Alkoholfreier Lemon Sour im hohen Glas mit Crushed Ice, Zitronenscheiben und Minze
Der Lemon Sour lebt von drei Dingen: viel Eis, echter Zitrone und richtig kalter Kohlensäure.
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Es gibt einen Drink, den in Japan praktisch jeder kennt und hier fast niemand: den Lemon Sour. In japanischen Kneipen ist er der Standard, mit dem ein Abend beginnt, ungefähr so selbstverständlich wie hier ein Bier vom Fass. In Europa taucht er gerade zum ersten Mal in größerem Stil auf, zuerst in Wien und Kopenhagen.

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Für uns ist er aus zwei Gründen interessant. Erstens funktioniert er alkoholfrei fast besser als mit Alkohol, weil er ohnehin von Säure und Kohlensäure lebt und nicht von der Spirituose. Zweitens ist er, anders als der westliche Sour, von Haus aus vegan.

Ein japanischer Sour ist etwas anderes als ein Whiskey Sour

Das ist der Punkt, an dem die meisten Rezepte im Netz durcheinandergeraten, und für uns ist er der spannendste.

Ein klassischer Sour aus der westlichen Barkultur besteht aus Spirituose, Zitrussaft, Zucker und Eiweiß. Das Eiweiß erzeugt die Schaumkrone. Genau deshalb ist ein Whiskey Sour im Original nicht vegan, und man muss sich behelfen: Wir nutzen dafür Aquafaba im Whiskey Sour, also das Kichererbsenwasser aus der Dose, das genauso aufschäumt.

Der japanische Sour, auf Japanisch サワー, funktioniert komplett anders. Er ist ein Highball: Spirituose, Zitrus, Sodawasser. Kein Ei, kein Schaum, keine tierische Zutat, nirgends. Er ist vegan, ohne dass man ihn dafür umbauen müsste.

Das alkoholfreie Grundrezept

Drei Zutaten, drei Minuten. Der Rest ist Technik.

Für ein hohes Glas (ca. 350 ml):

  • 1 unbehandelte Bio-Zitrone
  • 20 ml Zuckersirup (oder Agavendicksaft)
  • 200 ml eiskaltes Sodawasser mit viel Kohlensäure
  • optional: 40 ml alkoholfreie Spirituose auf neutraler Basis
  • Crushed Ice, so viel wie reingeht
  • optional: 2 Zweige Minze oder ein Blatt Shiso

So geht’s:

  1. Das Glas vorkühlen. Wirklich. Ein warmes Glas killt die Kohlensäure in zehn Sekunden, und ohne Kohlensäure ist das hier nur Limonade.
  2. Die halbe Zitrone direkt ins Glas pressen, etwa 25 bis 30 ml Saft. Zwei dünne Scheiben mit Schale dazugeben und mit dem Löffelrücken leicht andrücken, nicht zerquetschen. Aus der Schale kommt das ätherische Öl, das den Drink über eine normale Limo hebt.
  3. Sirup dazu, kurz rühren.
  4. Glas randvoll mit Crushed Ice füllen. Nicht sparen: Viel Eis kühlt schneller und verwässert dadurch weniger als wenig Eis.
  5. Sodawasser am Barlöffel entlang eingießen, damit die Kohlensäure im Glas bleibt. Höchstens einmal von unten nach oben ziehen.

Aufgeschnittene Zitronen und Zitronenzesten auf einem Holzbrett

Der ganze Drink steht und fällt mit der Zitrone. Abrieb mitverwenden, dort sitzen die Aromen.

Alkoholfreier Lemon Sour im hohen Glas mit Crushed Ice, Zitronenscheiben und Minze

Lemon Sour alkoholfrei

Japans meistgetrunkener Longdrink in der alkoholfreien Version. Drei Zutaten, drei Minuten, komplett vegan.
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Vorbereitungszeit 3 Minuten
Gesamtzeit 3 Minuten
Gericht Getränke
Küche Japanisch
Portionen 1 Glas

Zutaten
  

  • 1 Bio-Zitrone unbehandelt
  • 20 ml Zuckersirup oder Agavendicksaft
  • 200 ml Sodawasser eiskalt, mit viel Kohlensäure
  • 40 ml alkoholfreie Spirituose optional, neutrale Basis
  • Crushed Ice so viel wie ins Glas passt
  • 2 Zweige Minze optional, alternativ 1 Blatt Shiso

Anleitungen
 

  • Das Glas vorkühlen. Ein warmes Glas kostet sofort Kohlensäure.
  • Die halbe Zitrone direkt ins Glas pressen, etwa 25 bis 30 ml Saft. Zwei dünne Scheiben mit Schale zugeben und leicht andrücken, nicht zerquetschen.
  • Zuckersirup zugeben und kurz rühren.
  • Das Glas randvoll mit Crushed Ice füllen. Viel Eis kühlt schneller und verwässert dadurch weniger.
  • Sodawasser am Barlöffel entlang eingießen, damit die Kohlensäure im Glas bleibt. Höchstens einmal von unten nach oben ziehen.
  • Mit Minze oder Shiso garnieren und sofort servieren.

Notizen

Ohne Sirup wird der Drink deutlich saurer und erinnert an japanisches Zitronenwasser. Wer weniger Zucker will, startet mit 10 ml. Statt Minze funktioniert ein Blatt Shiso, für die winterliche Variante zwei dünne Scheiben Ingwer.
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Vegan-Check: jede Zutat einzeln

Weil bei Getränken erstaunlich viel schiefgehen kann, hier die Liste ohne Abkürzungen.

Zutat Vegan? Worauf achten
Zitronen ja Bio und unbehandelt, wenn die Schale mit ins Glas kommt
Sodawasser ja reines Wasser mit Kohlensäure, unproblematisch
Zuckersirup meistens siehe unten
Agavendicksaft ja gute Alternative, falls du Zucker vermeiden willst
Honig nein taucht in vielen Sour-Rezepten auf, ersetzen
Minze, Shiso, Ingwer ja unproblematisch
Eis ja unproblematisch
Alkoholfreie Spirituose prüfen siehe unten

Zwei Punkte lohnen den genaueren Blick.

Zucker. In Deutschland stammt Haushaltszucker fast immer aus Zuckerrüben und wird nicht mit Knochenkohle geklärt, ist also vegan. Bei importiertem Rohrzucker aus Ländern außerhalb der EU kann das anders sein, dort wird teilweise Knochenkohle zur Entfärbung eingesetzt. Wer sichergehen will, nimmt Rübenzucker, unraffinierten Rohrohrzucker oder gleich Agavendicksaft.

Honig ist die häufigste Falle. Er steht in vielen Sour- und Highball-Rezepten und ist kein veganes Produkt. Zuckersirup oder Agavendicksaft ersetzen ihn eins zu eins.

Alkoholfreie Spirituosen sind meistens vegan, aber nicht automatisch. Manche Hersteller arbeiten mit Aromen oder Farbstoffen, bei denen sich nachfragen lohnt. Welche Produkte bei uns durch den Test gegangen sind, steht in unserem Vergleich der alkoholfreien Aperol-Alternativen und in der Übersicht der besten alkoholfreien Cocktails.

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Leerer Bartresen am Abend in warmem Licht

In japanischen Izakaya ist der Sour das, was hier das Bier ist: der erste Drink des Abends.

Ist Shochu vegan? Und worauf du beim Kauf achten musst

Wer das Original trinken will, landet bei Shochu, der japanischen Spirituose, auf der der Lemon Sour traditionell basiert. Die Frage nach dem Veganstatus ist berechtigt und die Antwort erfreulich klar, mit ein paar Ausnahmen.

Die Basis ist rein pflanzlich. Shochu wird aus Gerste (Mugi), Süßkartoffel (Imo), Reis (Kome), Buchweizen (Soba) oder braunem Zucker (Kokuto) hergestellt. Dazu kommt Koji, ein Schimmelpilz namens Aspergillus oryzae, der die Stärke aufschließt. Ein Pilz ist kein Tier, das ist also unproblematisch. Anschließend wird destilliert.

Der Destillationsschritt ist der Grund, warum Shochu selten ein Problem ist. Bei Wein und Bier werden häufig tierische Klärmittel eingesetzt, Gelatine, Hausenblase aus Fischblasen oder Eiklar, um Trübstoffe zu binden. Eine Destillation klärt sich technisch selbst. Deshalb kommen Spirituosen in aller Regel ohne solche Hilfsstoffe aus. Ein klassischer Honkaku-Shochu ist damit praktisch immer vegan.

Drei Dinge solltest du trotzdem prüfen:

  1. Aromatisierte Varianten und Liköre. Sobald „Likör” oder eine Geschmacksrichtung auf der Flasche steht, kann Honig oder Milch im Spiel sein. Yoghurt- und Milchliköre auf Shochu-Basis gibt es tatsächlich.
  2. Fertige Dosendrinks. Bei aromatisierten Chuhai-Getränken werden gelegentlich Farbstoffe eingesetzt, darunter Karmin, also E120, das aus Schildläusen gewonnen wird. Wer das Original alkoholisch trinken will, ist mit der Flasche plus eigener Zitrone auf der sicheren Seite.
  3. Zugesetzter Zucker, siehe oben. Bei japanischem Kokuto handelt es sich um unraffinierten Vollrohrzucker, der ist unbedenklich.

Und der wichtigste strukturelle Punkt: Nach Artikel 16 Absatz 4 der EU-Lebensmittelinformationsverordnung müssen Getränke mit mehr als 1,2 Volumenprozent Alkohol kein vollständiges Zutatenverzeichnis tragen. Eine leere Rückseite bedeutet also nicht, dass nichts drin ist, sondern nur, dass nichts draufstehen muss. Wer es genau wissen will, achtet auf ein Vegan-Siegel oder fragt beim Hersteller nach. Das gilt für alle Spirituosen, nicht nur für Shochu.

Die klassische Variante mit Alkohol

Falls du das Original probieren willst: Der Aufbau bleibt identisch, nur der alkoholfreie Spirit wird ersetzt.

Nimm 40 bis 50 ml Shochu auf 150 bis 200 ml Sodawasser. Klassisch wird ein Mugi-Shochu aus Gerste verwendet, der ist mild und lässt der Zitrone den Vortritt. Ein Imo-Shochu aus Süßkartoffel schmeckt deutlich erdiger und drängt sich mehr in den Vordergrund.

Shochu ist in Deutschland noch Nischenware. Im gut sortierten Asia-Laden wirst du am ehesten fündig, ansonsten online, zum Beispiel bei Amazon *. Achte dort auf die Punkte aus dem Abschnitt oben, gerade bei allem, was als Likör deklariert ist.

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Drei Varianten, die sich lohnen

Shiso Sour. Ein Blatt Shiso statt Minze. Bringt eine minzig-basilikumartige Note, die den Drink sofort japanischer schmecken lässt.

Ginger Lemon Sour. Zwei dünne Scheiben frischer Ingwer mit ins Glas. Funktioniert im Winter erstaunlich gut.

Salty Lemon Sour. Eine winzige Prise Salz in den Sirup. Klingt komisch, hebt aber die Zitrusnoten deutlich an. In Japan eine gängige Variante.

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Was noch dazu passt

Wenn du einen ganzen Abend ohne Alkohol planst, findest du in unserer Übersicht alkoholfreie Cocktails sechs weitere Rezepte, die keine Notlösung sind. Direkt daneben funktionieren der alkoholfreie Mojito und der Gin Tonic ohne Alkohol, beide mit demselben Prinzip: viel Eis, wenig Zucker, echte Zitrusfrucht.

Falls du beim Einkauf grundsätzlich unsicher bist, ob ein Produkt vegan ist, hilft unser Ist-das-vegan-Check weiter. Und wer wissen will, welche Zusatzstoffe hinter den E-Nummern auf Getränkeetiketten stecken, findet sie im E-Nummern-Verzeichnis, inklusive dem oben erwähnten E120.

Häufige Fragen

Was ist ein Lemon Sour?

Ein japanischer Longdrink aus Spirituose, frischer Zitrone und Sodawasser. Anders als der westliche Sour enthält er kein Eiweiß und ist damit von Natur aus vegan.

Ist ein Lemon Sour vegan?

In der Grundform ja. Zitrone, Sodawasser und Zuckersirup sind pflanzlich. Aufpassen musst du nur bei Honig als Süßungsmittel, bei aromatisierten Fertigprodukten und theoretisch bei importiertem Rohrzucker.

Ist Shochu vegan?

In aller Regel ja. Er wird aus Getreide, Süßkartoffel oder Reis mit Koji-Pilz hergestellt und destilliert, wodurch tierische Klärmittel überflüssig sind. Vorsicht bei Likören und aromatisierten Varianten, dort können Honig oder Milch enthalten sein.

Was nehme ich statt Shochu für die alkoholfreie Version?

Entweder eine neutrale alkoholfreie Spirituose oder schlicht gar nichts. Der Drink funktioniert auch nur mit Zitrone, Sirup und Soda, dann wird er etwas leichter und limonadiger.

Warum schmeckt mein Lemon Sour flach?

Meistens liegt es an zu wenig Eis, zu warmem Glas oder zu langem Rühren. Alle drei Fehler kosten Kohlensäure, und die trägt hier den ganzen Drink.

Kann ich den Sirup weglassen?

Ja. Ohne Sirup wird er deutlich saurer und erinnert an ein japanisches Zitronenwasser. Wer weniger Zucker will, fängt mit 10 ml an und tastet sich heran.

Haeufige Fragen

FAQ - Das fragen andere

Ist Shochu vegan? Und worauf du beim Kauf achten musst?
Wer das Original trinken will, landet bei Shochu, der japanischen Spirituose, auf der der Lemon Sour traditionell basiert. Die Frage nach dem Veganstatus ist berechtigt und die Antwort erfreulich klar, mit ein paar Ausnahmen. Die Basis ist rein pflanzlich. Shochu wird aus Gerste (Mugi), Süßkartoffel (Imo), Reis (Kome), Buchweizen (Soba) oder braunem Zucker (Kokuto) hergestellt.
Was noch dazu passt?
Wenn du einen ganzen Abend ohne Alkohol planst, findest du in unserer Übersicht alkoholfreie Cocktails sechs weitere Rezepte, die keine Notlösung sind. Direkt daneben funktionieren der alkoholfreie Mojito und der Gin Tonic ohne Alkohol, beide mit demselben Prinzip: viel Eis, wenig Zucker, echte Zitrusfrucht.
Was ist ein Lemon Sour?
Ein japanischer Longdrink aus Spirituose, frischer Zitrone und Sodawasser. Anders als der westliche Sour enthält er kein Eiweiß und ist damit von Natur aus vegan.
Ist ein Lemon Sour vegan?
In der Grundform ja. Zitrone, Sodawasser und Zuckersirup sind pflanzlich. Aufpassen musst du nur bei Honig als Süßungsmittel, bei aromatisierten Fertigprodukten und theoretisch bei importiertem Rohrzucker.
Ist Shochu vegan?
In aller Regel ja. Er wird aus Getreide, Süßkartoffel oder Reis mit Koji-Pilz hergestellt und destilliert, wodurch tierische Klärmittel überflüssig sind. Vorsicht bei Likören und aromatisierten Varianten, dort können Honig oder Milch enthalten sein.
Was nehme ich statt Shochu für die alkoholfreie Version?
Entweder eine neutrale alkoholfreie Spirituose oder schlicht gar nichts. Der Drink funktioniert auch nur mit Zitrone, Sirup und Soda, dann wird er etwas leichter und limonadiger.
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