Welches vegane Proteinpulver ist das beste? Um das herauszufinden, habe ich 23 Pulver von 12 Marken getestet, jedes nach denselben drei Kriterien: Geschmack, Protein pro 100 Gramm und Kilopreis. Die meisten Pulver habe ich im Sommer 2023 durchprobiert, seitdem kamen neue dazu, zuletzt Anfang 2026 die Sticks von Biogena.
Für dieses Update im Oktober 2026 habe ich jeden Produktlink neu geprüft. Das Ergebnis war ernüchternd: Mehrere Sorten gibt es nicht mehr, einige Links führten ins Leere oder zur falschen Sorte. Das steht jetzt alles korrekt drin. Dazu kommt, was die Forschung zu pflanzlichem Protein, Schwermetallen und Süßstoffen sagt, denn da hat sich seit 2023 einiges getan.
Kurz gesagt
| Kategorie | Pulver | Warum |
|---|---|---|
| Testsieger | nutri+ 6K Protein | 76 g Protein, Geschmack 8/10, 29 €/kg beim Test |
| Bester Preis | HANS Brainfood Bio-Hanfprotein | 20 €/kg, bio, ohne Süßstoff, aber Geschmack 2/10 |
| Bester Geschmack | Rocka Nutrition Vanilla Cookie | 10/10, derzeit nicht lieferbar |
| Meistes Protein | VEGJi und Biogena Sports | je 80 g pro 100 g |
| Bio und ohne Soja | VEGJi Vegan Protein Blend | 80 g Protein, 8/10, unter 30 €/kg |
| Ohne Süßstoff | FairNatural Bio Vanille | gesüßt mit Dattel und Agave statt Süßstoff |
Mit dem Code thisisvegan bekommst du 10 Prozent Rabatt im Shop von nutri+.

Inhalt13 Kapitel
- 01So habe ich getestet
- 02Die Sieger im Detail
- 03Das komplette Ranking
- 04Die Pulver im Einzelnen
- 05Nicht getestet, aber oft gefragt
- 06Brauchst du überhaupt Proteinpulver?
- 07Baut pflanzliches Protein genauso Muskeln auf?
- 08Warum die meisten Pulver Mischungen sind
- 09Schwermetalle: das unbequeme Thema
- 10Und die Süßstoffe?
- 11Whey ist ein Produkt der Milchindustrie
- 12Häufige Fragen zu veganem Proteinpulver
- 13Transparenz und Methodik
So habe ich getestet.
Ich lebe seit über zehn Jahren vegan und mache regelmäßig Kraft- und Kampfsport. Proteinpulver habe ich in dieser Zeit unzählige probiert. Für diesen Test habe ich die bekanntesten veganen Pulver auf dem deutschen Markt nebeneinandergestellt und nach drei Kriterien bewertet:
- Geschmack auf einer Skala von 1 bis 10. Das ist subjektiv, und genau so ist es gemeint.
- Protein pro 100 Gramm laut Nährwerttabelle der Hersteller.
- Kilopreis zum Testzeitpunkt. Preise ändern sich, die aktuellen siehst du beim Händler.
Die meisten Pulver haben mir die Hersteller kostenlos geschickt. Bezahlt hat für den Test niemand, und kein Hersteller hatte Einfluss auf Bewertung oder Platzierung. Labortests auf Schadstoffe habe ich nicht gemacht, dazu weiter unten mehr. Die Links in diesem Artikel sind zum Teil Affiliate-Links: Kaufst du darüber, bekommen wir eine Provision, für dich ändert sich am Preis nichts.
Die Sieger im Detail.
Testsieger: nutri+ 6K Protein
Das 6K-Protein von nutri+ hat keine Einzelkategorie gewonnen. Es lag in allen dreien weit oben, und das macht es zum besten Gesamtpaket. 76 Gramm Protein pro 100 Gramm, Geschmack 8 von 10 in der Sorte Iced Coffee, beim Test 29 Euro pro Kilo. Die sechs Komponenten sind Soja, Weizen, Erbse, Reis, Sonnenblume und Mandel, gesüßt wird mit Sucralose. Wer Soja oder Gluten meiden will, ist hier falsch.
Ein Haken beim Update: Iced Coffee ist im nutri+-Shop gerade nicht lieferbar. Das 6K Protein gibt es aber in über 20 anderen Sorten, die Grundrezeptur ist dieselbe. Mit dem Code thisisvegan sparst du 10 Prozent.

Bester Preis: HANS Brainfood Bio-Hanfprotein
20 Euro pro Kilo, bio, regional angebaut, keine Süßungsmittel, keine Zusatzstoffe. Im Test lag der Schnitt bei rund 40 Euro. Der Preis dafür ist der Geschmack: 2 von 10. Pur mit Wasser würde ich es niemandem antun. Im Smoothie mit Banane, in der Bowl oder in herzhaften Gerichten funktioniert es gut. Beim Test standen 50 Gramm Protein auf dem Etikett, Amazon nennt heute 55 Prozent. Bio-Hanfprotein von HANS bei Amazon
Bester Geschmack: Rocka Nutrition Vanilla Cookie
Das einzige Pulver mit 10 von 10. Cremig, löst sich gut, schmeckt nach Dessert, mit einer leicht salzigen Note. 67 Gramm Protein, beim Test knapp 40 Euro pro Kilo. Leider ist Vanilla Cookie bei Amazon derzeit in keiner Größe lieferbar. Wenn du jetzt kaufen willst: Platz zwei im Geschmack, Mammut Iced Coffee mit 9,5 von 10, ist verfügbar.
Meistes Protein: VEGJi und Biogena Sports
Beide kommen auf 80 Gramm Protein pro 100 Gramm. Der Unterschied liegt im Preis. Das VEGJi Vegan Protein Blend aus Erbse, Reis und Hanf ist bio, ohne Soja, mit Stevia gesüßt und kostete beim Test 28,95 Euro pro Kilo. Geschmack: 8 von 10. Die Vegan Protein Sticks von Biogena Sports kosten mit rund 84 Euro pro Kilo fast dreimal so viel. Dafür sind sie einzeln portioniert, stehen auf der Kölner Liste, die Produkte auf Dopingsubstanzen prüft, und kommen ohne Soja aus. Geschmack: 7 von 10, gesüßt mit Sucralose und Stevia.

Bio und ohne Soja: VEGJi
Viele suchen ein Pulver ohne Soja oder in Bio-Qualität. Wer beides will und trotzdem viel Protein für wenig Geld, landet bei VEGJi. Kein anderes Pulver im Test vereint Bio, 80 Gramm Protein und einen Kilopreis unter 30 Euro.
Ohne Süßstoff: FairNatural Bio Vanille
Sucralose, Acesulfam-K, Stevia: Die meisten Pulver im Test sind mit Süßstoff gesüßt. Das Bio-Proteinpulver Vanille von FairNatural nimmt laut aktueller Rezeptur Dattel- und Agavenpulver, dazu gekeimtes Erbsen-, Hanf- und Reisprotein. Geschmack 6 von 10. Beim Test standen 71 Gramm Protein auf der Packung, heute nennt der Hersteller 68 Gramm. Komplett ungesüßt ist nur das Hanfprotein von HANS.
Das komplette Ranking.
Alle 23 Pulver, sortiert nach Geschmack. Kilopreise vom Testzeitpunkt, Verfügbarkeit Stand Oktober 2026.
| Pulver | Geschmack | Protein/100 g | €/kg beim Test | Heute |
|---|---|---|---|---|
| Rocka Nutrition NO WHEY, Vanilla Cookie | 10 | 67 g | 39,99 | derzeit nicht lieferbar |
| Mammut Vegan Protein, Iced Coffee | 9,5 | 66 g | 42,30 | Amazon |
| Hi Plant Protein, Snickers | 9 | 30 g | 37,90 | nicht mehr erhältlich |
| Vegardians All-In-Vegan, Schoko | 9 | 66 g | 32,10 | Sorte eingestellt |
| nutri+ 6K Protein, Iced Coffee | 8 | 76 g | 29,00 | andere Sorten |
| nutri+ Vegan High 5, Chocolate Brownie | 8 | 60 g | 32,90 | Amazon |
| Vegardians All-In-Vegan, Vanille | 8 | 69 g | 32,10 | Amazon |
| VEGJi Vegan Protein Blend, Vanille | 8 | 80 g | 28,95 | veganfitness.de |
| PURYA! Vegan High Protein, Bourbon Vanilla | 7 | 63 g | 50,00 | ausverkauft |
| PURYA! Vegan High Protein, Cocoa | 7 | 64 g | 50,00 | ausverkauft |
| nutri+ 3K Protein, Caramel Salted Pretzel | 7 | 78 g | 32,90 | nutri+ |
| Biogena Sports Vegan Protein Sticks, Vanille | 7 | 80 g | 83,62 | Amazon |
| Hi Plant Protein, Bounty | 6 | 29 g | 37,90 | nicht mehr erhältlich |
| Mammut Vegan Protein, Blueberry Vanilla | 6 | 70 g | 42,30 | Sorte eingestellt |
| MIGHTY Ultimate Vegan Protein, Schokolade | 6 | 69 g | 51,00 | ausverkauft |
| PURYA! Vegan High Protein, Strawberry | 6 | 62 g | 50,00 | ausverkauft |
| FairNatural Bio Vanille | 6 | 71 g | 49,80 | Amazon |
| Vetain Vegan Protein, Kakao | 6 | 66 g | 49,98 | – |
| Mammut Vegan Protein, Nougat | 5 | 66 g | 42,30 | Amazon |
| HANS Brainfood Proteinpulver, Kakao | 3 | 50 g | 48,00 | Amazon |
| MIGHTY Ultimate Vegan Protein, Super Berry | 3 | 69 g | 51,00 | Sorte eingestellt |
| HANS Brainfood Bio-Hanfprotein | 2 | 50 g | 20,00 | Amazon |
| HANS Brainfood Powerproteinmix | 2 | 55 g | 34,30 | Amazon |

Die Pulver im Einzelnen.
nutri+: 6K, 3K und High 5
Drei Pulver, drei Konzepte. Das 6K ist der Allrounder (siehe Testsieger). Das 3K aus Soja, Erbse und Sonnenblume hat mit 78 Gramm noch etwas mehr Protein, in der Sorte Caramel Salted Pretzel erinnert es an einen Schokoriegel mit Karamell. 7 von 10, gesüßt mit Sucralose. Das High 5 (früher 5K) ist die soja- und sucralosefreie Variante aus Erbse, Kürbiskern, Reis, Hanf und Buchweizen, gesüßt mit Stevia. In Chocolate Brownie war es eines der schokoladigsten Pulver im Test, ohne den typischen Stevia-Nachgeschmack, und eignet sich gut zum Backen. Mit 60 Gramm Protein beim Test liegt es niedriger, aktuell nennt nutri+ für die Sorte Cinnamon Sugar 67 Gramm. Zum 3K im nutri+-Shop oder bei Amazon, zum High 5 bei Amazon.
Mammut Nutrition
Mammut kannte ich vorher nicht und war beim Iced Coffee direkt begeistert: 9,5 von 10, schmeckt wie ein Eiskaffee mit Protein, trotz Stevia und Sucralose kein künstlicher Nachgeschmack. Die anderen beiden Sorten fielen ab. Blueberry Vanilla war mir zu süß (6/10) und ist inzwischen vom Markt, Nougat wird vom Stevia dominiert (5/10) und taugt eher zum Backen. Basis ist Erbse, Ackerbohne, Sonnenblume und Hanf, ohne Soja. Iced Coffee und Nougat bei Amazon.

Vegardians All-In-Vegan
Vegardians setzt auf Erbse, Sonnenblume, Leinsamen und Reis und auf echte Geschmacksträger wie Vanilleschote und Kakao. Schoko bekam 9 von 10, schön cremig, nicht zu süß. Die Sorte gibt es leider nicht mehr. Vanille (8/10, 69 Gramm Protein) ist weiter bei Amazon erhältlich. Gesüßt wird mit Stevia und Sucralose.
PURYA!
Bio, mit Erythrit gesüßt, Erbse, Kürbis und Sonnenblume, klimaneutral verpackt. Geschmacklich solide: Cocoa und Bourbon Vanilla je 7 von 10, Strawberry 6 von 10. Schwachpunkt war die Löslichkeit in Wasser. Alle drei getesteten Sorten sind bei Amazon derzeit ausverkauft.
MIGHTY Ultimate
Erbse, Ackerbohne, Reis und Sonnenblume, 69 Gramm Protein, zugesetzte Vitamine und Mineralstoffe. Kein sandiger Nachgeschmack, aber für mich zu süß: Schokolade 6 von 10, Super Berry 3 von 10. Mit 51 Euro pro Kilo eines der teureren Pulver. Schokolade ist derzeit ausverkauft, Super Berry nicht mehr im Programm.
HANS Brainfood
Drei Pulver auf Hanf-Basis, alle ohne Süßungsmittel, für Smoothies und Bowls gedacht statt für den Shake mit Wasser. Das Bio-Hanfprotein ist der Preissieger (siehe oben). Die Kakao-Version (3/10) ist herb und mit Pflanzendrink und Banane deutlich besser als pur. Der Powerproteinmix mit Kürbis, Hanf, Leinsamen und Sonnenblume (2/10) eignet sich eher für herzhafte Gerichte. Alle Sorten findest du im HANS-Shop bei Amazon. Mehr zum Rohstoff steht in unserem Artikel über Hanfprotein.
Hi Plant Protein (Snickers und Bounty)
Geschmacklich überraschend gut: Snickers 9 von 10, Bounty 6 von 10. Als Proteinpulver taugten beide wenig, mit nur 30 Gramm Protein pro 100 Gramm, und das Aminosäureprofil war unvollständig. Gesüßt mit Acesulfam-K und Sucralose. Beide Sorten sind in Deutschland nicht mehr erhältlich.
Vetain
Das Bio-Pulver aus Erbse, Hanf, Reis, Lein und Kürbiskern, gesüßt mit Süßholzwurzel, kam im Test auf 6 von 10 und 66 Gramm Protein. Es steht der Vollständigkeit halber im Ranking.
Nicht getestet, aber oft gefragt.
Drei Marken fragt ihr uns immer wieder an, die nicht im Test waren. Hier sind sie mit den Angaben der Hersteller, ohne Testurteil (Stand Oktober 2026):
| Pulver | Protein/100 g | Proteinquellen | Süßung | Kaufen |
|---|---|---|---|---|
| ESN Designer Plant Based Protein | 69 g | Erbse, Hanf, Sonnenblume | Sucralose, Stevia | ESN-Shop |
| KoRo Veganes Proteinpulver Vanille | 75 g | Soja, Erbse, Reis | Sucralose | KoRo |
| Vivo Life Perform | rund 66 bis 69 g | Erbse (fermentiert), Reis, Kürbiskern | Stevia | Vivo-Life-Shop |
Den Proteinwert für Vivo Life haben wir aus der Portionsangabe errechnet, die Nährwerttabelle des Herstellers liegt nur als Bild vor. Wenn eines davon in den nächsten Test soll, schreib es in die Kommentare.
Brauchst du überhaupt Proteinpulver?.
Ehrliche Antwort: meistens nicht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen 0,8 Gramm Protein pro Kilo Körpergewicht, ab 65 schätzt sie 1,0 Gramm (Richter et al. 2019, Annals of Nutrition and Metabolism). Für Menschen, die regelmäßig trainieren, nennt die International Society of Sports Nutrition 1,4 bis 2,0 Gramm (Jäger et al. 2017, JISSN). Eine Meta-Analyse über 49 Studien mit 1.863 Teilnehmenden fand, dass zusätzliches Protein den Muskelzuwachs beim Krafttraining nur bis etwa 1,6 Gramm pro Kilo steigert. Darüber tat sich nichts mehr, und der Effekt war insgesamt klein, im Schnitt 0,3 Kilogramm fettfreie Masse (Morton et al. 2018, British Journal of Sports Medicine).
Das schaffst du auch mit Tofu, Tempeh, Linsen und Sojadrink. Stiftung Warentest nannte Eiweißpulver für Freizeitsportler überflüssig. Sinnvoll wird es, wenn der Bedarf hoch ist, der Appetit klein oder der Alltag voll: nach dem Training, in einer Diät, im Alter. Wie viel du pro Mahlzeit erreichst, rechnest du mit unserem Tool Protein pro Mahlzeit nach, Werte für einzelne Lebensmittel findest du in der Protein-Tabelle und in unserer Übersicht der veganen Proteinquellen.
Baut pflanzliches Protein genauso Muskeln auf?.
Wenn die Gesamtmenge stimmt: nach heutiger Studienlage ja. In einer zwölfwöchigen Studie aus Brasilien trainierten 19 vegan und 19 gemischt essende junge Männer die Beine, beide Gruppen mit rund 1,6 Gramm Protein pro Kilo, ergänzt durch Soja beziehungsweise Whey. Muskelmasse und Kraft stiegen gleich stark (Hevia-Larraín et al. 2021, Sports Medicine). Eine britische Studie mit einer veganen, eiweißreichen Ernährung kam nach zehn Wochen Krafttraining zum selben Ergebnis (Monteyne et al. 2023, Journal of Nutrition).
Meta-Analysen bestätigen das im Großen und Ganzen. Soja brachte in neun Studien dieselben Kraft- und Muskelzuwächse wie tierisches Protein (Messina et al. 2018, IJSNEM). Eine Auswertung von 18 Studien fand bei der absoluten Muskelmasse keinen Unterschied, bei Menschen unter 50 aber einen kleinen Vorteil für tierisches Protein (Lim et al. 2021, Nutrients). Eine neue Meta-Analyse über 18 Langzeitstudien sah keinen Unterschied bei Muskelmasse, Kraft oder Leistung (Yimam et al. 2026, Frontiers in Nutrition). Dass vegan lebende Kraftsportler wie Strongman Patrik Baboumian oder Bodybuilder Paul Unterleitner Spitzenleistungen bringen, passt ins Bild.
Ein Vorbehalt bleibt: Einzelne pflanzliche Proteine enthalten weniger Leucin, Lysin oder Methionin, und in Kurzzeitstudien regen sie die Muskelproteinsynthese teils schwächer an als Milchprotein (Pinckaers et al. 2021, Sports Medicine). Die Lösung: etwas mehr davon oder Mischungen.
Warum die meisten Pulver Mischungen sind.
Erbse hat viel Lysin und wenig Methionin, Reis ist umgekehrt aufgestellt. Zusammen ergeben sie ein ausgewogeneres Aminosäureprofil, deshalb sind fast alle Pulver im Test Mehrkomponenten-Mischungen. Eine Laboranalyse handelsüblicher Proteinisolate zeigt, wie unterschiedlich die Profile sind, und dass Mischungen dem Profil tierischer Proteine nahekommen können (Gorissen et al. 2018, Amino Acids). Beim Maß für Proteinqualität, dem DIAAS, schneiden Soja und Kartoffelprotein am besten ab, Erbse, Reis und Hanf allein schwächer (Herreman et al. 2020, Food Science & Nutrition). Einen festen DIAAS-Wert für „Erbse“ gibt es übrigens nicht: Je nach Produkt und Messmethode reicht er von unter 75 bis 100 (Guillin et al. 2022, AJCN).
Die Angabe „enthält alle BCAAs“ auf vielen Packungen sagt wenig, die stecken in fast jedem Protein. Warum BCAA-Präparate meist überflüssig sind, steht in unserem Artikel über EAAs und BCAAs. Mehr zu einzelnen Rohstoffen: Erbsenprotein, Reisprotein, Sonnenblumenprotein und Soja.
Schwermetalle: das unbequeme Thema.
Pflanzen nehmen Blei und Cadmium aus dem Boden auf, und im Proteinkonzentrat landet das konzentriert. Die US-Verbraucherorganisation Consumer Reports testete 2025 Proteinpulver und Shakes. In pflanzlichen Produkten fand sie im Schnitt rund neunmal so viel Blei wie in Milchprotein. Bei mehr als zwei Dritteln der Produkte überschritt eine Portion den Wert, den die Organisation pro Tag für unbedenklich hält (Consumer Reports, Oktober 2025). Die pflanzlichen Produkte dort basierten allerdings alle auf Erbse, und der Schwellenwert ist der eigene der Organisation, kein gesetzlicher. Eine Risikoabschätzung auf Basis älterer US-Daten sah bei ein bis drei Portionen am Tag kein erhöhtes Risiko (Bandara et al. 2020, Toxicology Reports). Eine Analyse von 22 Pulvern vom ungarischen Markt fand keine Überschreitung der EU-Grenzwerte (Horváth et al. 2025, Journal of Nutritional Science).
In Deutschland hat Stiftung Warentest zuletzt 2020 Eiweißpulver getestet, 21 Produkte. Bei einigen fand das Labor hohe Schadstoffgehalte, darunter laut Warentest drei vegane Produkte. Das Fazit damals: Für Freizeitsportler sind die Mittel überflüssig (test.de). Einen neueren Test von Warentest oder Öko-Test zu Proteinpulver gibt es nicht.
Was du daraus machen kannst:
- Proteinpulver als Ergänzung nehmen, nicht als tägliche Hauptquelle.
- Vanille oder neutral statt Schoko. Kakao bringt selbst Schwermetalle mit.
- Bio schützt nicht vor Blei und Cadmium, die stammen aus dem Boden.
- Marken bevorzugen, die Analysen ihrer Chargen veröffentlichen.
Auf Schadstoffe haben wir in unserem Test nicht geprüft. Ein Geschmackstest kann das nicht leisten.
Und die Süßstoffe?.
Sucralose, Acesulfam-K, Steviolglycoside: Fast jedes Pulver im Test enthält mindestens einen davon. Die Weltgesundheitsorganisation rät seit 2023, Süßstoffe nicht zum Abnehmen oder zur Vorbeugung von Krankheiten einzusetzen. Das ist eine bedingte Empfehlung auf Basis überwiegend beobachtender Studien und ausdrücklich keine Aussage zur Sicherheit innerhalb der zugelassenen Mengen (WHO 2023). Für Acesulfam-K hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit 2025 die zulässige Tagesdosis sogar angehoben (EFSA 2025). Wer Süßstoffe trotzdem meiden will, findet im Test das FairNatural-Pulver und die Pulver von HANS.
Whey ist ein Produkt der Milchindustrie.
Das klassische Proteinpulver, Whey, ist Molke, ein Nebenprodukt der Käseherstellung. Damit eine Kuh Milch gibt, muss sie jedes Jahr ein Kalb bekommen, das ihr meist kurz nach der Geburt weggenommen wird. Die Studien oben zeigen, dass der Muskel dafür keinen Unterschied macht, ob das Protein aus der Erbse oder aus der Molke kommt. Für die Kuh ist der Unterschied ziemlich groß. Wer den Schritt weitergehen will, findet bei uns einen Einstieg: Wie werde ich vegan?
Häufige Fragen zu veganem Proteinpulver.
Welches vegane Proteinpulver ist das beste?
In meinem Test das nutri+ 6K Protein: 76 Gramm Protein, guter Geschmack, fairer Preis. Wer Bio und ohne Soja will, nimmt VEGJi, wer auf den Geschmack achtet, Mammut Iced Coffee. Das komplette Ranking steht oben.
Ist veganes Protein gesund?
Für gesunde Menschen in üblichen Mengen gibt es keinen Hinweis auf Probleme. Proteinpulver ist ein verarbeitetes Lebensmittel und kann Schwermetalle und Süßstoffe enthalten, deshalb als Ergänzung zu einer abwechslungsreichen Ernährung sehen, nicht als Ersatz.
Welches ist das hochwertigste Eiweißpulver?
Bei der Proteinqualität liegen Soja und Mischungen aus Erbse und Reis vorn. Einzelne Rohstoffe wie Hanf oder Reis haben ein schwächeres Aminosäureprofil. Für den Muskelaufbau zählt am Ende vor allem die Gesamtmenge Protein am Tag.
Gibt es veganes Proteinpulver ohne Süßungsmittel?
Ja. Im Test kommt das Bio-Hanfprotein von HANS komplett ohne aus, das FairNatural-Pulver nutzt Dattel- und Agavenpulver statt Süßstoff. Ungesüßte Pulver schmecken pur mit Wasser selten gut, im Smoothie aber schon.
Gibt es veganes Proteinpulver ohne Soja?
Die meisten im Test. Ohne Soja sind unter anderem VEGJi, Mammut, Vegardians, Biogena, FairNatural, PURYA!, MIGHTY, HANS und das nutri+ High 5. Soja steckt im nutri+ 6K und 3K.
Kann ich veganes Proteinpulver selber machen?
Bedingt. Gemahlene Hanfsamen, Kürbiskerne oder Erbsenmehl liefern Protein, kommen aber nur auf 20 bis 35 Gramm pro 100 Gramm und bringen viel Fett oder Stärke mit. An die 70 bis 80 Gramm eines Isolats kommst du in der Küche nicht heran.
Wann sollte ich Proteinpulver trinken?
Wann genau, ist zweitrangig. Wichtiger ist die Tagesmenge. Viele nehmen es nach dem Training, weil es dann praktisch ist. Eine Übersichtsarbeit empfiehlt, Protein über mehrere Mahlzeiten zu verteilen, etwa 0,4 Gramm pro Kilo je Mahlzeit (Schoenfeld & Aragon 2018, JISSN). Wenn du ohnehin einen Shake trinkst, passt Kreatin gut mit hinein.
Transparenz und Methodik.
Getestet habe ich die Pulver zwischen Sommer 2023 und Anfang 2026, das Grundgerüst stammt aus dem Sommer 2023. Bewertet wurden Geschmack (subjektiv, 1 bis 10), Protein pro 100 Gramm laut Herstellerangabe zum Testzeitpunkt und der Kilopreis zum Testzeitpunkt. Wo sich Rezeptur, Proteingehalt oder Verfügbarkeit seitdem geändert haben, steht das beim jeweiligen Produkt (Stand Oktober 2026). Schadstoffanalysen haben wir nicht gemacht. Die meisten Pulver waren kostenlose Muster der Hersteller, bezahlt wurde für den Test nicht.
Die Studien haben wir in Fachdatenbanken recherchiert und jede an der Originalquelle über ihre DOI geprüft. Mehr zur Einordnung von Ernährungsstudien hörst du regelmäßig im Plantbased Podcast. Aktuelle Rabattcodes unserer Partnermarken sammeln wir auf der Seite Community-Deals.
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder ernährungsfachliche Beratung. Bei Nierenerkrankungen sprich vor einer eiweißreichen Ernährung mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.


