Kürbiskerne, Haferflocken, Linsen und Cashewkerne als pflanzliche Zinkquellen
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Zink vegan zu decken ist gut machbar, hängt aber an einem Detail, das die meisten Nährwerttabellen verschweigen: Phytat. Deshalb hat die DGE den Referenzwert 2019 überarbeitet und macht ihn seitdem an der Phytatzufuhr fest. Frauen brauchen je nach Ernährung 7 bis 10 mg pro Tag, Männer 11 bis 16 mg (DGE). Die stärksten pflanzlichen Quellen sind Kürbiskerne, Sesam, Haferflocken und Hülsenfrüchte. Der eigentliche Hebel liegt aber nicht bei der Menge, sondern bei der Zubereitung.

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Wie viel Zink brauchst du?

Das Besondere am Zink-Referenzwert: Er ist keine einzelne Zahl. Phytat aus Vollkorn und Hülsenfrüchten bindet Zink im Darm und kann die Aufnahme um bis zu 45 Prozent senken (DGE). Also gibt es drei Werte, gestaffelt nach Phytatzufuhr. Was das für deinen Alltag heißt, rechnest du am schnellsten im Nährstoff-Rechner durch.

Phytatzufuhr Frauen ab 19 Männer ab 19
niedrig 7 mg pro Tag 11 mg pro Tag
mittel 8 mg pro Tag 14 mg pro Tag
hoch 10 mg pro Tag 16 mg pro Tag

Werte laut DGE.

Klingt erst mal nach schlechten Nachrichten für die vegane Ernährung, weil die tendenziell in der oberen Phytat-Kategorie landet. Ist es aber nicht. Denn du kannst den Phytatgehalt deiner Mahlzeiten mit ein paar Handgriffen drücken und dadurch effektiv in eine niedrigere Bedarfsstufe rutschen. Dazu gleich mehr.

Infografik: die besten pflanzlichen Zinkquellen mit Milligramm pro 100 Gramm

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Was Zink im Körper macht

Zink steckt in über 300 Enzymen. Es ist an Zellteilung, Wundheilung, Immunfunktion, dem Hormonstoffwechsel und der DNA-Synthese beteiligt. Der Körper hat keinen großen Speicher dafür, deshalb zählt die regelmäßige Zufuhr. Anzeichen eines Mangels sind unter anderem schlechte Wundheilung, brüchige Nägel, Haarausfall und eine höhere Infektanfälligkeit.

Die besten veganen Zinkquellen

Zink sitzt vor allem in Samen, Kernen, Hülsenfrüchten und Vollkorngetreide. Die Werte pro 100 g:

Lebensmittel Zink pro 100 g
Sesam 7,7 mg
Kürbiskerne 6,1 mg
Haferflocken 4,2 mg
Linsen 3,4 mg
Cashewkerne 2,1 mg

Gehaltswerte laut Onmeda und Zinkorotat-POS.

Kürbiskerne sind der unkomplizierteste Alltagsheld: eine Handvoll über den Salat oder ins Müsli, und du hast einen ordentlichen Batzen abgedeckt. Haferflocken punkten über die Menge, die du ohnehin isst. Und Linsen liefern nebenbei jede Menge Eiweiß, weshalb sie sowieso in jede pflanzliche Küche gehören. Wer beim Thema Hülsenfrüchte tiefer einsteigen will, findet in der Liste veganer Proteinquellen den passenden Überblick, und ein Kichererbsen-Omelett ist ein guter Startpunkt, wenn du mehr Hülsenfrüchte in den Alltag bringen willst.

Linsen und Kichererbsen weichen in einem Glas mit Wasser ein

Einweichen über Nacht kostet keine Arbeitszeit und senkt den Phytatgehalt deutlich.

Der Phytat-Trick: so verbesserst du die Aufnahme

Hier ist der Teil, der wirklich zählt. Phytat lässt sich abbauen, und zwar durch Zubereitung, die in jeder Küche funktioniert. Wer das nutzt, holt aus denselben Lebensmitteln deutlich mehr Zink raus.

Einweichen. Hülsenfrüchte und Getreide über Nacht in Wasser legen. Bei Hirse, Soja, Mais und Mungbohnen sank der Phytatgehalt nach 24 Stunden Einweichen bei Raumtemperatur um 4 bis 51 Prozent, je nach Lebensmittel (Übersichtsarbeit zu Phytatabbau, PMC). Das Einweichwasser wegschütten, nicht mitkochen.

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Keimen. Sprossen ziehen ist der stärkere Hebel. Bei Sorghumhirse sank der Phytatgehalt nach vier Tagen Keimung um 68 bis 87 Prozent, und die Verfügbarkeit von Eisen und Zink stieg messbar mit (Übersichtsarbeit zu Keimung und Mineralstoff-Verfügbarkeit, PMC). Gekeimte Linsen oder Mungbohnen sind nebenbei ein knackiges Topping.

Sauerteig und Fermentation. Beim Sauerteigbrot bauen Milchsäurebakterien das Phytat ab, weil der sinkende pH-Wert die getreideeigene Phytase aktiviert. Im direkten Vergleich schnitt Sauerteig deutlich besser ab als Hefeteig, 62 gegenüber 38 Prozent Abbau, und bei langer Führung sind über 90 Prozent drin (Journal of Agricultural and Food Chemistry). Ein echtes Sauerteigbrot schmeckt besser und liefert dir nebenbei mehr verwertbares Zink. Doppelter Grund, dem Discounter-Toast untreu zu werden.

Der Effekt ist real: Wer einweicht, keimt und Sauerteig statt Hefebrot isst, verschiebt sich vom oberen in den mittleren Phytatbereich und senkt damit den eigenen Zielwert. Kombiniere die Mahlzeiten zusätzlich mit etwas Vitamin C oder milchsauer Fermentiertem, das verbessert die Aufnahme weiter.

Wer sich für die Studienlage hinter solchen Empfehlungen interessiert, findet im Plantbased Podcast Gespräche mit Fachleuten, die genau das einordnen.

Zink und das Immunsystem: was die Evidenz sagt

Zink und Erkältung ist ein Dauerthema, und die Studienlage ist differenzierter, als die Werbung glauben macht. Eine Meta-Analyse aus 28 randomisierten kontrollierten Studien mit 5.446 Erwachsenen fand: Zinklutschtabletten können die Dauer einer Erkältung um etwa einen Tag verkürzen, aber nur, wenn die Einnahme innerhalb von 24 Stunden nach den ersten Symptomen startet (Hausarzt). Ein Effekt zeigte sich zudem erst ab höheren Dosierungen.

Für den Alltag heißt das: Eine gute Grundversorgung über die Ernährung ist die Basis, auf der das Immunsystem sauber arbeitet. Hochdosierte Lutschtabletten sind ein situatives Werkzeug für den akuten Infekt, kein Dauerzustand, denn zu viel Zink hat eigene Nachteile und kann etwa die Kupferaufnahme stören. Erst die Ernährung, dann bei Bedarf gezielt ergänzen.

Angeschnittenes Sauerteigbrot auf einem Holzbrett mit Kürbiskernen

Sauerteig baut mehr Phytat ab als Hefeteig. Der Unterschied liegt bei 62 zu 38 Prozent.

So sieht ein Tag mit gedecktem Zinkbedarf aus

Ein Beispieltag, der den mittleren Referenzwert locker trifft, mit Zubereitung, die das Phytat drückt:

  • Morgens: Porridge aus 60 g über Nacht eingeweichten Haferflocken (rund 2,5 mg), Topping aus 15 g Kürbiskernen (rund 0,9 mg)
  • Mittags: Linsendal aus 80 g Linsen, vorher eingeweicht (rund 2,7 mg), dazu Sauerteigbrot
  • Abends: Salat mit 15 g Sesam (rund 1,2 mg) und einer Handvoll gekeimter Sprossen
  • Snack: 20 g Cashews (rund 0,4 mg)

Das landet über den Tag bei rund 8 mg allein aus diesen Posten, und durch Einweichen, Keimen und Sauerteig ist der verwertbare Anteil höher, als die reinen Zahlen vermuten lassen. Genau das ist der Punkt: Nicht die größte Portion gewinnt, sondern die klügste Zubereitung.

Infografik: Phytat abbauen durch Einweichen, Keimen und Sauerteig

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Drei Küchentechniken, die dir mehr Zink aus denselben Lebensmitteln holen. Diese Grafik darfst du gerne speichern und teilen. Wenn du sie weiterverwendest, verlinke bitte auf diesen Artikel.

Zink als Supplement

Wenn du gezielt ergänzen willst, reichen moderate Dosierungen. Nutri+ Zink-Tabletten sind vegan und kommen ohne unnötige Zusätze aus. Wichtig bleibt: erst die Ernährung, dann die Kapsel.

Wann ist ein Zink-Supplement sinnvoll?

Bei einer abwechslungsreichen pflanzlichen Ernährung mit Kernen, Hülsenfrüchten und Vollkorn plus etwas Zubereitungs-Handwerk ist ein Dauersupplement für die meisten nicht nötig. Sinnvoll wird es bei nachgewiesenem Mangel, erhöhtem Bedarf oder wenn die Ernährung dauerhaft einseitig ist. Dann reicht eine moderate Dosis im Bereich des Tagesbedarfs, keine Megadosis. Bei den Präparaten sind gut dosierte, klar deklarierte Produkte etwa von Nutri+ eine solide Wahl, gern in Kombination mit einer Ernährung, die weiter den Großteil liefert.

Ein häufiger Denkfehler zum Schluss: Zink aus pflanzlichen Quellen wird zwar grundsätzlich etwas schlechter aufgenommen als aus tierischen. Das gleicht der Körper aber teilweise selbst aus, indem er die Aufnahmerate hochfährt, wenn die Zufuhr knapper ist. Zusammen mit dem Phytat-Handwerk relativiert sich der oft zitierte Nachteil deutlich. Wichtiger als die Herkunft ist, dass Zink regelmäßig und in verwertbarer Form auf dem Teller landet.

Zink ist einer von mehreren Mineralstoffen, die bei veganer Ernährung Aufmerksamkeit verdienen. Wie das Ganze zusammenhängt, steht in der Übersicht der veganen Vitamine, und beim wichtigsten Verwandten hilft der Eisen-Guide. Praktisch: Dieselben Lebensmittel, die Zink liefern, decken oft auch Eisen und Eiweiß mit ab.

Illustration pflanzlicher Zinkquellen im Doodle-Stil

Häufige Fragen zu Zink vegan

Welche veganen Lebensmittel enthalten am meisten Zink?

Sesam führt mit 7,7 mg pro 100 g, gefolgt von Kürbiskernen mit 6,1 mg. Im Alltag liefern Haferflocken (4,2 mg) über die Menge viel, dazu Linsen (3,4 mg) und Cashews (2,1 mg). Eine Handvoll Kürbiskerne täglich ist der einfachste Booster.

Welche pflanzlichen Zinkquellen werden am besten aufgenommen?

Entscheidend ist weniger die Quelle als die Zubereitung. Eingeweichte, gekeimte oder fermentierte Varianten liefern deutlich mehr verwertbares Zink, weil Phytat abgebaut wird. Sauerteigbrot schlägt Hefebrot, gekeimte Linsen schlagen ungekeimte.

Wie viel Zink braucht ein Veganer pro Tag?

Der Referenzwert richtet sich nach der Phytatzufuhr. Bei mittlerer Zufuhr sind es 8 mg für Frauen und 14 mg für Männer. Wer viel unbehandelte Hülsenfrüchte und Vollkorn isst, liegt höher, kann den Bedarf aber durch Einweichen und Keimen wieder senken.

Helfen Zinktabletten gegen Erkältungen?

Teilweise. Lutschtabletten können die Erkältungsdauer um rund einen Tag verkürzen, aber nur bei Start innerhalb von 24 Stunden nach den ersten Symptomen und in höherer Dosierung. Als Dauerlösung sind sie ungeeignet, hohe Zinkmengen haben eigene Nebenwirkungen.

Bekomme ich als Veganer genug Zink?

Ja, mit Planung. Kerne, Hülsenfrüchte und Vollkorn liefern reichlich Zink, und mit Einweichen, Keimen oder Sauerteig verbesserst du die Aufnahme deutlich. Ein Supplement ist nur bei nachgewiesenem Mangel oder einseitiger Ernährung nötig.

Haeufige Fragen

FAQ - Das fragen andere

Wie viel Zink brauchst du?
Das Besondere am Zink-Referenzwert: Er ist keine einzelne Zahl. Phytat aus Vollkorn und Hülsenfrüchten bindet Zink im Darm und kann die Aufnahme um bis zu 45 Prozent senken (DGE). Also gibt es drei Werte, gestaffelt nach Phytatzufuhr. Was das für deinen Alltag heißt, rechnest du am schnellsten im Nährstoff-Rechner durch.
Was Zink im Körper macht?
Zink steckt in über 300 Enzymen. Es ist an Zellteilung, Wundheilung, Immunfunktion, dem Hormonstoffwechsel und der DNA-Synthese beteiligt. Der Körper hat keinen großen Speicher dafür, deshalb zählt die regelmäßige Zufuhr. Anzeichen eines Mangels sind unter anderem schlechte Wundheilung, brüchige Nägel, Haarausfall und eine höhere Infektanfälligkeit.
Wann ist ein Zink-Supplement sinnvoll?
Bei einer abwechslungsreichen pflanzlichen Ernährung mit Kernen, Hülsenfrüchten und Vollkorn plus etwas Zubereitungs-Handwerk ist ein Dauersupplement für die meisten nicht nötig. Sinnvoll wird es bei nachgewiesenem Mangel, erhöhtem Bedarf oder wenn die Ernährung dauerhaft einseitig ist. Dann reicht eine moderate Dosis im Bereich des Tagesbedarfs, keine Megadosis.
Welche veganen Lebensmittel enthalten am meisten Zink?
Sesam führt mit 7,7 mg pro 100 g, gefolgt von Kürbiskernen mit 6,1 mg. Im Alltag liefern Haferflocken (4,2 mg) über die Menge viel, dazu Linsen (3,4 mg) und Cashews (2,1 mg). Eine Handvoll Kürbiskerne täglich ist der einfachste Booster.
Welche pflanzlichen Zinkquellen werden am besten aufgenommen?
Entscheidend ist weniger die Quelle als die Zubereitung. Eingeweichte, gekeimte oder fermentierte Varianten liefern deutlich mehr verwertbares Zink, weil Phytat abgebaut wird. Sauerteigbrot schlägt Hefebrot, gekeimte Linsen schlagen ungekeimte.
Wie viel Zink braucht ein Veganer pro Tag?
Der Referenzwert richtet sich nach der Phytatzufuhr. Bei mittlerer Zufuhr sind es 8 mg für Frauen und 14 mg für Männer. Wer viel unbehandelte Hülsenfrüchte und Vollkorn isst, liegt höher, kann den Bedarf aber durch Einweichen und Keimen wieder senken.
Über 75.000 Menschen folgen This Is Vegan auf YouTube, Instagram und dem Sparradar Vegan Alarm.

Schon den Plantbased-Podcast gehört?

Veganismus, Tierschutz, Klima, Nachhaltigkeit, Artenschutz, alles, was uns gerade umtreibt, gibt es bei Plantbased, unserem Podcast. Wir reden mit Menschen, die etwas zu sagen haben und mit ihrem Leben zeigen, was geht. Auch als Videopodcast auf YouTube.

Schon zu Gast waren u. a. Sarah Connor, Hannes Jaenicke, Paul Watson, Patrik Baboumian, Bibi Heinicke, Atze Schröder, Kerstin Ott, Dr. Zoe Mayer, Maya Leinenbach und Femke Den Haas und viele weitere.

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