Endlich vorbei: Warum Südkoreas neues Gesetz Tausende Bärenleben rettet
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- Yannick Haldenwanger

Es ist eine Nachricht, auf die Tierschützer weltweit Jahrzehnte gewartet haben: Südkorea hat ein Gesetz verabschiedet, das die Zucht und Schlachtung von Bären zur Gewinnung ihrer Gallenflüssigkeit verbietet. Wir haben die Situation der Bären im Käfig für wenige Minuten ansatzweise erlebt und ordnen diesen gewaltigen Schritt für euch ein.
Die Bilder von sogenannten “Gallebären” gehören zu den schockierendsten im Tierschutz: Majestätische Tiere, meist Kragenbären (Mondbären), die ihr Leben lang in winzigen Gitterkäfigen vegetieren, oft unfähig, sich auch nur umzudrehen. Doch nun gibt es ein Licht am Ende des Tunnels. Das südkoreanische Parlament hat beschlossen, diese Praxis ab 1. Januar 2026 vollständig zu beenden.

Ein Besuch, der unter die Haut ging: Unsere Erfahrung vor Ort im Alternativen Bärenpark
Vor einiger Zeit waren wir für unser YouTube Format “Sanctuary Life” im Alternativen Wolf- & Bärenpark. Die Bären, die wir sahen, waren gezeichnet von Jahren der Gefangenschaft. In ihre Augen zu blicken, war herzzerreißend, aber zu wissen, dass ihr Leid nun endlich gesetzlich beendet wird, gibt Hoffnung. Vor Ort gibt es einen Käfig, in den man sich stellen kann, um zu sehen, in welchem Gefängnis die Gallenbären ihr Leben verbringen – eine furchtbare Erfahrung. Für mich für wenige Minuten – für die Bären ihr ganzes Leben lang.

Warum wird Bärengalle überhaupt gewonnen?
Die Nutzung von Bärengalle hat eine jahrtausendealte Tradition in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und wird auch in Südkorea und Vietnam praktiziert.
Der begehrte Wirkstoff ist die Ursodeoxycholsäure (UDCA). Ihr werden folgende Wirkungen zugeschrieben:
Lebererkrankungen: Sie soll bei der Entgiftung der Leber helfen und Leberzirrhose lindern.
Auflösung von Gallensteinen: UDCA kann cholesterinhaltige Gallensteine verflüssigen.
Allgemeines Wohlbefinden: In Form von Tonics, Schnaps oder Pillen wird sie oft gegen Kater, Sehstörungen oder zur allgemeinen Stärkung konsumiert.
Um an die Flüssigkeit zu kommen, werden den Bären oft unter unhygienischen Bedingungen Katheter in die Gallenblase implantiert oder sie werden durch “Free-Dripping”-Methoden dauerhaft offengehalten – eine Prozedur, die massive Schmerzen und chronische Infektionen verursacht.

Wissenschaft vs. Mythos: Warum Bärengalle unnötig ist
Das Hauptargument der Bärenfarm-Betreiber war stets der medizinische Nutzen. Doch moderne Studien und medizinische Fakten entkräften die Notwendigkeit dieser grausamen Praxis vollständig.
1. Synthetische Alternativen sind besser und reiner
Der Wirkstoff UDCA ist keine Magie, sondern Chemie. Er kann bereits seit den 1950er Jahren synthetisch im Labor hergestellt werden.
Regal-Funde direkt aufs Handy
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Jetzt kostenlos anmeldenEvidenz: Synthetisches UDCA ist chemisch identisch mit dem der Bären, aber vollkommen frei von Verunreinigungen wie Eiter, Blut oder Bakterien, die in der Galle von kranken Farmbären häufig zu finden sind.
Sicherheit: Studien warnen, dass Gallenflüssigkeit von gefangenen Bären oft mit Antibiotika-resistenten Keimen belastet ist, da die Tiere massiv mit Medikamenten behandelt werden, um in den schlechten Haltungsbedingungen zu überleben.
2. Pflanzliche Alternativen in der TCM
Selbst innerhalb der Traditionellen Chinesischen Medizin gibt es anerkannte pflanzliche Alternativen, die ähnliche “kühle” (entzündungshemmende) Eigenschaften besitzen, ohne Tierleid zu verursachen. Dazu gehören unter anderem:
Coptis (Goldfaden)
Rhabarber
Gardenia
3. Fehlende Evidenz für “Wunderheilung”
Während UDCA bei spezifischen Gallensteinleiden schulmedizinisch anerkannt ist, gibt es keine belastbare wissenschaftliche Evidenz, dass Bärengalle Krebs heilen oder als generelles Wundermittel gegen Kater wirken kann. Die University of Minnesota und diverse Tierschutzorganisationen wie Animals Asia weisen darauf hin, dass der Konsum von roher Galle aufgrund der Verunreinigungen sogar gesundheitsschädlich sein kann.
Das Ende einer Ära
Mit dem neuen Gesetz in Südkorea, das ab 2026 greift, wird die Zucht und Schlachtung für Galle illegal. Der Staat hat zudem zugesichert, die verbleibenden Bären in Schutzzentren unterzubringen oder ihre Pflege zu unterstützen.
Es ist ein Sieg der Ethik über den Profit und ein Beweis dafür, dass Aktivismus und Aufklärung wirken. Für die Bären, die wir in Videos und auf Fotos, sowie im Bärenpark gesehen haben, und für alle zukünftigen Generationen, ist dies die beste Nachricht des Jahres.
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Yannick Haldenwanger
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