Rezepte

Linseneintopf: das deftige vegane Rezept mit Tellerlinsen, Kartoffeln und Räuchertofu

Der Linseneintopf, der ein Abendessen ist und keine Vorspeise: Tellerlinsen, viel Wurzelgemüse, Kartoffeln, Räuchertofu für das Rauchige, Majoran, Lorbeer und Essig.

Deftiger Linseneintopf mit Kürbiswürfeln und Lorbeerblatt in einer Holzschale, daneben ein Löffel
Linseneintopf mit Kürbis und Lorbeer. Foto: Adobe Stock, Symbolbild

Linseneintopf ist die dickere, deftigere Schwester der Linsensuppe: mehr Linsen, mehr Kartoffeln, mehr Gemüse, weniger Brühe, und etwas Rauchiges, das früher aus der Wurst kam und hier aus Räuchertofu. Ein Topf ergibt sechs Portionen, hält vier Tage im Kühlschrank und ist eines der wenigen Gerichte, das nach dem Auftauen genauso gut ist wie frisch. Wer die leichtere Variante sucht, findet sie in unserer klassischen Linsensuppe; alles über Linsensorten und Kochzeiten steht im Linsen-Guide.

Werbe-Hinweis: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Kaufst du über einen dieser Links, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts. So finanzieren wir die Redaktion und bleiben unabhängig. Danke für deinen Support.
Inhalt8 Kapitel
  1. 01Suppe oder Eintopf?
  2. 02Zutaten für 6 Portionen
  3. 03Zubereitung
  4. 04Warum Essig und Senf erst am Schluss kommen
  5. 05Varianten
  6. 06Aufbewahren und Einfrieren
  7. 07Mehr Eintöpfe und Hülsenfrüchte
  8. 08Häufige Fragen

Suppe oder Eintopf?

Der Unterschied ist die Dichte. Eine Suppe ist Brühe mit Einlage, ein Eintopf ist Einlage mit etwas Brühe: Der Löffel bleibt fast stehen. Für den Eintopf nimmst du deshalb mehr Linsen und Kartoffeln auf weniger Flüssigkeit, lässt ihn länger köcheln, damit ein Teil der Linsen und Kartoffeln zerfällt und bindet, und gibst am Ende Essig und Senf dazu, damit die Schwere nicht dumpf wird. Tellerlinsen sind hier die richtige Sorte, weil sie beim langen Kochen binden und trotzdem erkennbar bleiben.

Zutaten für 6 Portionen

  • 400 g Tellerlinsen
  • 500 g festkochende Kartoffeln
  • 2 Zwiebeln
  • 3 Karotten (etwa 300 g)
  • 200 g Knollensellerie
  • 1 Stange Lauch
  • 2 Knoblauchzehen
  • 200 g Räuchertofu
  • 3 EL Rapsöl
  • 2 EL Tomatenmark
  • 1,5 l Gemüsebrühe
  • 2 Lorbeerblätter
  • 2 TL getrockneter Majoran
  • 1 TL getrockneter Thymian
  • 1 TL Paprikapulver, geräuchert (optional, verstärkt das Rauchige)
  • 3 EL Apfelessig
  • 1 EL mittelscharfer Senf
  • 1 TL Zucker oder Agavendicksaft
  • Salz, schwarzer Pfeffer
  • glatte Petersilie

Wer statt Räuchertofu vegane Würstchen will: Zwei bis drei vegane Wiener in Scheiben in den letzten 5 Minuten erwärmen. Welche Sorten unser Team in Deutschland überzeugt haben, steht im Test veganer Wurst und Aufschnitt.

Linseneintopf mit Karotten, Kartoffeln und Gemüse in einer weißen Schale auf einem Holztisch von oben

Zubereitung

  1. Vorbereiten. Tellerlinsen abspülen und auf Steinchen prüfen. Kartoffeln schälen und in Würfel von 2 cm schneiden, Karotten und Sellerie in Würfel von 1 cm, Lauch längs halbieren, waschen und in Ringe schneiden, Zwiebeln und Knoblauch fein würfeln. Räuchertofu in Würfel von 1 cm schneiden.
  2. Räuchertofu anbraten. 1 EL Öl im Topf erhitzen, Tofuwürfel bei mittlerer bis hoher Hitze 5 bis 6 Minuten rundum knusprig braten, herausnehmen und beiseitestellen. Das Rauchige bleibt im Topf.
  3. Gemüse anschwitzen. Restliches Öl in denselben Topf, Zwiebeln 4 Minuten glasig dünsten, Knoblauch eine Minute mitdünsten. Karotten, Sellerie und Lauch zugeben und 6 bis 8 Minuten anschwitzen, bis das Gemüse leicht Farbe nimmt.
  4. Tomatenmark rösten. Tomatenmark und geräuchertes Paprikapulver zugeben, eine Minute rösten und unter das Gemüse rühren.
  5. Linsen und Brühe. Linsen, Kartoffeln, Brühe, Lorbeer, Majoran und Thymian zugeben. Aufkochen, dann bei kleiner Hitze mit halb aufgelegtem Deckel 40 bis 45 Minuten köcheln, bis Linsen und Kartoffeln weich sind und der Eintopf dick wird. Regelmäßig umrühren, damit nichts ansetzt.
  6. Binden. Für die klassische Konsistenz einige Löffel des Eintopfs mit einem Kartoffelstampfer oder Löffel am Topfrand zerdrücken und unterrühren. Wird er zu dick, Wasser zugeben.
  7. Abschmecken. Lorbeerblätter entfernen. Essig, Senf, Zucker, Salz und Pfeffer einrühren, Räuchertofu wieder zugeben und 5 Minuten ziehen lassen. Der Eintopf soll deutlich säuerlich und kräftig sein.
  8. Servieren. Mit gehackter Petersilie und dunklem Brot servieren.

Einmal pro Woche das Beste aus dem Magazin

Neue Tests, Rezepte und echte Recherchen, dazu die Rabattcodes unserer Partner. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.

Warum Essig und Senf erst am Schluss kommen

Säure hält Hülsenfrüchte hart, das Bundeszentrum für Ernährung empfiehlt Essig, Zitrone und Tomaten deshalb erst gegen Ende der Kochzeit. Beim Eintopf ist das doppelt wichtig, weil die Linsen lange kochen und binden sollen. Das Tomatenmark ist eine kleine Menge und wird vorher geröstet, das stört in der Praxis nicht. Salz darf von Anfang an in die Brühe, es verlängert die Kochzeit nicht.

Veganer Eintopf mit Hülsenfrüchten, Kartoffeln und Gemüse in einer grauen Schüssel mit Löffel auf einem Leinentuch

Varianten

  • Mit Kürbis. 400 g Hokkaido in Würfeln statt der Hälfte der Kartoffeln, mit den Linsen zugeben. Süßer und herbstlicher.
  • Süß-sauer. Doppelte Menge Essig und Zucker, wie in Schwaben und im Norden üblich. Manche geben eine gewürfelte Birne mit den Kartoffeln dazu.
  • Ohne Soja. Räuchertofu weglassen, dafür 1 TL geräuchertes Paprikapulver mehr und 60 g geröstete Walnüsse zum Servieren. Mehr Ideen im Guide Vegan ohne Soja.
  • Schnellkochtopf. Nach dem Anschwitzen alles zugeben, 12 Minuten auf Stufe 2 garen, dann abschmecken. Im Schnellkochtopf verkürzt sich die Kochzeit laut BZfE um ein Viertel bis ein Drittel.
  • Mit Spätzle. Weniger Kartoffeln, dafür Spätzle separat kochen und beim Servieren in den Eintopf geben: Linsen mit Spätzle, vegan.

Aufbewahren und Einfrieren

Im Kühlschrank hält der Eintopf vier Tage und wird jeden Tag dicker, weil die Linsen weiter Flüssigkeit aufnehmen. Beim Aufwärmen einen Schuss Wasser oder Brühe zugeben und nachsalzen. Zum Einfrieren in Portionen abfüllen, im Tiefkühler hält er drei Monate. Die Kartoffeln werden nach dem Auftauen etwas weicher, der Räuchertofu bleibt. Wer sonntags einen großen Topf kocht, hat drei Abendessen unter der Woche.

Mehr Eintöpfe und Hülsenfrüchte

Häufige Fragen

Muss ich die Tellerlinsen einweichen?

Nein. Ohne Einweichen sind sie in 40 bis 45 Minuten gar. Eingeweicht (8 bis 12 Stunden, Wasser wegschütten) verkürzt sich die Kochzeit auf 20 bis 30 Minuten, dann die Kartoffeln erst nach 10 Minuten zugeben.

Wie wird der Eintopf dick, ohne Mehl?

Durch Zeit und Zerdrücken. Beim langen Köcheln zerfallen ein Teil der Linsen und Kartoffeln und binden den Eintopf von selbst. Wer es dicker will, zerdrückt ein paar Löffel am Topfrand oder püriert eine Kelle und rührt sie zurück.

Kann ich rote Linsen nehmen?

Für den Eintopf besser nicht. Rote Linsen zerfallen komplett und ergeben eine cremige Suppe statt eines Eintopfs mit Biss. Wer das mag, findet das Rezept in unserem Linsen-Dal.

Wie viel Eiweiß hat eine Portion?

Eine Portion enthält knapp 70 g trockene Linsen, das entspricht etwa 16 g Eiweiß aus den Linsen (USDA: 24,6 g pro 100 g roh), dazu das Eiweiß aus dem Räuchertofu. Die Nährwerte der Linsen im Detail stehen im Linsen-Guide.

So haben wir das Rezept entwickelt

Das Rezept folgt dem Aufbau des klassischen deutschen Linseneintopfs mit Tellerlinsen, Suppengrün und Kartoffeln und ersetzt Speck und Wurst durch angebratenen Räuchertofu. Die Angaben zu Einweichen, Kochzeit, Salz und Säure stammen vom Bundeszentrum für Ernährung („Hülsenfrüchte: Vom Einkauf in die Küche“), die Eiweißangabe aus der USDA-Datenbank (Eintrag 172420). Die Fotos sind Symbolbilder von Adobe Stock. Wenn du das Rezept nachkochst und etwas anders machst, schreib uns, wir nehmen Verbesserungen auf.

Hat dir das geholfen? Alles hier ist kostenlos und bleibt es. Ein Kaffee hilft.

Spendier mir einen Kaffee