Was bleibt vom veganen Januar, wenn der Januar vorbei ist? Veganuary hat Teilnehmende des Jahres 2026 ein halbes Jahr später befragt. Von denen, die vorher nicht vegan lebten, essen 35 Prozent weiterhin komplett vegan. Insgesamt haben 82 Prozent ihren Konsum tierischer Produkte mindestens halbiert. Die Zahlen sind beeindruckend, man muss sie aber richtig lesen.
Kurz gesagt
- Weiter vegan: 35 % der Befragten, die vorher nicht vegan lebten
- Stark reduziert: 33 % essen über 75 % weniger tierische Produkte, 14 % zwischen 50 und 75 % weniger
- Offen für mehr: 92 % derer, die nicht vegan geblieben sind, wollen es wahrscheinlich noch einmal probieren
- Die Befragung: 1.730 Antworten von 343.459 angeschriebenen Newsletter-Nutzer*innen, also 0,5 %
- Die Einordnung: keine repräsentative Studie, eher ein Stimmungsbild der Engagierten
Inhalt6 Kapitel
Was die Umfrage zeigt.
Veganuary begleitet Menschen, die im Januar vegan leben wollen, unter anderem mit einer 31-tägigen E-Mail-Serie. Sechs Monate nach dem Aktionsmonat hat die Organisation die Empfänger*innen dieser Serie um Auskunft gebeten. Die Ergebnisse hat sie zum Weltvegantag am 1. November in einer Auswertung veröffentlicht.
Gefragt wurde, wie sich der Konsum tierischer Produkte seit Januar verändert hat. Diese Frage ging nur an Menschen, die vor Veganuary nicht vegan lebten:
- 35 % haben tierische Produkte komplett weggelassen
- 33 % haben sie um mehr als 75 % reduziert
- 14 % um 50 bis 75 %
- 10 % um 25 bis 50 %
- 4 % um weniger als 25 %
- 4 % haben nichts verändert
Auch wer nicht vegan geblieben ist, hat dem Thema nicht den Rücken gekehrt. 92 % dieser Gruppe halten es für wahrscheinlich, noch einmal vegan zu leben, 91 % würden Veganuary noch einmal 31 Tage lang mitmachen. Am meisten geholfen hat die Kampagne nach eigenen Angaben beim Kochen: 61 % fanden dadurch mehr Inspiration, 50 % entdeckten neue Lebensmittel und Gerichte.

Wie belastbar die Zahlen sind.
Die Umfrage ging an 343.459 Menschen, geantwortet haben 1.730. Das ist eine Rücklaufquote von 0,5 %. Wer nach sechs Monaten noch eine Umfrage von Veganuary öffnet und ausfüllt, hat mit großer Wahrscheinlichkeit noch eine Verbindung zum Thema. Menschen, die im Februar wieder zum gewohnten Essen zurückgekehrt sind, dürften seltener geantwortet haben. Die 35 % gelten also für die Antwortenden, nicht für alle, die Veganuary mitgemacht haben.
Aus der Auswertung geht außerdem nicht hervor, ob nur Teilnehmende aus Deutschland oder aus allen Kampagnenländern befragt wurden. Alle Angaben sind Selbstauskünfte. Das macht die Umfrage nicht wertlos. Sie zeigt, dass ein großer Teil der Engagierten dauerhaft etwas verändert. Wie viele der laut Veganuary über 30 Millionen Menschen, die im Januar 2026 weltweit pflanzlich gegessen haben, dabeigeblieben sind, beantwortet sie aber nicht.
Gefragt hat Veganuary auch nach gesundheitlichen Veränderungen. Viele, die vegan geblieben sind, gaben an, sich insgesamt besser zu fühlen. Weil das subjektive Einschätzungen ohne ärztliche Messung sind, geben wir diese Werte hier nicht im Detail wieder.
Vegan bleibt nicht privat.
Ein Ergebnis zeigt, wie sich die Idee weiterverbreitet. 42 % der vegan Gebliebenen sagen, dass sie sich seitdem stärker für Veganismus einsetzen. 44 % haben nach eigener Einschätzung mindestens eine weitere Person dazu gebracht, es selbst vegan zu probieren. „Viele Menschen probieren Veganuary für die Tiere oder das Klima aus und merken dann, dass ihnen die Umstellung auch persönlich guttut“, sagt Mirjam Schmitt, Sprecherin von Veganuary Deutschland.

Tierethische Einordnung.
Für Tiere zählt nicht, ob sich jemand „vegan“ nennt, sondern wie viele tierische Produkte tatsächlich gekauft werden. Und da ist die Umfrage ermutigend. Wer seinen Konsum um drei Viertel senkt, sorgt dafür, dass deutlich weniger Tiere gehalten, transportiert und geschlachtet werden. Ein Monat zum Ausprobieren senkt die Hürde, und viele bleiben danach zumindest teilweise dabei.
Gleichzeitig zeigt die niedrige Rücklaufquote, wie wichtig es ist, Menschen nach dem Januar nicht allein zu lassen. Wer im Februar ohne tägliche Rezepte und ohne Austausch dasteht, rutscht leichter in alte Gewohnheiten. Rezepte, gute Produkte im Supermarkt und Menschen, die mitmachen, sind für den Erfolg entscheidender als Willenskraft.
Was du tun kannst.
- Nicht bis Januar warten. Die E-Mail-Serie von Veganuary gibt es das ganze Jahr kostenlos, zum Beispiel ab dem Weltvegantag am 1. November.
- Mit einem guten Kochbuch starten. Ein veganes Einsteiger-Kochbuch hilft über die ersten Wochen, in denen alles neu ist.
- Jemanden mitnehmen. Laut Umfrage hat fast jede zweite vegan gebliebene Person eine weitere zum Ausprobieren gebracht. Gemeinsam fällt es leichter.
- Auf Nährstoffe achten. Vitamin B12 gehört bei veganer Ernährung immer dazu, zum Beispiel als B12-Lutschtablette von nutri+.
Häufige Fragen.
Wie viele Menschen bleiben nach Veganuary vegan?
Laut der Veganuary-Umfrage 2026 leben 35 % der Befragten, die vorher nicht vegan waren, sechs Monate später komplett vegan. Die Umfrage ist aber nicht repräsentativ, weil nur 0,5 % der Angeschriebenen geantwortet haben.
Wie viele Menschen machen bei Veganuary mit?
Veganuary schätzt auf Basis von YouGov-Umfragen, dass im Januar 2026 weltweit über 30 Millionen Menschen eine pflanzliche Ernährung ausprobiert haben.
Kann man Veganuary auch außerhalb des Januars machen?
Ja. Die kostenlose 31-tägige E-Mail-Serie kann man laut Veganuary das ganze Jahr über starten.
Wer steckt hinter Veganuary?
Eine gemeinnützige Organisation, die 2014 in Yorkshire in England gegründet wurde und heute in mehreren Ländern Kampagnen betreibt, darunter Deutschland.
Quellen ●
Veganuary: Die offizielle Umfrage, sechs Monate später (Oktober 2026), Pressemitteilung von Veganuary Deutschland vom 27. Oktober 2026. Fotos: Julia M Cameron und Alesia Kozik / Pexels. Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wenn du darüber etwas kaufst, erhalten wir eine kleine Provision, für dich ändert sich am Preis nichts.
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