Forest Gum bringt ein Fruchtgummi in Taubenform heraus. Die limitierte Sorte „Turteltauben“ ist zusammen mit dem Tierschützer Malte Zierden entstanden und steht ab dem 8. Oktober 2026 bei dm im Regal. Mit jeder verkauften Tüte fließt Geld in einen Taubenturm für ein Tierheim. Wir haben uns angesehen, was in der Tüte steckt und was hinter der Aktion steht.
Kurz gesagt
- Produkt: Forest Gum „Turteltauben“, Fruchtgummi in den Sorten Blaubeere und Himbeere, 100-Gramm-Tüte, limitiert
- Vegan: ja, laut Hersteller sind alle Fruchtgummis von Forest Gum ohne Gelatine, Bienenwachs und andere tierische Zutaten
- Verfügbar: ab 8. Oktober 2026 bei dm und im Onlineshop von Forest Gum
- Preis: noch nicht offiziell genannt. Die anderen Fruchtgummis der Marke kosten bei dm derzeit 1,75 Euro
- Spende: 4 Cent pro Tüte gehen laut Forest Gum an den Bau eines Taubenturms beim Tierheim Notpfote
Inhalt9 Kapitel
Zwei Tauben, ein Schnabel.
Die Idee steckt schon in der Form. In der Tüte liegen einzelne Tauben und Pärchen, die sich mit den Schnäbeln berühren, so wie man es von verliebten Turteltauben sagt. Es gibt sie in Blau und Pink, also Blaubeere und Himbeere. Nach Angaben des Herstellers bestehen die Fruchtgummis zu 20 Prozent aus Fruchtsaft und kommen ohne künstliche Aromen aus.
Den Anstoß gab Malte Zierden selbst. Er hatte in einem Video erzählt, dass er gern einmal mit Forest Gum zusammenarbeiten würde. Daraufhin meldeten sich so viele seiner Follower bei der Kölner Firma, dass aus dem Wunsch ein Produkt wurde. Sein Name steht jetzt groß auf der Packung.

Heute in Köln: Launch-Party am Büdchen.
Wer in Köln wohnt, kann die Turteltauben schon einen Tag früher probieren. Forest Gum feiert den Start am Mittwoch, 7. Oktober 2026, von 16 bis 20 Uhr am Büdchen Alusefreth in der Zülpicher Straße 303. Die Firma lädt zu Pizza und Getränken ein, und wer vorbeikommt, bekommt vorab eine Tüte geschenkt. Das gilt, solange der Vorrat reicht.
Ist das wirklich vegan?.
Bei Fruchtgummi ist die Zutatenliste entscheidend, denn viele Sorten enthalten Gelatine aus Schweine- oder Rinderhaut, glänzen dank Bienenwachs oder sind mit Karmin aus Läusen gefärbt. Forest Gum verzichtet nach eigenen Angaben bei allen Fruchtgummis auf diese Zutaten.
Dazu kommt: Malte Zierden lebt selbst vegan. Dass er seinen Namen auf eine Tüte mit tierischen Zutaten drucken lässt, kann man ausschließen. Wer sich bei den Turteltauben unsicher ist, hat mit ihm also einen zweiten Garanten.
Eine Zutatenliste für die Turteltauben war bis zum Redaktionsschluss noch nicht online. Als Anhaltspunkt dient die Schwestersorte „Wild Berries“, die ebenfalls 20 Prozent Fruchtsaft enthält. Dort sorgt Pektin für die Konsistenz, also ein Geliermittel aus Früchten. Die Farbe kommt aus Konzentraten von Schwarzer Karotte, Spirulina, Apfel und Karotte, der Glanz von Carnaubawachs, das aus Palmblättern gewonnen wird. Wir tragen die genauen Angaben nach, sobald Forest Gum sie veröffentlicht.
Ein Naturprodukt ist das trotzdem nicht. „Wild Berries“ besteht zu 45 Prozent aus Zucker, und bei den Turteltauben dürfte es ähnlich sein. Fruchtgummi bleibt eine Süßigkeit, auch wenn sie vegan ist.
Die Tüte soll auf den Kompost dürfen.
Forest Gum wurde 2019 in Köln gegründet und ist mit Kaugummi ohne Plastik bekannt geworden. Die Kaumasse besteht dort aus Baumsaft statt aus Kunststoff. Auch die Fruchtgummis sollen ohne Plastik auskommen. Die Tüte besteht laut Firma aus Papier und einer Folie auf Pflanzenbasis und ist als kompostierbar zertifiziert. In den FAQ schreibt Forest Gum, dass sie sich auf dem heimischen Kompost innerhalb von sechs Monaten zersetzt.
Welche Norm hinter der Zertifizierung steht, nennt das Unternehmen öffentlich nicht. Das ist wichtig, weil „kompostierbar“ nicht automatisch heißt, dass etwas in die Biotonne darf. Viele Entsorger sortieren solche Verpackungen aus. Wer keinen eigenen Kompost hat, fragt am besten beim örtlichen Entsorger nach.
Ein Turm für Tauben.
Pro verkaufter Tüte gehen nach Angaben von Forest Gum 4 Cent an den Bau eines Taubenturms. Er soll auf dem Gelände des Tierheims Notpfote in der Nähe von Meerbusch bei Düsseldorf entstehen und kranken und verletzten Tauben einen Platz bieten. Hinter dem Tierheim steht der Düsseldorfer Verein Notpfote Animal Rescue, mit dem Zierden schon länger zusammenarbeitet, unter anderem bei Tierrettungen aus der Ukraine.
Wie viel Geld am Ende zusammenkommt, hängt von der Auflage ab, und die nennt Forest Gum nicht. Rechnen lässt es sich trotzdem: Bei 100.000 verkauften Tüten wären es 4.000 Euro.

Turteltaube ist nicht gleich Stadttaube.
Der Name ist ein Wortspiel, und er verbindet zwei sehr verschiedene Vögel. Die echte Turteltaube ist ein scheuer Zugvogel, der in Wäldern und Feldgehölzen brütet. Der NABU hat sie 2020 zum Vogel des Jahres gemacht, weil ihr Bestand seit 1980 um rund 90 Prozent eingebrochen ist. Ihr fehlen Lebensräume, und auf dem Zug wird sie in mehreren Ländern bejagt.
Daran knüpft das zweite Projekt von Forest Gum an. Unter dem Namen „Wildwuchs“ lässt die Firma im Oberbergischen Kreis in Nordrhein-Westfalen 100 Hektar Wald sich selbst überlassen. Dort wird nichts gefällt und nichts gepflanzt, Forschende begleiten, wie sich der Wald entwickelt.
Die Tauben im Taubenturm sind dagegen Stadttauben. Um sie geht es im nächsten Abschnitt.
Tierethische Einordnung.
Stadttauben sind keine Wildtiere. Sie stammen von Haustauben ab, die Menschen über Jahrhunderte als Brieftauben, Fleischlieferanten und Hobbytiere gezüchtet haben. Entflogene und ausgesetzte Tiere und ihre Nachkommen leben heute in den Städten. Angezüchtet wurde ihnen, das ganze Jahr über zu brüten. Sie finden dort kaum artgerechtes Futter, viele hungern, verletzen sich an Schnüren und Abwehrspitzen oder werden vergiftet.
Sie als „Ratten der Lüfte“ zu bezeichnen, verdreht die Verantwortung. Der Mensch hat diese Tiere gemacht und dann sich selbst überlassen. Betreute Taubenschläge und Taubentürme gelten als die tierfreundlichste Lösung. Die Tauben bekommen dort Futter und einen Brutplatz, und Helfer tauschen die Eier gegen Attrappen aus. So schrumpft der Bestand, ohne dass ein Tier getötet wird. Ein Fruchtgummi löst das Problem nicht. Aber es bringt ein Tier ins Gespräch, für das sich sonst kaum jemand einsetzt.
Malte Zierden ist dafür der passende Absender. Bekannt wurde er nicht zuletzt durch seine Taube Oßkar. Zuletzt war er in dem ANINOVA-Film zu sehen, über dessen Premiere in Berlin wir berichtet haben.
Wo du die Turteltauben bekommst.
Ab dem 8. Oktober 2026 sollen die Turteltauben in den dm-Märkten und im Onlineshop von Forest Gum liegen. Wie lange der Vorrat reicht, ist offen. Die Edition ist limitiert, ein Enddatum gibt es nicht. Die übrigen Sorten und die Kaugummis der Marke findest du auch bei Amazon.
Veganes Fruchtgummi mit gutem Zweck gab es in diesem Herbst schon einmal: Katjes hat zum Brustkrebsmonat die Sorte „Touch your boobs“ herausgebracht.
Häufige Fragen.
Sind die Forest Gum Turteltauben vegan?
Ja. Forest Gum gibt an, dass alle Fruchtgummis der Marke ohne Gelatine, Bienenwachs und andere tierische Zutaten hergestellt werden.
Wo gibt es die Turteltauben zu kaufen?
Ab dem 8. Oktober 2026 bei dm und im Onlineshop von Forest Gum, solange der Vorrat reicht.
Wohin geht die Spende?
Laut Forest Gum fließen 4 Cent pro Tüte in den Bau eines Taubenturms beim Tierheim Notpfote in der Nähe von Meerbusch.
Darf die Verpackung in die Biotonne?
Das hängt von deinem Entsorger ab. Forest Gum spricht vom heimischen Kompost. Viele Entsorger nehmen kompostierbare Verpackungen in der Biotonne nicht an.
Quellen ●
Angaben von Forest Gum zur Edition, Stand 7. Oktober 2026. FAQ von Forest Gum zu Zutaten und Verpackung, Produktseite „Wild Berries“, Blogbeitrag zum Projekt Wildwuchs. Notpfote Animal Rescue. NABU zur Turteltaube. Einladung von Forest Gum auf Instagram. Bericht von t-online zum Start. Bilder: Forest Gum. Wir haben das Produkt noch nicht probiert. Der Link zu Amazon ist ein Affiliate-Link, als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Käufen. Dieser Artikel ist keine Kooperation.
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