Femke Den Haas, Yannick Haldenwanger und die gerettete Hündin Laika in Bali beim Interview
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Femke Den Haas im Interview: Tierschutz, Vegan und ihr Leben auf Bali
Tierschutz, Vegan und ihr Leben auf Bali">
Femke Den Haas im Interview: Wie eine Niederländerin auf Bali zur Stimme der Wildtiere wurde
Für den Plantbased Podcast treffe ich Femke Den Haas: Ein Gespräch über Affenrettung, Delfine in Gefangenschaft, veganen Aktivismus und die Zusammenarbeit mit Robert Marc Lehmann.
Vorab: Wer ist Femke Den Haas?
Femke Den Haas ist eine niederländische Tierschützerin, die ihr Leben dem Schutz von Wildtieren in Indonesien gewidmet hat. Mit gerade einmal 16 Jahren reiste sie das erste Mal nach Borneo, um sich für Orang-Utans einzusetzen. 2002 kehrte sie auf Einladung der indonesischen Regierung zurück, um die erste Rettungsstation für konfiszierte Wildtiere am Flughafen Jakarta mit aufzubauen. 2008 gründete sie das Jakarta Animal Aid Network (JAAN Indonesia), 2019 das Delfin-Rehabilitationsprojekt Umah Lumba auf Bali. Sie hat illegalen Wildtierhandel aufgedeckt, reisende Delfin-Zirkusse zu Fall gebracht und unzählige Affen, Delfine und Hunde aus dem Elend geholt. International bekannt wurde ihre Arbeit unter anderem durch die enge Zusammenarbeit mit dem deutschen Meeresbiologen und Tierschützer Robert Marc Lehmann (Mission Erde).
Zwei Stunden mit Femke und Welpe Laika in Bali
Wir saßen mit Femke an einem dieser fast zu schönen Bali-Tage zusammen, irgendwo zwischen Reisfeldern, Wellen und dem Geräusch der Geckos draußen vor dem Fenster. Auf ihrem Schoß: eine kleine, schwarz-braune Hündin, die zwei Wochen vorher noch unterernährt hinter einem Haus angekettet war. Genau das ist Femkes Alltag.
Wir leben jetzt seit über zwei Jahren auf Bali, und je länger wir hier sind, desto öfter taucht ihr Name in Gesprächen auf. Wenn es um Wildtiere, Delfine oder echte, ernsthafte Tierschutzarbeit auf der Insel geht, kommst du an Femke Den Haas nicht vorbei. Sie ist seit über zwanzig Jahren in Indonesien aktiv, hat einen reisenden Delfin-Zirkus zu Fall gebracht, arbeitet eng mit Robert Marc Lehmann zusammen und hat dabei das, was den meisten Aktivist:innen verloren geht: einen kühlen Kopf und eine extrem klare Haltung.
Wir hatten richtig viel Glück, sie für ein langes Gespräch zum Plantbased Podcast einladen zu dürfen. Was dabei rauskam, ist eines der dichtesten und ehrlichsten Interviews, die wir bisher hatten. Hier ist es zum Nachlesen, leicht gekürzt und für die Magazinversion aufbereitet.
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Eine kleine Welpendame und der harte Alltag der Hunde auf Bali
Femke Den Haas: Das ist eine kleine Welpendame. Jemand hat sie gekauft, weil er dachte: cool, so ein Hund. Aber es ist eine sehr energiegeladene Rasse, und die Leute waren komplett überfordert. Also haben sie sie hinterm Haus angebunden, und das war's. Eine Freundin von mir, die auf Bali Hunde rettet, hat mich angerufen: Femke, die braucht sofort Hilfe. Jetzt päppele ich sie auf, bis es ihr besser geht. Sie war völlig unterernährt, hatte nur vier Kilo, mittlerweile sind es siebeneinhalb. Sie ist seit zwei Wochen bei mir und langsam wird sie wieder verspielt. Aber dass Menschen einen Hund einfach hinters Haus binden, ist auf Bali leider trauriger Alltag.
Wie ist der Umgang mit Hunden in Indonesien wirklich?
Femke Den Haas: In Indonesien siehst du sehr viel Leid. Hunde werden oft nicht als Familienmitglied gesehen, sondern als Produkt, als Wachhund oder Zubehör. Werden sie krank, will man sich nicht mehr kümmern. Klar, es gibt auch viele liebevolle Menschen, aber du siehst nach wie vor angekettete, gequälte und missverstandene Hunde überall. Gleichzeitig wollen immer mehr Leute Rassehunde, einen Husky in den Tropen zum Beispiel. Jedes Mal, wenn ich einen sehe, denke ich nur: Dem ist es viel zu warm. Und am Ende landen genau diese Hunde auf der Straße, weil niemand mit ihnen umgehen kann.
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Adopt. Don´t shop: Warum Femke Den Haas niemals einen Hund kaufen würde
Femke Den Haas: Ganz klar: Adoptiert. Adoptiert. Adoptiert. Es sitzen so viele Hunde in Tierheimen und warten ihr ganzes Leben auf eine Familie. Rettungshunde sind die besten Hunde, weil sie unfassbar dankbar sind. Du wirst ihre Verwandlung erleben, aus einem ängstlichen Häufchen Elend wird ein selbstbewusstes, glückliches Wesen. Das ist das Schönste überhaupt. Und kauft niemals einen Welpen. Wer das tut, unterstützt automatisch eine grausame Industrie, in der Hündinnen ihr Leben in winzigen Käfigen verbringen, nur um Welpen zu produzieren. Sie werden behandelt wie Maschinen.
Anmerkung der Redaktion: Wer einen Tierschutzhund adoptiert, sollte ihn von Anfang an gut absichern – viele Halter:innen entscheiden sich deshalb dafür, ihren Tierschutzhund bei Lassie zu versichern. Und auch beim Futter lässt sich Tierleid vermeiden: Mit pflanzlichen Alternativen wie dem veganen Hundefutter von Vutter bekommt der Vierbeiner alles, was er braucht – ganz ohne, dass dafür andere Tiere leiden müssen.
Mit 16 Jahren allein in den Dschungel: Femkes Weg nach Indonesien
Femke Den Haas: Angefangen hat alles in Borneo. Ich war 16 Jahre alt und total fasziniert von Orang-Utans. Damals war es alles andere als normal, als Ausländerin in einem Schutzprojekt zu volunteeren. Die haben mir auch erst abgesagt: zu jung, zu riskant. Ich habe so lange Briefe geschrieben, bis sie irgendwann nachgaben: „Okay, komm. Aber du wirst es eh nicht lange aushalten." Es war die beste Erfahrung meines Lebens. Ich habe zum ersten Mal verstanden, wie perfekt ein Ökosystem funktioniert: jedes winzige Tier, jeder Orang-Utan hoch oben in den Bäumen, alles ist Teil einer Balance. Gleichzeitig habe ich gesehen, wie brutal der Wald und seine Bewohner ausgebeutet werden.
Was hat dich zurückgebracht?
Femke Den Haas:Es fühlte sich an wie eine Berufung. Ich konnte nicht einfach nach Europa zurück und so tun, als wäre nichts. 2002 bin ich wiedergekommen und hatte unglaubliches Glück: Die indonesische Regierung wollte gemeinsam mit anderen Akteuren die erste Rettungsstation für konfiszierte Wildtiere am Flughafen aufbauen. Vorher kamen die Schmuggler einfach mit einer Geldstrafe davon, weil es keinen Ort für die Tiere gab. Plötzlich konnten wir Erstversorgung leisten, die Tiere rehabilitieren und auswildern. Daraus sind dann mehrere Stationen geworden, und ich bin geblieben. Wenn du Tieren ihre Freiheit zurückgeben kannst, ist es jede Mühe wert.
Wie aus einem schreienden Kätzchen am Strand eine vegane Aktivistin wurde
Femke Den Haas: Ich war ungefähr acht Jahre alt und bin mit meiner Familie am Strand spazieren gegangen. Da lag eine Katze, die von einem Stück Treibholz getroffen worden war. Sie konnte sich nicht mehr bewegen und hat geschrien. Wir waren weit weg, aber ich hörte sie. Und ich habe nicht verstanden, warum alle einfach weitergehen. In dem Moment ist mir aufgegangen: Den meisten Menschen ist es egal. Wir haben der Katze dann geholfen, aber dieses Gefühl hat sich eingebrannt.
Was hat dich endgültig dazu gebracht, vegan zu leben?
Femke Den Haas: Es gab diesen einen Moment in der Grundschule, als unsere Lehrerin erklärt hat, wie Milch entsteht. Ich habe angefangen zu weinen. Für die anderen war das normal, für mich war es eine Horrorgeschichte. Wir nehmen das Baby von der Mutter weg, damit wir die Milch trinken können? Das hat sich für mich nie wieder normal angefühlt. Bei uns ums Eck war ein Schlachter, mit so einer großen Zeichnung einer Kuh im Schaufenster, in lauter Stücke unterteilt. Steak, Filet, was auch immer. Ich war vielleicht zehn und habe mit einem kleinen Bleistift draußen auf seine Wimpel geschrieben: „Plaats moord", das ist Niederländisch für ‚Mordstätte'. Ich konnte einfach nicht zusehen.
Du warst dann auch früh als Aktivistin unterwegs?
Femke Den Haas: Sehr früh. Demos, befreite Tiere, Protestaktionen am Hafen. Damals gab es zwischen Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden diese furchtbaren Tiertransporte mit Babykühen. Bei einem dieser Proteste in England wurde eine junge Frau von einem Lkw überfahren, weil der Fahrer einfach nicht angehalten hat. Solche Momente haben in mir einen festen Entschluss reifen lassen: Wer für so viel Leid verantwortlich ist und nur mit Aggression antworten kann, der weiß ganz genau, dass das, was er tut, falsch ist. Ich war auch in Schlachthöfen, außen auf dem Gelände, um zu filmen, was dort passiert. Aktivismus war immer in meinem Blut. Und logisch: Wer sowas sieht, isst diese Produkte natürlich nicht mehr.
Effektiver Tierschutz: Lösungen statt Verbote
Femke Den Haas: Ganz sicher nicht das Beschmieren von Schlachterläden, das war mein junges, frustriertes Ich. Was wirklich funktioniert: Du bringst eine Lösung mit. Du sagst nicht nur „Stopp, das ist falsch", sondern zeigst, wie es anders geht. Bei der Fleischindustrie ist die Lösung einfach: pflanzliche Ernährung. Es gibt mittlerweile so viele vegane Alternativen, niemand muss verzichten. Und im Wildtierschutz funktioniert es genauso. Wenn ich einen Zirkus schließen will, fragt mich die Behörde: „Wo gehen die Tiere hin? Wo gehen die Mitarbeiter hin?" Genau da musst du Antworten parat haben. Das ist auch das Geheimnis unseres Erfolgs als Organisation. Wir sind respektiert, weil wir nicht nur protestieren. Wir bauen Auffangstationen, schreiben Gesetzesvorschläge, finden Jobs.
JAAN Indonesia und Umah Lumba: Vom Protest in den Maschinenraum
Wofür steht JAAN Indonesia?
Femke Den Haas:JAAN steht für Jakarta Animal Aid Network. Ich habe es 2008 mitgegründet, weil mir klar wurde: Tiere zu retten reicht nicht, wir müssen die Strukturen verändern. Wir mussten lobbyieren, protestieren, an besseren Gesetzen mitwirken. JAAN hat heute eine Domestic-Abteilung, also Hunde, Katzen, Kutschpferde, und einen Wildlife-Bereich. Wir betreiben Rettungszentren in ganz Indonesien und unterstützen die Behörden bei jeder Konfiszierung. Vor einem Monat haben wir bei einem Boot-Schmuggel geholfen: 114 Tiere, von Reptilien in Plastikflaschen bis hin zu drei Kängurus und Possums. Das Boot kam aus Papua. Wir haben mit dem Team mitversorgt und die Tiere anschließend nach Papua zurückgebracht.
Was ist Umah Lumba?
Femke Den Haas:Umah Lumba haben wir 2019 gegründet, weil in Bali Delfine in einem Pool gehalten wurden, mit denen Touristen für Geld schwimmen durften. Wir hatten unzählige Berichte über die katastrophalen Bedingungen geschickt. Im August 2019 bekam ich plötzlich einen Anruf von der Direktorin der zuständigen Behörde, einer Tierärztin und Visionärin. Sie sagte: „Es ist Zeit, diese Delfine aus dem Pool zu holen." Innerhalb eines Monats haben wir gemeinsam mit dem Dolphin Project ein Sea-Pen-Gehege im Meer aufgebaut, von einem Dorf das Land bekommen, ein Bildungszentrum eröffnet und parallel eine Hunde- und Katzenstation aufgebaut. Aber alles begann mit den Delfinen.
Zehn Jahre Kampf gegen den reisenden Delfin-Zirkus in Indonesien
Femke Den Haas: Das war wirklich das Schlimmste, was ich je erlebt habe. Delfine in Plastik-Pools, auf Fußballplätzen, in Lkw-Anhängern. Als ich 2008 den ersten Anruf bekam, dachte ich, das kann nicht stimmen. Ich bin hingefahren und stand vor einem Zirkuszelt. Drinnen ein winziger Pool, ein lebender Delfin, und ein toter, der am Tag zuvor gestorben war. Ich war geschockt, wütend, traurig, alles gleichzeitig. Wir haben am nächsten Morgen protestiert, ein bekannter Sänger einer großen indonesischen Rockband kam dazu, und plötzlich war Aufmerksamkeit da.
Warst du je in Gefahr?
Femke Den Haas: Ja. Diese Zirkusbetreiber hatten Geld und Macht. Sie haben uns eingeschüchtert, Fenster eingeworfen, sind vor unserer Klinik aufgetaucht, vor dem Haus, in dem ich gewohnt habe. Sie haben sogar Plakate mit meinem Gesicht und dem Gesicht meiner Mitstreiterin gemacht. Das Krasse war: Ich veröffentliche meine Adresse nirgendwo, aber sie haben sie trotzdem gefunden. Hatte ich Angst? Klar. Aber das Feuer, sie zu stoppen, war stärker. Es ging ja nicht nur um Delfine. Sie hatten auch einen kleinen Bären, der Fahrrad fahren musste, zwei Kakadus, zwei Otter, alles auf einem Lkw. Nach zehn Jahren wurde der Zirkus verboten. Ein langer Atem, aber wir haben gewonnen.
Gibt es heute noch Delfin-Schwimmen auf Bali?
Femke Den Haas: Es gibt eine Anlage, die nach dem Verbot des Wanderzirkus eröffnet wurde, eine Art Kompromiss der Behörden. Die Betreiber vermarkten das jetzt geschickt: „Schwimm mit geretteten Delfinen!" Es ist Bullshit. Es ist gechlortes Wasser, ein Pool, und Touristen zahlen rund 100 US-Dollar dafür. Egal wie groß ein Pool ist, mental geht es diesen Tieren nie gut.
Echte Sanctuaries auf Bali erkennen: Worauf du als Tourist achten solltest
Femke Den Haas:Mach deine Hausaufgaben, bevor du hingehst. Frag dich:
Woher kommen die Tiere?
Zahle ich nur, um zu beobachten und zu lernen, oder zahle ich für Interaktion?
Sobald du das Tier anfassen, waschen, füttern oder mit ihm schwimmen sollst, ist das ein Red Flag.
Wildtiere sind Wildtiere. Jede Form von Interaktion ist unnatürlich. Es gibt echte Auffangstationen, in denen Tiere ihren Lebensabend in Würde verbringen. Da geht es nicht um Selfies, sondern ums Beobachten, Lernen, Verstehen. Du gehst nach Hause mit Wissen, nicht mit einem Instagram-Foto.
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Robert Marc Lehmann und der Game-Changer für JAAN Indonesia
Wie hast du Robert kennengelernt?
Femke Den Haas: Ehrlich: Ich kannte ihn vorher nicht. Ich bin nicht auf YouTube unterwegs, ich bin nicht auf Social Media zu Hause, und Influencer waren bis dahin nicht mein Universum. Sorry, Robert. Er kam nach Bali, hat einen angeketteten Affen gesehen und gefragt: „Können wir den retten?" Genau das haben wir gemacht.
Und dann wurde das Video gepostet?
Femke Den Haas: Und plötzlich war alles anders. Roberts Stärke ist: Er ist echt. Bei vielen YouTubern fragst du dich: Stimmt das? Bei ihm zweifelt niemand. Er ist da, um zu helfen, fertig. Nach dem Affen-Robert-Video kam so viel positive Resonanz, nicht nur Spenden, sondern auch emotionale Unterstützung. Menschen schrieben uns einfach: „Hey, was ihr macht, ist wertvoll." Das hört man nach Jahrzehnten in diesem Beruf nicht oft. Plötzlich konnten die Leute hinter die Kulissen sehen, wie ein verängstigter, angeketteter Affe Schritt für Schritt seine Identität, sein Selbstvertrauen und eine neue Affen-Familie zurückbekommt und am Ende wieder ausgewildert wird. Das ist eine Geschichte, die man nicht in einem Instagram-Post erzählen kann.
Wie kamen die Halsketten ins Spiel?
Femke Den Haas:Ich hatte angefangen, aus den Ketten der geretteten Affen Halsketten zu machen, als Symbol der Befreiung. Drei Jahre lang lagen die einfach bei mir, ich habe kaum welche verkauft. Robert hat sie gesehen und gesagt: „Das ist genial." Er hat sie über seine Community vertrieben, alle waren ratzfatz weg, dann hat er Tausende nachbestellt, und jeder einzelne Verkauf ging direkt zurück in unser Projekt. Damit konnten wir endlich vernünftige Gehege bauen, die Affenrettung in Java systematisch ausweiten und Gesetze verändern: Mittlerweile dürfen Affen in Indonesien nicht mehr als Haustiere gehalten werden. Diese Veränderung haben wir in der Zeit, in der Robert uns unterstützt, geschafft.
Das Buch: Die weltweit erste Pool-zu-Meer-Auswilderung von Delfinen
Femke Den Haas: Was wir mit Umah Lumba gemacht haben, war eine Weltpremiere. Delfine, die jahrelang in einem zehn mal fünf Meter großen, gechlortem Pool gelebt hatten, zurück ins Meer zu bringen, das gab es so noch nicht. Das Wasser im Pool war so aggressiv, dass uns selbst die Augen brannten. Die Haut der Tiere war blass, schuppig, sie waren unterernährt. Der Moment, in dem wir sie ins offene Sea Pen gesetzt haben, war magisch. Sie waren plötzlich 80 Prozent ihrer Zeit unter Wasser, statt an der Oberfläche zu treiben und auf Fischhappen zu warten.
Du wolltest das festhalten?
Femke Den Haas: Ja. Wegen Corona haben wir die Tiere fast drei Jahre lang rehabilitiert. Johnny, der älteste, hatte keine Zähne mehr, durch das Pool-Leben und das Alter. Wir haben ihm Zahnkronen gemacht. Roky, ein anderer, ist nach der Auswilderung innerhalb von zwei Wochen über 1.000 Kilometer bis nach Australien geschwommen. Diese Geschichte musste raus. Ich habe sie aufgeschrieben und einem engen Kollegen gezeigt. Seine Reaktion: „Femke, du bist keine Schriftstellerin. Du bist eine Tierretterin." Ich war kurz enttäuscht, aber dann dachte ich: Egal. Vielleicht inspiriert es ja nur einen einzigen Menschen, irgendwo auf der Welt, dasselbe für andere gefangene Delfine zu tun. Das Buch gibt es jetzt auf Englisch, Niederländisch und Indonesisch. In großer Auflage gedruckt wurde es nur in Deutschland, weil Robert daran geglaubt hat.
Femkes Botschaft am Ende des Interviews
Femke Den Haas:Adoptiert, statt zu kaufen. Recherchiert, bevor ihr ein Sanctuary besucht. Esst pflanzlich. Und unterstützt die Menschen, die jeden Tag im Hintergrund kämpfen. Jede einzelne Stimme zählt.
Quellen und Projekte von Femke und ihren Partnern
Im Interview werden mehrere Tatsachenbehauptungen zu Tierverhalten, Industriepraktiken und konkreten Projekten gemacht. Hier die seriösen Quellen, sortiert nach Fundstelle im Text:
Delfine in Gefangenschaft
Aussage: Delfine zeigen in Gefangenschaft selbstverletzendes und teils suizidales Verhalten. Hintergrund: Dokumentationen und Berichte des Dolphin Project von Ric O'Barry, dem ehemaligen Trainer der „Flipper"-Serie.
🔗 www.dolphinproject.com
Verhalten und Sozialstruktur von Delfinen
Aussage: Delfine sind hochintelligente, soziale Meeressäuger und verbringen in Freiheit den Großteil ihrer Zeit unter Wasser. Quelle: Whale and Dolphin Conservation (WDC).
🔗 de.whales.org
Trennung von Mutterkuh und Kalb in der Milchindustrie
Aussage: Babykühe werden in der Milchindustrie unmittelbar nach der Geburt von der Mutter getrennt. Hintergrund: PETA Deutschland.
🔗 www.peta.de/themen/milchindustrie
Wildtierhandel in Indonesien
Aussage: Wildtierhandel und Schmuggel in Indonesien gehören zu den größten weltweit. Quelle: TRAFFIC, das Wildlife Trade Monitoring Network.
🔗 www.traffic.org
Husky-Haltung in tropischem Klima
Aussage: Husky-Haltung in heißem Klima ist gesundheitlich problematisch. Quelle: American Kennel Club mit offiziellen Rasseinformationen zum Siberian Husky.
🔗 www.akc.org/dog-breeds/siberian-husky
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Hi, ich bin Yannick, komme aus dem Schwarzwald und habe das Magazin 2019 gegründet.
Ich lebe seit ich 6 Jahre alt bin vegetarisch und schon weit über 10 Jahre vegan. Mir war es schon immer wichtig, Menschen zu inspirieren, wie einfach und lecker vegane Ernährung sein kann, ohne zu missionieren. Dafür habe ich dieses Magazin und den Podcast "Plantbased." ins Leben gerufen, um so viele Menschen, wie nur möglich zu inspirieren.
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Vorab: Wer ist Femke Den Haas?+
Femke Den Haas ist eine niederländische Tierschützerin, die ihr Leben dem Schutz von Wildtieren in Indonesien gewidmet hat. Mit gerade einmal 16 Jahren reiste sie das erste Mal nach Borneo, um sich für Orang-Utans einzusetzen.
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