Blick auf eine Fleischtheke im Supermarkt aus Kundenperspektive
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Der Fleischkonsum in Deutschland lag 2025 bei durchschnittlich 54,9 Kilogramm pro Person. Das sind 1,4 Kilogramm mehr als im Vorjahr, aber immer noch deutlich weniger als vor zehn oder zwanzig Jahren. Der langfristige Trend zeigt nach unten, auch wenn die letzten zwei Jahre einen kleinen Gegenausschlag brachten.

Alle Zahlen auf dieser Seite stammen aus den Versorgungsbilanzen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) und der amtlichen Schlachtstatistik des Statistischen Bundesamts. Stand: Juli 2026, jeweils die neuesten verfügbaren Jahresdaten.

Fleischkonsum Deutschland pro Kopf: die aktuelle Zahl

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen zwei Kennzahlen, die oft durcheinandergehen. Der Verzehr ist das, was tatsächlich auf dem Teller landet und gegessen wird. Der Verbrauch ist höher, weil er auch Knochen, Tierfutter, industrielle Verwertung und Verluste einrechnet. Was der eigene Verzicht konkret bewirkt, zeigt dir unser Impact-Rechner.

Für 2025 gilt:

  • Pro-Kopf-Verzehr: 54,9 kg (2024: 53,5 kg)
  • Gesamter Fleischverzehr: rund 4,6 Millionen Tonnen
  • Selbstversorgungsgrad: 114,6 Prozent, Deutschland produziert also mehr Fleisch, als es verbraucht

Der Anstieg um 1,4 Kilogramm gegenüber 2024 ist real, aber er relativiert sich im langen Blick. Denn 2023 markierte mit 51,6 Kilogramm den niedrigsten Wert seit Beginn der Berechnung. Von dort ging es leicht wieder hoch, ohne annähernd die alten Höchststände zu erreichen.

Infografik: Entwicklung des Fleischverzehrs pro Kopf in Deutschland seit 1991

Der Pro-Kopf-Verzehr seit 1991, mit dem Knick der letzten Jahre. Diese Grafik darfst du gerne speichern und teilen. Wenn du sie weiterverwendest, verlinke bitte auf diesen Artikel.

Fleischkonsum Deutschland: Entwicklung seit 1990

Wer nur auf das letzte Jahr schaut, verpasst die eigentliche Geschichte. Und die ist ein jahrzehntelanger Rückgang. In den frühen 1990ern lag der Pro-Kopf-Verzehr noch bei rund 64 Kilogramm. Bis heute ist er um mehr als 14 Prozent gefallen.

Jahr Fleischverzehr pro Kopf (kg)
1991 ca. 64
2011 63,8
2020 57,3
2023 51,6
2024 53,5
2025 54,9

Quellen: BLE / BMEL-Statistik, Werte teils aus alter und neuer Berechnungsmethode, daher als Größenordnung zu lesen. Wir haben den historischen Tiefpunkt seinerzeit in unserer Meldung von 2023 eingeordnet, als der Verzehr das niedrigste Niveau seit 1989 erreichte.

Der Knick nach oben in 2024 und 2025 hat einen nüchternen Grund: sinkende oder langsamer steigende Fleischpreise, vor allem bei Geflügel. Als die Inflation bei Lebensmitteln nachließ, griffen viele wieder häufiger zu. Ein Preiseffekt, kein Rückfall in alte Muster.

Fleischkonsum nach Fleischart: Schwein, Geflügel, Rind

Nicht jede Fleischart entwickelt sich gleich. Schweinefleisch verliert seit Jahren, Geflügel gewinnt. 2025 sah die Aufteilung so aus:

Fleischart Verzehr pro Kopf 2025 (kg) Anteil
Schweinefleisch 28,3 ca. 52 %
Geflügelfleisch 14,7 ca. 27 %
Rind- und Kalbfleisch 9,7 ca. 18 %

Quelle: BLE, Versorgungsbilanz Fleisch 2025.

Schweinefleisch bleibt mit Abstand die Nummer eins, aber es ist ein schrumpfender König. Geflügel dagegen erreichte 2025 mit 14,7 Kilogramm ein Allzeithoch, plus ein volles Kilo gegenüber dem Vorjahr. Der Grund ist eine Mischung aus Preis und Image: Hähnchen und Pute gelten vielen als günstiger und vermeintlich gesünder. Rind- und Kalbfleisch legte trotz hoher Preise leicht zu, bleibt aber die kleinste der drei großen Gruppen.

Dieser Verschiebungstrend hat eine unbequeme Kehrseite. Weil ein Huhn viel weniger Fleisch liefert als ein Schwein oder Rind, bedeutet mehr Geflügelkonsum: deutlich mehr getötete Tiere pro Kilo Fleisch. Wie viele es sind, haben wir aufgeschlüsselt in unserem Ratgeber dazu, wie viele Tiere in Deutschland und weltweit geschlachtet werden.

Marktstand mit Kisten voller frischem Gemüse

Der Rückgang beim Fleisch fällt zeitlich mit dem Wachstum pflanzlicher Sortimente zusammen.

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Fleischkonsum im Vergleich: EU und weltweit

Deutschland liegt beim Fleischkonsum im oberen Mittelfeld, aber nicht an der Spitze. Rechnet man den Verbrauch inklusive Knochen und Verarbeitung, kommt Deutschland laut Our World in Data auf rund 70 Kilogramm pro Kopf im Jahr 2023.

Zur Einordnung:

  • Weltweiter Durchschnitt: rund 45 kg pro Kopf und Jahr (FAO, 2023)
  • EU-Schnitt: die Pro-Kopf-Zahlen ähneln denen Deutschlands, mit demselben Trend weg vom Rind und hin zum Geflügel
  • Spitzenreiter: Länder wie die USA, Argentinien und Australien liegen bei über 100 kg pro Kopf

Der globale Durchschnitt liegt also bei etwa einem Drittel des deutschen Verbrauchs, was vor allem an einkommensschwächeren Ländern mit geringem Konsum liegt. Für die EU projiziert die EU-Kommission bis 2035 einen leicht sinkenden Fleischkonsum, mit weiter steigendem Geflügel- und sinkendem Rind- und Schweineanteil.

Supermarktregal mit pflanzlichen Alternativprodukten

Was vor zehn Jahren ein Regalmeter war, ist heute eine eigene Abteilung.

Warum sinkt der Fleischkonsum?

Der langfristige Rückgang hat mehrere Treiber, die zusammenwirken. Gesundheit ist einer: Immer mehr Menschen essen bewusst weniger rotes Fleisch. Tierwohl und Klima sind zwei weitere, gerade bei Jüngeren. Und der Preis wirkt in beide Richtungen, wie die letzten zwei Jahre zeigen.

Dazu kommt eine wachsende Gruppe, die ganz aussteigt oder stark reduziert. Genau das schlägt sich in den Konsumzahlen nieder.

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Wie viele Vegetarier und Veganer gibt es in Deutschland?

Laut der Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA 2025) ernähren sich rund 8,5 Millionen Menschen in Deutschland vegetarisch oder verzichten weitgehend auf Fleisch, das entspricht etwa 11,9 Prozent. Die Zahl der Veganerinnen und Veganer liegt bei rund 1,7 Millionen.

Auffällig ist, wer diese Gruppe prägt: überdurchschnittlich jung, überdurchschnittlich weiblich, oft in Städten und mit höherem Bildungsgrad. Der Trend zeigt seit Jahren nach oben, auch wenn die absoluten Zahlen gemessen an der Gesamtbevölkerung noch klein sind. Für alle, die selbst reduzieren oder umsteigen wollen, haben wir einen 30-Tage-Plan für den veganen Start zusammengestellt.

Der klimatische Effekt dieser Umstellung ist erheblich, das haben wir in der CO2-Bilanz von Fleisch mit Zahlen unterlegt: Eine pflanzliche Ernährung verursacht rund drei Viertel weniger Treibhausgase als eine fleischreiche.

Infografik: Verzehr nach Fleischart in Deutschland, Schwein, Geflügel und Rind

Welches Fleisch Deutschland isst, und wie viele Menschen inzwischen darauf verzichten. Diese Grafik darfst du gerne speichern und teilen. Wenn du sie weiterverwendest, verlinke bitte auf diesen Artikel.

Ausblick: Wohin geht der Fleischkonsum?

Der kleine Anstieg 2024 und 2025 war preisgetrieben, keine Trendwende. Die strukturellen Kräfte, jüngere Generationen, wachsendes Bewusstsein für Klima und Tierwohl, ein immer breiteres Angebot an pflanzlichen Alternativen, deuten weiter nach unten. Die EU-Projektionen bestätigen das für den gesamten Kontinent.

Realistisch bleibt Fleisch auf absehbare Zeit Teil der deutschen Ernährung. Aber die Richtung ist gesetzt: weniger, dafür bewusster, und mit einer stetig wachsenden Gruppe, die ganz darauf verzichtet.

Illustration eines Tellers mit fallendem Balkendiagramm im Doodle-Stil

Was hinter diesen Zahlen steckt und wohin sich der Markt bewegt, ist auch im Plantbased Podcast immer wieder Thema.

Hinter jeder dieser Zahlen stehen Tiere. Wir machen ihr Leid sichtbar und arbeiten für eine Welt mit weniger davon. Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende.

Häufige Fragen zum Fleischkonsum in Deutschland

Wie viel Fleisch isst ein Deutscher pro Jahr?

2025 lag der Pro-Kopf-Verzehr bei 54,9 Kilogramm, also das, was tatsächlich gegessen wird. Der Verbrauch inklusive Knochen und Verarbeitung liegt höher, bei rund 70 Kilogramm. Beide Werte sind langfristig gesunken.

Wie hat sich der Fleischkonsum in Deutschland entwickelt?

Von rund 64 Kilogramm pro Kopf Anfang der 1990er ist der Verzehr auf 51,6 Kilogramm im Jahr 2023 gefallen, den tiefsten je gemessenen Wert. 2024 und 2025 stieg er wegen niedrigerer Preise leicht auf 54,9 Kilogramm, der langfristige Trend bleibt aber fallend.

Welche Fleischart essen die Deutschen am meisten?

Schweinefleisch führt mit 28,3 Kilogramm pro Kopf und rund 52 Prozent des Gesamtverzehrs. Geflügel folgt mit 14,7 Kilogramm auf einem Allzeithoch, Rind- und Kalbfleisch liegt bei 9,7 Kilogramm.

Wie viele Menschen in Deutschland essen kein Fleisch?

Laut Allensbach (AWA 2025) ernähren sich rund 8,5 Millionen Menschen vegetarisch oder weitgehend fleischfrei, etwa 11,9 Prozent der Bevölkerung. Davon leben rund 1,7 Millionen vegan.

Isst Deutschland mehr oder weniger Fleisch als der Rest der Welt?

Mehr. Der weltweite Durchschnitt liegt bei rund 45 Kilogramm pro Kopf und Jahr, Deutschland kommt im Verbrauch auf etwa 70 Kilogramm. Spitzenreiter wie die USA und Argentinien liegen bei über 100 Kilogramm.

Haeufige Fragen

FAQ - Das fragen andere

Warum sinkt der Fleischkonsum?
Der langfristige Rückgang hat mehrere Treiber, die zusammenwirken. Gesundheit ist einer: Immer mehr Menschen essen bewusst weniger rotes Fleisch. Tierwohl und Klima sind zwei weitere, gerade bei Jüngeren. Und der Preis wirkt in beide Richtungen, wie die letzten zwei Jahre zeigen. Dazu kommt eine wachsende Gruppe, die ganz aussteigt oder stark reduziert.
Wie viele Vegetarier und Veganer gibt es in Deutschland?
Laut der Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA 2025) ernähren sich rund 8,5 Millionen Menschen in Deutschland vegetarisch oder verzichten weitgehend auf Fleisch, das entspricht etwa 11,9 Prozent. Die Zahl der Veganerinnen und Veganer liegt bei rund 1,7 Millionen.
Ausblick: Wohin geht der Fleischkonsum?
Der kleine Anstieg 2024 und 2025 war preisgetrieben, keine Trendwende. Die strukturellen Kräfte, jüngere Generationen, wachsendes Bewusstsein für Klima und Tierwohl, ein immer breiteres Angebot an pflanzlichen Alternativen, deuten weiter nach unten. Die EU-Projektionen bestätigen das für den gesamten Kontinent. Realistisch bleibt Fleisch auf absehbare Zeit Teil der deutschen Ernährung.
Wie viel Fleisch isst ein Deutscher pro Jahr?
2025 lag der Pro-Kopf-Verzehr bei 54,9 Kilogramm, also das, was tatsächlich gegessen wird. Der Verbrauch inklusive Knochen und Verarbeitung liegt höher, bei rund 70 Kilogramm. Beide Werte sind langfristig gesunken.
Wie hat sich der Fleischkonsum in Deutschland entwickelt?
Von rund 64 Kilogramm pro Kopf Anfang der 1990er ist der Verzehr auf 51,6 Kilogramm im Jahr 2023 gefallen, den tiefsten je gemessenen Wert. 2024 und 2025 stieg er wegen niedrigerer Preise leicht auf 54,9 Kilogramm, der langfristige Trend bleibt aber fallend.
Welche Fleischart essen die Deutschen am meisten?
Schweinefleisch führt mit 28,3 Kilogramm pro Kopf und rund 52 Prozent des Gesamtverzehrs. Geflügel folgt mit 14,7 Kilogramm auf einem Allzeithoch, Rind- und Kalbfleisch liegt bei 9,7 Kilogramm.
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