Oatly bringt zwei neue Haferdrinks mit zusätzlichen Ballaststoffen in den deutschen Handel. Die Fiber Barista Edition ist für den Kaffee gedacht, Fiber Low-Calorie für Shakes und Smoothies. Beide liefern pro Glas 5 Gramm Ballaststoffe. Wir haben uns Zutaten und Nährwerte angesehen und nachgerechnet, wie aktuell die Zahlen sind, mit denen Oatly wirbt.
Kurz gesagt: Sind die Oatly Fiber Drinks vegan?
Ja. Beide Sorten bestehen aus Hafer, Wasser, Rapsöl, pflanzlichen Fasern, Mineralien und Vitaminen. Das Vitamin D ist laut Oatly D2 aus Hefe, nicht das aus Schafwolle gewonnene D3. Auf beiden Packungen steht „vegan“. Seit dem 24. September 2026 sind die Drinks in Deutschland im Handel.
Zwei Sorten, je 5 Gramm Ballaststoffe pro Glas.
Beide neuen Drinks enthalten 20 Gramm Ballaststoffe pro Liter, also 5 Gramm in einem Glas von 250 Millilitern. Oatly rechnet vor, dass das ungefähr einem Hafer-Latte entspricht. Unterschiedlich sind Kalorien, Fett und der Haferanteil.
Oatly Fiber Barista Edition

Die Barista-Variante ist für Kaffee entwickelt und soll sich aufschäumen lassen wie die normale Barista Edition. Sie enthält 10 Prozent Hafer und kommt auf 63 Kilokalorien pro 100 Milliliter. Zutaten laut Oatly: Wasser, Hafer (10 %), Rapsöl, Zichorienwurzelfasern, Säureregulator (Trikaliumcitrat), lösliche Maisfasern, Mineralien (Calciumcarbonat, Kaliumiodid), Salz und die Vitamine D2, Riboflavin und B12.
Oatly Fiber Low-Calorie

Die zweite Sorte hat 20 Kilokalorien pro 100 Milliliter und keinen Zucker. Oatly empfiehlt sie für Shakes nach dem Training, für Smoothies oder zum Trinken. Auffällig ist der Haferanteil von nur 2 Prozent. Zutaten laut Oatly: Wasser, Hafer (2 %), lösliche Maisfasern, Zichorienwurzelfasern, Rapsöl, Mineralien (Calciumcarbonat, Kaliumiodid), Säureregulator (Trikaliumcitrat), Salz, Aromen, Zitrusfasern und die Vitamine D2, Riboflavin und B12.
Nährwerte im Vergleich.
Die Angaben stammen von den Produktseiten auf oatly.com und beziehen sich auf 100 Milliliter.
| pro 100 ml | Fiber Barista Edition | Fiber Low-Calorie |
|---|---|---|
| Energie | 63 kcal | 20 kcal |
| Fett | 3,0 g | 0,8 g |
| Kohlenhydrate | 6,8 g | 1,8 g |
| davon Zucker | 0,6 g | 0 g |
| Ballaststoffe | 2,0 g | 2,0 g |
| Eiweiß | 1,0 g | unter 0,1 g |
| Calcium | 120 mg | 120 mg |
| Vitamin D | 1,1 µg | 1,1 µg |
| Vitamin B12 | 0,24 µg | 0,38 µg |
| Jod | 22,5 µg | 22,5 µg |
Die Bezeichnung „ballaststoffreich“ auf der Packung ist bei beiden Sorten zulässig, allerdings nur über den Umweg der Kalorien. Die EU erlaubt die Angabe ab 6 Gramm Ballaststoffen pro 100 Gramm oder ab 3 Gramm pro 100 Kilokalorien. Pro 100 Milliliter liegen beide Drinks mit 2 Gramm deutlich darunter. Pro 100 Kilokalorien kommt die Barista-Variante auf knapp 3,2 Gramm und die Low-Calorie-Variante auf 10 Gramm.
Woher die Ballaststoffe kommen.
Hafer enthält von Natur aus Ballaststoffe, für 5 Gramm pro Glas reicht das in einem Haferdrink aber nicht. Oatly setzt deshalb zusätzliche Fasern zu: lösliche Maisfasern und Zichorienwurzelfasern, bei der Low-Calorie-Sorte außerdem Zitrusfasern. Oatly nennt das ein „vielfältigeres Ballaststoffprofil“. Bei der Low-Calorie-Sorte mit 2 Prozent Hafer stammt der größte Teil der Ballaststoffe aus diesen Zusätzen.
Die Fasern stehen ordentlich auf der Zutatenliste. Man sollte nur wissen, dass die Drinks ihre Ballaststoffe nicht aus besonders viel Hafer beziehen.
Die Ballaststofflücke und das Alter der Zahlen.
Oatly begründet den Launch mit einer „Ballaststofflücke“: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen mindestens 30 Gramm Ballaststoffe am Tag, im Durchschnitt fehlen laut Oatly 11 Gramm. Die Zahl stützt sich auf die Nationale Verzehrsstudie II. Dort lag der Median bei 19 Gramm für Männer und 18 Gramm für Frauen.
Diese Daten wurden allerdings zwischen 2005 und 2007 erhoben, also vor fast zwanzig Jahren. Das Max Rubner-Institut schreibt in einer Einordnung vom Juni 2026 selbst, dass es keine aktuelleren repräsentativen Daten zur Ballaststoffzufuhr in Deutschland gibt. Es weist außerdem darauf hin, dass neuere Messmethoden in Lebensmitteln höhere Ballaststoffgehalte ergeben, ohne dass sich die Lebensmittel verändert hätten. Dass viele Menschen in Deutschland unter dem Richtwert liegen, ist trotzdem gut belegt. Wie groß die Lücke heute genau ist, weiß allerdings niemand.
Mehr Ballaststoffe ohne Haferdrink.
Wer mehr Ballaststoffe essen will, muss dafür nicht zum Spezialprodukt greifen. Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, Haferflocken, Nüsse, Samen, Gemüse und Obst liefern sie in größerer Menge und in vielen verschiedenen Formen, was auch die DGE empfiehlt. Wie viel in welcher Hülsenfrucht steckt und wie du sie zubereitest, steht in unseren Guides zu Linsen, Kichererbsen und Hülsenfrüchten allgemein.
Die Fiber-Drinks können trotzdem sinnvoll sein, wenn du ohnehin täglich Kaffee mit Haferdrink trinkst. Dann kommen die 5 Gramm ohne Umstellung dazu.
Haferdrink statt Kuhmilch.
Jeder Liter Haferdrink, der Kuhmilch ersetzt, betrifft auch Tiere. Kühe geben nur Milch, wenn sie regelmäßig Kälber bekommen. Laut Bundesinformationszentrum Landwirtschaft werden diese Kälber in der Regel wenige Stunden nach der Geburt von der Mutter getrennt, damit die Milch verkauft werden kann. Männliche Kälber haben für Milchbetriebe meist keinen Nutzen und werden nach wenigen Wochen an Mastbetriebe abgegeben. Wie diese Praxis auf Landwirtschaftsmessen als Fürsorge präsentiert wird, haben wir gerade am Beispiel der Tierschau auf dem Cannstatter Wasen beschrieben.
Dazu kommt ein Preisnachteil, den Pflanzendrinks gar nicht haben müssten: Auf Haferdrink fallen 19 Prozent Mehrwertsteuer an, auf Kuhmilch 7 Prozent. Warum das so ist, steht in unserem Artikel Sieben Prozent auf Fleisch, neunzehn auf Haferdrink.
Wem Oatly gehört.
Oatly ist ein rein pflanzliches Unternehmen, aber seit dem Börsengang 2021 kein kleines schwedisches Start-up mehr. Größter Anteilseigner ist laut Jahresbericht an die US-Börsenaufsicht (Stand März 2026) mit 44,6 Prozent die Nativus Company, hinter der ein Gemeinschaftsunternehmen des belgischen Investors Verlinvest und des chinesischen Staatskonzerns China Resources steht. Der Finanzinvestor Blackstone hält 9,3 Prozent.
Preis und wo es die Drinks gibt.
Laut Oatly sind beide Sorten seit dem 24. September 2026 in Deutschland erhältlich. Einen Preis nennt Oatly nicht. Bei der Drogeriekette Müller war die Low-Calorie-Sorte zum Zeitpunkt unserer Recherche für 2,79 Euro pro Liter gelistet, online allerdings ausverkauft. Für die Barista-Variante haben wir noch keinen Handelspreis gefunden. Bei dm und im Onlineshop von Rewe waren beide Fiber-Sorten am 26. September noch nicht gelistet.
Die klassische Oatly Barista Edition ohne Faserzusatz gibt es auch im Vorratspack bei Amazon (Affiliate-Link: Kaufst du darüber, bekommen wir eine kleine Provision, der Preis für dich bleibt gleich).
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So haben wir recherchiert ●
Grundlage sind die Pressemitteilung von Oatly vom 24. September 2026 und die Produktseiten beider Sorten auf oatly.com mit Zutaten und Nährwerten. Die Angabe zur Vitamin-D-Form stammt aus der Fachinformation von Oatly für Gesundheitsberufe. Der DGE-Richtwert stammt von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, die Verzehrdaten aus der Nationalen Verzehrsstudie II (Erhebung 2005 bis 2007, ausgewertet im 12. DGE-Ernährungsbericht) und aus der wissenschaftlichen Einordnung des Max Rubner-Instituts vom Juni 2026. Die Grenzwerte für „ballaststoffreich“ stammen aus der EU-Verordnung über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben (EG 1924/2006), die Berechnung pro 100 Kilokalorien ist unsere eigene. Die Eigentümerangaben stammen aus dem Jahresbericht Form 20-F von Oatly für 2025. Der Preis stammt aus den Onlineshops von Müller, dm und Rewe (Stand 26. September 2026). Wir haben die Drinks noch nicht selbst probiert. Dieser Artikel ist keine Kooperation. Stand: 26. September 2026.
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