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Ist Sojasauce vegan? Meist ja, aber nicht jede Flasche

Klassische Sojasauce besteht aus Sojabohnen, Weizen, Salz und Wasser und ist damit vegan.

Schale mit dunkler Sojasauce und Essstäbchen auf einer Bambusmatte
Symbolbild. Foto: Ivan Vi / Pexels

Meist ja. Klassische Sojasauce besteht aus Sojabohnen, Weizen, Salz und Wasser, dazu kommt ein Schimmelpilz, der das Ganze über Monate fermentiert. Kein Tier weit und breit. Kikkoman, die Marke mit dem roten Deckel, trägt für ihre natürlich gebraute Sojasauce sogar das V-Label der European Vegetarian Union.

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Ein Blick aufs Etikett gehört trotzdem dazu. Bei gesüßten Varianten, Teriyaki, Austernsauce und manchen Würzsaucen rutschen Honig, Austernextrakt oder Fisch in die Flasche. Welche das sind und wie du sie in Sekunden erkennst, steht hier. Wenn du gerade den ganzen Vorratsschrank durchgehst: Unsere ultimative Ist-das-vegan-Liste checkt Produkt für Produkt.

Inhalt9 Kapitel
  1. 01Vier Zutaten und ein Schimmelpilz
  2. 02Wo Tierisches reinrutscht
  3. 03So liest du das Etikett in 20 Sekunden
  4. 04Marken-Check: Stand 27.09.2026
  5. 05Shoyu, Tamari, Kecap Manis: die Unterschiede
  6. 06Teriyaki, Austernsauce, Fischsauce, Worcestershire
  7. 07Sardellen, Austern, Beifang: wer für den Umami-Kick bezahlt
  8. 08Häufige Fragen
  9. 09Quellen

Vier Zutaten und ein Schimmelpilz

Gebraute Sojasauce entsteht in zwei Schritten. Zuerst wird aus gedämpften Sojabohnen und geröstetem Weizen mit dem Pilz Aspergillus oryzae das sogenannte Koji angesetzt. Der Pilz liefert Enzyme, die Eiweiß und Stärke aufspalten. Danach kommt das Koji in Salzlake, diese Maische heißt Moromi. Milchsäurebakterien und Hefen arbeiten dort weiter, je nach Brauerei viele Wochen bis Monate. Am Ende wird gepresst, gefiltert, erhitzt.

Kikkoman nennt für die eigene Sojasauce rund sechs Monate Brauzeit und genau vier Zutaten auf dem Etikett: Wasser, Sojabohnen, Weizen, Speisesalz. Der Pilz ist ein Mikroorganismus und damit für Veganer kein Thema, genauso wenig wie die Hefe im Brot.

Tofuwürfel mit Sesam in Sojasauce, daneben verstreute getrocknete Sojabohnen
Sojabohnen, Salz, Wasser, meist Weizen: mehr braucht klassische Sojasauce nicht. Symbolbild. Foto: Polina Tankilevitch / Pexels

Wo Tierisches reinrutscht

Die Sojasauce selbst ist fast nie das Problem. Kritisch wird es bei allem, was auf ihr aufbaut:

  • Honig in Teriyaki und süßen Grillsaucen. Die Kikkoman Teriyaki BBQ Sauce mit Honig enthält laut Hersteller 5 Prozent Honig. Warum Honig nicht vegan ist, erklären wir hier.
  • Austernextrakt. Klassische Austernsauce besteht zu einem großen Teil aus eingekochten Austern, bei der Premium Oyster Sauce von Lee Kum Kee sind es 40 Prozent Austernextrakt.
  • Bonito und Fischextrakt. Japanische Nudelsuppen-Basen und Dip-Saucen (Tsuyu) werden oft mit Dashi aus Bonito gemacht. Die Memmi Noodle Soup Base von Kikkoman USA etwa enthält Bonito-Extrakt, obwohl Sojasauce ganz oben auf der Zutatenliste steht.
  • Geschmacksverstärker E627 und E631. Die stecken in manchen günstigen Sojasaucen und können aus Fisch, Fleisch oder Fermentation stammen. Das Etikett verrät die Herkunft nicht. Mehr dazu in unserer E-Nummern-Liste.
  • Restaurant-Mischungen. Die Flasche auf dem Tisch ist meistens harmlos. Hausgemachte Dips, Glasuren und Marinaden in der Küche können dagegen Fischsauce, Dashi oder Honig enthalten. Da hilft nur Nachfragen, so klappt das entspannt.

So liest du das Etikett in 20 Sekunden

Steht ein V-Label oder ein anderes Vegan-Siegel auf der Flasche, bist du fertig. Wenn nicht, geh die Zutatenliste durch und such nach diesen Wörtern: Honig, Austern (oder Auster, Oyster), Fisch, Sardelle, Anchovis, Bonito, Katsuobushi, Garnele, Krustentiere, Weichtiere. Die letzten drei tauchen oft fett gedruckt auf, weil sie zu den Pflicht-Allergenen gehören. Praktisch für uns: Tierisches aus dem Meer lässt sich kaum verstecken.

Grauzone bleiben E627, E631 und „Aroma”. Bei einer Standard-Sojasauce mit V-Label musst du dir darüber keine Gedanken machen. Bei einer No-Name-Würzsauce ohne Siegel schon eher.

Regal voller Flaschen mit asiatischen Saucen in einem Laden in New Taipei City
Die Auswahl ist riesig, das Etikett entscheidet. Symbolbild. Foto: Jimmy Liao / Pexels

Marken-Check: Stand 27.09.2026

Wir haben nur Produkte aufgenommen, deren Status sich an einer Primärquelle belegen lässt, meistens der Herstellerseite. Rezepturen ändern sich, im Zweifel gilt das Etikett im Laden.

Produkt Vegan? Quelle Stand
Kikkoman natürlich gebraute Sojasauce Ja, V-Label Kikkoman 27.09.2026
Kikkoman Tamari glutenfreie Sojasauce Ja, V-Label Kikkoman 27.09.2026
Kikkoman salzreduzierte, Bio- und süße Sojasauce Ja, V-Label Kikkoman FAQ 27.09.2026
Kikkoman Teriyaki Marinade Keine tierischen Zutaten deklariert, nicht als vegan ausgelobt (enthält Wein) Kikkoman 27.09.2026
Kikkoman Teriyaki BBQ Sauce mit Honig Nein, 5 % Honig Kikkoman 27.09.2026
Lima Tamari Strong (Bio) Ja, Vegan-Label Lima 27.09.2026
Lee Kum Kee Premium Light Soy Sauce Ja, laut Hersteller (UK) Lee Kum Kee UK 27.09.2026
Lee Kum Kee Premium Oyster Sauce Nein, 40 % Austernextrakt Lee Kum Kee UK 27.09.2026
Lee Kum Kee Vegan Oyster Flavour Sauce Ja, laut Hersteller (UK) Lee Kum Kee UK 27.09.2026
Lea & Perrins Worcestershire Sauce Nein, Sardellen Kraft Heinz (US) 27.09.2026

Zum Nachkaufen: die Kikkoman Sojasauce, die glutenfreie Kikkoman Tamari oder die kräftige Lima Tamari Strong aus dem Bioladen-Regal. Das sind Affiliate-Links, mehr dazu unten im Methodik-Kasten.

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Shoyu, Tamari, Kecap Manis: die Unterschiede

Shoyu ist der japanische Standard, gebraut aus Soja und Weizen. Das ist die Sojasauce, die in den meisten deutschen Küchen steht.

Tamari kommt mit wenig oder gar keinem Weizen aus und schmeckt dadurch runder und kräftiger. Für alle, die Gluten meiden müssen, ist sie die erste Wahl, aber nur mit Glutenfrei-Siegel. Kikkoman Tamari und Lima Tamari Strong tragen eins. Normale Sojasauce enthält Weizen. Kikkoman schreibt dazu, dass das Gluten bei der Fermentation weitgehend abgebaut wird, als glutenfrei gilt die Sauce trotzdem nicht.

Kecap Manis ist die indonesische Variante, dick wie Sirup und mit viel Palm- oder Rohrzucker gesüßt. Meist ist sie vegan, die süße Sojasauce von Kikkoman trägt das V-Label. Verwechslungsgefahr gibt es beim Namen: Auf Indonesisch heißt jede fermentierte Würzsauce „Kecap”, und „Kecap ikan” ist Fischsauce.

Wer Soja ganz meiden will, findet Alternativen in unserem Artikel vegan ohne Soja.

Teriyaki, Austernsauce, Fischsauce, Worcestershire

Karotten, Sojasprossen und Frühlingszwiebeln brutzeln in einer Pfanne
Gemüse aus dem Wok braucht Würze. Bei Austern- und Fischsauce lohnt sich die vegane Variante. Symbolbild. Foto: Markus Winkler / Pexels
  • Teriyaki: Sojasauce, Zucker, Reiswein oder Wein. Oft vegan, aber Honig-Versionen sind verbreitet. Bei Wein bleibt offen, womit er geklärt wurde, hier die Hintergründe.
  • Austernsauce: in der klassischen Form nie vegan. Die vegane Version heißt meist „vegetarische Austernsauce” oder „Mushroom Stir-Fry Sauce” und wird aus Pilzen gemacht.
  • Fischsauce: besteht aus kleinen Fischen, meist Sardellen, die mit Salz ein bis anderthalb Jahre fermentieren. Vegane Varianten werden meist aus Pilzen, Algen oder Soja gemacht.
  • Worcestershire Sauce: Das Original von Lea & Perrins enthält Sardellen. Wer die Sauce für Marinaden braucht, findet vegane Varianten oder baut sie selbst, Inspiration gibt es bei unseren veganen BBQ-Saucen.

Sardellen, Austern, Beifang: wer für den Umami-Kick bezahlt

Bei Sojasauce selbst stellt sich die ethische Frage kaum. Bei ihren Nachbarn im Regal schon. Eine Flasche Fischsauce ist ein Konzentrat aus Tausenden kleiner Fische. Weltweit wurden zwischen 2000 und 2019 im Schnitt jedes Jahr 1,1 bis 2,2 Billionen Wildfische gefangen, schätzt eine 2024 im Fachjournal Animal Welfare erschienene Studie. Gezählt wird dort in Individuen statt in Tonnen, und das verändert den Blick.

Dazu kommt, was gar nicht erst im Netz bleiben soll. Die Welternährungsorganisation FAO beziffert den Beifang, der tot oder sterbend zurück ins Meer geht, für 2010 bis 2014 auf rund 9,1 Millionen Tonnen pro Jahr, etwa ein Zehntel des Fangs.

Dass Fische fühlen, ist keine Randmeinung mehr. Die New York Declaration on Animal Consciousness von 2024, unterschrieben von Hunderten Forschenden, hält bei allen Wirbeltieren, ausdrücklich auch bei Fischen, bewusstes Erleben für eine realistische Möglichkeit. Das EU-Recht nennt Tiere in Artikel 13 AEUV fühlende Wesen. Bei Austern ist die Forschung weniger eindeutig, ihr Nervensystem ist einfach gebaut. Wir finden: Wenn eine Pilzsauce denselben Job in der Pfanne erledigt, gibt es keinen vernünftigen Grund, es darauf ankommen zu lassen.

Die Haltung hängt dabei an keiner Geschmacksfrage. Selbst wenn Fischsauce besser schmecken würde als jede Alternative, wäre der Preis für die Tiere derselbe. Wer tiefer einsteigen will: Unser Guide Wie werde ich Veganer? hilft beim Umstieg, und unsere Bücherliste zur Tierethik liefert die Argumente.

Häufige Fragen

Ist Kikkoman Sojasauce vegan?

Ja. Die natürlich gebraute Sojasauce von Kikkoman trägt das V-Label, genauso wie Tamari, die salzreduzierte, die Bio- und die süße Variante. Nicht vegan ist die Teriyaki BBQ Sauce mit Honig.

Ist Sojasauce glutenfrei?

Normale Sojasauce nicht, sie wird mit Weizen gebraut. Glutenfrei sind Tamari-Saucen mit entsprechendem Siegel, zum Beispiel von Kikkoman oder Lima.

Ist die Sojasauce beim Sushi vegan?

Die Flasche auf dem Tisch in aller Regel schon. Vorsicht bei hausgemachten Dips, Glasuren und Nudelbrühen, die oft mit Dashi aus Bonito angesetzt werden. Einfach fragen.

Ist Kecap Manis vegan?

Meistens. Sie besteht im Kern aus Sojasauce und Zucker. Die süße Sojasauce von Kikkoman ist V-Label-zertifiziert, bei anderen Marken hilft die Zutatenliste.

Wie wir recherchiert haben
Für diesen Artikel haben wir am 27.09.2026 die Zutatenlisten und Vegan-Angaben direkt auf den Herstellerseiten von Kikkoman, Lima, Lee Kum Kee und Kraft Heinz abgerufen. Aufgenommen haben wir nur Produkte, deren Status dort belegt ist. Lee Kum Kee und Lea & Perrins haben wir über die britische beziehungsweise US-Seite geprüft, die Rezeptur im deutschen Handel kann abweichen. Getestet oder verkostet haben wir die Saucen nicht, dies ist eine Übersicht. Die Links zu Amazon sind Affiliate-Links: Kaufst du darüber, bekommen wir eine kleine Provision, am Preis ändert das nichts. Offen: Ob der Wein in der Kikkoman Teriyaki Marinade mit tierischen Hilfsstoffen geklärt wurde, geht aus der Herstellerseite nicht hervor.

Quellen

Haeufige Fragen

FAQ - Das fragen andere

Wo Tierisches reinrutscht?
Die Sojasauce selbst ist fast nie das Problem. Kritisch wird es bei allem, was auf ihr aufbaut: Honig in Teriyaki und süßen Grillsaucen. Die Kikkoman Teriyaki BBQ Sauce mit Honig enthält laut Hersteller 5 Prozent Honig. Warum Honig nicht vegan ist, erklären wir hier. Austernextrakt.
Ist Kikkoman Sojasauce vegan?
Ja. Die natürlich gebraute Sojasauce von Kikkoman trägt das V-Label, genauso wie Tamari, die salzreduzierte, die Bio- und die süße Variante. Nicht vegan ist die Teriyaki BBQ Sauce mit Honig.
Ist Sojasauce glutenfrei?
Normale Sojasauce nicht, sie wird mit Weizen gebraut. Glutenfrei sind Tamari-Saucen mit entsprechendem Siegel, zum Beispiel von Kikkoman oder Lima.
Ist die Sojasauce beim Sushi vegan?
Die Flasche auf dem Tisch in aller Regel schon. Vorsicht bei hausgemachten Dips, Glasuren und Nudelbrühen, die oft mit Dashi aus Bonito angesetzt werden. Einfach fragen.
Ist Kecap Manis vegan?
Meistens. Sie besteht im Kern aus Sojasauce und Zucker. Die süße Sojasauce von Kikkoman ist V-Label-zertifiziert, bei anderen Marken hilft die Zutatenliste. Wie wir recherchiert haben Für diesen Artikel haben wir am 27.09.2026 die Zutatenlisten und Vegan-Angaben direkt auf den Herstellerseiten von Kikkoman, Lima, Lee Kum Kee und Kraft Heinz abgerufen.