Veganer Burger Test 2026: 9 Marken im ehrlichen Vergleich

Vor fünf Jahren war veganer Burger eine peinliche Angelegenheit: gummige Sojaprotein-Patties zwischen pappigen Buns, die geschmacklich irgendwo zwischen Tofu und Plastik hängen blieben. Wer einen ehrlichen Burger-Geschmack wollte, ging zum Fleischer oder ließ es ganz sein.
2026 sieht das radikal anders aus. Beyond Meat hat als US-Pionier die Faser-Textur-Frage gelöst. The Vegetarian Butcher (heute Unilever) bringt Mycoprotein-Patties mit fast cremig-fleischiger Innenseite. Vivera, Like Meat und Rügenwalder Vegane Mühlen liefern Mainstream-Patties zu Preisen, die mit klassischen Rindfleisch-Burgern direkt konkurrieren. Aldi und Lidl haben permanente Vegan-Burger-Sortimente im 2-Euro-Bereich.

So haben wir getestet
Test-Setup: drei Tester:innen, abgeklebte Produkte in zufälliger Reihenfolge, vier Runden Verkostung in der TIV-Küche in Berlin. Sample-Quelle: handelsüblicher Einkauf bei Biomärkten und ausgewählten Online-Shops binnen einer Woche vor dem Test. Keine Pressemuster, keine sponsoring-getriebenen Sortimente. Wir sind mit einigen Marken Affiliate-Partner. Bewertungen entstehen vor Auswertung der Affiliate-Beziehungen.
Die Top-3 Empfehlungen im Überblick
Beyond Burger bleibt 2026 die Referenz für Faser-Textur und Geschmack. Erbsenprotein-Basis, leicht rötlich beim Braten, sehr nah am klassischen Rindfleisch-Burger. Ca. 4,99 Euro pro 2er-Pack.
The Vegetarian Butcher Like Burger ist die Premium-Mainstream-Variante mit Mycoprotein-Basis. Cremiger im Mundgefühl als Beyond, etwas saftiger. Ca. 4,29 Euro pro 2er-Pack.
Vivera Vegan Burger ist der verlässlichste Wochen-Standard. Sojaprotein-Basis, klarer Vegan-Burger-Geschmack ohne Pretension. Ca. 3,99 Euro pro 2er-Pack.

Die neun getesteten Marken im Detail
Mainstream und Premium
Beyond Burger (siehe oben) bleibt unsere Nr. 1. Erbsenprotein, Rübenextrakt für die rote Färbung, Kokosöl für die Saftigkeit. In jedem Edeka, Rewe, Real.
The Vegetarian Butcher Like Burger (siehe oben) für die Premium-Mycoprotein-Variante. Klare Cremigkeit, hochwertige Panade-freie Saftigkeit.
Like Meat Like Burger ist die Soja-freie Alternative auf Erbsenprotein-Basis. Etwas leichteres Mundgefühl, sehr verlässlich. Ca. 4,49 Euro pro 2er-Pack.
Vivera Vegan Burger als Mainstream-Standard (siehe oben).
Rügenwalder Vegane Mühlen Burger ist die deutsche Klassik-Schiene. Sojaprotein, leicht herb-würzig, sehr nah an deutscher Burger-Tradition. Ca. 3,49 Euro pro 2er-Pack.

Bio und Premium-Manufakturen
Wheaty Burger Patties auf Seitan-Basis sind die dichtesten und fleischigsten Vegan-Patties am Markt. Für Seitan-Liebhaber:innen ein Highlight. Ca. 4,49 Euro pro 200-Gramm-Pack.
Discount-Eigenmarken
Aldi Mein Veggie Tag Burger. Erbsen-Soja-Mix, klassisches Patty-Format. Ca. 2,49 Euro pro 2er-Pack. Permanent in der Range.
Lidl Vemondo Vegan-Burger. Ähnliche Range wie Aldi, leicht günstiger. Ca. 2,29 Euro pro 2er-Pack.
iglo Green Cuisine Burger ist die Tiefkühl-Variante für Vorrat. Sojaprotein-Basis, ca. 3,49 Euro pro 2er-Pack.
Was einen guten Burger-Patty wirklich ausmacht
Drei Faktoren entscheiden über Mainstream-Champion oder Discount-Mittelmaß.
Erstens die Faser-Textur. Beyond Meat hat hier mit der Erbsenprotein-Strukturierung den Standard gesetzt. The Vegetarian Butcher kontert mit Mycoprotein (Pilz-Basis), das im Mundgefühl fast cremiger ist als klassisches Fleisch.
Zweitens der Saftigkeits-Grad. Eine gute Patty saftet beim Anbraten leicht, bleibt aber nicht zu fettig auf dem Bun. Kokosöl-haltige Patties (Beyond, Vivera) saftigen gut, Erbsenprotein-Pur-Variationen ohne Fett-Komponente werden schnell trocken.
Drittens die Vegan-Zertifizierung. „Vegetarisch“ ist nicht „vegan“. Manche Marken haben Eier oder Milchpulver in der Bindung. Vegan-zertifizierte Marken (V-Label) garantieren reine pflanzliche Komponenten.
DIY-Burger: Patty aus schwarzen Bohnen und Linsen
Das beste vegane Burger-Erlebnis kommt aus der eigenen Küche. Hier das Minimal-Rezept für 4 Patties.
Zutaten: 400 Gramm gekochte schwarze Bohnen oder Linsen (Dose abtropfen), 50 Gramm Haferflocken, 1 mittelgroße Zwiebel fein gehackt, 1 Knoblauchzehe gepresst, 1 Teelöffel geräucherte Paprika, 1 Teelöffel Kreuzkümmel, Salz und Pfeffer, 2 Esslöffel Soja-Sauce oder Tamari, 1 Esslöffel Tomatenmark.
Vorgehen: Bohnen in einer Schüssel mit einer Gabel grob zerdrücken (nicht pürieren). Zwiebel und Knoblauch in etwas Olivenöl anbraten, mit den Gewürzen unter die Bohnen-Masse mischen. Haferflocken und Tomatenmark hinzu, Soja-Sauce einarbeiten. Zu vier flachen Patties formen (mit feuchten Händen), 15 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen. In etwas Öl 4 Minuten pro Seite goldbraun anbraten.

Welche Buns sind vegan?
Standard-Burger-Buns aus dem Supermarkt enthalten oft Milchpulver oder Ei für Bindung und Glänzung. Sichere Alternativen sind Lieken Urkorn Burger-Buns Vegan, Harry Brot Vegan-Linie, Mestemacher Vollkorn-Burger-Buns und die meisten Bio-Bauern-Brötchen aus dem Bio-Markt. Bei Edeka, Rewe oder Aldi auf das V-Label oder die explizite Vegan-Kennzeichnung achten.
Yannicks Take: mein Burger-Setup zu Hause
Stand 2026, im neunten Jahr Magazinarbeit und jenseits der eigenen ersten Vegan-Phase: Was unten steht ist die Position, mit der wir gerade arbeiten – nicht die einzig richtige, aber die, die uns am stabilsten durchhilft.
Bei mir liegt grundsätzlich ein 2er-Pack Beyond Burger im Tiefkühler als Wochenend-Premium, ein 2er-Pack Vivera Vegan Burger als Wochen-Standard, ein iglo Green Cuisine als Backup für die Notfall-Situationen, plus eine Tüte Vollkorn-Buns von Lieken Urkorn im Vorratsregal.
Sonntags-Burger: Beyond Patty in der gusseisernen Pfanne mit etwas Rapsöl, 4 Minuten pro Seite. Bun toasten. Auflegen: Salatblatt, Tomate, vegane Mayo (siehe unser Mayo-Marken-Guide), eine Scheibe Violife Schmelz-Käse (aus dem Käse-Tiefenrecherche), Senf, eine Gewürzgurke. Mit Pommes aus dem Ofen und einem kleinen Krautsalat. Das ist ein Sonntags-Burger, der jeden Mischköstler-Gast überzeugt.
DIY-Bohnen-Burger mache ich etwa alle zwei Wochen für die Eiweißbedarfs-Variation (Bohnen liefern 8 bis 12 Gramm Protein pro Patty). Für unsere komplette Eiweiß-Strategie siehe den Eiweißbedarf-Pillar 2026.
Was nicht im Tiefkühler liegt: die ganz billigen No-Name-Aldi-Burger aus Sommer-Sale-Aktionen (zu langweilig im Geschmack), Brunch-Burger-Mini-Variationen mit fragwürdigen Marken-Names (zu wenig Eiweiß), und Premium-Manufakturen-Patties über 7 Euro pro 2er-Pack (zu teuer für den täglichen Konsum).
Wer den Marken-Test-Cluster weiter durchgehen will: unser Schnitzel-Test 2026, der Aufschnitt-Marken-Überblick und der Grill-Guide 2026 decken die wichtigsten Fleisch-Alternativ-Segmente ab.
Schöne Burger-Saison. Lass dich nicht von den Premium-Marken-Preisen erschrecken – 2026 sind 4 bis 5 Euro pro 2er-Pack der ehrliche Marktpreis für echte Geschmacks-Qualität. Was du an Vegan-Burger im Restaurant zahlst, kommt nochmal anders.
FAQ - Das fragen andere
Was einen guten Burger-Patty wirklich ausmacht?
Welche Buns sind vegan?
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