Was trinken wir im Café der nächsten Jahre? Oatly hat dazu über 200 Baristas, Café-Betreiber*innen und Getränkeprofis aus 21 Ländern befragt. Das Ergebnis ist der zweite „Future of Taste Report“. Er sieht Kräuter, Fermentiertes, Getränke ohne Kaffee und vor allem Textur im Kommen, bis hin zu Coffee Jelly. Wir haben uns den Report angesehen und erklären, wo bei den neuen Trends tierische Zutaten lauern. Dazu gibt es drei vegane Rezepte aus Oatlys neuem Lookbook.
Kurz gesagt
- Kräuter und Fermentiertes: 40 % der Befragten sehen Kräuter und Botanicals als wichtigsten Geschmackstrend, 56 % sprachen von sich aus über Fermentation
- Café als Treffpunkt: 51 % nannten Gemeinschaft und Begegnung als Zukunft des Cafés
- Jenseits von Kaffee: 82 % der Baristas erwähnten Getränke, die weder Kaffee noch Tee sind
- Textur: 72 % halten das Mundgefühl für fast so wichtig wie den Geschmack
- Vegan-Check: Kollagen und Gelatine-Jelly sind tierisch, Agar-Agar und Pflanzendrinks sind die Alternativen
Inhalt10 Kapitel
- 01Woher die Zahlen kommen
- 02Trend 1: Kräuter, Blüten und Fermentiertes
- 03Trend 2: Das Café als Treffpunkt
- 04Trend 3: Mehr als Kaffee und Tee
- 05Trend 4: Textur wird zum Star
- 06Vegan-Check: Wo bei den Trends Tiere drinstecken
- 07Drei Rezepte aus dem Lookbook zum Nachmachen
- 08Tierethische Einordnung
- 09Was du tun kannst
- 10Häufige Fragen
Woher die Zahlen kommen.
Den Future of Taste Report hat Oatly am 23. Oktober 2026 veröffentlicht. Er beruht auf über 200 Interviews mit Menschen aus der Café- und Barszene in 21 Ländern, darunter Deutschland. Ergänzt wird er durch Daten des Trendforschungsinstituts CultureLab, etwa zu Online-Artikeln und Google-Suchen.
Einordnen muss man den Report trotzdem. Herausgeber ist ein Unternehmen, das Haferdrinks verkauft, eine unabhängige Studie ist das also nicht. Die Prozentzahlen geben wieder, wie oft Befragte ein Thema in Interviews angesprochen haben. Repräsentativ für alle Cafés oder für das, was Gäste tatsächlich bestellen, sind sie nicht. Als Stimmungsbild aus der Szene ist der Report trotzdem spannend.
Trend 1: Kräuter, Blüten und Fermentiertes.
Oatly nennt diesen Trend die „Pharmafizierung“ von Drinks. Gemeint ist, dass Cafés sich bei Kräuterkunde, traditioneller Medizin und Wellness bedienen. Für 40 % der Befragten prägen Kräuter und Botanicals den Geschmack von morgen. Am häufigsten genannt wurden Ingwer, Zimt, Kardamom, Kurkuma, Hibiskus und Lavendel.
Über die Hälfte der Befragten (56 %) sprach ohne Nachfrage über Fermentation. Neben Kombucha tauchen auf den Karten zunehmend Tepache aus fermentierter Ananas, das osteuropäische Brotgetränk Kwas und der türkische Şalgam, ein fermentierter Saft aus schwarzen Karotten auf. Als Beispiel aus Berlin nennt der Report die salzfermentierte Pflaumenlimo von Hoa Tran Nhat aus dem Café Antibarist.
Ob diese Zutaten im Getränk tatsächlich etwas für die Gesundheit tun, prüft der Report nicht. Er beschreibt, was Cafés anbieten und was Gäste nachfragen. Wer im Café einen „Wellness-Drink“ bestellt, bekommt also vor allem eins: ein interessantes Getränk.

Trend 2: Das Café als Treffpunkt.
Homeoffice und digitale Arbeit machen Cafés wieder wichtiger als Ort, an dem man unter Menschen ist. 51 % der Befragten sprachen von Zugehörigkeit, Gemeinschaft und echten Begegnungen. Der Report nennt Matcha-Gruppen, Kaffee-Communitys und Cafés rund um Musik oder gemeinsame Hobbys. „Ich glaube nicht, dass Kaffee die Welt verändern kann, aber die Gespräche, die bei einem Kaffee beginnen, können es“, sagt Nguyen Hoang Long vom Berliner Café Twogather.
Trend 3: Mehr als Kaffee und Tee.
82 % der befragten Baristas und Café-Betreiber*innen nannten Getränke, die weder Kaffee noch Tee sind. Die lila Süßkartoffel Ube aus den Philippinen wurde doppelt so oft erwähnt wie Flat White oder Cappuccino. Wer sie mal probieren will: Bei uns gibt es ein Rezept für veganen Ube-Kuchen. Dazu kommen Refreshers, also fruchtige Kaltgetränke, Botanical Sodas, gerösteter Grüntee namens Hojicha und Drinks mit Kokos oder Hibiskus. Laut Oatly stammten die fünf meistgenannten neuen Zutaten alle aus Ost- oder Südostasien.
Auffällig ist eine Liste sogenannter funktionaler Zutaten, die die Befragten häufig erwähnten: Protein, Ballaststoffe, Kollagen, Pilze, Kreatin, Elektrolyte und Adaptogene. Mindestens eine davon ist nicht vegan, dazu unten mehr.
Trend 4: Textur wird zum Star.
72 % der Befragten sagen, das Mundgefühl sei inzwischen fast so wichtig wie der Geschmack. Gefragt sind Schäume, Jellys, Sprudel, kaubare Toppings, Fruchtstücke und Drinks in Schichten. Auch die Optik zählt: 37 % halten das Aussehen für einen entscheidenden Teil eines Getränks. Besonders deutlich zeigt sich der Trend bei Coffee Jelly, einem in Japan beliebten Kaffee-Gelee. Die Google-Suchen danach sind laut Report im Jahresvergleich weltweit um 90 % gestiegen. „Niemand bestellt Cold Foam wegen des Geschmacks, sondern wegen des Gefühls“, sagt Diego Mata vom Café Nuwanda in Valencia.

Vegan-Check: Wo bei den Trends Tiere drinstecken.
Wer vegan lebt, sollte bei einigen der neuen Café-Trends genauer hinschauen:
- Kollagen wird aus Haut, Knochen und Knorpel von Rindern, Schweinen oder Fischen gewonnen. Ein „Collagen Latte“ im Café ist also so gut wie immer tierisch. Produkte mit der Aufschrift „veganes Kollagen“ enthalten meist gar kein Kollagen. Drin stecken andere pflanzliche Zutaten. Echtes Kollagen ohne Tier stellen bisher nur wenige Firmen per Fermentation her.
- Jelly wird klassisch mit Gelatine gemacht, ebenfalls aus Tierhaut und Knochen. Vegan geht es mit Agar-Agar aus Algen. Nachfragen lohnt, denn auf der Karte steht das selten. Welche Zusatzstoffe tierisch sind, zeigt unsere Liste der E-Nummern.
- Cold Foam und Schäume bestehen oft aus Kuhmilch oder Sahne. Viele Cafés bieten sie inzwischen auch mit Pflanzendrink an.
- Botanical Drinks werden gern mit Honig gesüßt. Agavensirup oder Zuckersirup sind die vegane Alternative.
- Proteinpulver in funktionalen Drinks ist häufig Molkenprotein. Erbsen- oder Sojaprotein sind pflanzlich.
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Kollagen-Trend ohne Tier: Vegan Collagen von nutri+
Statt Kollagen aus Schlachtabfällen enthält das Pulver die Aminosäuren Glycin, Prolin und Lysin, aus denen der Körper Kollagen selbst aufbaut, dazu Vitamin C. Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Haut bei. Die Aminosäuren stammen aus Fermentation oder sind synthetisch hergestellt. Getestet haben wir das Produkt nicht.
Die Rezepte in Oatlys Lookbook sind dagegen durchweg vegan. Wo Butter vorkommt, ist ausdrücklich vegane Butter gemeint, gesüßt wird mit Zucker, Agave oder Panela. Bei Rezepten mit Schokolade solltest du auf eine vegane Sorte achten.
Drei Rezepte aus dem Lookbook zum Nachmachen.
Zum Report hat Oatly sein viertes Lookbook mit Signature-Drinks für Herbst und Winter veröffentlicht. Drei davon funktionieren auch gut zu Hause.
Safran-Orangen-Espresso (geshaket)
Für den Safransirup (ca. 7 Portionen): 0,1 g Safranfäden, 100 ml Wasser, 75 g Zucker
Für den Drink: 1 doppelter Espresso, 25 ml Orangensaft, 1 kleine Prise gemahlene Nelke, 100 g Eis, 150 ml Barista-Haferdrink
- Safran im Mörser fein zerreiben, einen Eiswürfel dazugeben und schmelzen lassen.
- Zucker und Wasser aufkochen, bis sich der Zucker gelöst hat. Das Safranwasser einrühren, vom Herd nehmen und kalt stellen.
- Espresso, Orangensaft, Nelke, 20 ml Safransirup und Eis in einen Shaker geben und 10 bis 20 Sekunden schütteln.
- In ein Glas gießen und mit dem Haferdrink auffüllen.
Oatly empfiehlt dafür einen natürlich aufbereiteten Kaffee aus Brasilien mit wenig Säure.

Jujube Matcha
Für den Dattelsirup (ca. 10 Portionen): 25 g entkernte rote Datteln (Jujube), 200 ml heißes Wasser, 100 g Kandiszucker oder weißer Zucker, 1 Prise Salz, 1 g Fünf-Gewürze-Pulver
Für den Cold-Brew-Matcha: 2 bis 3 g Matcha, 30 ml kaltes Wasser, 0,1 g Salz, nach Geschmack 5 bis 10 g Agavensirup
Für den Drink: Eis, 150 ml Barista-Haferdrink
- Datteln klein schneiden und 10 bis 15 Minuten in 100 ml heißem Wasser einweichen. Pürieren und durch ein Sieb streichen.
- Zucker in den restlichen 100 ml heißem Wasser auflösen, mit dem Dattelsaft 2 bis 3 Minuten köcheln lassen. Salz und Fünf-Gewürze-Pulver einrühren und kalt stellen.
- Für den Matcha alle Zutaten 30 Sekunden kräftig aufschlagen oder im Shaker schütteln.
- 20 ml Dattelsirup ins Glas geben, Eis und Haferdrink dazu und mit dem Matcha toppen.
Getrocknete rote Datteln gibt es in fast jedem Asia-Supermarkt.

Hot Peanut
Zutaten: 10 g cremiges Erdnussmus (dunkel geröstet), 150 ml Barista-Haferdrink, 7 g Panela oder brauner Zucker
- Alle Zutaten verrühren.
- Mit der Dampfdüse, im Milchaufschäumer oder im Topf erhitzen.
- In eine Tasse gießen.
Weitere Drinks aus dem Lookbook:








Tierethische Einordnung.
Der Report zeigt etwas, das für Tiere wichtig ist: In der Café-Szene ist Kuhmilch nicht mehr selbstverständlich. Der US-Branchenbeobachter Dan Frommer sagt im Report, Milch sei nicht mehr die naheliegende Antwort für jede Art von Cremigkeit. Jeder Cappuccino mit Pflanzendrink ist einer, für den keine Kuh immer wieder schwanger werden und ihr Kalb hergeben muss. Mehr zur Herstellung und zu den Unterschieden zwischen den Sorten steht in unserem Ratgeber zu Hafermilch.
Gleichzeitig bringt der Trend zu funktionalen und texturreichen Drinks neue tierische Zutaten ins Café, die viele nicht auf dem Schirm haben. Kollagen und Gelatine sind Nebenprodukte der Schlachtindustrie und machen sie wirtschaftlich attraktiver. Wer Tiere schützen will, achtet deshalb auf die Milch und fragt auch beim Jelly und beim „Wellness-Booster“ nach.
Was du tun kannst.
- Im Café nachfragen. Ob Jelly, Schaum oder Sirup: Frag, woraus es gemacht ist. Das zeigt Cafés auch, dass es Nachfrage nach veganen Varianten gibt.
- Zu Hause ausprobieren. Für die Rezepte oben brauchst du einen aufschäumbaren Barista-Haferdrink und für den Jujube-Drink etwas Matcha.
- Coffee Jelly selbst machen. Mit Agar-Agar wird Kaffee in wenigen Minuten zu einem festen, veganen Gelee.
- Kollagen-Trend vegan mitmachen. Statt Kollagenpulver vom Tier gibt es pflanzliche Pulver wie das nutri+ Vegan Collagen Formation Support mit Aminosäuren und Vitamin C.
- Lokale Cafés unterstützen, die Pflanzendrinks ohne Aufpreis anbieten.
Häufige Fragen.
Was ist der Future of Taste Report?
Eine Trendanalyse von Oatly, die 2026 in zweiter Ausgabe erschienen ist. Sie beruht auf über 200 Interviews mit Getränkeprofis aus 21 Ländern und Trenddaten des Instituts CultureLab. Da Oatly selbst Haferdrinks verkauft, ist der Report keine unabhängige Studie.
Ist Coffee Jelly vegan?
Nicht unbedingt. Klassisch wird es mit Gelatine aus Tierhaut und Knochen gemacht. Mit Agar-Agar aus Algen lässt es sich vegan zubereiten.
Ist Kollagen vegan?
In aller Regel nicht. Kollagen wird aus Haut, Knochen und Knorpel von Rindern, Schweinen oder Fischen gewonnen. Produkte mit der Aufschrift „veganes Kollagen“ enthalten meist kein Kollagen, nur wenige Firmen stellen es tierfrei per Fermentation her.
Was ist Ube?
Eine lila Süßkartoffelart aus den Philippinen. Sie schmeckt leicht nussig und nach Vanille und färbt Getränke und Desserts kräftig lila.
Quellen ●
Oatly: A Report on the Future of Taste, Vol. 2 (Oktober 2026), Pressemitteilung von Oatly Deutschland vom 23. Oktober 2026, Oatly Look Book Vol. 4. Report, Rezepte und Fotos stammen aus dem Pressematerial von Oatly. Das Titelbild haben wir aus fünf Oatly-Pressefotos zusammengesetzt. Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wenn du darüber etwas kaufst, erhalten wir eine kleine Provision, für dich ändert sich am Preis nichts.


