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Earth Day 2027: Datum, Motto „Food for Our Planet“ und was dein Essen mit der Erde zu tun hat

Drei junge Menschen demonstrieren mit Schildern für den Klimaschutz
Klimaprotest. Foto: Lara Jameson / Pexels

Am Donnerstag, dem 22. April 2027, ist wieder Earth Day. Zum 58. Mal rufen Menschen in fast allen Ländern der Welt dazu auf, die Erde besser zu schützen. Und diesmal passt das Motto genau zu dem, worüber wir hier jeden Tag schreiben: „Food for Our Planet“ stellt das Ernährungssystem in den Mittelpunkt. Hier steht alles, was du zum Earth Day 2027 wissen musst, von der Geschichte bis zu den Zahlen, die zeigen, warum unser Essen für die Erde so entscheidend ist.

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Kurz gesagt

  • Wann: Donnerstag, 22. April 2027, mit Aktionen im ganzen April
  • Motto: „Food for Our Planet“, eine mehrjährige Kampagne zum Umbau des Ernährungssystems
  • Wer: organisiert von EARTHDAY.ORG, nach eigenen Angaben mit rund einer Milliarde Menschen in 193 Ländern
  • Warum Essen: Das Ernährungssystem verursacht rund ein Drittel aller menschengemachten Treibhausgase, mehr als die Hälfte davon stammt aus Tierprodukten
  • Was du tun kannst: mehr pflanzlich essen, weniger wegwerfen, mitmachen und andere mitnehmen
Inhalt10 Kapitel
  1. 01Wann ist Earth Day 2027?
  2. 02Das Motto 2027: Food for Our Planet
  3. 03Wie alles begann
  4. 04Earth Day, Earth Hour, Erdüberlastungstag
  5. 05Warum unser Essen so viel ausmacht
  6. 06Was das für die Artenvielfalt bedeutet
  7. 07Deutschland in Zahlen
  8. 08Tierethische Einordnung
  9. 09Was du zum Earth Day tun kannst
  10. 10Häufige Fragen

Wann ist Earth Day 2027?.

Der Earth Day fällt jedes Jahr auf den 22. April. 2027 ist das ein Donnerstag. Veranstalterin ist die US-Organisation EARTHDAY.ORG, die den Aktionstag seit 1970 koordiniert. Ihre Kampagne läuft den ganzen April als „Earth Month“ und gipfelt am 22. April.

Auf Deutsch heißt der Tag oft „Tag der Erde“. Er ist kein gesetzlicher Feiertag und auch kein offizieller UN-Tag, auch wenn die Vereinten Nationen den 22. April seit 2009 als Internationalen Tag der Mutter Erde begehen.

Das Motto 2027: Food for Our Planet.

Im Oktober 2026 hat EARTHDAY.ORG das neue Motto vorgestellt. „Food for Our Planet“ ist als Kampagne über mehrere Jahre angelegt und fordert einen Umbau der Ernährungssysteme. Die Organisation begründet das damit, dass unsere Ernährung einige der drängendsten Probleme der Welt mitverursacht. Die Kampagne hat drei Säulen:

  • Healthy People: Transparenz bei Lebensmitteln, Ernährung und pflanzliche Kost, dazu die Folgen von Chemikalien, Plastik und hochverarbeiteten Lebensmitteln
  • Healthy Soils: regenerative Landwirtschaft, Artenvielfalt und eine widerstandsfähige Lebensmittelproduktion
  • Healthy Futures: Lebensmittelverschwendung, Kreislaufwirtschaft, nachhaltiger Konsum und die nächste Generation

Zuvor standen andere Themen im Vordergrund. 2024 lautete das Motto „Planet vs. Plastics“, 2025 und 2026 „Our Power, Our Planet“ mit dem Fokus auf erneuerbare Energien und politisches Engagement.

Wie alles begann.

Der erste Earth Day fand am 22. April 1970 in den USA statt. Initiiert hatte ihn der Senator Gaylord Nelson, organisiert wurde er von dem jungen Aktivisten Denis Hayes. Nach Schätzung von EARTHDAY.ORG gingen rund 20 Millionen Menschen auf die Straße, damals etwa jeder zehnte Mensch in den USA. Der Druck wirkte: Noch im selben Jahr entstand die US-Umweltbehörde EPA, und das Luftreinhaltegesetz wurde verschärft. Es folgten der Clean Water Act von 1972 und der Endangered Species Act von 1973, das bis heute zentrale Gesetz zum Schutz bedrohter Arten in den USA.

1990 wurde der Earth Day international. Rund 200 Millionen Menschen in mehr als 140 Ländern machten mit. Und am Earth Day 2016 unterzeichneten in New York 175 Vertragsparteien das Pariser Klimaabkommen, so viele wie nie zuvor an einem einzigen Tag für einen internationalen Vertrag.

Infografik: Zeitstrahl des Earth Day von 1970 bis 2027
Infografik zum Speichern und Teilen: Earth Day von 1970 bis 2027. Grafik: This Is Vegan
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Earth Day, Earth Hour, Erdüberlastungstag.

Drei Aktionstage werden oft verwechselt:

  • Earth Day am 22. April ist ein Aktionstag für den Umweltschutz insgesamt, mit jährlich wechselndem Motto.
  • Earth Hour ist eine Aktion des WWF im März, bei der Menschen, Städte und Unternehmen für eine Stunde das Licht ausschalten.
  • Der Erdüberlastungstag markiert den Tag, an dem die Menschheit so viele natürliche Ressourcen verbraucht hat, wie die Erde in einem ganzen Jahr erneuern kann. Berechnet wird er vom Global Footprint Network. 2026 fiel er weltweit auf den 30. Juli. Rechnerisch bräuchte die Menschheit 1,73 Erden. Deutschland hatte sein Budget schon am 10. Mai aufgebraucht. Würden alle Menschen so leben wie wir, bräuchte es rund drei Erden.

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Warum unser Essen so viel ausmacht.

Dass das Motto 2027 das Essen in den Mittelpunkt stellt, ist überfällig. Die Zahlen aus der Forschung sind eindeutig:

  • Ein Drittel der Emissionen: Laut einer Studie im Fachjournal Nature Food von 2021 stammten 34 Prozent aller menschengemachten Treibhausgase aus dem Ernährungssystem, vom Anbau über Transport und Verpackung bis zum Müll.
  • Tierprodukte als größter Posten: Eine zweite Studie im selben Journal ordnet 57 Prozent der Emissionen aus der Lebensmittelproduktion tierischen Lebensmitteln zu, inklusive Futter. Pflanzliche Lebensmittel kommen auf 29 Prozent. Allein Rindfleisch macht ein Viertel aus.
  • Die Tierhaltung insgesamt: Die Welternährungsorganisation FAO beziffert die Emissionen der Tierhaltung auf 6,2 Milliarden Tonnen CO₂-Äquivalente, etwa 12 Prozent aller menschengemachten Treibhausgase. Ältere FAO-Zahlen lagen bei 14,5 Prozent, die Rechenwege sind aber nicht direkt vergleichbar.
  • Methan: Rund 32 Prozent des menschengemachten Methans stammen laut dem Global Methane Assessment der UN aus der Tierhaltung, aus Verdauung und Gülle. Über 20 Jahre betrachtet wärmt Methan aus solchen Quellen rund 80-mal so stark wie CO₂.

Am deutlichsten wird das Missverhältnis bei der Fläche. Die bislang umfassendste Auswertung von Joseph Poore und Thomas Nemecek, 2018 in Science erschienen, kommt zu dem Ergebnis: Fleisch, Milch, Eier und Fisch aus Aquakultur belegen rund 83 Prozent der weltweiten Agrarfläche. Sie liefern aber nur 18 Prozent der Kalorien und 37 Prozent des Eiweißes. Würden alle Menschen pflanzlich essen, käme die Welt laut der Studie mit 76 Prozent weniger Fläche für die Ernährung aus. Die Emissionen aus der Lebensmittelproduktion würden um 49 Prozent sinken.

Infografik: Tierhaltung nutzt 83 Prozent der Agrarfläche und liefert 18 Prozent der Kalorien
Infografik: Was unser Essen die Erde kostet. Grafik: This Is Vegan
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Wie viel CO₂ einzelne Fleischsorten verursachen, haben wir in unserem Artikel zur CO₂-Bilanz von Fleisch aufgeschlüsselt. Und ob Soja, Avocado und Mandelmilch die Umweltbilanz von Veganer*innen verhageln, klären wir in diesem Faktencheck.

Braun-weiße Rinder auf einer Weide
Rinder verursachen den größten Teil der Emissionen aus der Tierhaltung. Foto: Christina & Peter / Pexels

Was das für die Artenvielfalt bedeutet.

Für Wildtiere bleibt immer weniger Platz. Eine Studie im Fachjournal PNAS hat 2018 berechnet, wie sich die Biomasse aller Lebewesen auf der Erde verteilt. Bei den Säugetieren ist das Ergebnis drastisch: Nutztiere machen gerundet 60 Prozent aus, Menschen 36 Prozent. Alle wild lebenden Säugetiere zusammen, von der Spitzmaus bis zum Blauwal, kommen auf etwa 4 Prozent. Bei den Vögeln ist es ähnlich: Das Gewicht von Hühnern und anderem Nutzgeflügel ist etwa dreimal so groß wie das aller wilden Vögel.

Auch die Meere stehen unter Druck. Laut einem Bericht der FAO von 2025 sind 35,5 Prozent der untersuchten Fischbestände überfischt. Was internationale Abkommen dagegen tun können, beschreibt unser Artikel zum UN-Hochseeschutzabkommen.

Infografik: 60 Prozent der Säugetier-Biomasse sind Nutztiere, 4 Prozent Wildtiere
Infografik: Wer auf der Erde lebt. Grafik: This Is Vegan
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Deutschland in Zahlen.

  • Emissionen: Die Landwirtschaft verursachte 2025 nach erster Schätzung des Umweltbundesamts 53,3 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente, 8,2 Prozent aller deutschen Treibhausgase. Mit Energieverbrauch der Betriebe sind es rund 9,4 Prozent. Fast 60 Prozent der landwirtschaftlichen Emissionen sind Methan aus der Verdauung der Tiere und aus Gülle und Mist.
  • Fleischverzehr: Laut dem Bundesinformationszentrum Landwirtschaft aßen die Menschen in Deutschland 2025 im Schnitt 54,9 Kilogramm Fleisch, 1,4 Kilogramm mehr als im Jahr davor. Geflügel erreichte mit 14,7 Kilogramm einen Höchststand. Mehr dazu in unserer Statistik zum Fleischkonsum.
  • Schlachtungen: Laut Statistischem Bundesamt wurden 2025 in deutschen Schlachtbetrieben rund 48,5 Millionen Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde geschlachtet, dazu 697,3 Millionen Hühner, Puten und Enten.
  • Politik: Konkrete Ziele, die Tierbestände zu verringern, hat die Bundesregierung nicht. Warum, steht in unserem Artikel Tierhaltung und Klima.

Tierethische Einordnung.

Earth Day ist ein Umwelttag, und die Kampagne von EARTHDAY.ORG spricht über Böden, Emissionen und Gesundheit. Die Tiere selbst kommen in solchen Debatten oft nur als Emissionsquelle vor. Dabei stehen hinter den Zahlen Lebewesen: Die 746 Millionen Tiere, die 2025 allein in Deutschland geschlachtet wurden, waren Individuen, die Schmerz und Angst empfinden konnten.

Gerade deshalb ist das Motto 2027 eine Chance. Wenn weltweit über Ernährung gesprochen wird, lässt sich die Frage kaum umgehen, warum wir für unser Essen überhaupt Tiere halten und töten, wenn es ohne geht. Eine pflanzliche Ernährung ist der Schritt, bei dem Klima, Artenvielfalt und die Tiere selbst gleichzeitig gewinnen.

Marktstand mit frischem Gemüse in grünen Kisten
Pflanzlich essen ist der wirksamste Hebel beim Essen. Foto: Airam Dato-on / Pexels

Was du zum Earth Day tun kannst.

  • Pflanzlich essen. Beim Essen ist das der Schritt mit der größten Wirkung, das zeigen die Zahlen oben. Wer Inspiration braucht, findet sie in einem guten veganen Kochbuch oder in unserer Liste der besten pflanzlichen Proteinquellen.
  • Weniger wegwerfen. Einkäufe planen, Reste verwerten und Lebensmittel nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums erst prüfen, bevor sie im Müll landen.
  • Andere einladen. Ein gemeinsames pflanzliches Essen am 22. April überzeugt oft mehr als jedes Argument.
  • Mitmachen. Auf earthday.org kannst du dich für Updates zur Kampagne anmelden. Viele Aktionen organisieren aber auch Schulen, Vereine und Initiativen vor Ort.
  • Politisch Druck machen. Fordere von Abgeordneten, Kantinen und Schulen mehr pflanzliche Angebote. Wie viel das bringen würde, zeigt unser Artikel zur öffentlichen Verpflegung.
  • Tieren direkt helfen. Lebenshöfe in deiner Nähe findest du im Lebenshof-Atlas.

Häufige Fragen.

Wann ist Earth Day 2027?

Am Donnerstag, 22. April 2027. Der Earth Day findet jedes Jahr am 22. April statt.

Was ist das Motto des Earth Day 2027?

„Food for Our Planet“. Die mehrjährige Kampagne von EARTHDAY.ORG fordert einen Umbau der Ernährungssysteme, mit den Schwerpunkten Gesundheit, Böden und Zukunft.

Wer hat den Earth Day erfunden?

Der US-Senator Gaylord Nelson hatte die Idee, der Aktivist Denis Hayes organisierte den ersten Earth Day am 22. April 1970.

Was ist der Unterschied zwischen Earth Day und Earth Hour?

Earth Day ist ein Aktionstag für Umweltschutz am 22. April. Earth Hour ist eine Aktion des WWF im März, bei der für eine Stunde das Licht ausgeschaltet wird.

Wie viel Treibhausgas verursacht unsere Ernährung?

Laut einer Studie in Nature Food rund ein Drittel aller menschengemachten Treibhausgase. Mehr als die Hälfte der Emissionen aus der Lebensmittelproduktion geht auf tierische Lebensmittel zurück.

Quellen ●

EARTHDAY.ORG: Earth Day 2027, Geschichte, Motto 2026. UNFCCC zum Pariser Abkommen. Global Footprint Network zum Erdüberlastungstag. Crippa et al. 2021, Nature Food. Xu et al. 2021, Nature Food. Poore & Nemecek 2018, Science. FAO 2023, Pathways towards lower emissions. UNEP Global Methane Assessment. Bar-On et al. 2018, PNAS. Umweltbundesamt, BLE, Destatis. Recherche mit Unterstützung von Anara, alle Angaben an den Originalquellen geprüft. Fotos: Lara Jameson, Christina & Peter und Airam Dato-on / Pexels. Grafiken: This Is Vegan. Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wenn du darüber etwas kaufst, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts.