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New York will Pferdekutschen verbieten: Einigung steht, Abstimmung am 22. Oktober

Pferdekutschen warten am Rand des Central Park in New York
Pferdekutschen am Central Park in New York. Foto: Luca Sullivan / Pexels

Nach fast zwei Jahrzehnten Streit steht in New York das Ende der Pferdekutschen bevor. Bürgermeister Zohran Mamdani und die Sprecherin des Stadtrats, Julie Menin, haben sich am 13. Oktober 2026 auf ein Gesetz geeinigt, das die Kutschfahrten im Central Park bis zum 1. Juni 2028 beendet. Abgestimmt wird am 22. Oktober. Die Mehrheit gilt als sicher.

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Kurz gesagt

  • Die Einigung: Bürgermeister und Stadtratsspitze tragen das Gesetz „Romanch’s Law“ gemeinsam
  • Der Zeitplan: Abstimmung am 22. Oktober 2026, keine neuen Lizenzen mehr, Verbot ab 1. Juni 2028
  • Die Mehrheit: 29 der 51 Ratsmitglieder haben den Entwurf bereits mitgezeichnet
  • Die Pferde: Verkauf an Schlachthöfe oder andere Kutschbetriebe ist laut Entwurf verboten
  • Der Widerstand: Die Gewerkschaft der Kutscher lehnt das Gesetz ab, die Branche droht mit einer Klage
Inhalt8 Kapitel
  1. 01Was Mamdani und Menin vereinbart haben
  2. 02Der Tod von Romanch Mahajan hat alles verändert
  3. 03Was mit den Pferden geschieht
  4. 04Was die Kutscher bekommen
  5. 05Ein langer Anlauf
  6. 06Tierethische Einordnung
  7. 07Was du tun kannst
  8. 08Häufige Fragen

Was Mamdani und Menin vereinbart haben.

„Die Pferdekutschen-Branche in New York City geht zu Ende“, schrieb Mamdani am Dienstagabend in den sozialen Medien. Bis dahin hatte er sich zurückgehalten. Er unterstütze den Geist des Entwurfs, hieß es aus dem Rathaus, wolle aber einen besseren Schutz für die Beschäftigten. Nach einer Überarbeitung trägt seine Verwaltung den Text nun mit.

Zohran Mamdani, Bürgermeister von New York City, an einem Mikrofon
Bürgermeister Zohran Mamdani trägt das Kutschenverbot jetzt mit. Foto: NYC Mayor’s Office

Der Entwurf stammt vom Ratsmitglied Christopher Marte aus Manhattan. Er sieht vor, dass die Stadt keine neuen Lizenzen mehr ausgibt und bestehende nicht verlängert. Alle Lizenzen laufen spätestens am 31. Mai 2028 aus. Ab dem 1. Juni 2028 sind gewerbliche Kutschfahrten mit Pferden verboten. Ausgenommen bleiben zeitlich begrenzte Vorführungen und Ausstellungen. Wer danach weiterfährt, riskiert laut NBC New York Geldstrafen, bis zu 15 Tage Haft und eine zivilrechtliche Strafe von mindestens 10.000 Dollar.

Weil mehr als die Hälfte des Stadtrats den Entwurf schon unterstützt und der Bürgermeister zugestimmt hat, rechnen New Yorker Medien fest mit der Verabschiedung. Beschlossen ist das Verbot aber erst nach der Abstimmung.

Der Tod von Romanch Mahajan hat alles verändert.

Das Gesetz trägt den Namen eines 18-Jährigen. Romanch Mahajan war mit seiner Familie aus Indien nach New York gereist, um seinen Schulabschluss zu feiern. Am 17. Juni 2026 stiegen sie im Central Park in eine Kutsche. Nach Angaben der Ermittler ging das Pferd durch, die Kutsche stieß mit einer anderen zusammen und kippte um. Mahajan wurde herausgeschleudert und starb an seinen Kopfverletzungen. Laut NBC New York hatte der Kutscher seinen Sitz verlassen, um ein Foto der Familie zu machen.

Nach Darstellung der Gewerkschaft und der Parkverwaltung Central Park Conservancy war es der erste tödliche Kutschenunfall eines Menschen, seit die Fahrten vor mehr als 150 Jahren begannen. Die Conservancy zählte allerdings innerhalb von gut einem Jahr acht Zwischenfälle mit Pferden im Park. Wenige Wochen vor dem Unglück war zudem ein Kutschpferd namens Deniz zusammengebrochen und gestorben.

Einen Monat später stellte sich Julie Menin hinter das Gesetz, als erste amtierende Sprecherin des Stadtrats überhaupt. Der Tod des jungen Mannes sei „herzzerreißend“ und vermeidbar gewesen, erklärte sie. Die Kutschen seien zu einem wachsenden Sicherheitsrisiko geworden.

Was mit den Pferden geschieht.

Für die Tiere ist das der wichtigste Teil des Gesetzes. Nach übereinstimmenden Berichten müssen die Halter das städtische Büro für Tierwohl informieren, bevor sie ein Pferd abgeben. Verboten ist es, die Tiere an einen Schlachthof zu verkaufen oder an einen anderen Kutschbetrieb weiterzureichen. Die Verwaltung soll außerdem helfen, ein neues Zuhause für die Pferde zu finden.

Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. In den USA werden ausgediente Arbeitspferde häufig über Auktionen weiterverkauft, und von dort führt der Weg oft zu Schlachthöfen in Mexiko oder Kanada. Ob das Verbot in der Praxis hält, hängt davon ab, wie genau die Stadt die Abgabe jedes einzelnen Tieres kontrolliert.

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Was die Kutscher bekommen.

Bis zum 1. April 2027 muss die Stadtverwaltung einen Übergangsplan vorlegen. Er soll Beratung, Weiterbildung und Jobmessen enthalten und die Beschäftigten unter anderem an die Verkehrsbetriebe MTA, die Hafenbehörde und die Taxi-Kommission vermitteln. Eine Entschädigung für Lizenzen, Kutschen und Betriebe soll die Stadt laut Entwurf „prüfen“. Zugesagt ist sie damit nicht.

Genau daran entzündet sich der Protest. Die Transport Workers Union, die die Kutscher vertritt, hält die Zusagen für zu schwach. Ihr Präsident John Samuelsen sagte, das Gesetz enthalte keine nennenswerte wirtschaftliche Hilfe für die Beschäftigten, und warf Menin politischen Opportunismus vor. Die Branche nennt das Verbot verfassungswidrig und hat angekündigt, vor Gericht zu ziehen.

Die Sorge der Fahrer ist ernst zu nehmen. Ein Verbot, das Tieren hilft und Menschen ohne Einkommen zurücklässt, wäre schlecht gemacht. Der Zeitraum bis 2028 gibt der Stadt Gelegenheit, es besser zu machen.

Ein langer Anlauf.

Die Kutschen gehören seit 168 Jahren zum Stadtbild, und fast genauso lange gibt es Kritik. Die Organisation NYCLASS macht seit dem Bürgermeisterwahlkampf 2013 Druck. Bill de Blasio hatte ein Verbot versprochen und scheiterte am Stadtrat. 2022 brach das Pferd Ryder im Sommer auf einer Straße in Manhattan zusammen und starb wenige Monate später. Nach ihm hieß der Entwurf zunächst „Ryder’s Law“. Im September 2025 rief auch Bürgermeister Eric Adams den Stadtrat auf, die Kutschen zu verbieten. Der Entwurf blieb trotzdem in einem Ausschuss hängen.

New York wäre nicht die erste Großstadt in den USA. Chicago und San Antonio haben die Kutschfahrten bereits beendet. Ähnliche Entscheidungen fielen zuletzt auch anderswo: Indonesien hat das Elefantenreiten verboten, und Universal Orlando hat seine Tiershow nach 36 Jahren eingestellt.

Tierethische Einordnung.

Das Verbot ist eine gute Nachricht. Bemerkenswert ist trotzdem, was es am Ende durchgesetzt hat. Über Jahre brachen Pferde im Verkehr zusammen, gingen durch oder starben, und der Stadtrat blieb untätig. Erst der Tod eines Menschen hat die Mehrheit gebracht. Auch die Begründung der Politik dreht sich fast nur um die öffentliche Sicherheit.

Dabei liegt das Problem von Anfang an beim Tier. Pferde sind Fluchttiere. Sirenen, Hupen, Busse und Menschenmengen versetzen sie in Alarm, und weglaufen können sie im Geschirr nicht. Ein Pferd, das mit einer Kutsche durch den Park rast, ist kein Betriebsunfall. Es verhält sich so, wie es seiner Natur entspricht. Dazu kommen harter Asphalt, Abgase, Hitze im Sommer und ein Arbeitstag, den sich das Tier nicht ausgesucht hat. Kein Pferd zieht freiwillig Touristen.

Auch bei uns fahren Kutschen durch Innenstädte und Urlaubsorte, von den Fiakern in Wien bis zu den Wegen an bayerischen Schlössern. Die Frage, die New York gerade beantwortet, stellt sich dort genauso. Wie ein Pferdeleben nach der Arbeit aussehen kann, zeigt die Geschichte von Polizeipferd Sergeant, der seinen Ruhestand auf einem Gnadenhof verbringt.

Was du tun kannst.

  • Keine Kutschfahrt buchen. Das gilt für New York genauso wie für Wien, Sevilla oder den Weihnachtsmarkt um die Ecke. Ohne Kundschaft gibt es kein Geschäft.
  • Den Central Park anders erleben. Zu Fuß, mit dem Leihrad oder in einer Fahrradrikscha siehst du genauso viel. Für die Planung hilft ein aktueller New-York-Reiseführer.
  • Auf Reisen an die Absicherung denken. Arztkosten in den USA sind hoch. Wir nutzen selbst diese Auslandskrankenversicherung.
  • Lebenshöfe unterstützen. Pferde, die nicht mehr arbeiten sollen, brauchen einen Platz. Höfe in deiner Nähe findest du im Lebenshof-Atlas.

Häufige Fragen.

Sind Pferdekutschen in New York schon verboten?

Nein. Der Stadtrat stimmt am 22. Oktober 2026 ab. Wird das Gesetz angenommen, gilt das Verbot ab dem 1. Juni 2028. Bis dahin dürfen die Kutschen weiterfahren.

Was ist Romanch’s Law?

So heißt der Gesetzentwurf, der die Kutschfahrten mit Pferden in New York beendet. Er ist nach Romanch Mahajan benannt, der im Juni 2026 mit 18 Jahren bei einem Kutschenunfall im Central Park starb. Vorher hieß der Entwurf Ryder’s Law, nach einem 2022 gestorbenen Kutschpferd.

Was passiert mit den Kutschpferden?

Laut Entwurf dürfen sie weder an Schlachthöfe noch an andere Kutschbetriebe abgegeben werden. Die Halter müssen die Stadt vor jeder Abgabe informieren, und die Verwaltung soll bei der Suche nach neuen Plätzen helfen.

Gibt es solche Verbote auch in anderen Städten?

Ja. In den USA haben unter anderem Chicago und San Antonio die Kutschfahrten beendet.

Quellen ●

Mitteilung des New Yorker Stadtrats vom 14. Juli 2026, Mitteilung des Bürgermeisteramts vom September 2025, Berichte von CBS New York, NBC New York, ABC News und amNewYork vom 13. Oktober 2026. Zitate aus dem Englischen übersetzt. Stand: 14. Oktober 2026, vor der Abstimmung. Fotos: Luca Sullivan / Pexels (Titelbild), NYC Mayor’s Office (Mamdani). Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wenn du darüber etwas kaufst oder abschließt, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts.

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