Braun Bär läuft hinter einem Gatter im Wald entlang
Alternativer Wolf- & Bärenpark Schwarzwald Sanctuary vegan10
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Der Alternative Wolf- & Bärenpark - ein Zufluchtsort für viele Tiere

Es gibt Orte, die uns verändern, die unseren Blick auf die Welt erweitern und uns dazu inspirieren, einen Unterschied zu machen. Der Alternative Wolf- und Bärenpark Schwarzwald ist einer dieser Orte. In diesem Artikel teilen wir unsere Erfahrungen und Erkenntnisse aus unserem Besuch und stellen euch einige ganz besondere Bären vor, deren Geschichten uns tief berührt haben.

Das erfährst du in diesem Artikel:

Der Alternativer Wolf- und Bärenpark Schwarzwald liegt im Herzen des Schwarzwaldes in Bad Rippoldsau-Schapbach und bietet ein einzigartiges Erlebnis für Tierliebhaber. Mit einer Fläche von über 10 Hektar ist der Park ein Zufluchtsort für Bären, Wölfe und Luchse, die aus schlechten Bedingungen gerettet wurden. Hier können Besucher die Tiere in einem natürlichen und sicheren Umfeld erleben.

Landschaft mit Parkplatz und einem Haus und Wanderweg der auf den Tierpark hinweist
Am Eingang wird klar: Das ist KEIN Zoo!

Geschichte des Alternativen Wolf- & Bärenparks

Die Geschichte des Parks beginnt im Jahr 2010, als die ersten Bären gerettet wurden. Seitdem hat der Park seine Mission fortgesetzt, Tieren in Not zu helfen und die Öffentlichkeit über den Schutz von Bären und Wölfen aufzuklären.

Kein Zoo! - Die Mission und Vision des Parks

Die Mission des Parks ist es, Bären und Wölfen ein sicheres und liebevolles Zuhause zu bieten. Die Vision ist es, ein Bewusstsein für den Schutz dieser wunderbaren Tiere zu schaffen und die Menschen dazu zu inspirieren, sich für ihre Erhaltung einzusetzen.

Frau auf einem Kieselweg mit Cap, Rucksack und Sportschuhen schaut auf ein Schild auf dem Wanderwege beschrieben sind

Diese Tiere kannst du im Park sehen:

Der Park beherbergt eine Vielzahl von Tieren, darunter Bären, Wölfe und Luchse. Jedes Tier hat seine eigene Geschichte und der Park bietet ihnen die Möglichkeit, in einem natürlichen und sicheren Umfeld zu leben.

Bären im Park

Die Bären im Park kommen aus verschiedenen Teilen Europas und haben oft tragische Geschichten hinter sich. Im Park erhalten sie die Pflege und Liebe, die sie verdienen.

Wölfe im Park

Die Wölfe im Park sind ebenso beeindruckend wie die Bären. Sie leben in Rudeln und bieten den Besuchern die Möglichkeit, ihr natürliches Verhalten aus nächster Nähe zu beobachten.

Luchse im Park

Drei Luchse beherbergt der alternative Wolf- & Bärenpark, die teilweise aus schrecklichen Bedingungen kommen. 

Braun Bär läuft hinter einem Gatter im Wald entlang

Erlebnisse im Alternativen Wolf- & Bärenpark

Der Park bietet eine Vielzahl von Erlebnissen, die es den Besuchern ermöglichen, die Tiere auf eine besondere Weise kennenzulernen. Perfekt auch für Familien mit Kindern, die nach Ausflugszielen für die Sommerferien suchen und eine ethisch korrekte Alternative zum Zoo suchen. Hier steht Bildung an erster Stelle.

Führungen und Touren

Die Führungen und Touren im Park sind eine großartige Möglichkeit, mehr über die Tiere und ihre Geschichten zu erfahren. Expertenführer begleiten die Besucher und teilen ihr Wissen und ihre Leidenschaft für die Tiere.

Veranstaltungen und Aktivitäten

Der Park bietet das ganze Jahr über Veranstaltungen und Aktivitäten, die auf die ganze Familie zugeschnitten sind. Von Workshops bis hin zu Festivals gibt es immer etwas zu erleben.

Bildung und Aufklärung

Bildung steht im Mittelpunkt der Mission des Parks. Es gibt zahlreiche Bildungsprogramme und -materialien, die darauf abzielen, das Bewusstsein für den Schutz von Bären und Wölfen zu schärfen. Auch Ferienprogramme werden angeboten, um Kindern das Thema Artenschutz nahezubringen.

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Frau mit grüner Jacke steht vor einem Gehege und erklärt Mann etwas auf einem Schild dass am Zaun hängt

Wir waren selbst vor Ort, um uns einen Eindruck vom alternativen Wolf- & Bärenpark zu machen. Hierbei stand uns Parkleitung Teresa Carl zur Seite und stellte uns die Tiere und den Park vor.

Hey Teresa, vielen Dank, dass du dir Zeit für uns und das Interview nimmst. Was war deine Intention, beim Wolf- & Bärenpark anzufangen?

Teresa Carl: Ich habe Biologie studiert, da mich Tiere und die Natur schon immer fasziniert haben. Und als ich dann auf dieses Projekt aufmerksamtgeworden bin, war klar, die Stelle möchte ich unbedingt haben. Dies ist nicht einfach nur irgendein Job, den ich mache, um Geld zu verdienen. Mit meiner Arbeit hier, mache ich etwas sinnvolles, etwas, das ich jeden Tag sehe, wenn ich mir unsere Tiere anschaue, wie sie planschen oder einfach nur im Dickicht liegen und alle Viere von sich strecken. Wir können nicht alle Tiere retten, die schlecht gehalten werden, aber wir können versuchen, dass endlich ein Umdenken in der Gesellschaft stattfindet und Wildtiere im Zirkus oder in Gefangenschaft endlich der Vergangenheit angehören.

Zirkus mit Büffeln auf denen ein Braunbär reitet
Ein Bär wird in einem Zirkus gezwungen auf einem Büffel zu reiten. Immer noch erlaubt. Auch in Deutschland.

Wie setzt ihr das Thema Nachhaltigkeit sonst noch im Park um?

Teresa Carl: In unserem Bistro Bärenblick bieten wir recht viele vegetarische und vegane Gerichte an. Unseren hausgemachten Bärenparkburger beispielsweise. Aber wir versuchen auch mit unserer pädagogischen Arbeit die Besucher zum Umdenken anzuregen und Aufklärungsarbeit zu leisten. Und jeder, der aus unserem Projekt mit geöffneten Augen in Sachen Tier- und Naturschutz raus geht, ist in seinem Handeln hoffentlich nachhaltig beeinflusst.

Mann und Frau stehen sich in der Natur gegenüber und sprechen miteinander

„Wenn wir im Wald unterwegs sind, betreten wir den Lebensraum von Wildtieren, befinden sich in deren Wohnzimmer.“

Welche Möglichkeiten siehst du für ein Zusammenleben von Mensch und Tier?

Teresa Carl: In erster Linie müssen wir unserer Verantwortung gegenüber der Natur und dem Wildtier wieder bewusst werden. Denn wir Menschen haben total verlernt, mit unseren Wildtieren und der Natur zusammenzuleben. Wenn wir im Wald unterwegs sind, betreten wir den Lebensraum von Wildtieren, befinden sich in deren Wohnzimmer. Und wir verhalten wir uns? Leider oft so, als wäre das alles unser Wohnzimmer. Und genau diese Einstellung ist falsch. Wir müssen Wildtieren Raum, Rückzugsmöglichkeiten und Ruhe lassen, unser Ego auch mal zurückstellen

Ein Zusammenleben mit Wildtieren, egal ob Wildschwein, Biber oder Wolf, ist nie konfliktfrei. Aber wenn wir alle an einem Strang ziehen, hier und da Rücksichtnehmen bzw. uns anpassen, können wir dafür sorgen, dass das Zusammenleben mit den Wildtieren konfliktarm wird. Und umso früher man alle Parteien (Politik, Forst, Jägerschaft, Tourismus, usw.) an einen Tisch bekommt, um über ein Zusammenleben mit den Tieren zu sprechen, umso besser.

Frau mit braunen Haaren und grünem Pullover steht von hinten vor einem Gehege
Unvorstellbar! - Einige Bären wurden ihr Leben lang in Käfigen dieser Größe gehalten.

„Das in Deutschland ein falsches Bild von Wildtieren existiert, liegt zum Teil am Zirkus, der vermittelt, dass man Wildtiere zähmen und kontrollieren kann – was aber nicht stimmt, aber auch an sozialen Medien, die die romantische Vorstellung einer Freundschaft zwischen Mensch und Wildtier suggerieren.“

Waldweg mit Gatter auf einer Seite auf dem Leute zu sehen sind die den Weg entlang laufen

Was ist dein Wunsch an die Menschen im Umgang mit Wölfen und Bären?

Teresa Carl: Bär und Wolf sind einheimische Wildtiere und gehören in die Natur, ebenso wir Rehe, Hirsche, Milane und andere Wildtiere. Sie sind wichtig für ein intaktes Ökosystem. Das in Deutschland ein falsches Bild von Wildtieren existiert, liegt zum Teil am Zirkus, der vermittelt, dass man Wildtiere zähmen und kontrollieren kann – was aber nicht stimmt, aber auch an sozialen Medien, die die romantische Vorstellung einer Freundschaft zwischen Mensch und Wildtier suggerieren

Sobald Wildtiere sich nicht so verhalten, wie der Mensch es gerne hätte, bricht Verzweiflung aus. Der Ursprung des Problems im Umgang mit unseren Wildtieren ist, dass sowohl Bären als auch Wölfe einst ausgerottet wurden, was ein fataler Eingriff in das Ökosystem war, dessen Spuren bis heute deutlich spürbar sind. Dass wir Menschen es verlernt haben, mit Wildtieren zu leben, ist ein Beispiel davon. Die Rückkehr von Bär und Wolf ist daher eine Chance, endlich wieder mit der Natur leben zu können, statt sie als Eigentum zu betrachten. Es ist mehr als eine Aufgabe unserer Gesellschaft, es ist eine Verantwortung gegenüber der Natur und den zukünftigen Generationen. Wenn wir jetzt wieder lernen, mit Bären und Wölfen zu leben, haben die kommenden Generationen eine Chance auf eine intaktes Ökosystem. Wildtiere sollen einfach wieder das sein dürfen, was sie sind– ein Wildtier. Nicht mehr und nicht weniger.

Braun Bär läuft hinter einem Gatter im Wald entlang

Wie kann man euch außerhalb der Spenden unterstützen?

Teresa Carl: Klar, als rein spendenbasiertes Wilditer- und Artenschutzprojekt sind wir natürlich auch auf finanzielle Unterstützung und Patenschaften, die für unsere Tiere übernommen werden, angewiesen.

Aber wir freuen uns auch über verschiedene Futterspenden in Form von heimischen Nüssen, Steinobst oder auch Fallwild. Hier ist allerdings wichtig, und vorab darüber zu informieren und dies mit uns abzusprechen.

Außerdem ist Werbung für uns auch immer eine gute Unterstützung. Wir selbst haben nicht wirklich ein Budget um aktives Marketing zu machen. Deswegen freuen wir uns immer, wenn wir dahingehend Unterstützung bekommen.

Und zu guter Letzt läuft bei uns sehr viel über ehrenamtliche Helfer. Ohne diese freiwillige Unterstützung bei Veranstaltungen, Bauprojekten, der Grünpflege, wäre unser Projekt kaum zu realisieren. Also wer Lust hat, mal mit anzupacken – gerne einfach per Mail melden.

Frau mit braunen Haaren, Brille und grüner Sweatshirtjacke schaut lachend in die Kamera

Teresa Carl - eine Umweltschützerin mit einer klaren Mission

Teresa Carl hat an der renommierten Eberhard Karls Universität Tübingen studiert und ihren Master in Evolution und Ökologie erfolgreich abgeschlossen. Während ihrer Studienzeit unterstützte sie jüngere Semester in verschiedenen Kursen und führte zoologische sowie limnologische Exkursionen durch. In dieser Phase entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Umweltpädagogik und erkannte, wie essentiell es ist, andere Menschen für den Natur- und Umweltschutz zu sensibilisieren. Die gebürtige Lahrerin konnte als Praktikantin beim Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg wertvolle Erfahrungen im Bereich Naturschutz sammeln und leitet nun den alternativen Wolf- & Bärenpark im Schwarzwald zusammen mit Sabrina Reimann.

Wald in dem von weitem drei Bären zu sehen sind die einen kleinen Berg hoch laufen

Die Geschichten der Tiere im Alternativen Wolf- & Bärenpark

Alle Tiere im Alternativen Wolf- & Bärenpark haben eine Vergangenheit, die die ehemaligen Besitzer gerne verschweigen und die Tiere gerne vergessen würden. Damit letzteres möglich ist macht das Teams des Parks täglich alles dafür, den Tieren ein glückliches Leben zu ermöglichen inklusive dem Vertrauen, nie wieder zurück in die grausame Vergangenheit reisen zu müssen. Hier findest du einige persönliche Geschichten und Schicksale der Tiere im Park.

brauner Bär klettert auf einem Baum herum

AGONIS - ANGEKETTET IN EINEM RESTAURANT

ls der junge Bär AGONIS im Dezember 2016 in den Schwarzwald kam, hatte er trotz seiner jungen 10 Monate bereits unvorstellbares Leid ertragen. Aus der albanischen Natur brutal entführt, wurde er in einen Käfig gesperrt und als Touristenattraktion für ein Restaurant missbraucht. Die Grausamkeiten, die AGONIS ertragen musste, hinterließen tiefe psychische Narben. Am auffälligsten ist das heftige Saugen an seiner Tatze, das sofort einsetzt, sobald er einen Menschen am Zaun sieht. Im Vergleich zu ARIAN und ARTHOS, die ebenfalls in Albanien für touristische Zwecke missbraucht wurden und 2016 in den Wolf- & Bärenpark kamen, zeigt er noch immer starke Verhaltensstörungen und scheint in seiner Entwicklung etwas zurückzubleiben.

Doch es gibt Hoffnung. AGONIS zeigt eine bemerkenswerte Fähigkeit, die Schwarzwälder Fichten bis in die höchsten Höhen zu erklimmen. Auch am Boden und darunter findet er zahlreiche Möglichkeiten zur natürlichen Beschäftigung, wie das Graben nach Insekten in alten Baumstämmen, Wurzeln und sonstigem Unterholz.

Dank der Unterstützung von Paten, Spendern und Unterstützern ist es möglich, für AGONIS und die anderen Tiere eine naturnahe Umgebung zu sichern. Gemeinsam gelingt es, Leben zu retten und zukünftigen Generationen von Wildtieren ein solch leidvolles Schicksal zu ersparen.

Zwei Baby Bären rennen durchs hohe Gras

ARIAN & ARTHOS - DIE SELFIE-BÄREN AUS ALBANIEN

ARIAN und ARTHOS sind Brüder. Sie sind Ex-Strandbären oder auch Selfie-Bären. Touristen in Albanien machten Selfies mit den leidenden Bären und bezahlten dafür. Bei unerträgliche Hitze, an Ketten geführt, für gaffende Touristen – das war das Leben aus dem sie befreit wurden. Die beiden sind europäische Braunbären und haben mittlerweile jeweils ein Gewicht zwischen 200 und 250kg. 

Brauner Bär läuft durch hohe Büsche

DARIA - ZURÜCKGELASSEN IM GESCHLOSSENEN ZOO

DARIA, eine Braunbärin, erblickte 1991 das Licht der Welt in Portugal und fand schließlich ihren Weg in einen spanischen Zoo. Der Parque Zoologico Prudencio Navarro, gelegen an der Costa de la Luz, schloss seine Pforten Anfang 2019 – und ließ die Tiere einfach zurück. Zusammen mit Tigern, Affen und zahlreichen anderen Tieren blieben DARIA und DORO auf dem verlassenen Gelände zurück. Nachdem alle Versuche, die Bären unterzubringen, gescheitert waren, sprang die STIFTUNG für BÄREN ein. So kam es, dass DARIA am 4. Juni 2019 in den frühen Morgenstunden im Schwarzwaldprojekt ankam und einen glücklichen Lebensabend im alternativen Wolf- & Bärenpark verbringen kann.

Brauner Bär läuft einen Waldweg entlang

JURKA - DIE MUTTER VON "PROBLEMBÄR" BRUNO

Am 26. August 2010 setzte der erste Bär seine Pfoten auf das Gelände der Freianlagen des Tierschutzprojekts. Es war JURKA, die Mutter des in Bayern erschossenen Bären BRUNO, eine traurige Berühmtheit. Alle Tiere, die hier Schutz finden, haben eine grausame Vergangenheit. Doch kaum ein Schicksal ist so symbolträchtig wie das von JURKA.

Geboren als Wildbärin in den slowenischen Jurka-Bergen, lernte sie als freies Tier die Natur kennen und lebte selbstbestimmt. Im Rahmen eines Wiederansiedlungsprojekts wurde sie eingefangen und im italienischen Trentino wieder ausgewildert, um die dortige Braunbärenpopulation zu stärken. Anfangs schien alles gut zu laufen. JURKA gebar 2004 ihr erstes von insgesamt fünf Jungen – JJ1, später bekannt als BRUNO. Ein Erfolg für den Artenschutz, der jedoch dem Tourismus zum Opfer fiel. Denn JURKA wurde, wie alle ihre Nachkommen, zur Belustigung von Touristen angefüttert.

Die Folge war eine verminderte Scheu vor Menschen, wodurch die gesamte Bärenfamilie zu sogenannten „Problemtieren“ erklärt und aus der Natur entfernt wurde. Für JURKA war dies der Beginn einer wahren Odyssee, die sie unter anderem in den Klostergraben eines Franziskanerordens führte.

JURKA ist ein Symbol für die Wildtiere und ihre Stimme zeigt, welchen Einfluss und welche Verantwortung der Mensch auf die Natur und die Wildtiere hat. Auch nach fast zehn Jahren täglicher Beobachtung erstaunt es immer wieder, wie clever sie ist. Sie klettert auf Bäume, manipuliert Stromzäune und benutzt Werkzeuge, zum Beispiel für Hebeltechniken. Sie ist der lebende Beweis dafür, dass Bären in die Natur gehören und nicht in Menschenhand. Deshalb muss der Lebensraum von Braunbären geschützt und für ihre Akzeptanz gesorgt werden.

Schild auf dem Infos zum Bärenpark stehen

Wer war "Problembär" Bruno?

BRUNO, der Sohn von JURKA war 2006 der erste Bär, der in Deutschland nach mehr als 170 Jahren wieder aufgetaucht war. Es herrschte viel Aufregung um ihn, weil er sich mit Vorliebe in der Nähe von Menschen aufhielt, später wurde er am oberbayerischen Spitzingsee erschossen. In Diskussion war auch, dass seine Schwester GAIA (aka JJ4) dieses Schicksal droht, nachdem sie einen Jogger in Italien getötet hatte. Glücklicherweise hat das oberste Gericht in Rom entschieden, dass die Bärin weiterleben darf. Aktuell lebt GAIA in einem Gehege in Casteller im Trentino.

brauner Bär sitzt in der Natur

FRANCA - BEFREIT AUS EINEM KELLERVERLIES

FRANCAs Vergangenheit war von Dunkelheit, kargem Betonboden und schimmligem Stroh geprägt. Sie lebte in den Fängen eines französischen Schausteller-Paares in einem düsteren Verschlag, teilte ihr verdorbenes Futter mit Ratten, bis dieser Albtraum schließlich ein Ende fand. Mit der Unterstützung der französischen Organisation 30 Millions d´Amis konnte FRANCA beschlagnahmt und in den Schwarzwald transportiert werden. Im November 2019 traf sie im Schwarzwälder Tierschutzprojekt ein. 

Besonders absurd – FRANCAs ehemaliger Besitzer, der sie in einem Kellerverlies gefangen hielt und quälte, möchte das Tier zurück und klagt das ein. Und das obwohl er selbst wegen Tierquälerei verklagt wurde.

Die Strafe für die jahrelange Qual ist lächerlich gering: 150 Euro und vier Monate auf Bewährung.

Allerdings hat das Leben in Gefangenschaft seine Spuren hinterlassen: Kahle Stellen im Fell, Probleme mit den Krallen und eine Wucherung unter dem linken Auge waren bei ihrer Ankunft deutlich sichtbar. In naher Zukunft stehen weitere tierärztliche Untersuchungen an, die Aufschluss über ihren Gesundheitszustand geben sollen. Als sie ankam musste sie mehrfach operiert werden. FRANCA darf sich fortan von den Strapazen der Reise erholen, um die großen, naturnahen Freianlagen in vollen Zügen genießen zu können!

Wolf in grau und weiß ist von der Seite zu sehen

GAIA - EIN WOLF ALS HAUSHUND

GAIA war ein kleiner Welpe, der in den Wäldern Litauens gefunden wurde. Sie wurde von Hand aufgezogen und wie ein Haushund gehalten. Doch als sie zu einer ausgewachsenen Wölfin heranwuchs, endete sie in einer Auffangstation für Hunde, wo sie deutliche Verhaltensstörungen zeigte. Da sie Zuneigung von Menschen möchte, sucht sie auch immer wieder Kontakt zu diesen. Im Park stehen Schilder dazu, dass man das bewusst ignorieren soll, damit sie sich wieder umgewöhnt an ihr natürliches Verhalten. Das Jahr 2020 brachte eine Wendung zum Guten: Sie wurde gerettet und hat nun im alternativen Wolf- & Bärenpark ein neues Zuhause gefunden.

Luchs sitzt im Wald

ELA - GEQUÄLT FÜR ZOO- & ZIRKUS-AUFFÜHRUNGEN

Shows mit Seelöwen, die an Zirkusnummern erinnern, Dressurvorführungen, karge Gehege und die sengende Hitze Spaniens – das waren nur einige der entwürdigenden Bedingungen, unter denen die Luchsin ELA und ihr Bruder in den letzten Jahren in einem Zoo leben mussten. Ursprünglich wurden sie im Zoo Neumünster als Attraktionen gezüchtet und schon in jungen Jahren nach Spanien verkauft. Doch zum Glück konnten sie in Zusammenarbeit mit dem internationalen Tierschutznetzwerk EARS ELAs trauriges Schicksal in eine glückliche Geschichte verwandeln. Ein Happy End, das ihr Bruder leider nicht mehr miterleben konnte.

Die STIFTUNG für BÄREN - Wildtier- und Artenschutz

Die wichtigsten Infos für deinen Besuch im Alternativen Wolf- & Bärenpark

Wie kann ich den Park besuchen?

Der Park ist für Besucher geöffnet. Tickets gibt es nur direkt am Eingang vor Ort zu kaufen. Es wird empfohlen, vor dem Besuch die aktuellen Öffnungszeiten und Eintrittspreise auf der Website zu überprüfen.

Tickets für Veranstaltungen und Gutscheine können online gekauft werden.

Wie sind die Öffnungszeiten?

Der Wolf- & Bärenpark ist täglich geöffnet (auch an Sonn- und Feiertagen). Von März bis Oktober 10-18 Uhr.

Von November bis Februar [am 1.November – Allerheiligen – bis 18:00 geöffnet] 10-16 Uhr

Sowohl am 24. als auch am 31. Dezember haben sie jeweils halbtags [10:00 bis 13:00 Uhr] geöffnet.

Wie sind die Eintrittspreise?

Erwachsene 11,- €
Ermäßigte 9,- €
Rent., Schül., Stud., M. m. Beh., Ki. 5-14 J. Menschen mit Schwerbehinderung 7,- €

Mit B o. H im Ausweis, eine Begleitperson frei Bärtas(s)tisches Ticket

20,- € Tageskarte plus Bärentasse inklusive 1 Getränk
Familien 28,- € 1-2 Erw. und 2 Ki.
jedes weit. Ki. 4,- €

Kann ich meinen Hund in den Park mitbringen?

Ja, Hunde sind an der kurzen Leine erlaubt. Hunde kosten 2,- € extra Eintritt und es herrscht Leinenpflicht! (Achtung: keine Schleppleine erlaubt.)

Welche Ferien- & Bildungsprogramme gibt es?

Der Alternative Wolf- & Bärenpark Schwarzwald bietet eine Vielzahl von Erlebnisprogrammen, die darauf abzielen, den Besuchern ein tieferes Verständnis und eine größere Wertschätzung für die Tiere zu vermitteln.

  1. Fototouren: Für Fotografie-Enthusiasten bietet der Park spezielle Fototouren an. Diese Touren bieten die Möglichkeit, die Tiere aus nächster Nähe zu fotografieren und dabei professionelle Tipps und Tricks zu lernen.

  2. Kinderprogramme: Der Park bietet auch spezielle Programme für Kinder an. Diese Programme sind spielerisch und lehrreich gestaltet und helfen den Kindern, mehr über die Tiere und ihren Schutz zu lernen.

  3. Seminare und Workshops: Der Park bietet regelmäßig Seminare und Workshops zu verschiedenen Themen rund um den Tierschutz an. Diese Veranstaltungen sind eine großartige Möglichkeit, mehr über die Arbeit des Parks und die Tiere zu erfahren.

Bitte beachtet, dass für einige dieser Programme zusätzliche Kosten anfallen können und eine vorherige Anmeldung erforderlich sein kann. 

Cover mit Wolf darauf das Werbung für ein wildes Wochenende im Bärenpark macht

Wo befindet sich der Park?

Der Alternative Wolf- & Bärenpark befindet sich mitten im Schwarzwald, circa eine Stunde von Offenburg entfernt. Die genaue Adresse lautet Rippoldsauer Str. 36/1, 77776 Bad Rippoldsau-Schapbach

Kann ich auch mit dem Zug anreisen?

Ja. Die Anreise mit Bus und Bahn ist auch problemlos möglich. Wenn ihr mit dem Zug anreist, empfehlen wir bis Wolfach zu fahren und dann den Bus 7266 nach Schapbach (Bärenpark Bus) zu nehmen. Die Fahrt dauert circa 20 Minuten.

Kann ich im Park helfen oder spenden?

Ja, der Park freut sich über jede Unterstützung. Ihr könnt eine Patenschaft für ein Tier übernehmen, eine einmalige Spende machen oder ehrenamtlich im Park arbeiten.

Ist der Park kinderfreundlich?

Ja, der Park ist ein großartiger Ort für Kinder. Es gibt viele lehrreiche und spannende Dinge zu sehen und zu tun. Kinder unter 4 Jahren haben freien Eintritt.

Holzhaus bei abends das Beleuchtet ist mir Bänken und Schirmen davor an denen Leute sitzen

Kann ich im Park essen und trinken?

Ja, es gibt ein Café im Park, wo ihr Getränke und Snacks kaufen könnt.

Braunbären ernähren sich zu 80 Prozent vegetarisch. Das Bistro Bärenblick nimmt sich diesem Verhältnis an. Wir empfehlen den veganen Bärenpark Burger oder einen Kaffee mit Hafermilch. Auch vegane Kuchen gibt es immer wieder. Es ist auch erlaubt, euer eigenes Picknick mitzubringen. Nehmt nicht zu viel mit und unterstützt den Park auch hier finanziell und lasst euch auf das vegane Angebot ein.

Mehr Infos & spenden:

Wie verhalte ich mich, wenn mir ein Bär begegnet?

  1. Ruhe bewahren: Es ist wichtig, dass du ruhig bleibst und plötzliche Bewegungen vermeidest. Bären greifen normalerweise nicht an, es sei denn, sie fühlen sich bedroht.

  2. Sich groß machen: Versuche, dich so groß wie möglich zu machen, um den Bären abzuschrecken. Du kannst dazu deine Arme heben und dich auf die Zehenspitzen stellen.

  3. Laut sein: Sprich laut und fest, um dem Bären zu signalisieren, dass du ein Mensch bist. Vermeide es jedoch, zu schreien oder zu kreischen, da dies den Bären erschrecken könnte.

  4. Langsam zurückziehen: Wenn der Bär dich bemerkt hat, ziehe dich langsam zurück und halte dabei immer Blickkontakt. Laufe niemals weg, da dies den Jagdinstinkt des Bären auslösen könnte.

  5. Bärenspray verwenden: Wenn du in einem Gebiet wanderst, in dem Bären häufig vorkommen, solltest du immer Bärenspray dabei haben. Dies kann eine effektive Methode sein, um einen Bären abzuschrecken, wenn er zu nahe kommt.

Bitte beachte, dass diese Tipps allgemein sind und es immer am besten ist, sich vor einer Wanderung in einem Bärengebiet gründlich zu informieren. Es ist auch wichtig zu wissen, dass verschiedene Arten von Bären unterschiedlich reagieren können, und es ist daher wichtig, die Art des Bären zu identifizieren, bevor man handelt.

Mann steht auf einem Waldweg vor einer Bären Skulptur und streckt Arme nach oben

Verhalten bei Bären-Begegnungen:

Die hier genannten Tipps sind vom Biologen & Naturschützer Robert-Marc Lehmann. Mehr zum Thema Bären Attacken und wie Sascha Huber und Knossi sich bei „7 vs wild“ verhalten sollen, wenn sie auf Bären treffen, könnt ihr in diesem Video sehen.

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Fotos: Shutterstock, Pexels, This Is Vegan, Stiftung für Bären, Alternativer Wolf- & Bärenpark

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