Hafermilch ist ein Getränk aus Hafer, Wasser und meist etwas Öl und Salz, das du wie Kuhmilch in Kaffee, Müsli und Teig kippen kannst. Im Supermarkt heißt sie Haferdrink, weil „Milch“ in der EU für Tiermilch reserviert ist. Sie schäumt im Cappuccino gut auf und braucht im Anbau wenig Wasser. Ob sie gesund ist, hängt vor allem davon ab, welche Packung du kaufst.
Kurz gesagt
- Was ist drin? Hafer (meist rund 10 Prozent), Wasser, oft Rapsöl oder Sonnenblumenöl, Salz. Angereicherte Drinks enthalten zusätzlich Calcium, Vitamine und teils Jod.
- Ist Hafermilch gesund? Ungesüßt und angereichert passt sie gut in eine ausgewogene Ernährung. Sie liefert aber nur rund 1 g Eiweiß pro 100 ml, ein Drittel von Kuhmilch, und enthält durch die Herstellung meist gut 3 g Malzzucker.
- Worauf achten? Die DGE rät zu Drinks mit Calcium, Jod, Vitamin B2 und B12 und ohne Zuckerzusatz.
- Barista-Hafermilch hat mehr Fett und einen Säureregulator. Das hilft beim Aufschäumen.
- Selber machen geht in zehn Minuten mit 80 g Haferflocken auf einen Liter kaltes Wasser.
Was ist Hafermilch und warum heißt sie Haferdrink?
Hafermilch ist der Alltagsname, Haferdrink der rechtlich saubere. Der Europäische Gerichtshof hat 2017 entschieden, dass rein pflanzliche Produkte nicht als „Milch“ vermarktet werden dürfen. Ausnahmen wie Kokosmilch stehen auf einer festen Liste. Deshalb findest du im Laden nur „Haferdrink“, während alle Welt beim Bäcker „Hafermilch“ bestellt. Wie weit diese Bezeichnungsregeln inzwischen gehen, zeigt der Fall Alpro in der Schweiz.
In diesem Guide nutzen wir beide Wörter, gemeint ist immer dasselbe Produkt. Einen Überblick über alle Sorten und welcher Drink wofür taugt, findest du in unserem Guide zu pflanzlicher Milch.
So wird Hafermilch hergestellt.
Haferflocken in Wasser gemixt ergeben einen dünnen, leicht schleimigen Brei. Damit daraus ein Drink wird, der sich nicht absetzt und leicht süß schmeckt, setzt die Industrie auf Enzyme. Oatly beschreibt den Schritt auf seiner Website so: Natürliche Enzyme spalten die Haferstärke in kleinere Bausteine wie Maltose, also Malzzucker, und die süßen den Drink ganz ohne Zuckerzusatz. Das Verfahren geht auf schwedische Forschung aus den 1990er-Jahren zurück, die Geschichte dahinter erzählen wir im Porträt über die Erfinderin des Haferdrinks.
Danach werden die groben Bestandteile abgetrennt, Öl, Salz und je nach Produkt Calcium, Vitamine und Jod zugegeben, alles homogenisiert und ultrahocherhitzt. So hält die Packung ungeöffnet mehrere Monate ohne Kühlung.
Für dich heißt das: Auch auf einem Haferdrink „ohne Zuckerzusatz“ steht in der Nährwerttabelle meist Zucker, bei Oatly Bio oder Alpro Cremig Hafer rund 3,1 bis 3,4 g pro 100 ml. Dieser Zucker stammt aus der aufgespaltenen Stärke, zugesetzt wurde er nicht. Einige Varianten mit dem Namenszusatz „Ohne Zucker“ weisen 0 g aus. Wie die Hersteller die Enzymbehandlung dafür genau steuern, legen sie nicht offen.
Ist Hafermilch gesund? Nährwerte im Vergleich.
Hafermilch ist ein brauchbares Lebensmittel, aber kein Eins-zu-eins-Ersatz für Kuhmilch. Das sagt auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). In ihrem Positionspapier vom September 2024 befürwortet sie Pflanzendrinks für Menschen, die wenig oder keine Kuhmilch trinken. Gleichzeitig hält sie fest, dass die Drinks ohne Anreicherung ernährungsphysiologisch nicht mit Milch gleichzusetzen sind. Ihr Rat: Produkte wählen, die mit Calcium und Jod angereichert sind, bei veganer Ernährung zusätzlich mit Vitamin B2 und B12, und Drinks ohne Zuckerzusatz bevorzugen.
| je 100 ml | Vollmilch 3,5 %* | Oatly Haferdrink Ohne Zucker | Oatly Haferdrink Bio | Oatly Barista Edition |
|---|---|---|---|---|
| Energie | 62 kcal | 44 kcal | 39 kcal | 61 kcal |
| Fett | 3,5 g | 1,5 g | 0,5 g | 3,0 g |
| Kohlenhydrate | 4,0 g | 6,3 g | 7,2 g | 7,1 g |
| davon Zucker | 3,9 g (Laktose) | 0 g | 3,4 g | 3,4 g |
| Eiweiß | 3,6 g | 1,0 g | 1,1 g | 1,1 g |
| Calcium | 117 mg | 120 mg | nicht enthalten | 120 mg |
| Jod | 14 µg | 22,5 µg | nicht enthalten | 22,5 µg |
| Vitamin B2 | 0,14 mg | 0,21 mg | nicht enthalten | 0,21 mg |
| Vitamin B12 | 0,37 µg | 0,24 µg | nicht enthalten | 0,24 µg |
Eiweiß: die größte Lücke
Mit rund 1 g Eiweiß pro 100 ml liefert Hafermilch etwa ein Drittel dessen, was in Kuhmilch steckt. Wenn du Milch bisher als Eiweißquelle genutzt hast, etwa im Porridge nach dem Sport, gleichst du das über andere Lebensmittel aus. Hülsenfrüchte, Tofu und Sojadrinks sind die naheliegenden Kandidaten, eine Übersicht bietet unsere Liste der veganen Proteinquellen. Soll der Drink selbst Eiweiß bringen, ist Sojamilch die bessere Wahl.
Zucker, Maltose und Blutzucker
Hier wird die Debatte oft schief. Hafermilch ohne Zuckerzusatz enthält mit gut 3 g Zucker pro 100 ml etwas weniger als Kuhmilch mit knapp 4 g Milchzucker. Der Unterschied liegt in der Zuckerart. Maltose besteht aus zwei Glucose-Bausteinen und geht schnell ins Blut, Laktose aus Glucose und Galaktose deutlich langsamer. In den internationalen Tabellen zum glykämischen Index steht Maltose bei 105, Laktose bei 46, gemessen an Traubenzucker mit 100. Für Haferdrink als Ganzes gibt es nur einen im Labor geschätzten Wert von 59, also im mittleren Bereich (Jeske und andere, 2017). Am Menschen gemessen ist er nicht.
Für ein Glas zum Frühstück oder einen Schuss im Kaffee spielt das kaum eine Rolle, die Mengen sind klein. Wer Diabetes hat oder seinen Blutzucker aus anderen Gründen im Blick behalten muss, trinkt Hafermilch am besten zu einer Mahlzeit statt pur auf nüchternen Magen und bespricht größere Umstellungen mit der Ärztin oder dem Diabetesteam. Varianten mit 0 g Zucker sind eine Option.
Calcium, Jod, B2 und B12
Hafer selbst bringt kaum Calcium mit. Das Netzwerk Gesund ins Leben formuliert es deutlich: In Haferdrinks kommt Calcium ohne Anreicherung gar nicht vor. Die meisten konventionellen Drinks im Supermarkt sind deshalb auf 120 mg Calcium pro 100 ml eingestellt, etwa der Wert von Kuhmilch.
Beim Jod sieht es dünner aus. Kuhmilch ist in Deutschland eine der wichtigsten Jodquellen, weil Kühe jodiertes Mineralfutter bekommen. Unter den Haferdrinks enthalten nur einzelne Produkte Jod. Oatly setzt bei Haferdrink Ohne Zucker und der Barista Edition Kaliumiodid zu und gibt 22,5 µg pro 100 ml an. Alpro führt Kaliumiodid bei seinem Haferdrink Ohne Zucker in der Zutatenliste, beim Barista Hafer dagegen nicht. Wer keinen jodierten Drink kauft, sollte konsequent Jodsalz verwenden.
Für Säuglinge ist Hafermilch kein Ersatz für Muttermilch oder Säuglingsnahrung, für Kleinkinder nur angereichert und nach Rücksprache mit der Kinderarztpraxis. Mehr dazu steht in den Empfehlungen von Gesund ins Leben.
Angereichert oder Bio: was ist besser?
Das ist die Stelle, an der viele Bio-Käuferinnen und -Käufer danebengreifen. Die EU-Öko-Verordnung erlaubt es nicht, Bio-Lebensmittel nach Belieben mit Vitaminen und Mineralstoffen anzureichern. Ein Bio-Haferdrink wie Oatly Bio besteht deshalb aus Wasser, Hafer und Meersalz, ohne Calcium, ohne B12, ohne Jod.
Lange galt die Kalkalge Lithothamnium als Hintertür für Calcium. Diese Tür ist inzwischen weitgehend zu: Die EU-Kommission hat Ende 2023 klargestellt, dass sie die Alge als Mineralstoffzusatz wertet, seitdem beanstanden die Kontrollbehörden sie in Bio-Produkten (Stand laut Ökolandbau.de, Klagen sind anhängig). Vitamin B12 und Jod fehlen in Bio-Drinks ohnehin.
Unsere Empfehlung: Wenn Hafermilch dein Hauptgetränk für Müsli und Kaffee ist, nimm eine angereicherte Variante ohne Zuckerzusatz. Bio ist die richtige Wahl, wenn du Calcium, B12 und Jod anders sicher abdeckst, etwa über ein B12-Präparat, Jodsalz und calciumreiches Mineralwasser.
Barista-Hafermilch: was sie anders macht.

Barista-Varianten sind für den Kaffee gebaut. Sie haben mehr Fett, bei Oatly Barista Edition 3 g statt 1,5 g pro 100 ml, und enthalten einen Säureregulator wie Dikaliumphosphat. Der verhindert, dass der Drink im sauren Kaffee ausflockt. Das Ergebnis ist ein stabiler, feinporiger Schaum, mit dem auch Latte Art klappt.
Der Preis dafür: Barista-Drinks haben mehr Kalorien, rund 60 statt gut 40 kcal pro 100 ml, und nicht jeder ist voll angereichert. Alpro Barista Hafer enthält laut Zutatenliste weder Calcium noch Jod. Zum Trinken und fürs Müsli greifst du daher besser zur normalen Variante, für den Kaffee zur Barista-Packung.
Tipps zum Aufschäumen:
- Den Drink gut gekühlt verwenden, kalter Haferdrink schäumt besser auf.
- Nicht über 65 Grad erhitzen, sonst fällt der Schaum zusammen und der Geschmack wird kochig.
- Zu Hause reicht ein einfacher Milchaufschäumer, mit Barista-Hafer bekommst du darin guten Schaum hin.
Ob in deinem Kaffee sonst noch etwas Tierisches steckt, klärt unser Guide Ist Kaffee vegan?.
Hafermilch in der Küche: Backen und Kochen.
Hafermilch ist der Allrounder unter den Pflanzendrinks, weil sie leicht süßlich und neutral schmeckt. Im Rührkuchen, in Pfannkuchen oder Waffeln ersetzt du Kuhmilch eins zu eins. Die natürliche Süße fällt im Teig kaum auf. In herzhaften Gerichten wie Béchamel, Kartoffelgratin oder Kartoffelpüree funktioniert sie ebenfalls, eine Prise Muskat und etwas mehr Salz gleichen die Süße aus.
Wo sie an Grenzen stößt: Für Pudding und Cremes, die fest werden sollen, fehlt ihr das Eiweiß. Hier nimmst du etwas mehr Speisestärke oder greifst zu Sojamilch. Mehr Grundregeln zum pflanzlichen Backen findest du in unserem Guide Vegan backen für Anfänger.
Hafermilch selber machen: Rezept für einen Liter.
Hafermilch selber machen kostet dich zehn Minuten und ein paar Cent. Der Trick liegt in kaltem Wasser und kurzem Mixen. Wer den Hafer zu lange oder zu warm püriert, bekommt einen schleimigen Drink, weil die Stärke aufquillt.

Zutaten für etwa 1 Liter:
- 80 g zarte Haferflocken (glutenfrei, falls du Zöliakie hast)
- 1 Liter sehr kaltes Wasser
- 1 Prise Salz
- optional 1 EL neutrales Öl (z. B. Rapsöl) für mehr Cremigkeit
- optional 1 bis 2 Datteln oder ein paar Tropfen Vanille
So geht’s:
- Haferflocken, Wasser und Salz in den Mixer geben und höchstens 20 bis 30 Sekunden auf hoher Stufe mixen.
- Durch einen Nussmilchbeutel oder ein feines Tuch abseihen. Nicht kräftig auspressen, sonst wird der Drink schleimig.
- Öl und Datteln einrühren oder kurz untermixen, in eine saubere Glasflasche füllen.
- Im Kühlschrank hält sich die Hafermilch etwa drei Tage. Vor dem Eingießen schütteln, weil sie sich absetzt.
Die Reste im Beutel musst du nicht wegwerfen. Der Hafertrester passt in Porridge, Pancakes oder Bratlinge.
Eine Sache solltest du wissen: Selbstgemachte Hafermilch ist nicht angereichert. Calcium, Jod, Vitamin B2 und B12 fehlen, außer du ergänzt sie über andere Lebensmittel. Für den Kaffee ist sie außerdem zu dünn zum Aufschäumen. Wer regelmäßig selbst macht, spart sich mit einem Pflanzenmilchbereiter das Abseihen. Wie sich so ein Gerät im Alltag schlägt, liest du in unserem Mylky-Test. Den Mylky bekommst du direkt bei Mylky. Für den Einstieg reicht ein Nussmilchbeutel.
Hafermilch und Umwelt: Wasser, Fläche, CO2.
Beim Klima und beim Wasser schneidet Hafermilch gut ab, bei der Fläche liegt sie unter den Pflanzendrinks vorn, braucht aber immer noch nur einen Bruchteil dessen, was Kuhmilch beansprucht. Die bislang größte Metaanalyse zu Umweltwirkungen von Lebensmitteln stammt von Joseph Poore und Thomas Nemecek (Science, 2018). Our World in Data hat die Werte pro Liter aufbereitet:
| pro Liter | CO2-Äquivalent | Fläche | Süßwasser |
|---|---|---|---|
| Kuhmilch | 3,15 kg | 8,95 m² | 628 l |
| Reisdrink | 1,18 kg | 0,34 m² | 270 l |
| Sojadrink | 0,98 kg | 0,66 m² | 28 l |
| Haferdrink | 0,90 kg | 0,76 m² | 48 l |
| Mandeldrink | 0,70 kg | 0,50 m² | 371 l |
Hafer wächst in Nord- und Mitteleuropa, oft in Fruchtfolge mit anderen Getreiden, und braucht keine künstliche Bewässerung. Die Zahlen sind globale Durchschnittswerte. Ein konkreter Drink kann je nach Anbau, Transport und Verpackung besser oder schlechter liegen.
Preis: Warum Hafermilch mehr Steuer zahlt als Kuhmilch.
Haferdrinks sind im Supermarkt oft teurer als Kuhmilch. Ein Grund ist die Steuer: Kuhmilch zählt zu den Grundnahrungsmitteln mit ermäßigtem Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent, Pflanzendrinks gelten als Getränk und werden mit 19 Prozent besteuert. Warum das so ist und was Fachleute davon halten, erklären wir im Artikel zur Mehrwertsteuer auf tierische Lebensmittel. Dazu kam 2026 die Debatte um eine Zuckersteuer auf Pflanzendrinks, die ungesüßte Haferdrinks getroffen hätte.
Selbstgemacht liegt ein Liter bei den Kosten für 80 g Haferflocken, also bei wenigen Cent. Dafür fehlt die Anreicherung.
Hafermilch kaufen: Marken im Überblick.
Das ist eine Marktübersicht auf Basis der Herstellerangaben, kein Geschmackstest. Alle Nährwerte haben wir im September 2026 auf den Herstellerseiten abgerufen.
- Oatly Haferdrink Ohne Zucker: 0 g Zucker, 120 mg Calcium, 22,5 µg Jod, dazu Vitamin D, B2 und B12. Unter den großen Marken einer der wenigen Haferdrinks, die alle vier DGE-Punkte erfüllen. Oatly Haferdrink bei Amazon
- Oatly Haferdrink Barista Edition: der Klassiker in Cafés, angereichert inklusive Jod, 3,4 g Zucker aus dem Hafer. Oatly Barista bei Amazon
- Alpro Haferdrink Ohne Zucker: 0 g Zucker, 120 mg Calcium, Kaliumiodid und Vitamine laut Zutatenliste. Alpro Hafer bei Amazon
- Alpro Barista Hafer: schäumt gut, enthält laut Zutatenliste aber weder Calcium noch Jod. Alpro Barista bei Amazon
- Oatly Haferdrink Bio: nur Wasser, Hafer und Meersalz, nicht angereichert. Gut für alle, die Calcium, B12 und Jod anders abdecken. Oatly Bio bei Amazon
Daneben haben alle großen Drogerie- und Supermarktketten eigene Haferdrinks, konventionell und in Bio. Die Regel bleibt dieselbe: Zutatenliste lesen, auf Calcium, Jod, B2, B12 und fehlenden Zuckerzusatz achten.
Tierethik: Warum Hafermilch statt Kuhmilch.
Für ein Glas Hafermilch muss kein Tier Nachwuchs bekommen. Bei Kuhmilch ist genau das die Voraussetzung. Eine Kuh gibt nur Milch, nachdem sie ein Kalb geboren hat, und damit die Milch weiter fließt, wird sie immer wieder besamt. In Deutschland lebten im Mai 2026 rund 3,6 Millionen Milchkühe, meldet das Statistische Bundesamt.
Das Kalb bleibt in der Regel nicht bei der Mutter. Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft schreibt, dass Kälber meist wenige Stunden nach der Geburt von der Kuh getrennt werden. Die Milch, die für das Kalb gedacht war, geht an die Molkerei. Wie sehr die Tiere auf Leistung gezüchtet sind, zeigt eine Zahl der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung: 9.445 Kilogramm Milch hat eine Kuh in Deutschland 2024 im Schnitt gegeben, rund 30 Liter am Tag.
Männliche Kälber sind für die Milchproduktion wertlos. Sie gehen nach wenigen Wochen an Mastbetriebe, zum Teil auch ins Ausland, und werden nach einigen Monaten geschlachtet. Die Mütter leben kaum länger: Holstein-Kühe, die häufigste Milchrasse, verlassen den Betrieb laut Zuchtdaten nach gut drei Jahren Milchproduktion, mit etwa fünfeinhalb Jahren.
Hafermilch hat ihre Schwächen beim Eiweiß, das haben wir oben offen beschrieben. Diese Lücke lässt sich mit Hülsenfrüchten leicht schließen. Die Rechnung für die Kühe und ihre Kälber lässt sich mit keinem Nährwert ausgleichen.
Häufige Fragen zu Hafermilch.
Ist Hafermilch gesund?
Ungesüßt und angereichert mit Calcium, Jod, Vitamin B2 und B12 passt Hafermilch gut in eine ausgewogene Ernährung. Sie enthält wenig Fett, liefert aber nur etwa 1 g Eiweiß pro 100 ml. Bio-Varianten sind nicht angereichert.
Warum ist in Hafermilch Zucker, obwohl kein Zucker zugesetzt ist?
Bei der Herstellung spalten Enzyme die Haferstärke in Malzzucker auf. Daher stehen in der Nährwerttabelle meist rund 3 g Zucker pro 100 ml, auch ohne Zuckerzusatz. Einige Drinks mit dem Zusatz „Ohne Zucker“ kommen auf 0 g.
Ist Hafermilch glutenfrei?
Nicht automatisch. Hafer enthält selbst kein Gluten im engeren Sinn, wird aber oft mit Weizen, Gerste oder Roggen verunreinigt. Bei Zöliakie greifst du zu Drinks, die ausdrücklich als glutenfrei gekennzeichnet sind.
Wie lange hält Hafermilch nach dem Öffnen?
Gekühlt meist drei bis fünf Tage, die genaue Angabe steht auf der Packung. Selbstgemachte Hafermilch solltest du innerhalb von drei Tagen trinken.
Weitere Pflanzendrinks
- Mandelmilch: leicht, nussig und mit Wasserfrage
- Sojamilch: der Eiweiß-Champion unter den Pflanzendrinks
- Erbsenmilch: neutral, eiweißreich und frei von Soja und Nüssen
- Pflanzliche Milch: alle Sorten im Überblick, sortiert nach Einsatzgebiet
Methodik und Transparenz
Dieser Guide ist eine Marktübersicht, kein Produkttest. Verkostet haben wir die genannten Drinks für diesen Artikel nicht. Nährwerte und Zutaten stammen von den Seiten der Hersteller und Händler, Stand 26.09.2026. Rezepturen ändern sich, im Zweifel gilt die Angabe auf der Packung. Aussagen zur Gesundheit ersetzen keine ärztliche oder ernährungsfachliche Beratung.
Quellen
- Produktseiten von Oatly und Alpro (Deutschland), abgerufen am 26.09.2026
- Oatly zur Enzymbehandlung von Hafer
- Netzwerk Gesund ins Leben zu Pflanzendrinks für Kleinkinder
- Jeske, Zannini und Arendt (2017), Plant Foods for Human Nutrition, zum glykämischen Index
- DGE-Positionspapier „Kuhmilch und pflanzliche Milchalternativen“ (2024) und Volltext (Richter und andere, Ernährungs Umschau 12/2024)
- Bundeslebensmittelschlüssel 4.0, Max Rubner-Institut 2025, für Kuhmilch
- Our World in Data auf Basis von Poore und Nemecek, Science 2018, für Umweltwerte
- Ökolandbau.de und VO (EU) 2018/848 zur Anreicherung von Bio-Produkten
- Umsatzsteuergesetz, Anlage 2, zum ermäßigten Steuersatz
- Statistisches Bundesamt, Bundesinformationszentrum Landwirtschaft, BLE und Masterrind für die Angaben zur Milchviehhaltung
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FAQ - Das fragen andere
Was ist Hafermilch und warum heißt sie Haferdrink?
Ist Hafermilch gesund? Nährwerte im Vergleich.?
Angereichert oder Bio: was ist besser?
Ist Hafermilch gesund?
Warum ist in Hafermilch Zucker, obwohl kein Zucker zugesetzt ist?
Ist Hafermilch glutenfrei?
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