Kein Logo, keine Verpackung, kein Markenname. Nur weiße Schälchen, Laptops für die Bewertung und 32 vegane Produkte, die zeigen müssen, was sie können. So sah der 24. Juli im ProVeg Incubator in Berlin aus, als die Fachjury der V-Label Awards Deutschland 2026 einen ganzen Tag lang probiert, gerochen und diskutiert hat.
Wir begleiten die V-Label Awards dieses Jahr als Medienpartner und haben von der Veranstalterin exklusive Einblicke und Fotos vom Tasting bekommen. Hier kommt der Blick hinter die Kulissen.

Inhalt5 Kapitel
32 Produkte aus knapp 100 Einreichungen
Die Zahlen machen deutlich, wie viel Bewegung gerade im Markt ist: Knapp 100 Produkte wurden dieses Jahr eingereicht, mehr als im Vorjahr und von mehr Herstellern. 32 davon haben sich über das Experten-Voting für das Jury-Tasting qualifiziert. Dass die Branche so liefert, deckt sich mit dem, was wir seit Monaten beobachten: Deutschland führt den europäischen Plantbased-Markt an, und die Regale werden von Monat zu Monat voller.
Verkostet wurde in sieben Produktkategorien:
- Pflanzliche Fleisch-, Fisch- und Ei-Alternativen
- Pflanzliche Milch- und Molkerei-Alternativen
- Müsli und Aufstriche
- Süßigkeiten und Snacks
- Fertig- und Tiefkühlprodukte
- Pflanzliche Protein-Komponenten
- Getränke
Dazu kommen zwei Sonderkategorien: der Innovation Award für besonders neuartige Produkte und der Eigenmarken-Award für Handelsmarken.
Blindverkostung: Die Marke spielt keine Rolle
Das Spannende an der Methode: Die Jury hatte keine Ahnung, was genau sie da probiert. Alle Produkte kamen ohne Verpackung und ohne Markenkennzeichnung auf den Tisch. Erst am Ende des Tages hat die Jury erfahren, welche Produkte sie überhaupt bewertet hat.

Bewertet wurde das sensorische Gesamterlebnis, also Geschmack, Geruch und Textur. Ein teures Branding oder ein bekannter Name hilft hier niemandem weiter. Genau das macht die Awards für uns glaubwürdig: Am Ende setzt sich durch, was wirklich schmeckt. Und das entscheidet langfristig darüber, ob pflanzliche Produkte auch Menschen überzeugen, die nicht aus Überzeugung im veganen Regal stehen.

Wer in der Jury saß
Die Jury war bewusst breit aufgestellt, von Kulinarik über Handel bis zur digitalen Food-Welt:
- Katharina Hauke, Country Director Deutschland bei Too Good To Go
- Jan Philipp Hartmann, Director der Anuga bei der Koelnmesse, also einer der größten Lebensmittelmessen der Welt
- David Trümner, Managing Partner der New Food Company
- Grace Wash, Content Creatorin von Vegan Sparen
- Christian Ruß, Experte für Culinary Development
Durch die unterschiedlichen beruflichen Hintergründe gab es bei vielen Produkten intensive Diskussionen und sehr verschiedene Blickwinkel auf Geschmack, Sensorik und Innovation. Was der Handelsprofi stark findet, sieht die Köchin vielleicht kritisch, und umgekehrt.

Ab 1. September bist du dran
Mit dem Tasting ist die Jurybewertung abgeschlossen, aber sie macht nur die Hälfte des Endergebnisses aus. Die anderen 50 Prozent kommen aus dem Public Voting: Ab dem 1. September kannst du online für deine Lieblingsprodukte abstimmen. Die Gewinner werden im November gekürt.
Wir finden diesen Ansatz stark. Eine Fachjury bewertet blind, und die Community entscheidet gleichberechtigt mit. Das Ergebnis bildet damit beides ab: sensorische Qualität und das, was die Leute tatsächlich kaufen und lieben.

Sobald das Voting läuft, erinnern wir dich hier und auf unseren Kanälen daran. Noch mehr vegane Produkt-Funde zeigen wir dir übrigens regelmäßig auf unserem Instagram-Kanal @vegan.alarm. Und wenn du bei neuen Produkten generell schneller sein willst als alle anderen: So findest du neue vegane Produkte immer zuerst.
Warum das V-Label wichtig ist
Hinter den Awards steht das V-Label, das bekannteste Siegel für vegane und vegetarische Produkte in Europa, in Deutschland vergeben von der Ernährungsorganisation ProVeg. Wer schon mal ratlos vor einer Zutatenliste stand, weiß, warum so ein Siegel Gold wert ist. Für alle Fälle ohne Siegel haben wir übrigens ein eigenes Tool gebaut: Mit unserem Ist-das-vegan-Check findest du in Sekunden heraus, ob eine Zutat pflanzlich ist.

Welche Neuheiten es aktuell in die Supermarktregale geschafft haben, siehst du in unserer Übersicht der veganen Neuheiten im Supermarkt. Und wer tiefer in die Frage einsteigen will, wie gute pflanzliche Ernährung wirklich aussieht: Im Plantbased Podcast sprechen wir regelmäßig mit Expertinnen und Experten aus genau dieser Branche.
Alle Fotos in diesem Artikel stammen von Matthias Schillig, aufgenommen beim Jury-Tasting am 24. Juli 2026 im ProVeg Incubator in Berlin.

