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Sojamilch an New Yorks Schulen: Jedes dritte Kind greift zur pflanzlichen Milch

Kinder essen an bunten Tischen in einer Schulmensa zu Mittag
Mittagessen in einer Schulmensa. Foto: Anastasia Shuraeva / Pexels

Wenn Kinder die Wahl haben, greift jedes dritte zur Sojamilch. Das ist das Ergebnis eines Pilotprojekts in fünf New Yorker Schulen, die seit Mai 2026 in der Mittagspause neben Kuhmilch auch Bio-Sojamilch anbieten. Gleichzeitig tranken die Schüler*innen insgesamt mehr Milch, und die Emissionen sanken. Im Herbst kommen zwölf weitere Schulen dazu.

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Kurz gesagt

  • Das Projekt: Bio-Sojamilch direkt in der Essensausgabe, neben der Kuhmilch, an fünf Schulen in New York
  • Die Wahl: 35,6 Prozent der ausgegebenen Milch war Sojamilch
  • Die Menge: An drei Schulen mit Vergleichsdaten stieg die Milchausgabe um 18,6 Prozent, rund 126 Portionen mehr am Tag
  • Das Klima: Die täglichen Emissionen aus der Milch sanken dort um 17,4 Prozent
  • Wie es weitergeht: Im Herbst 2026 wird das Angebot auf zwölf weitere Schulen ausgeweitet
Inhalt7 Kapitel
  1. 01Was getestet wurde
  2. 02Was dabei herauskam
  3. 03New Yorks Schulessen wird seit Jahren pflanzlicher
  4. 04Und in Deutschland?
  5. 05Tierethische Einordnung
  6. 06Was du tun kannst
  7. 07Häufige Fragen

Was getestet wurde.

Das städtische Schulverpflegungsamt und das Büro für Ernährungspolitik des Bürgermeisters haben das Projekt im Mai 2026 gestartet. Mitgemacht haben die Beacon High School, die Maspeth High School, die Vertex Partnership Academies sowie die Grundschulen P.S. 244 und P.S. 369. Die Sojamilch stand dort nicht in einem Extrakühlschrank oder nur auf Nachfrage bereit. Sie lag direkt in der Essensausgabe neben der Kuhmilch, sodass alle Kinder frei wählen konnten.

Begleitet wurde der Versuch von der Plant Powered School Meals Coalition. Zu dem Bündnis gehören die Hilfsorganisation Chilis on Wheels, die Coalition for Healthy School Food, Friends of the Earth und das Physicians Committee for Responsible Medicine (PCRM), eine Organisation von Ärzt*innen, die sich für pflanzliche Ernährung einsetzt. Von ihr stammen auch die veröffentlichten Ergebnisse.

Was dabei herauskam.

Über alle fünf Schulen hinweg fiel mehr als jede dritte Milchwahl auf die Sojamilch, genau 35,6 Prozent. An der Grundschule P.S. 244 waren es nach Angaben des Schulleiters Bob Groff sogar mehr als die Hälfte der Kinder.

Für drei der Schulen gab es Vergleichsdaten aus der Zeit davor. Dort stieg die Zahl der ausgegebenen Milchportionen um 18,6 Prozent, das sind rund 126 Portionen am Tag. Die Sojamilch hat also auch Kinder erreicht, die vorher gar keine Milch genommen haben. Trotzdem sanken die täglichen Treibhausgasemissionen aus der Milch um 17,4 Prozent. Pro 100 ausgegebene Portionen lag der Rückgang bei 30,4 Prozent.

Wie die Emissionen berechnet wurden, steht in der Mitteilung nicht. Und drei Schulen über wenige Wochen sind eine kleine Grundlage. Die Stadt hält die Ergebnisse aber für überzeugend genug, um weiterzumachen: Laut dem Fachmagazin FoodService Director kommen im Herbst zwölf weitere Schulen dazu.

New Yorks Schulessen wird seit Jahren pflanzlicher.

Das Projekt passt zu einem langen Kurs. New York betreibt das größte Schulsystem der USA und hat in den vergangenen Jahren immer mehr pflanzliche Gerichte auf die Speisepläne gebracht, darunter feste vegetarische und vegane Tage. Laut einer Auswertung des World Resources Institute, auf die sich PCRM beruft, sank der CO₂-Fußabdruck des Schulessens zwischen 2019 und 2025 um 59 Prozent. Pro Teller waren es 39 Prozent. Die Fläche, die für die Lebensmittel nötig ist, schrumpfte um 71 Prozent, der Wasserverbrauch um 40 Prozent. Den Bericht selbst haben wir nicht gefunden, die Zahlen stammen aus der Mitteilung.

Einen ähnlichen Weg geht Großbritannien, wo die Schulessen-Reform mehr Hülsenfrüchte auf die Teller bringt. Und was mehr pflanzliches Essen in Kantinen in Deutschland bewirken würde, haben wir in unserem Artikel über 2,53 Milliarden Euro Einsparpotenzial beschrieben.

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Und in Deutschland?.

Hier ist die Schulmilch weiter fest in tierischer Hand. Über das EU-Schulprogramm bekommen Schulen Zuschüsse für Obst, Gemüse und Milch. Pflanzendrinks sind darin bisher nicht vorgesehen. Wer in der Pause etwas anderes trinken möchte, muss es selbst mitbringen. Welche Pflanzendrinks es gibt und wofür sie sich eignen, steht in unserem großen Pflanzenmilch-Vergleich und speziell zur Sojamilch.

Tierethische Einordnung.

Dass ein Drittel der Kinder sofort zur Sojamilch greift, sobald sie gleichberechtigt im Regal steht, sagt viel. Die Gewohnheit, zu jedem Schulessen Kuhmilch zu reichen, haben Erwachsene über Jahrzehnte vorgegeben. Für jede Milchportion in der Mensa steht eine Kuh, die jedes Jahr ein Kalb bekommen muss, damit sie Milch gibt, und deren Kalb ihr meist kurz nach der Geburt weggenommen wird.

Ein Pilotprojekt in fünf Schulen ändert daran wenig. Es zeigt aber, wie einfach Veränderung sein kann: kein Verbot, keine Belehrung, nur eine zweite Packung in der Ausgabe. Wenn Kinder früh lernen, dass Milch nicht von der Kuh kommen muss, nehmen sie das mit.

Was du tun kannst.

  • In der Schule nachfragen. Ob es in Mensa oder Kita auch einen Pflanzendrink gibt, kannst du über Elternvertretung oder Förderverein ansprechen.
  • Selbst ausprobieren. Ein ungesüßter Bio-Sojadrink ist ein guter Einstieg, auch für Müsli und Kakao.

Häufige Fragen.

Wie viele Kinder haben in New York Sojamilch gewählt?

An den fünf Pilotschulen entfielen 35,6 Prozent der Milchauswahl auf Sojamilch. An einer Grundschule waren es laut Schulleitung mehr als die Hälfte.

Haben die Kinder dadurch weniger Milch getrunken?

Nein. An den drei Schulen mit Vergleichsdaten wurden täglich 18,6 Prozent mehr Milchportionen ausgegeben als vorher, rund 126 am Tag.

Wie viele Schulen bieten jetzt Sojamilch an?

Begonnen hat das Projekt im Mai 2026 an fünf Schulen. Im Herbst 2026 kommen zwölf weitere dazu.

Gibt es Sojamilch auch an deutschen Schulen?

Nicht als festes Angebot. Das EU-Schulprogramm bezuschusst Milch, aber keine Pflanzendrinks. Ob eine Mensa trotzdem welche anbietet, entscheidet jeder Träger selbst.

Quellen ●

Mitteilung des Physicians Committee for Responsible Medicine vom 25. September 2026 (Ergebnisse, Zitate, Zahlen des World Resources Institute), FoodService Director vom 28. September 2026 (Ausweitung). Zitate aus dem Englischen übersetzt. Foto: Anastasia Shuraeva / Pexels. Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wenn du darüber etwas kaufst, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts.

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