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Anti-Zoo-Demo in Berlin: Tausende folgen Robert Marc Lehmann ans Brandenburger Tor

Robert Marc Lehmann mit ausgebreiteten Armen vor hunderten Demonstrierenden mit Schildern
Robert Marc Lehmann vor den Demonstrierenden in Berlin. Foto: Matthias Vollbrecht

Zum Welttierschutztag haben am Sonntag, 4. Oktober 2026, tausende Menschen am Brandenburger Tor gegen die Haltung von Tieren in Zoos demonstriert. Aufgerufen hatte der Meeresbiologe Robert Marc Lehmann. Die Veranstalter schätzen die Zahl auf rund 4.000 Menschen. Vor Ort waren unter anderem Jonas Ems, Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz und Stefan Bröckling vom Tiernotruf. Sängerin Sarah Connor meldete sich per Instagram und griff zwei deutsche Delfinarien direkt an.

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Die Demo auf einen Blick

  • Wann und wo: Sonntag, 4. Oktober 2026, am Brandenburger Tor in Berlin
  • Motto: „Für Tiere in Freiheit“
  • Teilnehmende: rund 4.000 nach Schätzung der Veranstalter, eine offizielle Zahl gibt es bisher nicht
  • Vor Ort: Robert Marc Lehmann, Jonas Ems, Friedrich Mülln (SOKO Tierschutz), Stefan Bröckling (Tiernotruf), Creator Robin (@robinga)
  • Aus der Ferne: Sarah Connor mit einem Aufruf gegen die Delfinhaltung in Duisburg und Nürnberg
Inhalt8 Kapitel
  1. 01So lief die Demo
  2. 02Wer dabei war
  3. 03Sarah Connor: „Hört endlich auf damit“
  4. 04Was die Zoos sagen
  5. 05Tierethische Einordnung
  6. 06Am Abend auf der Bühne
  7. 07Die Demo in Bildern
  8. 08Häufige Fragen

So lief die Demo.

Robert Marc Lehmann hatte im September die „größte Anti-Zoo-Demo aller Zeiten“ angekündigt, wir haben vorab darüber berichtet. Am Sonntag füllte sich der Platz am Brandenburger Tor dann tatsächlich. Offizielle Zahlen gibt es bisher nicht. Die Veranstalter gehen von rund 4.000 Menschen aus und sagen selbst, dass sich die Menge schwer zählen ließ. Zum Vergleich: Bei Lehmanns erster Zoo-Demo im Mai 2025 in Wuppertal waren es laut Radio Wuppertal rund 2.000.

Die Teilnehmenden kamen mit selbst gemalten Plakaten und riefen Sprechchöre gegen Zoos und Tierqual. Viele Medien waren vor Ort, darunter Sat.1. Ein Berliner Kanal übertrug die Kundgebung über vier Stunden live auf YouTube.

„Wir sind überwältigt von so viel Andrang“, sagt Mit-Organisatorin Caro (@caroh_lein), stellvertretende Veranstaltungsleiterin. „Wir haben mit dieser Demo ein Statement gegen Zoos gesetzt und gezeigt, wie stark wir sind.“ Wer Tiere quäle, müsse sich künftig warm anziehen.

Dicht gedrängte Menschenmenge mit Schildern bei der Anti-Zoo-Demo in Berlin
Dicht gedrängt: Demonstrierende mit Schildern am 4. Oktober 2026 in Berlin. Foto: Matthias Vollbrecht

Wer dabei war.

Lehmanns Aufruf sind viele bekannte Gesichter gefolgt. Der YouTuber Jonas Ems war dabei, der gerade ein Krimispiel über Tierschutz herausgebracht hat. Ebenso Stefan Bröckling vom Tiernotruf, der mit seinen Rettungseinsätzen für Wildtiere und Haustiere ein großes Publikum erreicht, und der Creator Robin, auf Instagram als @robinga bekannt. Auch Friedrich Mülln war vor Ort. Er leitet SOKO Tierschutz, den Verein, der mit verdeckten Recherchen immer wieder Missstände in Ställen, Schlachthöfen und Versuchslaboren aufdeckt.

Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz spricht auf der Bühne
Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz auf der Bühne. Foto: Matthias Vollbrecht
Jonas Ems und Zoe Marielle bei der Anti-Zoo-Demo in Berlin
Jonas Ems mit seiner Freundin Zoe Marielle. Foto: Matthias Vollbrecht

Sarah Connor: „Hört endlich auf damit“.

Sarah Connor konnte nicht nach Berlin kommen, meldete sich aber am Samstag in ihrer Instagram-Story. Sie hoffe, dass möglichst viele ihrer Fans zur Demo gehen, schrieb die Sängerin. Ihr Herzensthema seien die Delfinarien im Zoo Duisburg und im Tiergarten Nürnberg. An beide gerichtet schrieb sie: „Hört endlich auf damit.“ Und: „Es gibt keine artgerechte Haltung für Delfine in Gefangenschaft.“

Für Meeressäuger setzt sich Connor seit Jahren ein. In unserem Interview mit Sarah Connor erzählt sie, was sie einer gefangenen Orca-Mutter versprochen hat. Das ganze Gespräch mit ihr und Janek Andre kannst du dir in unserer Podcast-Folge auf YouTube ansehen.

Duisburg und Nürnberg sind die letzten beiden Delfinarien in Deutschland. Im Tiergarten Nürnberg leben laut t-online sieben Große Tümmler, der Zoo Duisburg spricht auf seiner Website von neun. Der Tiergarten Nürnberg sieht die Haltung anders als Connor. Auf seiner Website heißt es, der Große Tümmler passe sich problemlos verschiedenen Lebensräumen an und sei deshalb für Delfinarien gut geeignet.

Fachleute für Meeressäuger widersprechen dem seit Jahren. Große Tümmler schwimmen im Meer täglich weite Strecken, tauchen tief und leben in wechselnden sozialen Gruppen. Ein Becken kann das nicht bieten. Mehrere Länder haben deshalb Konsequenzen gezogen. Zuletzt hat Singapur das Ende der Delfinhaltung eingeleitet.

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Was die Zoos sagen.

Der Zoo Berlin hatte sich schon vor der Demo geäußert. „Ein guter Zoo ist niemals fertig“, sagte eine Sprecherin dem Portal Blick. Eine pauschale Liste von Tierarten, die nicht in Zoos gehalten werden können, halte man aber für fachlich nicht sinnvoll. Artenschutz im Lebensraum und im Zoo müssten Hand in Hand gehen. Eine Reaktion auf die Demo selbst lag bis Redaktionsschluss nicht vor.

Lehmann hatte Zoodirektorinnen, Tierpfleger und Kritiker ausdrücklich eingeladen, zur Demo zu kommen und mit ihm zu sprechen. Einer nahm das Angebot an: Marcel Stawinoga, als „Zoolotse“ bekannt und für den Zoo Dortmund tätig, kam zu Lehmann auf die Bühne. Die beiden tauschten ihre Argumente vor dem Publikum aus.

Robert Marc Lehmann und Marcel Stawinoga im Gespräch auf der Bühne
Robert Marc Lehmann (links) im Gespräch mit Marcel Stawinoga, bekannt als „Zoolotse“. Foto: Matthias Vollbrecht

Tierethische Einordnung.

Zoos begründen ihre Arbeit mit Artenschutz, Forschung und Bildung. Für das einzelne Tier ändert das wenig. Ein Eisbär, der sein Leben auf ein paar hundert Quadratmetern verbringt, hat nichts davon, dass seine Art anderswo überlebt. Nur ein kleiner Teil der Tiere in Zoos gehört zu Arten, die tatsächlich ausgewildert werden. Die meisten sind dort, weil Menschen sie ansehen wollen.

Lehmanns Satz dazu lautet: „Artenschutz braucht Lebensräume und keine Schaufenster.“ Dass tausende Menschen dafür an einem Sonntag nach Berlin kommen, zeigt, wie sehr sich der Blick auf Zoos verändert. Vor zehn Jahren wäre eine Demo dieser Größe gegen Zoos kaum denkbar gewesen. Die wichtigsten Argumente findest du in unserem Artikel Warum Zoos nicht cool sind.

Robert Marc Lehmann gibt ein Interview bei der Anti-Zoo-Demo
Robert Marc Lehmann im Interview mit Sat.1. Foto: Matthias Vollbrecht

Am Abend auf der Bühne.

Nach der Demo stand Lehmann noch auf der Bühne. Im ausverkauften Punch Line Club in Berlin spielte er sein Live-Programm „Mission Erde Live“.

„Mission Erde Live“: Die Tour geht weiter

Berlin war der Auftakt. Mit „Mission Erde Live – Die Welt ist es wert, um sie zu kämpfen“ ist Lehmann jetzt in ganz Deutschland unterwegs. Auf der Bühne erzählt er von Wal-Rettungen, von befreiten Wildtieren und von Tauchgängen mit Haien, mit Bildern und Geschichten aus über 100 Ländern. Wer die Demo verpasst hat oder mehr hören will, bekommt hier den ganzen Abend.

Die nächsten Termine 2026:

  • 10.10. Bonn, Brückenforum
  • 11.10. Marburg, Erwin-Piscator-Haus
  • 16.10. Bremen, Die Glocke
  • 17.10. Lübeck, Musik- und Kongresshalle
  • 18.10. Flensburg, Deutsches Haus
  • 19.10. Hannover, Theater am Aegi
  • 27.10. Münster, Halle Münsterland
  • 28.10. Köln, Theater am Tanzbrunnen
  • 29.10. Aachen, Eurogress
  • 16.11. Dresden, Alter Schlachthof
  • 17.11. Hof, Freiheitshalle
  • 18.11. Jena, Sparkassen-Arena

2027 folgen weitere Städte, unter anderem Wien, Zürich, Stuttgart, Nürnberg, Dortmund und Frankfurt. Welche Abende noch Karten haben, siehst du bei Eventim.

Tickets für „Mission Erde Live“ bei Eventim*

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Wer ihn noch nicht kennt: In unserem Interview mit Robert Marc Lehmann spricht er über den Schutz der Meere und über Delfine in Gefangenschaft. Sein Buch „Mission Erde“ gibt es unter anderem bei Amazon.

Die Demo in Bildern.

Blick von der Bühne auf die Menschenmenge bei der Anti-Zoo-Demo
Demonstrierende mit Schild zu Artenschutz und Lebensräumen
Robert Marc Lehmann von hinten vor der Menschenmenge
Schild mit der Aufschrift Gefangenschaft ist kein Artenschutz
Robert Marc Lehmann mit einem Gast auf der Bühne
Robert Marc Lehmann signiert die Jacke eines Fans
Robert Marc Lehmann im Gespräch am Rande der Demo
Ordnerinnen und Ordner in Warnwesten vor den Demonstrierenden
Schild mit Tiger hinter Gittern und Gedichtzeilen
Selbst gemalte Schilder über den Köpfen der Demonstrierenden
Demonstrierende mit einem Käfigmodell und Schildern
Mit-Organisatorin Caro macht Fotos mit Teilnehmenden

Alle Fotos: Matthias Vollbrecht. Zum Vergrößern antippen.

Häufige Fragen.

Wie viele Menschen waren bei der Anti-Zoo-Demo in Berlin?

Die Veranstalter schätzen rund 4.000 Teilnehmende. Eine offizielle Zahl gibt es bisher nicht.

Wer hat die Anti-Zoo-Demo organisiert?

Der Meeresbiologe und Tierschützer Robert Marc Lehmann mit seinem Verein Mission Erde.

Wo gibt es in Deutschland noch Delfinarien?

Im Zoo Duisburg und im Tiergarten Nürnberg. Es sind die letzten beiden Delfinarien in Deutschland.

War es die größte Anti-Zoo-Demo der Welt?

So nennen es die Veranstalter. Unabhängig prüfen lässt sich das nicht, weil es keine Statistik über Zoo-Demos gibt. Für Deutschland ist uns keine größere bekannt.

Danke an Matthias Vollbrecht, der die Demo fotografiert und uns seine Bilder zur Verfügung gestellt hat. Mehr von seiner Arbeit findest du auf Instagram unter @its_matt94.

Quellen ●

Angaben der Veranstalter zur Demo. Instagram-Story von Sarah Connor vom 3. Oktober 2026, darüber berichtete t-online. Tiergarten Nürnberg und Zoo Duisburg zu ihren Delfinen. Stellungnahme des Zoo Berlin bei Blick, 18. September 2026. Zahl zu Wuppertal: Radio Wuppertal. Fotos: Matthias Vollbrecht. Tourdaten laut Veranstalter, Stand 13. September 2026. Die Links zu Amazon und Eventim sind Affiliate-Links, als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Käufen. Dieser Artikel ist keine Kooperation.

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