Tomorrowland wird pflanzlich: 70 Prozent fleischfrei bis 2030, PETA will mehr
Live today, love tomorrow, und vielleicht bald: go vegan forever? Heute startet Tomorrowland in Boom bei Antwerpen in sein zweites Festivalwochenende, wieder mit Hunderttausenden Menschen aus der ganzen Welt. Zwischen Mainstage-Gänsehaut und Glitzer passiert dabei etwas, das in der Festival-Welt Seltenheitswert hat: Das größte Elektro-Festival der Welt baut sein komplettes Essensangebot um. Und PETA legt jetzt nach.
Die kurze Antwort
Tomorrowland verfolgt über sein Nachhaltigkeitsprogramm Love Tomorrow das Ziel, bis 2030 mindestens 70 Prozent der Gerichte an den regulären Foodständen vegetarisch oder vegan anzubieten. Schon heute führt jeder Stand mindestens eine pflanzliche Option. PETA fordert das Festival nun auf, bereits ab 2027 vollständig auf vegane Speisen und Getränke umzustellen.
Was Love Tomorrow konkret plant
Hinter dem Umbau steckt das festivaleigene Programm Love Tomorrow, das Nachhaltigkeit in fünf Säulen organisiert, von Naturschutz bis Gesundheit. Beim Essen sieht der Fahrplan so aus: Bis 2030 sollen 70 Prozent der Gerichte an den General-Admission-Ständen vegetarisch oder vegan sein. Ein eigenes Label, das Love Tomorrow Value Label, kennzeichnet schon jetzt Gerichte, die pflanzlich sind, aus lokalen Zutaten bestehen oder ressourcenschonend zubereitet wurden. Überschüssiges Essen geht nach dem Festival an lokale Tafeln.
Das ist mehr als Greenwashing-Deko: Wer einmal durch den Foodcourt gelaufen ist, findet von der Pasta-Bowl in der kompostierbaren Schale bis zum Falafel-Wrap eine pflanzliche Auswahl, von der die meisten deutschen Festivals noch träumen. Wie du auch auf Festivals ohne solches Angebot sattwirst, haben wir übrigens gerade in unserem Festival-Ratgeber aufgeschrieben.
Der Keks, den du aus dem Supermarkt kennst
Kleines Detail mit Deutschland-Bezug: Zum Festival gibt es in diesem Jahr eine eigene Biscoff-Edition, Karamellkekse in Medaillen-Form am Band. Der Clou daran: Der klassische Lotus-Biscoff-Keks ist zufällig vegan, seit jeher, ganz ohne Rezeptur-Umstellung. Genau die Sorte Zufalls-Fund, die wir in unserem großen Produkt-Check zu Lotus-Keksen auseinandergenommen haben. Wer den Festival-Vibe nach Hause holen will: Den Keks gibt es in jedem deutschen Supermarkt.
Warum PETA jetzt Druck macht
Die Tierrechtsorganisation PETA nimmt das 70-Prozent-Ziel zum Anlass für eine eigene Forderung: Tomorrowland soll bereits ab 2027 komplett auf vegane Speisen und Getränke setzen. Das Argument: Ein Festival, das jährlich Hunderttausende Menschen aus aller Welt erreicht und sich eine bessere Zukunft auf die Fahnen schreibt, könnte mit einem vollständig pflanzlichen Angebot Millionen Menschen zu klima- und tierfreundlicheren Entscheidungen inspirieren, statt auf halbem Weg stehenzubleiben.
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Jetzt kostenlos anmeldenDass da noch Luft ist, zeigt ein Blick ins Fine-Dining-Restaurant des Festivals: Auf der Karte steht in diesem Jahr Perlhuhn als Hauptgang. Die Hauptleidtragenden der Ernährungsfrage bleiben eben die Tiere, deren Fleisch, Milch und Eier auf den Tellern landen, auch auf denen mit Festival-Bändchen daneben.
Du willst, dass Tomorrowland den Schritt geht?
Die PETA-Petition für ein vollständig veganes Tomorrowland ab 2027 kannst du hier mit wenigen Klicks unterschreiben: Zur Petition bei PETA
Das Feuerwerksverbot als Weckruf
Wie dringlich das Klima-Argument ist, hat das Festival in diesem Jahr selbst zu spüren bekommen: Am ersten Wochenende (17. bis 19. Juli) war Feuerwerk komplett verboten, wegen Trockenheit und erhöhter Brandgefahr. Die Bürgermeister von Boom und Rumst haben die Entscheidung gemeinsam mit der Gouverneurin der Provinz Antwerpen getroffen, sie galt für das Festivalgelände in De Schorre und den DreamVille-Campingplatz. Und auch das zweite Wochenende läuft gedrosselt: keine großflächigen Feuerwerke, nur begrenzte Pyrotechnik an der Mainstage.
Ein Festival, dessen Markenzeichen-Feuerwerk der Klimakrise zum Opfer fällt, während es gleichzeitig sein Essen dekarbonisiert: Deutlicher lässt sich der Zusammenhang zwischen Teller und Planet kaum illustrieren. Zumal die Tierhaltung zu den größten Treibern von Emissionen und Flächenverbrauch gehört.
Feiern ohne Kater, auch beim Trinken
Passend zum Gesundheits-Pfeiler von Love Tomorrow wächst auf Festivals generell das alkoholfreie Angebot, von 0,0-Bieren bis zu Mocktails. Falls du das Festival-Gefühl zu Hause nachbauen willst: Unsere alkoholfreien Cocktail-Rezepte und der alkoholfreie Hugo sind die Sommer-Basics dafür, komplett vegan sowieso.
Häufige Fragen
Ist das Essen bei Tomorrowland komplett vegan?
Nein. Aktuell bietet jeder Foodstand mindestens eine vegetarische oder vegane Option, das Ziel sind 70 Prozent fleischfreie Gerichte bis 2030. Ein komplett veganes Festival ist Tomorrowland noch nicht, genau da setzt die PETA-Forderung an.
Was fordert PETA von Tomorrowland?
PETA fordert das Festival auf, ab 2027 ausschließlich vegane Speisen und Getränke anzubieten und damit die eigene Nachhaltigkeits-Ambition konsequent zu Ende zu denken.
Warum gab es am ersten Wochenende kein Feuerwerk?
Wegen anhaltender Trockenheit und erhöhter Brandgefahr haben die zuständigen Behörden Feuerwerk und Pyrotechnik für das erste Festivalwochenende untersagt. Auch an Wochenende zwei sind keine großflächigen Feuerwerke erlaubt, nur begrenzte Pyrotechnik an der Mainstage.
Ist die Tomorrowland-Biscoff-Edition vegan?
Der klassische Lotus-Biscoff-Keks ist zufällig vegan: Weizenmehl, Zucker, Pflanzenöl, Kandiszuckersirup, keine tierischen Zutaten. Das gilt auch für die Keks-Editionen in Medaillen-Form, die es beim Festival gibt.
FAQ - Das fragen andere
Was Love Tomorrow konkret plant?
Warum PETA jetzt Druck macht?
Ist das Essen bei Tomorrowland komplett vegan?
Was fordert PETA von Tomorrowland?
Warum gab es am ersten Wochenende kein Feuerwerk?
Ist die Tomorrowland-Biscoff-Edition vegan?
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