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Pflanzliche und tierische Proteinquellen nebeneinander von oben fotografiert
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Tofu auf Platz eins, Cheddar auf Platz zwanzig, und dazwischen eine klare Trennlinie: Die vier besten Proteinquellen sind pflanzlich, die vier schlechtesten tierisch. Die Zahlen aus dem neuen BPI Score gehen gerade durch die Feeds, meist mit dem Etikett „Studie der University of Cambridge beweist”. Wir haben die Originalarbeit gelesen. Die Zahlen stimmen, die Einordnung drumherum oft nicht.

Quick-Answer: Was besagt der BPI Score?

Der BPI Score bewertet 20 proteinreiche Lebensmittel nach Umweltwirkung (Treibhausgase, Wasserverschmutzung, Land- und Wasserverbrauch) sowie nach Gesundheit und Zugänglichkeit (Natrium, gesättigte Fettsäuren, Cholesterin, vollständiges Aminosäureprofil, Preis, Verfügbarkeit). Alles gerechnet pro 100 Gramm Protein, maximal 40 Punkte. Sieger ist Tofu mit 36 Punkten, Schlusslicht Cheddar mit 13. Das komplette obere Fünftel ist pflanzlich (Tofu, Chiasamen, Bohnen, Quinoa), das komplette untere Fünftel tierisch (Mozzarella, Lamm, Rind, Cheddar). Wichtig zur Einordnung: Das Ganze ist ein Perspective-Beitrag eines einzelnen Autors, der hier sein eigenes Bewertungssystem vorstellt. Eine klassische Studie mit eigenen Messdaten ist es nicht.

Pflanzliche und tierische Proteinquellen nebeneinander von oben fotografiert
20 proteinreiche Lebensmittel, ein Punktesystem: Der BPI Score will Umwelt, Gesundheit und Preis zusammen betrachten. Symbolbild.

Was der BPI Score überhaupt misst

Hinter dem Score steht Chris Macdonald, Verhaltensforscher an der University of Cambridge und Gründer des Better Protein Institute. Seine Ausgangsfrage ist banal und trotzdem selten sauber beantwortet: Was ist eigentlich die beste Proteinquelle? Bestehende Kennzeichnungen greifen dafür zu kurz, argumentiert er. Eine Nutri-Score-Ampel sagt nichts über Emissionen, ein CO2-Label nichts über Nährwerte, ein Fairtrade-Siegel nichts über beides. Wer nur eine Dimension misst, kann laut Macdonald systematisch in die Irre führen.

Sein Gegenentwurf hat zwei Hälften. Der Planet Score (maximal 16 Punkte) bewertet Treibhausgase, Wasserverschmutzung, Landnutzung und Frischwasserverbrauch. Die Daten stammen aus der Arbeit von Michael Clark und Kolleg:innen, die 2022 in den Proceedings of the National Academy of Sciences rund 57.000 Lebensmittel analysiert haben. Das ist die solideste Datenbasis, die es derzeit für so einen Vergleich gibt.

Der People Score (maximal 24 Punkte) mischt Gesundheit und Zugänglichkeit: Natrium, gesättigte Fettsäuren und Cholesterin aus der Nutritionix-Datenbank, dazu die Frage, ob ein Lebensmittel alle neun essenziellen Aminosäuren liefert, sowie Preis und Verfügbarkeit. Der Preis stammt aus dem Onlineshop von Aldi UK.

Entscheidend ist die Bezugsgröße: alles gerechnet pro 100 Gramm Protein, nicht pro 100 Gramm Lebensmittel. Das ist die faire Einheit für diese Frage, weil ein Kilo Tofu und ein Kilo Rindfleisch eben nicht dieselbe Menge Protein liefern. Bewertet wird in Fünfteln: Die besten 20 Prozent einer Kategorie bekommen 4 Punkte, die schlechtesten 0.

Infografik: BPI Score Ranking mit Tofu auf Platz eins mit 36 von 40 Punkten und Cheddar auf Platz zwanzig mit 13 Punkten, dazu Vergleichszahlen für Tofu und Rind sowie drei Ergebnisse, die nicht ins Klischee passen
Das Ranking und die Zahlen dahinter. Grafik gern teilen, Quelle: this-is-vegan.com.
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Das Ergebnis: eine Trennlinie mitten durchs Feld

Tofu holt 36 von 40 Punkten und gewinnt beide Teilwertungen. Beim Planet Score erreicht es sogar die volle Punktzahl von 16, also die Bestnote in allen vier Umweltkategorien gleichzeitig. Cheddar landet mit 13 Punkten auf dem letzten Platz, im Planet Score ist Rindfleisch mit einem einzigen von 16 Punkten das Schlusslicht.

Die Größenordnungen sind der eigentliche Punkt. Pro 100 Gramm Protein verursacht Tofu 0,61 Kilogramm CO2-Äquivalente, Rindfleisch 64,19 Kilogramm. Bei der Fläche stehen 2,16 Quadratmeter gegen 211,38 Quadratmeter. Bei der Wasserverschmutzung liegen Chiasamen bei 3,07 Gramm Phosphat-Äquivalenten, Schweinefleisch bei 46,23 Gramm. Beim Natrium stehen Bohnen mit 11,11 Milligramm gegen Mozzarella mit 2.549,55 Milligramm.

Solche Verhältnisse sind nicht neu, sie decken sich mit der Datenlage, die wir in unserem Überblick zur CO2-Bilanz von Fleisch aufgeschlüsselt haben. Neu ist, dass hier Umwelt, Gesundheit und Preis in einer Zahl zusammenlaufen.

Gewürfelter Tofu auf weißem Hintergrund
Tofu holt als einziges Produkt die volle Umweltpunktzahl und gewinnt auch die Gesundheits- und Preiswertung. Symbolbild.

Drei Ergebnisse, die nicht ins Klischee passen

Wer nur die Schlagzeile liest, bekommt ein zu glattes Bild. Im Detail widerspricht die Arbeit an mehreren Stellen dem erwartbaren Muster, und genau das macht sie interessanter:

  • Bei gesättigten Fettsäuren gewinnt ein Tier. Kabeljau kommt auf 0,47 Gramm pro 100 Gramm Protein und ist damit der beste Wert im gesamten Feld, besser als jede pflanzliche Option. Am anderen Ende stehen Cheddar mit 84,74 Gramm und, direkt daneben, Paranüsse mit 78,32 Gramm. Eine Nuss landet also im selben Fünftel wie der Verlierer der Gesamtwertung.
  • Beim Preis liegen Pflanzen auf beiden Extrempositionen. Linsen sind die günstigste Proteinquelle im Test, Quinoa die teuerste. Pflanzlich heißt hier also nicht automatisch billig.
  • Beim Wasserverbrauch sind Nüsse die Ausreißer. Sie brauchen mit 2.239,1 Litern pro 100 Gramm Protein deutlich mehr als alles andere. Bohnen kommen mit 0,07 Litern aus, Tofu mit 14,23 Litern.

Wer also aus dieser Arbeit ableitet, dass „pflanzlich” pauschal besser abschneidet, liest sie zu grob. Was sie zeigt, ist etwas Präziseres: In der Summe über alle Kategorien setzen sich pflanzliche Quellen durch, in einzelnen Kategorien nicht.

Chiasamen in Holzschalen auf dunklem Untergrund
Chiasamen liegen im oberen Fünftel, bei der Wasserverschmutzung sind sie Spitzenreiter. Symbolbild.

Was an dieser Arbeit schwach ist

Und jetzt der Teil, der in den meisten Meldungen fehlt. Es ist wichtig, drei Dinge auseinanderzuhalten: die Umweltdaten, das Bewertungssystem und die Aufmachung in den Medien.

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Es ist keine Studie im üblichen Sinn. Frontiers in Sustainable Food Systems führt den Beitrag als „Perspective”, also als Fachmeinung, nicht als Originalforschung. Der Autor kombiniert vorhandene Datenbanken zu einem selbst entworfenen Punktesystem. Eigene Messdaten erhebt er nicht. Es gibt genau einen Autor. Formulierungen wie „Cambridge-Studie beweist” sind deshalb schief, auch wenn Macdonald tatsächlich in Cambridge forscht und das Lucy Cavendish College die Publikationskosten übernommen hat.

Der Autor bewertet sein eigenes Instrument. Er hat das Better Protein Institute gegründet, das sich laut Selbstbeschreibung dem Umstieg auf bessere Proteinquellen widmet, und stellt hier dessen Score vor. Eine Interessenkollision im formalen Sinn ist erklärt worden (keine kommerziellen Beziehungen), inhaltlich bleibt es eine Arbeit mit einer Richtung. Einer der beiden Gutachter arbeitet für Greener by Default, eine Organisation, die pflanzliche Standardoptionen in Kantinen fördert.

Die Preisdaten hängen an einem einzigen Supermarkt. Alle Preise kommen von Aldi UK. Der Autor räumt selbst ein, dass sich damit nichts auf andere Länder übertragen lässt, weil Subventionen, Zölle und Kaufkraft die Bilder komplett verschieben. Für Deutschland gilt das genauso.

Die 5-Punkte-Skala verschluckt die Ausreißer. Ob ein Produkt doppelt oder hundertfach schlechter abschneidet als der Rest, macht in der Bewertung keinen Unterschied, sobald beide im untersten Fünftel liegen. Das erwähnt Macdonald als Schwäche, die in Version 2 behoben werden soll.

Bemerkenswert ist noch etwas anderes: Eine der sechs Bewertungskategorien bevorzugt strukturell tierische Produkte. Für ein vollständiges Aminosäureprofil gibt es 4 Punkte, sonst 0. Alle tierischen Quellen bekommen diese 4 Punkte, die meisten pflanzlichen nicht, Tofu ausgenommen. Ernährungswissenschaftlich ist das umstritten, weil eine gemischte pflanzliche Kost über den Tag verteilt problemlos alle essenziellen Aminosäuren liefert, was der Autor selbst als Gegenargument anführt und trotzdem so wertet. Das Ergebnis fällt also nicht deshalb pro Pflanze aus, weil die Methodik sie bevorzugt, sondern obwohl eine Kategorie das Gegenteil tut.

Verschiedene Hülsenfrüchte, Bohnen und Linsen in Holzlöffeln
Bohnen und Linsen liegen vorn, unter anderem beim Natrium und beim Preis. Mehr dazu in unserem Hülsenfrüchte-Überblick. Symbolbild.

Der Rechenfehler, der gerade viral geht

In Social-Media-Posts zur Arbeit kursiert die Formulierung, Tofu verursache „64 Mal weniger CO2″ als Rindfleisch. Das ist falsch, und zwar zuungunsten von Tofu. Die 64 ist der absolute Emissionswert von Rindfleisch (64,19 Kilogramm) und keine Verhältniszahl. Teilt man ihn durch die 0,61 Kilogramm von Tofu, landet man bei etwa 105 Mal weniger. Der oft genannte Faktor von rund 100 bei der Landnutzung stimmt dagegen ungefähr: 211,38 geteilt durch 2,16 ergibt knapp 98.

Wir schreiben das nicht, um Erbsen zu zählen, sondern weil bei diesem Thema fast jede Zahl irgendwann gegen uns verwendet wird. Wer mit falschen Faktoren argumentiert, verliert die Debatte an der Stelle, an der jemand nachrechnet.

Tierethik: der Teil, den der Score bewusst auslässt

Der BPI Score in seiner ersten Version enthält keine ethische Dimension. Der Autor begründet das damit, dass sie schwer zu quantifizieren ist, und schreibt gleichzeitig sehr deutlich, was fehlt: Über 80 Milliarden Landtiere werden jedes Jahr für die Fleischproduktion getötet, der Großteil in industrieller Haltung. Rund 8,3 Milliarden Legehennen leben weltweit, ungefähr so viele wie es Menschen gibt, die meisten davon auf einer Fläche kleiner als ein DIN-A4-Blatt.

Er beschreibt außerdem den Kreislauf der Milchproduktion, künstliche Besamung, Trennung von Kuh und Kalb nach der Geburt, erneute Besamung, Schlachtung bei nachlassender Leistung, und zieht daraus einen naheliegenden Schluss: Würde man Ethik einrechnen, fiele Käse als Verlierer noch weiter zurück. Ein Abzug pauschal für Tierhaltung wäre nach seiner Einschätzung die realistischste Umsetzung.

Dazu kommt ein Dilemma, das er offen benennt: Mehr Platz verbessert das Wohl der gehaltenen Tiere, verbraucht aber zusätzliche Fläche in einem ohnehin flächenhungrigen System und verdrängt damit Wildtiere. Weidehaltung von Rindern ist der Haupttreiber der Entwaldung im Amazonasgebiet. Entweder leiden mehr Nutztiere oder mehr Wildtiere, eine dritte Möglichkeit gibt es innerhalb der Tierhaltung nicht.

Genauso fehlen die Opportunitätskosten der Fläche. Bei einer vollständigen Umstellung auf pflanzliche Proteine würde die landwirtschaftlich genutzte Fläche laut den zitierten Arbeiten von über 4 Milliarden auf etwa 1 Milliarde Hektar sinken. Würde man das Freiwerdende renaturieren, ließen sich über 500 Milliarden Tonnen CO2 binden. Zum Vergleich: Aus fossilen Quellen emittiert die Menschheit derzeit weniger als 40 Milliarden Tonnen pro Jahr. Das ist eine Modellrechnung, kein Plan, und sie setzt eine Umstellung voraus, die so nicht passieren wird. Als Größenordnung bleibt sie trotzdem bemerkenswert.

Rind auf einer Weide, im Hintergrund weitere Tiere der Herde
211 Quadratmeter Fläche pro 100 Gramm Protein: Rindfleisch ist im Planet Score das Schlusslicht.

Was du davon mitnehmen kannst

  • Die Richtung stimmt, die Präzision nicht. Dass pflanzliche Proteinquellen in der Gesamtbilanz vorn liegen, ist gut belegt und deckt sich mit den zugrunde liegenden PNAS-Daten. Die konkrete Punktzahl eines einzelnen Produkts ist dagegen ein erster Entwurf.
  • Tofu ist die unspektakulärste gute Entscheidung. Er gewinnt nicht, weil er ein Superfood wäre, sondern weil er in keiner Kategorie schlecht abschneidet. Günstig, überall erhältlich, vollständiges Aminosäureprofil, minimaler Fußabdruck.
  • Hülsenfrüchte sind der Preis-Leistungs-Sieger. Linsen und Bohnen liegen beim Preis, beim Natrium und beim Wasserverbrauch vorn. Wie du sie einsetzt, steht in unserem Hülsenfrüchte-Überblick.
  • Ein Score ersetzt keine Ernährungsplanung. Die Arbeit misst bewusst nur schädliche Bestandteile des Proteinpakets, nicht Mikronährstoffe. Was auf einen ausgewogenen veganen Teller gehört, haben wir in unserem Überblick zu veganen Proteinquellen zusammengestellt.

Häufige Fragen zum BPI Score

Ist der BPI Score eine wissenschaftliche Studie?

Nicht im engeren Sinn. Es ist ein Perspective-Beitrag in einer peer-reviewten Fachzeitschrift, also eine begutachtete Fachmeinung. Der Autor kombiniert darin bestehende Datenbanken zu einem eigenen Punktesystem, eigene Erhebungen gibt es nicht.

Warum gewinnt ausgerechnet Tofu?

Weil er in keiner der sechs Kategorien schlecht abschneidet. Er hat die niedrigsten Umweltwerte im Feld, ist günstig, überall verfügbar und gilt als vollständige Proteinquelle, was die meisten anderen pflanzlichen Optionen in dieser Bewertung nicht sind.

Ist Fleisch laut dieser Arbeit ungesund?

Das prüft der Score nicht direkt. Er misst Natrium, gesättigte Fettsäuren und Cholesterin als Risikofaktoren, nicht die Gesundheitswirkung insgesamt. Der Autor verweist zusätzlich auf die Einstufung der Internationalen Agentur für Krebsforschung, die verarbeitetes Fleisch als krebserregend und rotes Fleisch als wahrscheinlich krebserregend führt.

Gilt das Ranking auch für Deutschland?

Die Umweltdaten ja, sie stammen aus einer globalen Datenbank. Die Preisplatzierungen nicht, sie beruhen ausschließlich auf Preisen von Aldi UK.

Was ändert sich in Version 2?

Der Autor kündigt eine feinere Bewertungsskala an, regionale Preisdaten und die Aufnahme bislang fehlender Faktoren wie Antibiotikaresistenzen, Zoonoserisiken und ethischer Aspekte. Nach seiner eigenen Einschätzung würde das die Kluft zwischen pflanzlichen und tierischen Quellen weiter vergrößern.

Quelle und Methodik

Primärquelle im Volltext gelesen: Macdonald, C. (2026): „What are the best sources of protein? Introducing the BPI Score”, Frontiers in Sustainable Food Systems 10:1677796, DOI 10.3389/fsufs.2026.1677796, veröffentlicht am 29. Juli 2026, Artikeltyp „Perspective”, Open Access (CC BY). Umweltdaten aus Clark et al. (2022), PNAS 119:e2120584119. Nährwertdaten aus der Nutritionix-Datenbank, Preisdaten von Aldi UK. Die Ränge 2 bis 4 und 17 bis 19 geben wir ohne Einzelpunktzahlen an, weil die Arbeit nur die Quintile nennt. Publikationskosten getragen vom Lucy Cavendish College, University of Cambridge. Der Autor hat keine kommerziellen Interessenkonflikte erklärt, ist aber Gründer des Better Protein Institute, dessen Score hier vorgestellt wird. Die Umrechnung der Verhältniszahlen im Abschnitt zum Rechenfehler stammt von uns. Dieser Artikel enthält keine Affiliate-Links.

Haeufige Fragen

FAQ - Das fragen andere

Was der BPI Score überhaupt misst?
Hinter dem Score steht Chris Macdonald, Verhaltensforscher an der University of Cambridge und Gründer des Better Protein Institute. Seine Ausgangsfrage ist banal und trotzdem selten sauber beantwortet: Was ist eigentlich die beste Proteinquelle? Bestehende Kennzeichnungen greifen dafür zu kurz, argumentiert er.
Was an dieser Arbeit schwach ist?
Und jetzt der Teil, der in den meisten Meldungen fehlt. Es ist wichtig, drei Dinge auseinanderzuhalten: die Umweltdaten, das Bewertungssystem und die Aufmachung in den Medien. Es ist keine Studie im üblichen Sinn. Frontiers in Sustainable Food Systems führt den Beitrag als „Perspective”, also als Fachmeinung, nicht als Originalforschung.
Was du davon mitnehmen kannst?
Die Richtung stimmt, die Präzision nicht. Dass pflanzliche Proteinquellen in der Gesamtbilanz vorn liegen, ist gut belegt und deckt sich mit den zugrunde liegenden PNAS-Daten. Die konkrete Punktzahl eines einzelnen Produkts ist dagegen ein erster Entwurf. Tofu ist die unspektakulärste gute Entscheidung.
Ist der BPI Score eine wissenschaftliche Studie?
Nicht im engeren Sinn. Es ist ein Perspective-Beitrag in einer peer-reviewten Fachzeitschrift, also eine begutachtete Fachmeinung. Der Autor kombiniert darin bestehende Datenbanken zu einem eigenen Punktesystem, eigene Erhebungen gibt es nicht.
Warum gewinnt ausgerechnet Tofu?
Weil er in keiner der sechs Kategorien schlecht abschneidet. Er hat die niedrigsten Umweltwerte im Feld, ist günstig, überall verfügbar und gilt als vollständige Proteinquelle, was die meisten anderen pflanzlichen Optionen in dieser Bewertung nicht sind.
Ist Fleisch laut dieser Arbeit ungesund?
Das prüft der Score nicht direkt. Er misst Natrium, gesättigte Fettsäuren und Cholesterin als Risikofaktoren, nicht die Gesundheitswirkung insgesamt. Der Autor verweist zusätzlich auf die Einstufung der Internationalen Agentur für Krebsforschung, die verarbeitetes Fleisch als krebserregend und rotes Fleisch als wahrscheinlich krebserregend führt.
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