Jeder fünfte Whopper ist pflanzlich: Burger King hält an Plant-based fest

Vor zehn Monaten nahm McDonald's Deutschland den McPlant nach vier Jahren aus dem Sortiment. Die Branche wertete das als Signal: Plant-based im Fast Food, das war wohl eine Phase.
Der größte Konkurrent erzählt eine andere Geschichte. Bei Burger King Deutschland wird rund jeder fünfte Whopper als Plant-based-Variante bestellt. Beim Long Chicken ist es rund jede vierte Bestellung.
Erstmals kommuniziert hat das Unternehmen diese Größenordnung 2022. Auf unsere Anfrage hat Burger King Deutschland sie im August 2026 in einer schriftlichen Auskunft erneut genannt. Die Nachricht steckt in der Wiederholung: Vier Jahre später steht Plant-based bei der Kette unverändert im Kern des Geschäfts, während der Markt drumherum ausdünnt.
Jeder fünfte Whopper, jeder vierte Long Chicken

Man muss sich die Größenordnung klarmachen. Der Whopper ist kein Nischenprodukt, er ist das Aushängeschild der Kette, rund 760 Restaurants bundesweit. Wenn davon jeder fünfte ohne Fleisch bestellt wird, ist das keine Randgruppe, die sich durch die Karte probiert. Das ist Alltag an der Kasse.
Und die Zahl steht in einem bemerkenswerten Kontrast zur Marktstimmung. Während Hersteller ihre Sortimente ausdünnen und McDonald's seine Veggie-Linie inzwischen vegetarisch statt vegan denkt, hält der direkte Wettbewerber an Bestellanteilen fest, von denen die meisten Produktkategorien im Supermarkt nur träumen können.
Zur Einordnung: Der Anteil pflanzlicher Alternativen am gesamten Fleischmarkt liegt in Deutschland im niedrigen einstelligen Prozentbereich. An der Burger-King-Kasse liegt er beim wichtigsten Produkt bei rund zwanzig Prozent. Der Unterschied hat einen einfachen Grund: Hier kostet die pflanzliche Variante nicht mehr als das Original, schmeckt nach demselben Grill und steht gleichberechtigt auf der Karte.
Der „Grüne Weg”: getrennte Fritteuse, grüne Zangen, Petersilie als Erkennungszeichen

Interessanter als die Zahl ist fast, was Burger King zur Zubereitung offengelegt hat. Für die Chicken-Alternativen existiert intern ein eigenes System, der sogenannte „Grüne Weg”: Plant-based Long Chicken und Plant-based Nuggets werden gemeinsam mit den Pommes in einer separat geführten Fritteuse zubereitet. Frittierkörbe, Zangen und Warmhaltebereiche sind grün gekennzeichnet, das Personal wird auf die Abläufe geschult.
Dazu kommt ein Detail, das man erst einmal charmant finden muss: Die Panade der pflanzlichen Chicken-Produkte enthält Petersilien-Sprinkles, damit die Alternativen auch nach dem Frittieren auf einen Blick vom Tierprodukt zu unterscheiden sind. Die Pommes enthalten laut Burger King keine tierischen Zutaten.
So weit die gute Hälfte der Auskunft. Jetzt die andere.
Die ehrliche Einschränkung: Beef-Pattys teilen sich den Grill

Burger King schreibt ohne Umschweife: „Unsere Plant-based Beef-Pattys werden hingegen auf demselben Grill wie unsere Beef-Pattys zubereitet.” Das Flower Patty in seiner Blumenform ist zwar optisch eindeutig vom Fleisch zu unterscheiden, gegrillt wird aber auf derselben Fläche.
Für Flexitarier ist das egal. Für alle, die aus ethischen Gründen streng auf Kreuzkontakt achten, heißt es: Long Chicken, Nuggets und Pommes laufen über den Grünen Weg, der Plant-based Whopper nicht. Diese Offenheit rechnen wir Burger King hoch an, sie ist in der Systemgastronomie nicht selbstverständlich. Schöner wäre trotzdem ein Grüner Weg auch für den Grill.
Dazu passt die zweite Einschränkung aus der Auskunft: Die Standard-Buns kommen ohne tierische Zutaten aus, die Brioche-Buns der Baby Burger enthalten dagegen Butter. Vegane Burgersauce, Ketchup, Senf, Big-King-Sauce, BBQ und Curry sind laut Burger King ohne tierische Zutaten, Chili-Cheese- und Cheddar-Saucen sowie Sour-Cream- und Chipotle-Dips nicht.

Was Burger King nicht beantwortet hat
Trotz Nachfrage offen blieb, welche Produkte V-Label-zertifiziert sind und in welcher Stufe. Dazu steht in der Antwort kein Wort. Stattdessen definiert Burger King selbst: Plant-based heiße zunächst nur, dass die Fleischkomponente ersetzt wird, das komplette Gericht sei damit nicht automatisch frei von tierischen Zutaten. Das ist immerhin ehrlich, ersetzt aber kein unabhängiges Siegel.
Aktuellere Bestellanteile als die 2022 erstmals genannten nannte das Unternehmen ebenfalls nicht. Ob die Kurve seither steigt oder fällt, bleibt Betriebsgeheimnis. Dass Burger King die Größenordnung vier Jahre später ohne Einschränkung wiederholt, spricht allerdings dagegen, dass sie eingebrochen ist.
Pressesprecher Daniel Polte ordnet die Strategie so ein: „Plant-based ist für uns seit Jahren ein zentraler Bestandteil unseres Sortiments. Als Vorreiter der Systemgastronomie treiben wir die Auswahl pflanzlicher Alternativen konsequent voran und entwickeln sowohl unser Angebot als auch die Prozesse in unseren Restaurants kontinuierlich weiter.”
Was das für den Markt bedeutet
Die YouGov-Zahlen vom August zeigen, dass 78 Prozent der Milchkäufer längst beides kaufen, Kuhmilch und Pflanzendrink. Die Burger-King-Zahlen zeigen dasselbe Muster beim Fast Food: Pflanzlich gewinnt als normale Option im Alltag, ganz ohne Ideologie. Jeder fünfte Whopper wird nicht von Veganern bestellt, dafür reicht unser Bevölkerungsanteil schlicht nicht. Das sind Mischköstler, denen die pflanzliche Variante gut genug ist.
Genau daran war McDonald's mit dem McPlant gescheitert: als Sonderprodukt beworben, preislich unattraktiv, halbherzig platziert. Burger King hat die Alternative zum Standard gemacht. Das Ergebnis steht oben in Prozent.
Wie der Markt insgesamt dasteht, zeigt unsere Analyse zum Plant-based-Markt in Deutschland.
Transparenz: Woher die Informationen stammen
Grundlage dieses Artikels ist eine schriftliche Auskunft, die Burger King Deutschland This Is Vegan am 21. August 2026 auf redaktionelle Anfrage erteilt hat. Die Bestellanteile (rund jeder fünfte Whopper, rund jeder vierte Long Chicken) hat das Unternehmen erstmals 2022 kommuniziert und in dieser Auskunft erneut genannt; aktuellere Anteile nennt es nicht. Die Angaben zum „Grünen Weg”, zur Grill-Situation und zu Saucen und Buns stammen aus derselben Auskunft und sind als Aussagen des Unternehmens gekennzeichnet. Unabhängig überprüfen können wir sie nicht. Das Zitat von Daniel Polte ist von Burger King zur Veröffentlichung freigegeben.
Korrektur vom 22. August 2026: In einer früheren Version haben wir die Bestellanteile als exklusiv und erstmals öffentlich beschrieben. Das war ein Fehler: Die Zahlen sind seit 2022 kommuniziert. Titel, Text und Infografik wurden angepasst.
Dieser Artikel ist redaktionell entstanden und wurde weder beauftragt noch bezahlt. Maßgeblich für Zutaten und Allergene sind stets die aktuell veröffentlichten Produktinformationen von Burger King.
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