, so viel Verantwortung in vielen verschiedenen Bereichen, die ich vorher nicht unbedingt hatte. Sei es jetzt ganz banal, dass ich auf einmal meine Wäsche waschen musste. Aber es war eben auch was, was sich dann zu diesem Workload hinzugefügt hat. Rückblickend denke ich mir: Das war ein Fail, das hätte ich vielleicht anders planen sollen, anders angehen sollen. Aber auch weil ich nicht genau wusste, was mit einer Gründung eigentlich alles einhergeht – ich war da vielleicht auch ein bisschen zu naiv. Aber ja, das war für mich auf jeden Fall was, woraus ich gelernt habe.

 Jennifer, Kristina, was waren eure Fails rund um die Grüundung?

Jennifer Reinhard: Ja, also mein Fail ist sehr persönlich. Ich stelle immer noch alles, was nichts mit Arbeit zu tun hat, komplett hinten an. Sei es Familie, Freunde, eigene Gesundheit. Am Anfang war das so: Wir haben alle noch nie vorher gegründet und es ist natürlich komplett unsicher, ob das funktioniert. Und ich bin persönlich für die Kooperationen zuständig – das heißt, ich spüre den Druck, fürs Gehalt von uns dreien verantwortlich zu sein.

Obwohl es sich langsam gebessert hat, bin ich immer noch nicht angekommen. Mein Nervensystem hat sich nicht beruhigt und ich erlaube mir auch keine Pausen. Ich bin immer am Anschlag und denke: Ich muss noch weitermachen, weil wer weiß, wie lange es gut geht. Das ist mein persönlicher Fail – dass ich mich da komplett ignoriere. Daran arbeite ich und hoffe, dass ich das in Zukunft in die Balance bringe.

Im Endeffekt ist es ja auch fürs Unternehmen besser, wenn man selbst performen kann. Und das kann man nur, wenn man in der Balance ist.

Jennifer Reinhard: In der Theorie weiß ich das, das ist natürlich logisch, dass ich auch auf der Arbeit nur performen kann, wenn es mir gut geht. Aber das umzusetzen… ja.

Kristina Kull: Für mich war der Fail tatsächlich auch eher 2024, der sich dann 2025 ausgewirkt hat – nämlich dass wir die ganze Zeit versucht haben, uns selbst zu überholen. Das erste Gründungsjahr war extrem schnell, es ist extrem viel passiert. Das konnten wir weder mental noch körperlich richtig verarbeiten. Wir haben eigentlich alle nur noch gearbeitet – immer höher, schneller, weiter. Weil man auch irgendwie denkt: Jetzt sind so viele Türen offen, ich muss da auch durchgehen.

Und dann sind wir im Frühjahr in genau die Situation gekommen, gegen die wir eigentlich die ganze Zeit gearbeitet haben. Wir wollten so viel aufbauen, dass Maya vielleicht auch irgendwann mal nicht immer diesen Druck hat, da vorne stehen zu müssen – sie vielleicht langfristig entlasten zu können. Und dann sind wir aber in die Situation gekommen: Sie ist ausgefallen und wir standen da und konnten die Projekte nicht umsetzen.

Aber – und ich weiß, es klingt total kitschig, aber es ist wirklich so – eigentlich keiner von diesen Fails ist wirklich ein Failure, sondern halt wirklich eine Lehrstunde gewesen. Man kann daraus immer wieder was Neues aufbauen, was Neues gewinnen. Wir mussten uns in kurzer Zeit neu aufstellen, haben aber gemerkt: Es gibt immer eine Lösung. Wir priorisieren jetzt vielleicht ein bisschen besser und schauen auch auf unsere Gesundheit besser.

Natürlich haben wir da alle noch einen Weg vor uns und einen Prozess. Aber es war letztendlich auch gut, dass es so gekommen ist – weil hätten wir das noch länger so durchgezogen, wären wir vielleicht nicht so erfolgreich, wie wir es jetzt sind.

Vegan Influencerin Maya Leinenbach aka Fitgreenmind in ihrer Küche sitzend vor Gemüse, lächelnd mit Tasse in der Hand

Morgenroutine und mentale Gesundheit: Wie Maya sich aus dem Burnout gekämpft hat

Habt ihr irgendwas, wo ihr sagt: Das mache ich jeden Tag, das tut mir gut, das hilft euch wieder in den Fokus zu kommen?

Maya Leinenbach: Ja, also ich war schon immer ein Mensch – ich bin ein sehr großes Gewohnheitstier, ich brauche meine Gewohnheiten. Aber ich habe auch Anfang des Jahres, wo ich dann so gecrasht bin, und jetzt Mitte des Jahres, wo ich langsam wieder eingestiegen bin, gemerkt: Ich muss mir irgendwie Strukturen schaffen, um genug Mental Space zu haben und auch Freiräume für meine mentale Gesundheit zu schaffen – damit ich langfristig auch wirklich gut performen kann.

Deswegen setzen meine Morgenroutine und Abendroutine eigentlich immer den Rahmen des Tages. Die mache ich immer und da versuche ich mich auch zu disziplinieren, dass ich das durchziehe. Ich bin Morgenmensch, deswegen stehe ich gerne so um 6:30 Uhr auf. Dann gehe ich erst mal kurz an die frische Luft – mich ein bisschen aufwecken. Gerade im Winter mit der kalten Luft klappt das ganz gut.

Dann trinke ich meistens erst mal ganz entspannt einen Tee und schreibe mir meine To-Dos für den Tag auf. Ich gehe so ein bisschen durch, wann ich was mache, um meinen Tag zu strukturieren. Dann frühstücke ich und gegen 8 Uhr, Viertel nach 8, fange ich an zu arbeiten. Ich mache dann aber auch eine Mittagspause – immer so gegen 13 Uhr für eine Stunde.

Danach arbeite ich nochmal und versuche dann auch wirklich, mich zu disziplinieren. Das sind wirklich nur sehr wichtige, kurzfristige Dinge, die ich bis zum nächsten Tag abschließen muss und nicht abgeschlossen habe. Ansonsten versuche ich gegen 17 Uhr Schluss zu machen, Feierabend zu machen, und mir dann noch ein bisschen Zeit für mich zu nehmen. Entweder mache ich noch ein bisschen Yoga, Pilates oder so was, gehe spazieren, treffe mich vielleicht auch mal mit einer Freundin – einfach Balance im Leben schaffen.

Wenn ich poste, dann kommt natürlich noch mal so ein bisschen Arbeit abends – dass ich die Caption schreibe, hochlade, interagiere. Aber das ist ja nicht dieses Full-Focus-Arbeiten. Ich versuche das wirklich täglich durchzuziehen – diesen Rahmen zu schaffen, dass mein Gehirn auch weiß: Jetzt kann ich ein bisschen runterfahren, das Nervensystem kann ein bisschen runterfahren, dann kann ich auch schlafen. Das funktioniert jetzt eigentlich seit so zwei Monaten ganz gut.

Das klingt super. Du wirkst auch super glücklich, wenn du das erzählst von deinen Routinen. Jenny, wie sieht es bei dir aus?

Jennifer Reinhard: Ich werde gerade ein bisschen neidisch auf Maya. Sie ist mir da schon ein bisschen voraus. Weil ich habe so beim Zuhören gerade gemerkt, wie fremdgesteuert ich eigentlich bin.

Ich war letztes Jahr ganz stolz, meine Sportroutine durchzuziehen – für ein paar Monate. Die ist dann, witzigerweise auf Mallorca, eingebrochen. Seitdem habe ich keinen Sport mehr gemacht. Aber ich habe gemerkt: Das hat mir gutgetan. Direkt morgens nach dem Aufstehen eine halbe Stunde Sport und dann erst an den Schreibtisch. Und das mache ich jetzt gerade gar nicht.

Egal wann, ich versuche mir immer eine To-Do-Liste für den Tag zu machen. Die hält aber vielleicht so eine Stunde an, weil dann was Unvorhergesehenes kommt – eine wichtige Mail oder jemand anruft. Das ist das, glaube ich, was mich so stresst: Dass ich weiß, dass meine To-Dos sowieso gar nicht erledigt werden können, die ich mir vorgenommen habe, weil ich Unvorhergesehenes eigentlich jeden Tag habe. Das ist auch schwierig, im Business irgendwie einzudämmen. Ich bin geflutet.

Kristina, wie ist es bei dir?

Kristina Kull: Ich habe tatsächlich auch überhaupt keine Routinen. Jedes Mal, wenn ich mir was vornehme – wie „ich gehe an festen Tagen ins Büro“ oder „ich mache morgens immer Yoga“ – hält das genau zwei Tage an und dann wird irgendwas wieder über den Haufen geworfen. Sei es irgendwie eine Geschäftsreise, sei es ein unerwarteter Anruf. Routinen gibt es wirklich keine.

Ich muss auch sagen, ähnlich wie Maya bin ich dieses Jahr auch gesundheitlich ziemlich gebeutelt. Dadurch hat eben auch der Sport als Ausgleich ziemlich gefehlt. Bewegung ist manchmal ein bisschen schwierig. Das will ich mir für das nächste Jahr auf jeden Fall wieder vornehmen.

Trotzdem sage ich aber: Ich hätte nicht Unternehmerin werden dürfen, wenn ich immer so einen ganz stringenten Tagesablauf brauchen würde oder stupide vor mich hin arbeiten wollen würde. So herausfordernd das Chaos für mich selbst und natürlich für mein Privatleben und alles ist – genau so würde ich es mir eben auch nicht anders aussuchen. Irgendwie liebe ich das Chaos auch.

Irgendwie gehört es dazu. Ich glaube, wir alle lieben das Chaos irgendwie, sonst würden wir nichts Richtung Content Creation oder Management machen. 

Fitgreenmind ARD-Doku Dreh auf Mallorca

Ihr habt mehrfach Mallorca erwähnt. Was ist da genau passiert?

Maya Leinenbach: Wir waren dort für den Dreh einer Doku. Die kommt im März 2026 in die ARD-Mediathek. Es ging hauptsächlich ums Kochen regionaler Spezialitäten – aber in vegan. Das war eine Challenge für mich. Ich habe mich informiert und ganz viel erlebt, mir Wissen angeeignet, um die Koch-Challenge zu bestehen. Es war super spannend zu sehen, wie so eine Produktion funktioniert.

Jennifer Reinhard: Mein Highlight war ein sentimentaler Moment. Wir haben wahrscheinlich schon ein Jahr darauf hingearbeitet, am Konzept gefeilt, und es war nicht klar, ob das zustande kommt. Dann zu sehen, dass alle – Kamera, Ton, alle – an einem Strang ziehen und Passion haben, unser Projekt voranzutreiben. Das war ein unglaublich schönes Gefühl.

Ich habe auch einen Beschützerinstinkt für Maya, weil ich mit ihr schon so lange zusammenarbeite. Es kann natürlich sein, dass man vorher Lust auf ein Projekt hat und dann merkt: Es ist doch viel geworden. Deswegen hat mich sehr glücklich gemacht, dass es Maya dort gut ging.

Kristina Kull: Für mich war schön zu sehen, wie das Team, das vor Ort war, durch uns tatsächlich ganz viel Plant-based ausprobiert hat. Das ist ganz natürlich eingeflossen, ohne dass es hieß: Wir müssen jetzt vegan essen. Es gab einfach immer super gutes Essen und die Leute haben sich mit dem Thema auseinandergesetzt. Das hat mir einen Ausblick gegeben, was diese Doku vielleicht auch beim Publikum bewirken kann.

Vegan-Influencerin Maya Leinenbach im Interview, steht in der Küche mit Instagram-Screenshot Followerzahl

Vergleichen auf Social Media: „Comparison is the thief of joy"

Maya, du hast in unserem letzten Interview den Satz gesagt: „Comparison is the thief of joy.“ Da denke ich oft dran. Hat sich seitdem für dich was verändert?

Maya Leinenbach: Wenn man auf Social Media arbeitet, ist es – glaube ich für jeden Normalverbraucher sowieso schon schwer – nicht in diese Comparison-Falle zu tappen. Aber wenn man selbst Content erstellt, ist das noch mal auf einem anderen Level.

Ich muss mich manchmal selbst daran erinnern, dass Vergleichen mit anderen selten Sinn macht. Wofür ich das nutze: Wenn ich merke, eine Art von Video kommt gerade total gut an, dann schaue ich analytisch: Was kann ich mir abschauen? Was funktioniert gut? Kann ich das auch für meinen eigenen Content verwenden? Das ist dann konstruktiv.

Aber wenn man nur stupide Zahlen vergleicht mit Leuten, die an einem ganz anderen Punkt sind, hat das keinen Sinn. Ich versuche, mich mit mir selbst zu vergleichen und zu schauen, dass ich mich selbst verbessere.

Tipps für angehende Food-Creator - Maya Leinenbach verrät ihre Formel für Erfolg auf Instagram

Hast du Top-3-Tipps für alle, die anfangen wollen mit Food-Content auf Social Media?

Maya Leinenbach: Erstens: Langer Atem. Man sieht manchmal Leute, die von heute auf morgen viral gehen. Aber eigentlich muss man viel Arbeit, Zeit und Mühe reinstecken, bevor irgendwas wächst. Deswegen braucht man etwas, was einem wirklich am Herzen liegt – ein größeres Warum.

Zweitens: Schau, was gerade auf Social Media gut funktioniert. Als ich angefangen habe, habe ich mit Fotos angefangen und dann gemerkt: Videos kommen viel besser an. Und erstelle Content, der Mehrwert bietet. Es gibt so eine Flut an Content – man muss sich fragen: Warum sollte man meinen Content anschauen?

Drittens: Sich selbst treu bleiben. Auch wenn man sich von anderen inspirieren lässt – man ist man selbst. Jeder ist einzigartig, jeder hat seine Macken und Kanten. Wenn mal was schiefläuft oder man sich verhaspelt, kann man das auch drin lassen. Das macht authentisch. Authentisch sein ist heute wichtiger denn je.

Was würdest du machen, wenn morgen alle Social-Media-Kanäle verschwinden?

Maya Leinenbach: Ich wäre erst mal geschockt. Ich muss auch ehrlich sagen: Es würde was fehlen, weil ich auch gerne die Arbeit mache, die ich mache. Aber ich glaube, langfristig wäre das auch eine Erleichterung, weil dann dieser ganze Vergleichsdruck und dieses Analysieren von Zahlen wegfällt. Dann wäre dieser Druck, performen zu müssen, weg.

Und genau darauf arbeiten wir ja auch hin: ein Business zu bauen, das auch ohne Social Media funktioniert. Das wäre jetzt Stand heute natürlich sehr schmerzhaft, weil es unser Haupteinnahmequelle ist. Aber ich bin froh, dass wir diesen Weg gehen – diversifizieren und unabhängig werden.

Vegan Influencerin Maya Leinenbach aka Fitgreenmind in ihrer Küche am Lachen mit Tomate in der Hand

Veganes Dinner mit Markus Söder?

Wenn ihr ein veganes Dinner veranstalten könntet und drei bekannte Persönlichkeiten einladen dürftet – wen würdet ihr einladen?

Jennifer Reinhard: Mir ist direkt jemand eingefallen: Markus Söder.

Maya Leinenbach: Das wollte ich auch sagen!

Jennifer Reinhard: Aber er weiß natürlich nicht, dass es ein veganes Dinner ist. Ich habe das vor ein paar Jahren mal an Weihnachten gemacht – aus Mayas erstem Kochbuch verschiedene Sachen gemacht, ohne was zu sagen. Es kam super an, keiner hat sich beschwert. So würde ich das auch machen: ihm das Essen erst loben lassen und dann auflösen, dass es vegan war.

Maya Leinenbach: Genau. Dann hätte er vielleicht bei seinem „Söder isst„-Account mal was Veganes gepostet. Manche Leute haben ja so: Wenn sie schon wissen, dass etwas vegan ist, dann ist es eher „das schmeckt ganz gut – dafür, dass es vegan ist“.

Kristina Kull: Mein Ansatz ist vielleicht egoistischer. Ich würde Michelle Obama einladen – aber nicht, weil ich sie vom veganen Essen überzeugen möchte, sondern weil ich von ihr lernen will. Wie setze ich mich für Sachen ein, an die ich selbst glaube, die aber die Gesellschaft manchmal noch für unnötig erachtet? Wir wollen niemandem vorschreiben, wie sie zu leben haben. Aber wir glauben, dass mehr pflanzliche Mahlzeiten für uns und die Erde gut sind.

Plantiful Cooking - das neue Kochbuch von Maya Leinenbach aka Fitgreenmind
Das Kochbuch von Maya Leinenbach mit über 100 veganen Rezepten

Das würden wir gerne verändern!

Wenn ihr für einen Tag Politikerin wärt und eine Sache verändern könntet – was würdet ihr tun?

Jennifer Reinhard: Ich würde eine Zuckersteuer einführen oder eine Abgabe für hochverarbeitete Lebensmittel, die nichts mit Lebensmitteln zu tun haben. Das eingenommene Geld würde ich nehmen, um Bio-Gemüse zu subventionieren – um es zugänglicher zu machen. Es darf keine Frage des Einkommens sein, wie gesund man sich ernährt. Die Kosten später im Gesundheitssystem sind viel höher, als wenn man gesundes Obst und Gemüse einfach günstiger machen würde.

Maya Leinenbach: Meine Idee geht in eine ähnliche Richtung. Ich würde schauen: Wie groß ist der CO2-Fußabdruck eines Produkts? Und je nachdem besteuern oder subventionieren. Mehr Steuern auf Fleisch, weil das schlecht für die Umwelt ist, und das eingenommene Geld zur Subvention von Pflanzenmilch nutzen. Die wird ja immer noch leider recht hoch besteuert – was ich ein Unding finde.

Kristina Kull: Ich würde für einen Tag das ganze Parlament mit echten Menschen aus der Bevölkerung besetzen – nicht mit Politikern. Mich interessiert das wirkliche Stimmungsbild: Was sind die Themen, die die Leute beschäftigen? Ich würde natürlich auch das Thema Nachhaltigkeit und gesunde Ernährung reinbringen. Aber ich würde gerne tiefer verstehen, wo die Pain Points für einige von uns liegen.

Das komplett Interview im Podcast

Das ist ein kleiner Ausschnitt des Gesprächs im Plantbased Videopodcast. Wenn du das komplette Gespräch hören möchtest, schau auf YouTube oder Spotify vorbei.

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