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Weidelandschaft mit grasenden Kühen und einer Straße am Horizont
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Ein Kilogramm Rindfleisch aus Mutterkuhhaltung verursacht rund 99 Kilogramm CO2-Äquivalente. Tofu kommt auf gut 3 Kilogramm. Das ist kein Detail am Rand, das ist Faktor 30. Wenn du wissen willst, wo dein Teller im Klimavergleich steht, ist die tierische Zutat fast immer der Hebel, an dem alles hängt.

Hier stehen die Zahlen, die zählen. Alle Werte pro Kilogramm Lebensmittel stammen aus der großen Metaanalyse von Poore & Nemecek (2018), veröffentlicht in Science, aufbereitet von Our World in Data. Sie fasst Daten von rund 38.000 landwirtschaftlichen Betrieben in 119 Ländern zusammen, von der Weide bis zum Ladentisch. Stand der Auswertung: Juli 2026.

Wie viel CO2 steckt in einem Kilo Lebensmittel?

Die Zahl hinter jedem Lebensmittel ist der globale Durchschnitt an Treibhausgasen über den kompletten Lebensweg: Anbau, Futter, Tierhaltung, Verarbeitung, Transport, Verpackung. Gemessen in CO2-Äquivalenten, also Methan und Lachgas mit eingerechnet. Für deinen eigenen Einkauf kannst du das mit unserem CO2-Fußabdruck-Rechner durchspielen.

Lebensmittel kg CO2-Äquivalente pro kg
Rindfleisch (Mutterkuhhaltung) 99,5
Lamm & Hammel 39,7
Rindfleisch (aus Milchviehhaltung) 33,3
Käse 23,9
Schweinefleisch 12,3
Geflügel 9,9
Eier 4,7
Reis 4,5
Tofu 3,2
Milch 3,2
Erbsen 1,0
Sojadrink 1,0
Andere Hülsenfrüchte 1,8
Nüsse 0,4
Wurzelgemüse 0,4

Quelle: Poore & Nemecek 2018 / Our World in Data. Die Spannbreite ist real: Rindfleisch von einem effizienten Betrieb kann deutlich unter dem Schnitt liegen, von einem schlechten weit darüber. Aber selbst das klimafreundlichste Rind schlägt den Durchschnitts-Tofu locker.

Was sofort auffällt: Zwischen dem schlimmsten Tier (Rind) und der besten Pflanze (Wurzelgemüse) liegt Faktor 250. Und die Sortierung ist keine Frage von Bio oder regional. Sie folgt der Biologie. Wiederkäuer produzieren Methan, brauchen viel Fläche und viel Futter, um ein Kilo Fleisch anzusetzen. Das lässt sich nicht wegoptimieren.

Infografik: CO2-Bilanz von Lebensmitteln im Vergleich, von Rindfleisch bis Nüsse

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Die Klimabilanz pro Kilogramm Lebensmittel, sortiert nach Emissionen. Diese Grafik darfst du gerne speichern und teilen. Wenn du sie weiterverwendest, verlinke bitte auf diesen Artikel.

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CO2 von Fleisch vs. Auto: die Rechnung

Der Vergleich mit dem Auto macht die abstrakten Kilogramm greifbar. Also rechnen wir ihn sauber durch, offen gelegt, damit du ihn nachvollziehen kannst.

Ein durchschnittlicher Pkw in Deutschland stößt laut Umweltbundesamt (TREMOD, Stand 2024) 164 Gramm Treibhausgase pro Personenkilometer aus. Eingerechnet ist die gesamte Vorkette bis zum Sprit im Tank, bei einer angenommenen Auslastung von 1,4 Personen pro Auto.

Jetzt die Umrechnung. 1 kg Rindfleisch (Mutterkuhhaltung) = 99,5 kg CO2 = 99.500 Gramm.

99.500 g ÷ 164 g/km = rund 607 Personenkilometer.

Ein einziges Kilo Rindfleisch belastet das Klima also ungefähr so stark wie eine Autofahrt von Hamburg bis Stuttgart. Für andere Lebensmittel sieht die Umrechnung so aus:

Lebensmittel (1 kg) entspricht ca. … Autofahrt
Rindfleisch (Mutterkuh) 607 km
Käse 146 km
Schweinefleisch 75 km
Geflügel 60 km
Tofu 19 km
Hülsenfrüchte 11 km
Wurzelgemüse 2,6 km

Rechenbasis: kg CO2 pro Lebensmittel geteilt durch 164 g/Pkm. Wer lieber in Vergleichen zwischen Verkehrsmitteln denkt: Dasselbe Kilo Rindfleisch entspricht auch etwa der Klimawirkung eines Inlandsflugs über 340 Kilometer (Flugzeug Inland: 290 g/Pkm laut UBA).

Holztisch mit einer Schale Linsen, Tofu und frischem Gemüse

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Die Stellschraube sitzt nicht bei Verpackung oder Transport, sondern bei der Zutat selbst.

CO2 von Fleisch vs. Fliegen und vegane Ernährung

Fliegen gilt als Klimasünde Nummer eins, und das ist es auch pro Kilometer. Ein innerdeutscher Flug schlägt mit 290 g Treibhausgas pro Personenkilometer zu Buche, ein Fernflug mit rund 230 g (Umweltbundesamt, 2024). Nur: Die meisten Menschen fliegen ein paar Mal im Jahr. Fleisch essen viele täglich.

Genau hier wird die Ernährung zum unterschätzten Hebel. Die bisher detaillierteste Untersuchung dazu kommt von Scarborough und Kollegen, erschienen 2023 in Nature Food. Ausgewertet wurden die realen Essgewohnheiten von über 55.000 Menschen in Großbritannien, abgeglichen mit Umweltdaten aus 119 Ländern. Ergebnis: Eine vegane Ernährung verursacht rund 75 Prozent weniger Treibhausgase als eine fleischreiche Kost mit mehr als 100 Gramm Fleisch pro Tag. Auch beim Wasserverbrauch (minus 54 Prozent) und der Wasserverschmutzung (minus 73 Prozent) ist der Abstand riesig.

Ernährungsweise relative Klimabilanz
Viel Fleisch (>100 g/Tag) 100 % (Referenz)
Wenig Fleisch (<50 g/Tag) ca. 70 %
Vegetarisch ca. 41 %
Vegan ca. 25 %

Werte nach Scarborough et al. 2023, Nature Food. Die Kernaussage der Studie: Egal wo und wie ein Lebensmittel produziert wird, tierische Kost belastet die Umwelt stärker als pflanzliche. Der Produktionsweg macht Unterschiede, aber die Art des Lebensmittels entscheidet.

Wer den Umstieg konkret angehen will, findet in unserem 30-Tage-Plan zum veganen Start einen alltagstauglichen Einstieg, der nicht bei null anfängt.

Weites Sojafeld unter bewölktem Himmel mit Traktorspuren

Der groesste Teil der Sojaernte landet nicht auf Tellern, sondern in Futtertrögen.

Was das für dich als Einzelperson heißt

Ein Rechenbeispiel. Wer jede Woche ein Kilo Rindfleisch weniger isst, spart übers Jahr rund 5.000 kg CO2. Das ist mehr, als ein durchschnittlicher Pkw in Deutschland bei etwa 12.000 Jahreskilometern ausstößt. Ein Wechsel von Rind auf Hülsenfrüchte bei einer Mahlzeit ist damit klimatisch wirksamer als die meisten Dinge, über die im Alltag diskutiert wird.

Das heißt nicht, dass Autofahren oder Fliegen egal wären. Es heißt, dass der Teller ein Hebel ist, den du dreimal am Tag in der Hand hast, ohne Investition, ohne Wartezeit. Und die größten Sprünge liegen ganz oben in der Tabelle: Rind und Lamm runter, dann Käse. Das bringt mehr als jede Detailoptimierung weiter unten.

Infografik: ein Kilogramm Rindfleisch entspricht 607 Kilometern Autofahrt

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Der Auto-Vergleich mit offenem Rechenweg. Diese Grafik darfst du gerne speichern und teilen. Wenn du sie weiterverwendest, verlinke bitte auf diesen Artikel.

Der Soja-Regenwald-Mythos, kurz eingeordnet

“Aber für Tofu wird doch der Regenwald abgeholzt.” Der Satz kommt zuverlässig. Er stimmt nur nicht.

Der allergrößte Teil der weltweiten Sojaernte landet nicht in Tofu, sondern im Trog. Rund 77 Prozent des global angebauten Sojas geht laut Our World in Data an Nutztiere als Futter, nur ein kleiner einstelliger Prozentsatz wird direkt von Menschen als Tofu, Sojadrink oder Tempeh gegessen. Das Soja für europäischen Tofu stammt zudem überwiegend aus europäischem Anbau, oft aus Frankreich, Österreich oder Deutschland.

Die Rechnung dreht sich also um: Wer Fleisch isst, ist über den Umweg Tierfutter für weit mehr Sojaanbau verantwortlich als jemand, der Tofu isst. Der Regenwald fällt für den Trog, nicht für den Tofu. Wer bei den pflanzlichen Alternativen tiefer einsteigen will: Wir haben aufgeschrieben, warum Tempeh in mancher Hinsicht sogar besser als Tofu ist.

Wie tief die Zahlen beim Fleisch selbst reichen, zeigt unsere Statistik zum Fleischkonsum in Deutschland: Wie viel dort tatsächlich auf dem Teller landet und wie sich das entwickelt.

Illustration einer Waage mit Auto und Fabrik gegen Tofu und Pflanze im Doodle-Stil

Wie stark einzelne Ernährungsentscheidungen wirklich wiegen, diskutieren Fachleute regelmäßig im Plantbased Podcast, mit Zahlen statt Moral.

Häufige Fragen zur CO2-Bilanz von Fleisch

Wie viel CO2 verursacht 1 kg Rindfleisch?

Rund 99 kg CO2-Äquivalente für Fleisch aus Mutterkuhhaltung, etwa 33 kg für Rindfleisch aus Milchviehhaltung (Poore & Nemecek 2018). Der oft zitierte Mittelwert von etwa 60 kg liegt dazwischen. In jedem Fall ist Rind das mit Abstand klimaschädlichste Lebensmittel im Alltag.

Ist Fleisch oder Autofahren schlimmer fürs Klima?

Pro Kilometer ist Autofahren die punktuell größere Belastung, aber Fleisch essen viele Menschen täglich. Ein Kilo Rindfleisch entspricht rund 600 km Autofahrt. Über ein Jahr gerechnet spart der Verzicht auf tägliches Rindfleisch mehr CO2 ein, als der Durchschnitts-Pkw jährlich ausstößt.

Wie viel CO2 spart eine vegane Ernährung?

Laut einer Studie in Nature Food (2023) verursacht vegane Kost rund 75 Prozent weniger Treibhausgase als eine fleischreiche Ernährung mit über 100 Gramm Fleisch am Tag. Auch vegetarische Ernährung senkt den Fußabdruck deutlich, liegt aber wegen Käse und Milch über dem veganen Wert.

Hat Tofu wegen Soja eine schlechte Klimabilanz?

Nein. Tofu kommt auf gut 3 kg CO2 pro Kilo, ein Bruchteil von Fleisch. Rund 77 Prozent des weltweiten Sojas wird als Tierfutter verbraucht, nicht als Tofu. Das Soja für Fleisch belastet das Klima also stärker als das für pflanzliche Produkte.

Zählt bei der CO2-Bilanz auch Methan mit?

Ja. Alle genannten Werte sind CO2-Äquivalente, also inklusive Methan und Lachgas. Gerade bei Wiederkäuern wie Rind und Lamm macht das Methan aus dem Verdauungsprozess einen großen Teil der Klimawirkung aus, weshalb diese Fleischarten so weit oben in der Tabelle stehen.

Haeufige Fragen

FAQ - Das fragen andere

Wie viel CO2 steckt in einem Kilo Lebensmittel?
Die Zahl hinter jedem Lebensmittel ist der globale Durchschnitt an Treibhausgasen über den kompletten Lebensweg: Anbau, Futter, Tierhaltung, Verarbeitung, Transport, Verpackung. Gemessen in CO2-Äquivalenten, also Methan und Lachgas mit eingerechnet. Für deinen eigenen Einkauf kannst du das mit unserem CO2-Fußabdruck-Rechner durchspielen.
Was das für dich als Einzelperson heißt?
Ein Rechenbeispiel. Wer jede Woche ein Kilo Rindfleisch weniger isst, spart übers Jahr rund 5.000 kg CO2. Das ist mehr, als ein durchschnittlicher Pkw in Deutschland bei etwa 12.000 Jahreskilometern ausstößt. Ein Wechsel von Rind auf Hülsenfrüchte bei einer Mahlzeit ist damit klimatisch wirksamer als die meisten Dinge, über die im Alltag diskutiert wird.
Wie viel CO2 verursacht 1 kg Rindfleisch?
Rund 99 kg CO2-Äquivalente für Fleisch aus Mutterkuhhaltung, etwa 33 kg für Rindfleisch aus Milchviehhaltung (Poore & Nemecek 2018). Der oft zitierte Mittelwert von etwa 60 kg liegt dazwischen. In jedem Fall ist Rind das mit Abstand klimaschädlichste Lebensmittel im Alltag.
Ist Fleisch oder Autofahren schlimmer fürs Klima?
Pro Kilometer ist Autofahren die punktuell größere Belastung, aber Fleisch essen viele Menschen täglich. Ein Kilo Rindfleisch entspricht rund 600 km Autofahrt. Über ein Jahr gerechnet spart der Verzicht auf tägliches Rindfleisch mehr CO2 ein, als der Durchschnitts-Pkw jährlich ausstößt.
Wie viel CO2 spart eine vegane Ernährung?
Laut einer Studie in Nature Food (2023) verursacht vegane Kost rund 75 Prozent weniger Treibhausgase als eine fleischreiche Ernährung mit über 100 Gramm Fleisch am Tag. Auch vegetarische Ernährung senkt den Fußabdruck deutlich, liegt aber wegen Käse und Milch über dem veganen Wert.
Hat Tofu wegen Soja eine schlechte Klimabilanz?
Nein. Tofu kommt auf gut 3 kg CO2 pro Kilo, ein Bruchteil von Fleisch. Rund 77 Prozent des weltweiten Sojas wird als Tierfutter verbraucht, nicht als Tofu. Das Soja für Fleisch belastet das Klima also stärker als das für pflanzliche Produkte.
Über 75.000 Menschen folgen This Is Vegan auf YouTube, Instagram und dem Sparradar Vegan Alarm.

Schon den Plantbased-Podcast gehört?

Veganismus, Tierschutz, Klima, Nachhaltigkeit, Artenschutz, alles, was uns gerade umtreibt, gibt es bei Plantbased, unserem Podcast. Wir reden mit Menschen, die etwas zu sagen haben und mit ihrem Leben zeigen, was geht. Auch als Videopodcast auf YouTube.

Schon zu Gast waren u. a. Sarah Connor, Hannes Jaenicke, Paul Watson, Patrik Baboumian, Bibi Heinicke, Atze Schröder, Kerstin Ott, Dr. Zoe Mayer, Maya Leinenbach und Femke Den Haas und viele weitere.

Seit 2019 · This Is Vegan · unabhängig, vegan, manchmal unbequem


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