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Vegan-Umfrage 2025: Community religionskritisch und politisch links

Eine neue Auswertung der großen vegan.eu-Umfrage zeichnet ein klares Bild: Wer vegan lebt, hält meist Abstand zu Religion und steht politisch weit links.

Menschen auf einer Klima- und Tierrechtsdemonstration bei Abendlicht, von hinten fotografiert

Wer vegan lebt, tickt weltanschaulich anders als das gängige Klischee vermuten lässt. Eine frische Auswertung der Vegan-Umfrage 2025 des Infoportals vegan.eu kommt zu dem Schluss, dass die große Mehrheit der Befragten mit Religion wenig anfangen kann und sich politisch klar am linken, progressiven Rand des Spektrums einsortiert. Das Bild von der esoterisch angehauchten Öko-Szene, das gerne bemüht wird, halten die Zahlen nicht aus.

Inhalt6 Kapitel
  1. 01Mehrheit hält Abstand zur Religion
  2. 02Spiritualität kommt besser weg, aber überzeugt auch nicht
  3. 03Glaube und Parteipräferenz hängen kaum zusammen
  4. 04Ein Milieu, das politisch eng beieinanderliegt
  5. 05Was das für Marken und Kommunikation heißt
  6. 06Zur Methodik

Mehrheit hält Abstand zur Religion

Beim Thema Glauben fällt das Ergebnis deutlich aus. Gut 56 Prozent der Teilnehmenden gaben an, Religion abzulehnen oder entschieden abzulehnen. Ein knappes Drittel, rund 31 Prozent, bezog eine neutrale Position. Übrig bleibt eine kleine Gruppe von knapp 13 Prozent, die sich selbst als religiös oder sehr religiös beschreibt. Wirklich stark religiös verankert sehen sich gerade einmal 2,3 Prozent.

Spiritualität kommt besser weg, aber überzeugt auch nicht

Etwas durchlässiger wird das Bild, sobald es nicht um organisierte Religion, sondern um Spiritualität geht. Hier ordnet sich mit gut 41 Prozent der größte Teil in der Mitte ein. Knapp 32 Prozent winken ab, rund 27 Prozent können der spirituellen Seite etwas abgewinnen. Eine tragende Mehrheit findet sich also auch dafür nicht.

Für Guido F. Gebauer, den Psychologen und Mitgründer hinter der Erhebung, räumt das mit einem verbreiteten Vorurteil auf. Eine besondere Affinität zu Glaube, Spiritualität oder Esoterik lasse sich bei vegan lebenden Menschen schlicht nicht ablesen. Wenn überhaupt ein weltanschaulicher Trend erkennbar sei, dann laufe er in die andere Richtung, hin zu einer „religionskritischen, atheistischen oder agnostischen Grundhaltung”.

Glaube und Parteipräferenz hängen kaum zusammen

Spannend wird es dort, wo die Umfrage Religion und Politik gegeneinander hält. Das Ergebnis fällt eindeutig aus: Fast 94 Prozent der Unterschiede in den politischen Ansichten haben mit dem Verhältnis zu Religion oder Spiritualität nichts zu tun. Der stärkste einzelne Zusammenhang, den die Auswertung überhaupt findet, erklärt weniger als fünf Prozent. Er deutet lediglich an, dass religiös oder spirituell geprägte Teilnehmende eine Spur konservativer ticken, während sich Religionskritik eher mit progressiven Haltungen paart. Ein echter Erklärungsfaktor ist das nicht.

Hand wirft einen Stimmzettel in eine durchsichtige Wahlurne
Die vegane Zielgruppe stimmt weit überwiegend links: Linke, Grüne und Tierschutzpartei dominieren.

Ein Milieu, das politisch eng beieinanderliegt

Was die Befragten dagegen stark eint, ist ihre politische Grundausrichtung. Die vegane Zielgruppe erweist sich als bemerkenswert homogen, und diese Homogenität zieht klar nach links. Das deckt sich mit den Parteipräferenzen aus der Gesamtumfrage: Rund 40 Prozent nannten die Linke, gut 32 Prozent die Grünen, sieben Prozent die Tierschutzpartei. Union, SPD, FDP und AfD spielen in dieser Gruppe praktisch keine Rolle. Auch bei den Sorgen liegt ein Thema vorn, das anderswo hinten steht: Rund zwei Drittel benennen die Klimakrise als größte Bedrohung, während Migration kaum jemanden umtreibt.

Dass Ethik, Ernährung und Haltung zusammengehören, zieht sich als roter Faden durch die Szene. Wer sich fürs Detail interessiert, findet das etwa in unserer Studie zu Fleisch, Männlichkeit und veganen Männern oder in der Frage, was der eigene Verzicht fürs Klima wirklich bringt. Dass die politische Linke und der Veganismus historisch immer wieder Berührungspunkte haben, zeigt auch das Interview mit Heaven Shall Burn über Metal, Politik und Veganismus.

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Bunte vegane Salatbowl mit Quinoa, Mais und Blattsalat
Was diese Zielgruppe eint, ist mehr als der Speiseplan: eine progressive Grundhaltung.

Was das für Marken und Kommunikation heißt

Für Unternehmen, die diese Menschen erreichen wollen, steckt in den Daten eine unbequeme, aber klare Botschaft. Wer vegane Kundschaft mit Räucherstäbchen-Romantik und spirituell aufgeladenen Versprechen anspricht, greift daneben. Was zieht, ist das Gegenteil: nüchterne, überprüfbare Argumente. Marken punkten mit belegbaren Fakten und mit Werten, die diese Gruppe ohnehin teilt, allen voran Klimaschutz, Tierwohl und soziale Gerechtigkeit. Genau diese evidenzbasierte Perspektive ist auch das, was wir im Plantbased Podcast mit Fachleuten diskutieren.

Zur Methodik

An der Erhebung beteiligten sich 2.161 vegan lebende Menschen zwischen 18 und 84 Jahren, der Großteil aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Durchgeführt wurde die Befragung zwischen April und September 2025 von vegan.eu gemeinsam mit der Kennenlern-Plattform Gleichklang.de, die wissenschaftliche Auswertung verantwortete Gebauer. Die kompletten Ergebnisse hat vegan.eu auf der eigenen Website veröffentlicht.

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