Vegane Proteinquellen: Die 50 besten Lebensmittel im großen Vergleich (2026)

„Aber woher bekommst du dein Protein?“ ist immer noch die häufigste Frage, mit der vegan lebende Menschen konfrontiert werden. Die Antwort ist langweilig: aus den allermeisten Pflanzen, in unterschiedlicher Konzentration. Spannend wird es erst, wenn man weiß, welche pflanzlichen Lebensmittel die Top-Lieferanten sind und wie man sie geschickt kombiniert.
Hier sind die 50 besten veganen Proteinquellen, sortiert nach Kategorie und mit exakten Gramm-Werten pro 100 Gramm. Die Liste basiert auf USDA-, BfR- und DGE-Daten und ist so aufgebaut, dass du sie auch beim nächsten Einkauf nutzen kannst.
Wer noch tiefer einsteigen will: unsere Sport-Ernährungs-Reportage erklärt wieviel Protein du wirklich brauchst, und unser Test der besten veganen Proteinpulver zeigt, wann eine Ergänzung sinnvoll ist.
Was du über pflanzliches Protein wissen musst, bevor wir in die Liste gehen
Drei Punkte vorweg, damit die Zahlen nicht in der Luft schweben:
Erstens: roh vs. gekocht macht einen massiven Unterschied. Trockene Linsen haben etwa 24 g Protein pro 100 g, gekochte Linsen nur noch 9 g, weil sie Wasser aufnehmen. In dieser Liste arbeiten wir mit Roh-Werten (bei trockenen Lebensmitteln) und Verzehr-Werten (bei verarbeiteten oder frischen Produkten), und wir kennzeichnen das jeweils klar.
Zweitens: nicht jedes Protein ist gleich wertvoll. Proteine bestehen aus Aminosäuren, und der Körper braucht neun davon aus der Nahrung. Tierische Proteine enthalten alle neun in günstigen Verhältnissen. Pflanzliche Proteine sind oft in einer Aminosäure schwächer (zum Beispiel Lysin in Getreide, Methionin in Hülsenfrüchten). Die Lösung ist keine Magie, sondern Kombination: Reis und Bohnen zusammen liefern ein vollständiges Aminosäureprofil. Genauso Hummus mit Pita, Linsen mit Brot, Tofu mit Reis. Über den Tag verteilt gleicht sich das ohnehin aus.
Drittens: pflanzliche Ernährung braucht mehr Protein als der Standard-Wert vermuten lässt. Die allgemeine DGE-Empfehlung von 0,8 g pro Kilogramm Körpergewicht ist die untere Bedarfs-Grenze für Mischköstler. Vegane Ernährung sollte sich an höheren Werten orientieren, weil pflanzliche Proteinquellen niedrigere PDCAAS/DIAAS-Bioverfügbarkeit haben (Phillips 2017, Mariotti & Gardner 2019).
Aktuelle Empfehlungen für die vegane Praxis:
- Inaktive Veganer:innen: 1,2 bis 1,6 g Protein/kg Körpergewicht (= 84 bis 112 g pro Tag für eine 70-kg-Person)
- Sportlich aktive Veganer:innen (regelmäßiger Kraft- oder Ausdauersport): 1,6 bis 2,0 g/kg (= 112 bis 140 g pro Tag)
Wenn du sportlich aktiv bist, im Kaloriendefizit lebst oder Muskeln aufbauen willst, lege dich eher an die obere Spanne.
Jetzt zur Liste.
Top 10 vegane Proteinquellen im Überblick
Wenn du dir nur eine kurze Übersicht merken willst: das sind die zehn proteinreichsten Lebensmittel der gesamten Liste, sortiert nach Gehalt. Die Balken zeigen die relative Konzentration, der Wert ist Protein in Gramm pro 100 Gramm.
Protein in Gramm pro 100 Gramm Lebensmittel
- 1Sojaprotein-Isolat88 gPulver
- 2Erbsenprotein-Pulver80 gPulver
- 3Texturiertes Sojaprotein60 gtrocken
- 4Spirulina57 ggetrocknet
- 5Sojabohnen36 gtrocken
- 6Lupinensamen36 gtrocken
- 7Hanfsamen31 gtrocken
- 8Kürbiskerne30 gtrocken
- 9Erdnüsse26 gtrocken
- 10Linsen, trocken24 gtrocken
Werte gerundet, Quelle: USDA FoodData Central + Hersteller-Datenblätter. Spirulina-Wert pro 100 g getrocknet, realistisch konsumiert man 5-10 g/Tag.
Die Top 5 sind alle entweder Soja-Produkte oder spezielle Konzentrate. Wer eine breitere Basis sucht, schaut auf die zweite Hälfte der Liste, die alltagstauglicher ist.
Hülsenfrüchte: die unangefochtenen Allrounder
Hülsenfrüchte sind die Basis pflanzlicher Proteinversorgung weltweit. Günstig, lange haltbar, regional anbaubar und mit Vielfalt, die kaum eine andere Lebensmittel-Familie bietet. Hier die zehn wichtigsten:
- Sojabohnen (trocken): 36 g Protein / 100 g. Der König unter den Hülsenfrüchten. In Form von Edamame frisch genießbar, oder als Basis für Tofu, Tempeh und Sojagranulat.
- Linsen (trocken): 24 g / 100 g. Rot, braun, grün, Beluga: alle haben rund 24 g Protein. Rote Linsen kochen in 10 Minuten, grüne und braune brauchen 25-30 Minuten.
- Mungbohnen (trocken): 24 g / 100 g. Asiatische Klassiker, leicht verdaulich, gut für Bowls.
- Kidneybohnen (trocken): 24 g / 100 g. Die Allrounder für Chili sin Carne, Eintöpfe, Burritos.
- Schwarze Bohnen (trocken): 21 g / 100 g. Klassisch für mexikanische Küche, perfekt mit Reis.
- Weiße Bohnen (trocken): 21 g / 100 g. Cremig in Suppen und Aufläufen.
- Kichererbsen (trocken): 19 g / 100 g. Die Vielseitigsten: Hummus, Falafel, Curry, geröstet als Snack.
- Trockenerbsen: 25 g / 100 g. Klassische Erbsensuppe, oder als Erbsenprotein-Pulver.
- Edamame (gefroren): 11 g / 100 g. Frische Sojabohnen, perfekt als Vorspeise oder Snack.
- Lupinensamen (trocken): 36 g / 100 g. Mediterraner Klassiker, jetzt auch als Lupinen-Schnetzel oder Lupinen-Mehl erhältlich.
Praktisch: Im gekochten Zustand haben Hülsenfrüchte ca. 8-9 g Protein pro 100 g, weil sie viel Wasser aufnehmen. Eine normale Portion (ca. 80 g trocken bzw. 200 g gekocht) liefert also 16-20 g Protein.
Wichtige Einordnung: Hülsenfrüchte sind gesund und sollten täglich auf dem Teller landen. Sie sind aber, anders als oft suggeriert, nicht die ideale alleinige Hauptproteinquelle. Die Zellulose-Hülle und natürliche Säuren in Hülsenfrüchten hemmen die Verdaulichkeit. Wer auf Muskelaufbau oder maximale Protein-Effizienz aus ist, sollte zusätzlich auf konzentrierte Quellen wie Tofu, Tempeh, Seitan oder texturiertes Sojaprotein setzen (Mathai et al. 2017, DIAAS-Werte).
Hülsenfrüchte als Pflicht-Bestandteil im Schulessen: das ist genau das, was die britische Schulessen-Reform 2026 in Großbritannien vorsieht. Linsen und Kichererbsen sollen Fleisch als Pflicht-Protein in Schulen ersetzen.
Sojaprodukte: konzentriert, günstig, vielseitig
Soja ist die unangefochtene Nummer eins der pflanzlichen Proteinquellen. Bei kaum einer anderen Pflanze gelingt es, in einem einzigen Lebensmittel so viel hochwertiges Protein zu bündeln. Wer Soja gut verträgt und es nicht aus Geschmacks-Gründen meidet, hat hier den effizientesten Hebel:
- Sojaprotein-Isolat (Pulver): ~88 g / 100 g. Das konzentrierte Protein als Pulver, oft Basis für Shakes oder Backwaren.
- Sojagranulat (TVP, trocken): ~50 g / 100 g. Texturiertes Sojaprotein zum Einweichen, perfekt für Hackfleisch-Ersatz in Bolognese oder Chili.
- Tempeh: 19-20 g / 100 g (verzehrfertig). Fermentierte Sojabohnen, körniger als Tofu, hervorragend zum Braten und Grillen.
- Tofu (fest, geräuchert): 14-17 g / 100 g. Ein Klassiker der vielseitigen Variation: vom Asia-Curry bis zur Lasagne.
- Sojamilch: 3-4 g pro 100 ml. Klingt wenig, aber ein Glas (250 ml) liefert 7-10 g Protein, mehr als die meisten anderen Pflanzendrinks.
- Seidentofu: 5-7 g / 100 g. Weicher als fester Tofu, perfekt für Cremes, Dressings, Desserts.
Soja und Hormone: was die Forschung wirklich sagt. Hartnäckiges Gerücht ist, dass Soja über seine Isoflavone den Hormonhaushalt durcheinanderbringt. Die seriöse Studienlage zeigt das Gegenteil:
- Eine Metaanalyse von 41 Studien fand keine Auswirkungen auf Testosteron- oder Östrogen-Spiegel bei männlichen Erwachsenen, selbst bei hoher Aufnahme (Reed et al. 2021, Fertility and Sterility).
- Die EFSA-Stellungnahme zu Soja-Isoflavonen (2015) bestätigt die Unbedenklichkeit bei normalem Verzehr.
- Das BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) stuft drei Portionen Soja pro Tag als gesundheitlich unbedenklich ein.
- Regelmäßiger Soja-Konsum wird mit einem leicht reduzierten Risiko für Brust- und Prostatakrebs assoziiert (Messina 2016, Nutrients).
Soja-Allergiker:innen sollten Soja natürlich meiden. Wer kein dokumentiertes medizinisches Problem hat, kann es bedenkenlos essen, und das auch täglich.
Getreide und Pseudogetreide: solide Protein-Säulen
Getreide werden oft als „Kohlenhydrat-Quelle“ abgetan. Dabei liefern sie auch substantielle Mengen Protein, vor allem die Pseudogetreide wie Quinoa und Amaranth:
- Quinoa: 14 g / 100 g (trocken). Eines der wenigen pflanzlichen Lebensmittel mit allen neun essenziellen Aminosäuren. Botanisch verwandt mit Spinat, nicht mit Getreide.
- Amaranth: 14 g / 100 g (trocken). Sehr ähnliches Profil wie Quinoa, mit besonders viel Lysin.
- Buchweizen: 13 g / 100 g (trocken). Trotz des Namens kein Getreide, sondern ein Knöterich-Gewächs. Hervorragend für Pfannkuchen und Bowls.
- Dinkel: 14 g / 100 g (trocken). Alte Weizensorte mit milder Bitternote, gut verdaulich für Menschen mit Weizen-Sensibilität.
- Haferflocken: 13-17 g / 100 g (trocken). Plus Beta-Glucane für die Herzgesundheit. Eine 60-g-Portion zum Frühstück liefert schon 9 g Protein.
- Hirse: 11 g / 100 g (trocken). Glutenfrei, gut für süße und herzhafte Aufläufe.
- Roggen: 8-10 g / 100 g (trocken). Sauerteig-Brot-Klassiker.
- Vollkornnudeln: 12-13 g / 100 g (trocken). Eine 80-g-Portion liefert 10 g Protein, plus Ballaststoffe.
Pro-Tipp: Quinoa kombiniert mit Hülsenfrüchten ergibt eine Bowl, die in einem Gang ein vollständiges Aminosäureprofil liefert. Das Gleiche gilt für Hafer mit Hanfsamen am Frühstück.
Nüsse, Samen und Kerne: kompakte Power-Snacks
Nüsse und Samen liefern nicht nur Fett und Omega-3, sondern auch beachtliche Protein-Mengen. Sie sind dichte Energie-Lieferanten und besonders praktisch für unterwegs:
- Hanfsamen: 31 g / 100 g. Plus ein hervorragendes Omega-3/Omega-6-Verhältnis. Über Bowls streuen oder als Hanfprotein-Pulver ergänzen.
- Kürbiskerne: 30 g / 100 g. Plus Zink und Magnesium. Als Topping auf Salaten oder solo geröstet.
- Erdnüsse: 26 g / 100 g. Botanisch eine Hülsenfrucht, kein Nuss-Erdnussverwandter. Erdnussbutter ist der einfachste Protein-Hack der Welt.
- Mandeln: 21 g / 100 g. Plus Vitamin E.
- Sonnenblumenkerne: 21 g / 100 g. Plus eine kleinere Industrie um Sonnenblumenprotein, das gerade als Reisprotein-Alternative aufkommt.
- Sesam: 18 g / 100 g. Plus extrem viel Calcium. Tahini auf Brot oder in Dressings.
- Chiasamen: 17 g / 100 g. Plus Omega-3. Ideal als Chia-Pudding mit Pflanzenmilch.
- Leinsamen (geschrotet): 18 g / 100 g. Plus Lignane. Einer der wenigen pflanzlichen Omega-3-Hitler.
- Cashewkerne: 18 g / 100 g. Geschmacklich milder als andere Nüsse, perfekt für Cashew-Frischkäse und vegane Sahne-Saucen.
- Walnüsse: 15 g / 100 g. Plus die beste pflanzliche Omega-3-Bilanz unter den Nüssen.
Achtung Energie-Dichte: Nüsse und Samen sind kalorienreich (rund 600-700 kcal pro 100 g). Eine Handvoll (ca. 25 g) zum Snack liefert 5-8 g Protein und etwa 150-180 kcal. Mehr ist nicht automatisch besser, vor allem wenn du auf dein Kalorienbudget achtest.
Vegane Spezialitäten: Seitan, Mykoprotein, Erbsenprotein
Neben den klassischen Pflanzen-Protein-Quellen gibt es eine Reihe verarbeiteter Spezialitäten, die teils sehr hohe Protein-Werte erreichen. Diese sind besonders relevant für Sport- und Muskelaufbau-Ernährung:
- Seitan: 25-30 g / 100 g (zubereitet). Weizen-Gluten als Protein-Konzentrat, perfekt für „Fleisch“-Texturen. Wer Gluten-empfindlich ist, lässt die Finger davon.
- Mykoprotein (Quorn): 11-15 g / 100 g. Aus Pilz-Myzel gewonnen, lebensmitteltechnisch ähnlich Fleisch in Faserstruktur. In Deutschland unter dem Markennamen Quorn erhältlich.
- Erbsenprotein-Isolat (Pulver): ~80 g / 100 g. Häufig Basis veganer Burger-Patties (Beyond Meat, Garden Gourmet).
- Reisprotein-Pulver: ~80 g / 100 g. Aus Reisprotein, hypoallergen und gut verdaulich.
- Spirulina (getrocknet): ~57 g / 100 g. Hoher Wert, aber niemand isst 100 g davon. Realistisch sind 5-10 g Pulver pro Tag in Smoothies oder als Tabletten.
Wer pflanzliches Protein gezielt ergänzen will, weil Training, Schwangerschaft, Krankheit oder einfach hoher Bedarf es erfordern, findet in unserem großen Test der veganen Proteinpulver mit 12 Marken im Vergleich eine fundierte Übersicht von Geschmack, Inhaltsstoffen und Preis-Leistung.
Falle: Hummus, Falafel, veganer Käse
Drei pflanzliche Lebensmittel werden gerne als Protein-Quelle dargestellt, sind es aber nur sehr bedingt:
- Fertig-Hummus: ca. 22 g Fett und nur 8 g Protein pro 100 g. Das Tahini-Olivenöl-Mengen-Verhältnis macht ihn fett-dominant. Wer ihn als Protein-Hauptquelle isst, deckt seinen Kalorien-Bedarf doppelt schneller als seinen Protein-Bedarf. Selbstgemachter Hummus mit weniger Öl ist deutlich besser.
- Falafel: ca. 18 g Fett und 13 g Protein pro 100 g, weil sie frittiert sind. Geschmacklich top, ernährungsmedizinisch eine Falle.
- Veganer Käse: bei den meisten Marken besteht der „Käse“ hauptsächlich aus Kokosöl plus Stärke. Protein-Gehalt: oft 0-3 g pro 100 g. Veganer Käse ist Genuss-Lebensmittel, keine Proteinquelle.
Praktische Daumenregel: Achte bei jeder vermuteten Proteinquelle darauf, dass der Protein-Gehalt nicht deutlich unter dem Fett-Gehalt liegt. Idealerweise unter 13 g Fett pro 100 g, besser unter 10 g.
So kombinierst du Aminosäuren clever
Pflanzliche Proteinquellen haben oft eine begrenzende Aminosäure, sind also nicht so „komplett“ wie tierische Proteine. Das klingt dramatisch, ist aber in der Praxis trivial zu lösen, weil sich verschiedene Pflanzen perfekt ergänzen:
- Getreide + Hülsenfrüchte = vollständiges Aminosäure-Profil. Klassiker: Reis und Bohnen, Linsen und Brot, Hummus mit Pita, Kichererbsen-Curry mit Naan.
- Hülsenfrüchte + Nüsse/Samen: zum Beispiel Linsen mit Sesam-Topping oder Bohnen-Bowl mit Kürbiskernen.
- Soja-Produkte liefern ohnehin ein nahezu komplettes Profil, ähnlich wie Quinoa und Amaranth.
Der Mythos, dass du diese Kombinationen in jeder einzelnen Mahlzeit zusammenbringen musst, hält sich hartnäckig, ist aber falsch. Über den Tag verteilt gleicht sich das aus. Wenn du morgens Hafer isst und mittags Linsen, hat dein Körper alle nötigen Bausteine, um die proteinen zu komplettieren.
Wann Supplemente sinnvoll sind, und wann nicht
Mit einer abwechslungsreichen pflanzlichen Ernährung deckst du deinen Protein-Bedarf ohne Pulver oder Riegel. Es gibt aber Situationen, in denen Supplemente das Leben einfacher machen:
- Hoher Bedarf durch Sport. Kraftsportler*innen und Ausdauer-Athlet*innen mit 1,5-2,0 g Protein pro kg Körpergewicht können den Bedarf über Lebensmittel theoretisch decken, müssen aber viel essen. Pulver vereinfacht das.
- Wenig Zeit oder Appetit. Im Schichtdienst, bei Stress, bei wenig Hunger.
- Schwangerschaft oder Stillzeit. Hier ist der Bedarf erhöht und die Lebensmittelmenge oft schon ausgereizt.
- Krankheit oder Rekonvaleszenz. Wenn der Körper besonders viel Protein für Heilungsprozesse braucht.
In allen anderen Fällen sind Supplemente keine Pflicht. Wer trotzdem Pulver nutzen will: unser Test der besten veganen Proteinpulver zeigt 12 Marken im Vergleich, plus eine ausführliche Analyse, wann sich ein Proteinpulver wirklich lohnt.
FAQ: Häufige Fragen zu veganen Proteinquellen
Wie viel Protein brauche ich täglich als Vegan-Esser?
Die DGE empfiehlt 0,8 g pro Kilogramm Körpergewicht für Erwachsene mit normaler Aktivität. Für eine 70-kg-Person sind das 56 g täglich. Sportler*innen brauchen 1,2 bis 2,0 g pro kg, also 84-140 g. Schwangere und stillende Personen haben einen leicht erhöhten Bedarf von rund 1,0 g pro kg.
Welches pflanzliche Lebensmittel hat das meiste Protein?
Unter den Vollwertkost-Lebensmitteln führen Sojabohnen (36 g pro 100 g trocken) und Lupinensamen (36 g pro 100 g trocken). Unter den verarbeiteten Spezialitäten erreichen Sojaprotein-Isolat und Erbsenprotein-Pulver rund 80-88 g pro 100 g.
Reicht eine rein pflanzliche Ernährung für den Muskelaufbau?
Ja. Studien zeigen, dass plant-based Athlet*innen vergleichbare Muskelaufbau-Ergebnisse erzielen wie ihre tierisch ernährten Kolleg*innen, vorausgesetzt der Gesamtproteinbedarf ist gedeckt. Profis wie der Strongman Patrik Baboumian sind seit Jahren der Beweis dafür.
Muss ich Reis und Bohnen in derselben Mahlzeit essen?
Nein. Der Mythos, dass Aminosäuren in derselben Mahlzeit kombiniert werden müssen, ist überholt. Über den Tag verteilt gleicht sich das Aminosäureprofil aus. Solange du täglich eine Mischung aus Hülsenfrüchten, Getreide, Nüssen und Samen isst, ist alles abgedeckt.
Sind Sojaprodukte schädlich wegen der Phytoöstrogene?
Nein, nicht bei normalem Verzehr. Studien zeigen, dass bis zu drei Portionen Soja täglich keine messbaren hormonellen Effekte beim Erwachsenen haben. Das BfR und die EFSA bestätigen die Unbedenklichkeit. Im Gegenteil: regelmäßiger Soja-Konsum wird mit einem reduzierten Risiko für Brust- und Prostatakrebs assoziiert.
Welche pflanzlichen Proteinquellen sind allergen?
Soja, Erdnüsse und Lupinen gehören zu den häufigeren Allergenen. Bei Glutensensibilität sind Weizen, Roggen, Dinkel und Seitan problematisch. Wer Glutensensibilität hat, weicht auf Reis, Quinoa, Amaranth, Buchweizen und glutenfreie Hafer-Varianten aus.
Was ist das beste vegane Frühstück mit viel Protein?
Ein Klassiker mit 25-30 g Protein: Haferflocken (60 g) mit Sojamilch (250 ml), Hanfsamen (1 EL), Mandeln (20 g) und Beeren. Oder herzhaft: Kichererbsen-Omelette mit Kräutern, das wir hier ausführlich vorstellen.
Mein Fazit
Die alte Frage „woher bekommst du dein Protein“ beantwortet sich, wenn man weiß, wie gut sich pflanzliche Quellen ergänzen. Hülsenfrüchte als tägliche Basis, ein bis zwei Sojaprodukte pro Tag, Vollkorn-Getreide, eine Handvoll Nüsse und Samen, und der Protein-Bedarf ist meistens gedeckt, ohne dass du nachzählen musst.
Wenn du gezielt mehr Protein willst, sei es für Sport, Muskelaufbau oder andere Lebenslagen: die Top 10 dieser Liste sind dein Spielplatz. Wenn du normal lebst und normal isst: die ganze Bandbreite ist deine Stärke.
Pflanzliches Protein ist nicht zweite Wahl. Es ist nur anders strukturiert. Wer das verstanden hat, denkt nicht mehr in Defiziten, sondern in Möglichkeiten.
Du willst tiefer in das Thema einsteigen? Unsere Beiträge zu Sonnenblumenprotein, Hanfprotein und Reisprotein beleuchten einzelne Proteinquellen im Detail. Und unser Biomarker-Guide zeigt, was du im Bluttest checken solltest, wenn du wissen willst ob deine Pflanzen-Proteinversorgung wirklich passt.
Quellen und weiterführende Studien
Dieser Artikel stützt sich auf aktuelle ernährungswissenschaftliche Forschung. Wer tiefer einsteigen möchte, findet hier die wichtigsten Originalquellen:
- Phillips, S. M. (2017): „Current Concepts and Unresolved Questions in Dietary Protein Requirements and Supplements in Adults.“ Frontiers in Nutrition, 4:13. Volltext
- Mariotti, F. & Gardner, C. D. (2019): „Dietary Protein and Amino Acids in Vegetarian Diets – A Review.“ Nutrients, 11(11):2661. Volltext
- Mathai, J. K. et al. (2017): „Values for digestible indispensable amino acid scores (DIAAS) for some dairy and plant proteins…“ British Journal of Nutrition, 117(4). DOI
- Reed, K. E. et al. (2021): „Neither soy nor isoflavone intake affects male reproductive hormones: An expanded and updated meta-analysis…“ Reproductive Toxicology, 100:60-67. Volltext
- Messina, M. (2016): „Soy and Health Update: Evaluation of the Clinical and Epidemiologic Literature.“ Nutrients, 8(12):754. Volltext
- EFSA Panel (2015): „Risk assessment for peri- and post-menopausal women taking food supplements containing isolated isoflavones.“ EFSA Journal, 13(10):4246. Stellungnahme
- BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung): Stellungnahmen zu Isoflavonen und Sojaprodukten. PDF
- Lynch, H. et al. (2018): „Plant-Based Diets: Considerations for Environmental Impact, Protein Quality, and Exercise Performance.“ Nutrients, 10(12):1841. Volltext
- Bauer, J. et al. (PROT-AGE Studiengruppe, 2013): „Evidence-Based Recommendations for Optimal Dietary Protein Intake in Older People.“ JAMDA, 14(8):542-559. Volltext
- USDA FoodData Central für Nährwert-Daten (durchgehend verwendet für die Werte pro 100 g). Datenbank
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