Ist Nutella vegan? Der große Check vom klassischen Glas bis Plant-Based

Der Geruch von warmem Toast, ein Glas mit weißem Deckel auf dem Küchentisch, und du mit klebrigen Fingern vor der Schule: Nutella ist für viele von uns pures Kindheits-Frühstück. Umso fieser der Moment, in dem du als frisch gebackene Veganerin zum ersten Mal die Zutatenliste umdrehst.
Die kurze Antwort
Nein, das klassische Nutella ist nicht vegan. Im Glas mit dem weißen Deckel steckt Magermilchpulver, und zwar nicht zu knapp: rund 8,7 Prozent. Damit ist die Frage fürs Original beantwortet, ganz ohne Kleingedrucktes.
Aber, und das ist der eigentliche Grund für diesen Artikel: Es gibt inzwischen eine offizielle vegane Version. Nutella Plant-Based, erkennbar am grünen Deckel, ist vegan zertifiziert und steht seit Januar 2025 in deutschen Supermärkten. Kein Import-Hack, kein Graumarkt, sondern ganz normal bei REWE, EDEKA und Kaufland im Regal.
Hier der direkte Vergleich:
| Nutella (klassisch) | Nutella Plant-Based | |
|---|---|---|
| Vegan? | Nein | Ja, zertifiziert |
| Milch | Magermilchpulver (8,7 %) | Keine (nur Spuren möglich) |
| Milch-Ersatz | – | Kichererbsen + Reissirup-Pulver |
| Deckel | Weiß | Grün |
| Kalorien (100 g) | 539 kcal | 534 kcal |
| Preis | ca. 3,49 € / 450 g | 3,49 bis 3,99 € / 350 g |
| Palmöl | Ja | Ja |
Warum klassisches Nutella nicht vegan ist
Die Zutatenliste des Originals ist kurz: Zucker, Palmöl, Haselnüsse (13 %), Magermilchpulver (8,7 %), fettarmer Kakao, Emulgator Lecithine aus Soja, Vanillin. Der Deal-Breaker steht an vierter Stelle. Fast ein Zehntel des Glases ist Milchpulver.
Beim Vanillin gibt es übrigens Entwarnung. Das Aroma wird heute fast immer synthetisch hergestellt und ist für sich genommen vegan. Auch das Soja-Lecithin ist pflanzlich. Es scheitert wirklich nur an der Milch, dafür aber gründlich.

Wer sich fragt, warum Ferrero überhaupt Milchpulver in eine Haselnusscreme rührt: Es liefert die typische schmelzende Süße und macht die Textur cremig. Genau diese Funktion musste der Konzern für die vegane Variante ersetzen. Wie, das ist tatsächlich spannender als erwartet.
Nutella Plant-Based im Detail
Statt einfach Milchpulver wegzulassen, hat Ferrero zwei ungewöhnliche Zutaten in die Rezeptur geholt: Kichererbsen und Reissirup-Pulver. Laut Ferrero übernimmt der Reissirup die milchige Süße, während Kichererbsenmehl Geschmack und Textur ausbalanciert. Hülsenfrüchte im Schokoaufstrich klingen erstmal schräg, funktionieren aber. Der Rest der Zutatenliste bleibt fast identisch zum Original: Zucker, Palmöl, 13 Prozent Haselnüsse, 7,4 Prozent fettarmer Kakao, Soja-Lecithin, dazu Salz und Aromen.
Die Zertifizierung: Nutella Plant-Based trägt das Vegan-Siegel der britischen Vegetarian Society, ist also offiziell als vegan geprüft. Wichtig für Allergiker:innen: Das Produkt wird in einem Werk hergestellt, in dem auch Milch verarbeitet wird. Spuren sind möglich, bei Laktoseintoleranz ist das laut Ferrero okay, bei einer Milcheiweißallergie nicht.
Verfügbarkeit und Preis: Seit Januar 2025, pünktlich zum Veganuary, gibt es das grüne Glas in Deutschland. Du findest es bei REWE, EDEKA, Kaufland, Aldi Süd, Netto, Hit und Müller. Kostenpunkt: je nach Markt 3,49 bis 3,99 Euro für 350 Gramm. Das klassische Glas ist mit 450 Gramm für ähnliches Geld deutlich günstiger pro Gramm. Den Vegan-Aufschlag zahlst du also mit.
Und der Geschmack? Wir geben hier ehrlich weiter, was Tester:innen berichten, statt selbst ein Urteil zu erfinden. Das Vegan-Magazin vegpool hat sich schon vor dem Deutschland-Start Gläser aus Frankreich besorgt und kam zu einem entspannten Fazit: schmeckt gut, schokoladig, cremig, süß, eben wie eine ordentliche Nuss-Nougat-Creme. Aber eben nicht besser als die vegane Konkurrenz, die seit Jahren im Bioladen steht. Die britische Zeitung The Telegraph ließ blind verkosten, und die Testerin konnte Original und Plant-Based kaum auseinanderhalten. Kurz gesagt: Wer den typischen Nutella-Geschmack vermisst, wird hier fündig. Wer einfach eine gute vegane Schokocreme sucht, hat auch andere Optionen.
Das Palmöl-Thema gehört zur ehrlichen Einordnung dazu. Beide Varianten enthalten Palmöl, laut Ferrero zu 100 Prozent RSPO-zertifiziert und rückverfolgbar. Vegan heißt eben nicht automatisch nachhaltig. Für die Frage “ist Nutella vegan” spielt Palmöl keine Rolle, es ist ein Pflanzenfett. Wenn dich das Thema trotzdem stört, findest du unten Alternativen, die komplett ohne auskommen.
Nebenbei zeigt der Launch, dass Ferrero es ernst meint: Parallel zum veganen Nutella brachte der Konzern mit Hanuta Crispy Cocoa plant-based auch eine vegane Hanuta-Version auf den deutschen Markt. Wenn ein Süßwaren-Riese dieser Größenordnung gleich zwei Klassiker veganisiert, ist das kein Testballon mehr, sondern eine Strategiewende.


Vegane Alternativen zu Nutella
Bevor es Nutella Plant-Based gab, haben vegane Schokocremes den Markt längst unter sich aufgeteilt. Diese hier sind verifiziert vegan und in Deutschland gut zu bekommen:
- Nudossi vegan: Die Ost-Legende aus Radebeul gibt es seit 2025 auch in vegan, mit satten 36 Prozent Haselnüssen und komplett ohne Palmöl. Kostet um die 5 Euro für 300 Gramm und schmeckt laut Fan-Berichten verdammt nah am Original.
- Rapunzel Nuss-Nougat-Creme vegan: Bio, 33 Prozent Haselnüsse, die Milch wird hier durch Süßlupinenmehl ersetzt. Achtung: Das klassische Rapunzel Samba enthält Allgäuer Vollmilch und ist nicht vegan. Greif also gezielt zur Variante mit dem Vegan-Hinweis.
- dmBio Schokocreme Haselnuss: Die Drogerie-Eigenmarke überrascht mit 50 Prozent Haselnussanteil und ist vegan. Auch die dmBio Schokocreme Nuss-Nougat kommt ohne Tierprodukte aus.
- Nucao: Die komplett vegane Marke aus Leipzig bekommst du unter anderem bei Rossmann. Bio, fairer Kakao, nachhaltige Verpackung.
- Vemondo Bio (Lidl): Die Budget-Option, palmölfrei und schon ab etwa 1,79 Euro im Regal.
Du merkst schon: Die Auswahl ist riesig. Oder du rührst deine Creme gleich selbst an: Wie das geht, zeigen wir bei den selbstgemachten pflanzlichen Brotaufstrichen, Haselnüsse und Datteln dafür bekommst du zum Beispiel bei KoRo auf Amazon. Falls du gerade sowieso deine Vorratskammer auf Vegan-Tauglichkeit checkst, wirf einen Blick in unsere ultimative Ist-das-vegan-Liste. Und wenn dich Süßkram-Checks generell packen: Wir haben uns auch Oreo-Kekse und Toffifee genauer angeschaut. Und für alle, die lieber in Tafeln denken: Vegane Schokolade ohne Milch haben wir ebenfalls schon sortiert.
Bonus-Tipp für alle weiteren Regal-Zweifel: Der Ist-das-vegan-Check von tools.this-is-vegan.com sagt dir zu hunderten Produkten sofort, ob sie pflanzlich sind.
Häufige Fragen
Ist Nutella Plant-Based wirklich zu 100 Prozent vegan?
Die Rezeptur enthält keine tierischen Zutaten und ist von der Vegetarian Society als vegan zertifiziert. Da im selben Werk auch Milch verarbeitet wird, sind Spuren möglich. Für die meisten Veganer:innen ist das kein Problem, für Menschen mit Milcheiweißallergie schon.
Warum ist normales Nutella nicht vegan?
Wegen des Magermilchpulvers, das mit 8,7 Prozent in der Rezeptur steckt. Alle anderen Zutaten des Originals, inklusive Vanillin und Soja-Lecithin, wären für sich genommen pflanzlich.
Wo kann ich Nutella Plant-Based kaufen und was kostet es?
In Deutschland unter anderem bei REWE, EDEKA, Kaufland, Aldi Süd, Netto, Hit und Müller. Das 350-Gramm-Glas kostet je nach Markt zwischen 3,49 und 3,99 Euro.
Schmeckt man den Unterschied zum Original?
Kaum. In einem Blindtest der britischen Zeitung The Telegraph konnte die Testerin beide Varianten fast nicht auseinanderhalten. Das Vegan-Portal vegpool bewertet die Creme als gut, aber nicht besser als etablierte vegane Konkurrenzprodukte.
FAQ - Das fragen andere
Warum klassisches Nutella nicht vegan ist?
Ist Nutella Plant-Based wirklich zu 100 Prozent vegan?
Warum ist normales Nutella nicht vegan?
Wo kann ich Nutella Plant-Based kaufen und was kostet es?
Schmeckt man den Unterschied zum Original?
Schon den Plantbased-Podcast gehört?
Veganismus, Tierschutz, Klima, Nachhaltigkeit, Artenschutz, alles, was uns gerade umtreibt, gibt es bei Plantbased, unserem Podcast. Wir reden mit Menschen, die etwas zu sagen haben und mit ihrem Leben zeigen, was geht. Auch als Videopodcast auf YouTube.
Schon zu Gast waren u. a. Sarah Connor, Hannes Jaenicke, Paul Watson, Patrik Baboumian, Bibi Heinicke, Atze Schröder, Kerstin Ott, Dr. Zoe Mayer, Maya Leinenbach und Femke Den Haas und viele weitere.
Seit 2019 · This Is Vegan · unabhängig, vegan, manchmal unbequem
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