Am Sonntag, dem 1. November 2026, ist Weltvegantag. Seit 1994 erinnert der Tag an die Gründung der Vegan Society, die vor 82 Jahren in England das Wort „vegan“ erfunden hat. Vegan ist dabei eine ganze Lebensweise, die Tiere in allen Bereichen respektiert, beim Essen genauso wie bei Kleidung, Kosmetik, Freizeit und Konsum. Hier steht, woher der Weltvegantag kommt, was vegan alles umfasst, wie viele Menschen in Deutschland so leben und wie du selbst einsteigen kannst.
Kurz gesagt
- Was vegan heißt: Tiere so weit wie möglich nicht auszubeuten, beim Essen, bei Kleidung, Kosmetik, Freizeit und überall sonst
- Wann: jedes Jahr am 1. November, 2026 ist das ein Sonntag, der ganze November gilt als World Vegan Month
- Warum: Die Vegan Society wurde im November 1944 gegründet, der Weltvegantag entstand 1994 zu ihrem 50. Geburtstag
- Wie viele: In Deutschland bezeichnen sich je nach Umfrage zwischen 1 und 2,3 Prozent der Menschen als vegan, laut Allensbach rund 1,7 Millionen
- Der Markt: 1,71 Milliarden Euro Umsatz mit pflanzlichen Produkten im Handel, die Produktion von Fleischersatz sank 2025 erstmals leicht
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Inhalt11 Kapitel
- 01Wann ist Weltvegantag 2026?
- 02Woher der Weltvegantag kommt
- 03Was vegan eigentlich bedeutet
- 04Vegan in allen Lebensbereichen
- 05Wie viele Menschen in Deutschland vegan leben
- 06Was der Markt macht
- 07Veganuary: der Januar als Einstieg
- 08Tierethische Einordnung
- 09Vegan starten mit This Is Vegan
- 10Was du am Weltvegantag tun kannst
- 11Häufige Fragen
Wann ist Weltvegantag 2026?.
Der Weltvegantag, auf Englisch World Vegan Day, ist jedes Jahr am 1. November. 2026 fällt er auf einen Sonntag. Über die Jahre ist aus dem Tag erst eine Woche und dann ein ganzer Monat geworden: Der November gilt als World Vegan Month. Ein offizielles Motto für 2026 hat die Vegan Society bisher nicht veröffentlicht. 2024 lautete ihre Kampagne zum 80. Geburtstag „The Future is Vegan“.
Nicht verwechseln: Der Weltvegetariertag ist schon am 1. Oktober. Was die aktuellen Zahlen zum Fleischkauf zeigen, haben wir zum Weltvegetariertag aufgeschrieben.
Woher der Weltvegantag kommt.
Im November 1944 traf sich der Lehrer Donald Watson in England mit fünf anderen Vegetarier*innen, die auch auf Milchprodukte verzichteten, unter ihnen Elsie Shrigley. Sie gründeten einen eigenen Verein. Der genaue Tag ist nicht überliefert, die Vegan Society selbst hält den 5. November für am wahrscheinlichsten. Für den neuen Lebensstil brauchte es ein Wort. Verworfen wurden Vorschläge wie „dairyban“, „vitan“ und „benevore“. Watson wählte schließlich „vegan“: die ersten drei und die letzten zwei Buchstaben von „vegetarian“, als Anfang und Ende des Vegetarismus.
1949 fiel dem Mitglied Leslie Cross auf, dass der Verein gar keine Definition hatte. Die erste Fassung entstand. Die heutige Formulierung wird seit Ende der 1980er-Jahre verwendet. Den Weltvegantag schließlich rief 1994 Louise Wallis aus, die frühere Präsidentin der Vegan Society, zum 50. Jahrestag der Gründung.

Was vegan eigentlich bedeutet.
Die Vegan Society definiert Veganismus als Philosophie und Lebensweise, die versucht, so weit wie möglich und praktikabel jede Form der Ausbeutung von Tieren und jede Grausamkeit gegen sie zu vermeiden, bei Nahrung, Kleidung und allen anderen Zwecken. Darüber hinaus fördert sie tierfreie Alternativen, zum Nutzen von Tieren, Menschen und Umwelt. Beim Essen bedeutet das, auf alle Produkte zu verzichten, die ganz oder teilweise von Tieren stammen.
Vegan beschreibt also eine Haltung, die alle Lebensbereiche umfasst. Wer sich pflanzlich ernährt, aber Leder trägt, lebt im engeren Sinn „plant-based“. Darüber haben wir zuletzt am Beispiel von Bundesminister Alexander Schweitzer geschrieben. Wichtig ist der Zusatz „so weit wie möglich und praktikabel“: Niemand muss perfekt sein. Medikamente etwa werden gesetzlich an Tieren getestet, wer sie braucht, nimmt sie trotzdem.
Vegan in allen Lebensbereichen.
- Essen: keine Lebensmittel vom Tier, also kein Fleisch, kein Fisch, keine Milch, keine Eier und kein Honig. Dazu gehören auch versteckte Zutaten wie Gelatine oder Karmin.
- Kleidung: kein Leder, kein Pelz, keine Wolle, keine Seide und keine Daunen. Wie viel Bewegung es hier gibt, zeigt etwa der Pelzausstieg von Woolrich.
- Kosmetik und Haushalt: Produkte ohne tierische Inhaltsstoffe und ohne Tierversuche. Welche Stoffe sich in Cremes und Lippenstiften verstecken, steht in unserem Check zu Karmin und Squalan. Welche Methoden ohne Tiere schon funktionieren, erklären wir in Alternativen zu Tierversuchen, und die Ärzte gegen Tierversuche informieren über den aktuellen Stand der Forschung.
- Freizeit und Reisen: keine Zoos, Delfinarien oder Zirkusse mit Tieren, kein Reiten auf Elefanten und keine Kutschfahrten. Warum, steht in Warum Zoos nicht cool sind.
- Zusammenleben mit Tieren: Tiere aus dem Tierheim adoptieren statt beim Züchter kaufen. Unser Guide zur Adoption hilft dabei.
- Engagement: Viele Veganer*innen setzen sich auch politisch für Tiere ein, unterstützen Lebenshöfe oder gehen auf Demos.
Wie viele Menschen in Deutschland vegan leben.
Eine einzige richtige Zahl gibt es nicht, weil verschiedene Umfragen unterschiedlich fragen:
- Allensbach: Laut der Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse 2025 bezeichnen sich 2,3 Prozent der Menschen ab 14 Jahren als vegan, das sind rund 1,7 Millionen. Als vegetarisch sehen sich 11,9 Prozent.
- Ernährungsreport: Im Ernährungsreport 2025 des Bundeslandwirtschaftsministeriums, erhoben von forsa unter gut 1.000 Menschen, ernähren sich 2 Prozent vegan, 7 Prozent vegetarisch und 37 Prozent flexitarisch.
- Max Rubner-Institut: Im Nationalen Ernährungsmonitoring kam das staatliche Forschungsinstitut auf gut 1 Prozent Veganer*innen.
Die Unterschiede entstehen, weil Menschen sich selbst einordnen und weil manche sich vegan nennen, aber nicht ganz so essen. Eine große Auswertung von 837 Studien aus 58 Ländern, veröffentlicht 2026 von Bryant Research und Faunalytics, zeigt genau diese Lücke: In Europa bezeichnen sich mehr Menschen als vegan, als es ihre tatsächliche Ernährung hergibt. Für die ganze Welt gibt es deshalb keine belastbare Zahl. Die Studie sieht aber einen langsamen Anstieg, vor allem in Europa.
Was der Markt macht.
Pflanzliche Produkte sind im Supermarkt angekommen, das Wachstum hat sich aber verlangsamt. Laut dem Good Food Institute Europe, das sich auf Handelsdaten von Circana stützt, setzte der deutsche Lebensmittelhandel 2025 mit pflanzlichen Produkten 1,71 Milliarden Euro um, 3,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Pflanzliche Fleischalternativen blieben mit 751 Millionen Euro etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Pflanzendrinks wuchsen um 8,1 Prozent auf 632 Millionen Euro und machen inzwischen 9,2 Prozent der verkauften Milchmenge aus.
Das Statistische Bundesamt meldete für 2025 eine Produktion von 124.900 Tonnen Fleischersatz. Das waren 1,2 Prozent weniger als 2024, der erste Rückgang nach Jahren des Wachstums. Gegenüber 2019 hat sich die Menge aber mehr als verdoppelt. Zum Vergleich: Fleisch und Fleischprodukte hatten einen gut 70-mal so hohen Produktionswert, 2019 war es noch etwa das 150-Fache. Und die Menschen in Deutschland aßen 2025 im Schnitt 54,9 Kilogramm Fleisch, 1,4 Kilogramm mehr als im Jahr davor. Beim Trinkmilchverbrauch ging es dagegen weiter nach unten, auf 45,1 Kilogramm pro Kopf.

Politisch bleibt es zäh. Die EU hat 2026 Begriffe wie „Steak“ für pflanzliche Produkte reserviert, Burger und Wurst sind vorerst erlaubt, aber auch dafür gibt es einen neuen Verbotsvorstoß. Den Stand beschreibt unser Artikel zum Veggie-Burger-Verbot.

Veganuary: der Januar als Einstieg.
Viele Menschen probieren vegan zum ersten Mal im Januar aus. Die Kampagne Veganuary gibt es seit 2014. Für 2026 schätzt sie anhand von YouGov-Umfragen in zwölf Ländern, dass weltweit rund 30 Millionen Menschen mitgemacht haben. In Deutschland beteiligten sich mehr als 1.000 Unternehmen mit Produkten und Angeboten. Wer den Weltvegantag als Startschuss nutzen will, kann mit uns vegan starten.
Tierethische Einordnung.
Der Weltvegantag ist kein Ernährungstag. Er erinnert an eine Gruppe von Menschen, die 1944, mitten im Krieg und in Zeiten der Lebensmittelrationierung, entschieden haben, dass Tiere nicht für uns da sind. An dieser Idee hat sich nichts geändert. Geändert haben sich die Dimensionen. Nach Daten der Welternährungsorganisation FAO werden weltweit jedes Jahr rund 88 Milliarden Landtiere geschlachtet, die allermeisten davon Hühner. Bei Fischen zählt die FAO nur Tonnen. Schätzungen gehen von rund 130 Milliarden Zuchtfischen und 1,1 bis 2,2 Billionen gefangenen Wildfischen pro Jahr aus.
In Deutschland wurden 2025 allein in den Schlachtbetrieben rund 746 Millionen Tiere geschlachtet. Jedes davon war ein Individuum mit eigenen Interessen. Warum wir manche Tiere lieben und andere essen, erklärt unser Artikel über Speziesismus, alle Zahlen stehen in Wie viele Tiere werden geschlachtet?


Vegan starten mit This Is Vegan.
Der Weltvegantag ist ein guter Tag, um anzufangen. Mach mit und starte mit uns: In unserem kostenlosen Newsletter bekommst du jede Woche neue Rezepte, Produkttests, die wir selbst gemacht haben, Tipps für Kleidung, Kosmetik und Alltag und die aktuellen Rabattcodes unserer Partner. Wer es strukturiert mag, findet zusätzlich im 30-Tage-Plan eine Anleitung Schritt für Schritt.
Was du am Weltvegantag tun kannst.
- Einen Tag vegan leben. Oder eine Woche, oder den ganzen November. Für den Anfang hilft ein gutes veganes Kochbuch für Einsteiger*innen.
- Für andere kochen. Ein gutes Essen überzeugt oft mehr als jede Diskussion.
- Kleiderschrank und Bad durchgehen. Beim nächsten Kauf von Schuhen, Jacke oder Shampoo auf tierfreie Alternativen achten.
- Freizeit überdenken. Statt Zoo oder Delfinshow lieber einen Lebenshof besuchen.
- Tiere direkt unterstützen. Lebenshöfe in deiner Nähe findest du im Lebenshof-Atlas.
- Den Januar vormerken. Auf veganuary.com kannst du dich schon für Veganuary 2027 anmelden.
Häufige Fragen.
Wann ist Weltvegantag?
Jedes Jahr am 1. November. 2026 ist das ein Sonntag. Der ganze November gilt außerdem als World Vegan Month.
Ist vegan nur eine Ernährungsform?
Nein. Nach der Definition der Vegan Society ist Veganismus eine Lebensweise, die Ausbeutung von Tieren so weit wie möglich vermeidet, bei Essen, Kleidung, Kosmetik, Freizeit und allen anderen Zwecken.
Wer hat den Weltvegantag erfunden?
Louise Wallis, die frühere Präsidentin der Vegan Society, rief ihn 1994 zum 50. Jahrestag der Gründung der Vegan Society aus.
Woher kommt das Wort vegan?
Donald Watson, Mitgründer der Vegan Society, bildete es 1944 aus den ersten drei und den letzten zwei Buchstaben des englischen Worts „vegetarian“.
Wie viele Veganer gibt es in Deutschland?
Je nach Umfrage zwischen gut 1 und 2,3 Prozent der Bevölkerung. Laut Allensbach bezeichnen sich 2025 rund 1,7 Millionen Menschen ab 14 Jahren als vegan.
Was ist der Unterschied zwischen Weltvegantag und Weltvegetariertag?
Der Weltvegetariertag ist am 1. Oktober, der Weltvegantag einen Monat später am 1. November.
Quellen ●
The Vegan Society: World Vegan Month, Geschichte, Definition. IfD Allensbach, AWA 2025. BMLEH, Ernährungsreport 2025. Faunalytics/Bryant Research. GFI Europe. Destatis zu Fleischersatz und zu Schlachtungen. BLE zu Fleisch und Milch. Veganuary 2026. Fishcount, Mood & Brooke 2024. Recherche mit Unterstützung von Anara, alle Angaben an den Originalquellen geprüft. Fotos: Los Muertos Crew, Macourt Media, Marek Piwnicki / Pexels. Grafiken: This Is Vegan. Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wenn du darüber etwas kaufst, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts.


