Film & Medien

TV-Tipp: „Geheimsache Tierversuche“ läuft am 29. September um 22.15 Uhr im ZDF

Die 37°-Reportage „Geheimsache Tierversuche“ läuft am 29. September um 22.15 Uhr im ZDF. Mit dabei: Grünen-Abgeordnete Zoe Mayer, unser Podcast-Gast.

Dr. Zoe Mayer im Gespräch über Tierschutz und Veganismus bei einem Interview.
Dr. Zoe Mayer im Interview über Tierschutz, Veganismus und nachhaltige Landwirtschaft.

Am Dienstag, 29. September 2026, zeigt das ZDF um 22.15 Uhr die 37°-Reportage „Geheimsache Tierversuche: Unter Ausschluss der Öffentlichkeit“. Filmautor Manfred Karremann hat über ein Jahr lang versucht, mit deutschen Tierversuchslaboren ins Gespräch zu kommen, und stand fast überall vor verschlossenen Türen. Zu Wort kommt auch Dr. Zoe Mayer, Bundestagsabgeordnete der Grünen und Gast in unserem Plantbased Podcast. Hier erfährst du, wann und wo du den Film sehen kannst, wer darin vorkommt und warum wir ihn dir empfehlen.

Kurz gesagt

Sendung: „37°: Geheimsache Tierversuche: Unter Ausschluss der Öffentlichkeit“, ein Film von Manfred Karremann

Im Fernsehen: Dienstag, 29. September 2026, von 22.15 bis 22.45 Uhr im ZDF (30 Minuten)

Im Stream: ab Dienstag, 29. September, 5 Uhr früh im ZDF-Streaming-Portal, dort fünf Jahre lang abrufbar

Gut zu wissen: Der Film enthält heimlich gedrehte Aufnahmen aus einem Labor, die schwer auszuhalten sind.

Inhalt6 Kapitel
  1. 01Worum es in „Geheimsache Tierversuche“ geht
  2. 02Zoe Mayer: Warum sie in der Reportage vorkommt
  3. 03Warum wir dir die Reportage empfehlen
  4. 04Tierethische Einordnung: Wer nicht hinsehen darf, kann schlecht mitentscheiden
  5. 05Mehr zum Thema Tierversuche
  6. 06Häufige Fragen zu „Geheimsache Tierversuche“

Worum es in „Geheimsache Tierversuche“ geht.

Laut Pressetext des ZDF fragt der Film, was hinter den Türen deutscher Tierversuchslabore passiert und wie eine Gesellschaft etwas ethisch und wissenschaftlich bewerten soll, das sie kaum zu sehen bekommt. Karremann bot den Laboren Anonymität an. Trotzdem blieben sie verschlossen. Einzig Prof. Stefan Schlatt von der Universität Münster war bereit, vor der Kamera über seine Arbeit und seine Gründe zu sprechen. Wie der stern in seiner Vorschau berichtet, forscht Schlatt zur männlichen Zeugungsfähigkeit, unter anderem um jungen Männern zu helfen, die nach einer Chemotherapie oder Bestrahlung keine Kinder mehr bekommen können. Dass Kolleginnen und Kollegen die Kamera meiden, kann er laut stern gut verstehen, weil auch ihm viel Ablehnung entgegenschlägt.

Ein Teil der Reportage besteht aus heimlich entstandenen Aufnahmen aus einem britischen Labor. Sie zeigen nach Angaben des ZDF Hunde, Affen, Kaninchen und Ratten bei Sicherheitstests, wie sie überall nach den Richtlinien der OECD als Routine laufen. Wir beschreiben diese Szenen hier bewusst nicht im Einzelnen. Wenn dir solche Bilder sehr nahegehen, weißt du jetzt vorher Bescheid.

Zur Größenordnung nennt das ZDF die Statistik des Bundesinstituts für Risikobewertung für 2024: Rund 1,3 Millionen Tiere wurden in Deutschland in Versuchen eingesetzt. Zählt man Tiere dazu, die für Organentnahmen getötet oder als Überschuss gezüchtet wurden, waren es laut ZDF mehr als drei Millionen in einem Jahr. Welche Zahl man nennt, hängt also davon ab, wen man mitzählt. Wie sich die Statistik zusammensetzt, haben wir im Ratgeber Alternativen zu Tierversuchen aufgeschlüsselt.

Der zweite Schwerpunkt sind Methoden ohne Tiere: menschliche Zellkulturen, künstliche Haut und Organe auf Chips. Bei BASF wurden laut ZDF tierfreie Verfahren etwa für Tests auf Haut- und Augenreizung entwickelt, die in bestimmten Bereichen sogar bessere Ergebnisse liefern können. Im Film kommt laut stern außerdem der Berner Biowissenschaftler Dr. Andreas Stucki zu Wort. Er entwickelt im Auftrag des PETA-Wissenschaftskonsortiums Alternativen für Sicherheitstests, zum Beispiel mit menschlichen Zellen aus der Nase anstelle von Inhalationsversuchen an Tieren. Warum der Umstieg trotzdem langsamer vorankommt, als man von außen vermuten würde, erklärt die Reportage ebenfalls.

Zoe Mayer: Warum sie in der Reportage vorkommt.

Dr. Zoe Mayer sitzt für Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag. In „Geheimsache Tierversuche“ gehört sie laut stern zu den Stimmen, die fordern, dass die Politik bessere Einblicke in Tierversuchslabore bekommt, um die Gesetze entsprechend anpassen zu können.

Wir haben Zoe Mayer für unseren Plantbased Podcast in Berlin getroffen. Im ausführlichen Interview mit Zoe Mayer erzählt sie, dass Tierschutz der Grund war, warum sie mit 14 Jahren in die Politik und zu den Grünen gegangen ist. Wir haben mit ihr über Tiertransporte in Drittstaaten gesprochen, über volle Tierheime, über die Novelle des Tierschutzgesetzes, die mit dem Ende der Ampel liegen blieb, und über das drohende EU-Verbot für Begriffe wie Veggie-Burger. Tierversuche waren in unserem Gespräch kein eigener Schwerpunkt. Ihre Forderung nach mehr Transparenz passt aber zu dem, was sie uns über ihren Antrieb gesagt hat: In der Politik sitzen die Tiere nie mit am Tisch, also braucht es Menschen, die ihre Interessen vertreten.

Dr. Zoe Mayer im Gespräch mit einem jungen Mann im modernen Gebäude.
Dr. Zoe Mayer beim Termin für unseren Plantbased Podcast. Foto: This Is Vegan

Das ganze Gespräch kannst du dir hier als Video ansehen. Als Audio findest du die Folge im Plantbased Podcast auf Spotify und auf unserer Podcast-Seite.

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Warum wir dir die Reportage empfehlen.

Der Film erzählt seine Geschichte über eine Leerstelle. Ein Reporter fragt ein Jahr lang offiziell an, bietet Anonymität an und bekommt fast überall eine Absage. Diese Absagen sagen schon einiges über eine Branche, deren Arbeit uns alle betrifft und die sich trotzdem ungern zeigen lässt.

Gleichzeitig macht es sich die Reportage nach allem, was ZDF und stern beschreiben, nicht zu einfach. Ein Forscher erklärt offen, warum er mit Tieren arbeitet. Ein Wissenschaftler zeigt, was mit menschlichen Zellen schon möglich ist. Eine Abgeordnete sagt, was die Politik bräuchte, um besser zu entscheiden. Du bekommst also mehrere Perspektiven und kannst dir selbst ein Urteil bilden.

Und ganz praktisch: 30 Minuten zur späten Sendezeit im ZDF erreichen viele Menschen, die sich sonst kaum mit Tierversuchen beschäftigen. Weil der Film fünf Jahre lang im Stream bleibt, kannst du ihn auch später noch mit Familie oder Freundeskreis teilen, wenn das Thema bei euch aufkommt. Wenn du danach Lust auf weitere Filme hast, findest du in unserer Liste der besten Vegan-Dokus Empfehlungen mit Stream-Links und einer Einschätzung, wie viel Leid jeweils zu sehen ist.

Tierethische Einordnung: Wer nicht hinsehen darf, kann schlecht mitentscheiden.

Tierversuche sind in Deutschland nur erlaubt, wenn sie für ihren Zweck unerlässlich und ethisch vertretbar sind. So verlangt es das Tierschutzgesetz. In der Praxis heißt das: Behörden wägen den erwarteten Nutzen gegen das Leid der Tiere ab. Die Tiere selbst tauchen in dieser Rechnung als Belastungsgrad auf. Dabei sind Hunde, Affen, Kaninchen, Ratten und Mäuse Individuen, die Schmerz, Angst und Stress erleben und ein eigenes Interesse daran haben, unversehrt zu bleiben.

Wie schwierig diese Abwägungen sind, zeigt Schlatt selbst. Er beschreibt im stern ein Verfahren, bei dem insgesamt mehr Tiere sterben, dafür aber weniger Affen. Ob das ein Fortschritt ist, lässt er offen: „Das ist eine interessante ethische Diskussion, die man erst mal beantworten muss.“ Genau hier liegt die tierethische Kernfrage. Wiegt das Leben einer Maus weniger als das eines Affen? Wer jedem empfindungsfähigen Tier ein eigenes Interesse zugesteht, kommt bei solchen Verrechnungen schnell an eine Grenze.

Deshalb ist Transparenz so wichtig. Eine Abwägung, bei der die Betroffenen nicht gefragt werden können und die Öffentlichkeit nicht zusehen darf, bleibt unvollständig. Mehr Einblick in die Labore würde zeigen, wo Tierversuche heute schon ersetzbar wären und wo Forschung und Behörden nachlegen müssten. Dass Versuche auch gestoppt werden können, zeigt etwa der Fall eines Parabiose-Versuchs an der Uni Bonn, den ein Gericht untersagt hat. Was Fachleute zum wissenschaftlichen Sinn von Tierversuchen sagen, liest du in unserem Experten-Interview zu Tierversuchen.

Mehr zum Thema Tierversuche.

Häufige Fragen zu „Geheimsache Tierversuche“.

Wann läuft „Geheimsache Tierversuche“ im ZDF?

Am Dienstag, 29. September 2026, von 22.15 bis 22.45 Uhr. Die Reportage läuft in der Reihe „37°“ und dauert 30 Minuten.

Kann ich die Reportage online schauen?

Ja. Laut ZDF steht der Film ab Dienstag, 29. September, 5 Uhr im ZDF-Streaming-Portal bereit und bleibt dort fünf Jahre lang abrufbar.

Wer kommt in der Reportage vor?

Nach Angaben von ZDF und stern sprechen Prof. Stefan Schlatt von der Universität Münster, der Berner Biowissenschaftler Dr. Andreas Stucki und die Grünen-Bundestagsabgeordnete Dr. Zoe Mayer. Außerdem zeigt der Film tierfreie Testverfahren, unter anderem bei BASF.

Ist die Reportage für empfindliche Menschen geeignet?

Der Film enthält heimlich gedrehte Aufnahmen aus einem Labor, die der stern als schwer erträglich beschreibt. Im Stream kannst du jederzeit pausieren oder Szenen überspringen.

Wer ist Zoe Mayer?

Dr. Zoe Mayer ist Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen und setzt sich seit ihrer Jugend für Tierschutz ein. Bei uns war sie Gast im Plantbased Podcast, das Interview mit Zoe Mayer kannst du nachlesen.

So haben wir recherchiert

Anlass war die Vorschau im stern von Elisa Eberle vom 27. September 2026. Titel, Sendetermin, Streaming-Zeitraum, Filmautor und Inhaltsangabe stammen aus der 37°-Pressemappe im ZDF-Presseportal (abgerufen am 28. September 2026). Das Sendeende um 22.45 Uhr haben wir den Programmdaten von tv.de entnommen. Die Angaben zu Zoe Mayers Werdegang und Themen stammen aus unserem eigenen Interview mit ihr.

Offen: Wir haben den Film vor Erscheinen dieses Artikels nicht gesehen. Alles, was wir über den Inhalt schreiben, stützt sich auf den ZDF-Pressetext und die stern-Vorschau. Andreas Stucki arbeitet im Auftrag des PETA-Wissenschaftskonsortiums, Stefan Schlatt forscht selbst mit Tieren. Beide sind in dieser Debatte Partei. Die Fotos von Zoe Mayer stammen von unserem eigenen Podcast-Termin, nicht aus der Reportage.

Haeufige Fragen

FAQ - Das fragen andere

Warum wir dir die Reportage empfehlen.?
Der Film erzählt seine Geschichte über eine Leerstelle. Ein Reporter fragt ein Jahr lang offiziell an, bietet Anonymität an und bekommt fast überall eine Absage. Diese Absagen sagen schon einiges über eine Branche, deren Arbeit uns alle betrifft und die sich trotzdem ungern zeigen lässt. Gleichzeitig macht es sich die Reportage nach allem, was ZDF und stern beschreiben, nicht zu einfach.
Wann läuft „Geheimsache Tierversuche“ im ZDF?
Am Dienstag, 29. September 2026, von 22.15 bis 22.45 Uhr. Die Reportage läuft in der Reihe „37°“ und dauert 30 Minuten.
Kann ich die Reportage online schauen?
Ja. Laut ZDF steht der Film ab Dienstag, 29. September, 5 Uhr im ZDF-Streaming-Portal bereit und bleibt dort fünf Jahre lang abrufbar.
Wer kommt in der Reportage vor?
Nach Angaben von ZDF und stern sprechen Prof. Stefan Schlatt von der Universität Münster, der Berner Biowissenschaftler Dr. Andreas Stucki und die Grünen-Bundestagsabgeordnete Dr. Zoe Mayer. Außerdem zeigt der Film tierfreie Testverfahren, unter anderem bei BASF.
Ist die Reportage für empfindliche Menschen geeignet?
Der Film enthält heimlich gedrehte Aufnahmen aus einem Labor, die der stern als schwer erträglich beschreibt. Im Stream kannst du jederzeit pausieren oder Szenen überspringen.
Wer ist Zoe Mayer?
Dr. Zoe Mayer ist Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen und setzt sich seit ihrer Jugend für Tierschutz ein. Bei uns war sie Gast im Plantbased Podcast, das Interview mit Zoe Mayer kannst du nachlesen. So haben wir recherchiert Anlass war die Vorschau im stern von Elisa Eberle vom 27. September 2026.