Ab 27. September fällt „klimaneutral“ von den Verpackungen

Am 27. September 2026 tritt die EmpCo-Richtlinie in Kraft, und damit ändert sich, was auf Lebensmittelverpackungen stehen darf. Der sperrige Name steht für „Empowering Consumers for the Green Transition”, die Richtlinie (EU) 2024/825. Deutschland hat die Umsetzung bereits im Bundesgesetzblatt veröffentlicht, die Frist läuft.

Ab Ende September müssen Umweltaussagen auf Verpackungen belegbar sein. Foto: Laura James (Pexels)
Für uns ist das eine der wenigen Regeländerungen, die man beim Einkaufen tatsächlich merkt.
Was konkret verschwindet
Klimaneutral durch Kompensation. Das ist der große Brocken. Werbeaussagen, die ein Produkt als klimaneutral oder klimapositiv darstellen, weil die Emissionen an anderer Stelle ausgeglichen wurden, sind unzulässig. Damit fällt genau das Modell weg, mit dem in den letzten Jahren Hafermilch, Schokolade und Tiefkühlpizza beworben wurden.
Wolkige Umweltwörter. „Umweltfreundlich”, „grün”, „ökologisch” und Verwandte dürfen nicht mehr allein stehen. Zulässig bleiben sie nur, wenn sie sich auf ein anerkanntes Umweltzeichen stützen, etwa ein EU-Siegel oder ein staatliches.
Selbstgebaute Siegel. Etiketten, die wie eine Zertifizierung aussehen, aber von niemandem geprüft werden, gelten künftig als unlautere Geschäftspraxis. Das trifft die Hausmarken-Logos, die viele Hersteller in den letzten Jahren erfunden haben.
Dazu kommen Regeln zur Reparierbarkeit und ein Verbot, Verbraucher zum vorzeitigen Austausch von Verbrauchsmaterial zu drängen. Für den Lebensmittelbereich sind die drei oberen Punkte die relevanten.
Warum das gerade uns betrifft
Pflanzliche Produkte werben überdurchschnittlich oft mit Umweltargumenten, weil sie dort ihren stärksten Vorteil haben. Das ist erst mal legitim. Nur ist ein Teil davon in derselben Weise aufgebaut wie bei allen anderen: eine Zahl, ein Vergleich, ein Siegel, das man selbst entworfen hat.
Ab Ende September muss belegbar sein, was behauptet wird, wissenschaftlich fundiert und unabhängig überprüfbar. Das räumt auf, und zwar in beide Richtungen. Wer echte Zahlen hat, bekommt endlich einen Vorteil daraus, weil der Nebel um ihn herum verschwindet.
Ein Beispiel, wie so eine belastbare Rechnung aussieht, haben wir hier durchgezogen: die CO2-Bilanz von Fleisch mit Quellen und Vergleichswerten.
Was sich schon jetzt bewegt
Die Vegan Society hat Anfang August angekündigt, ihr Vegan Trademark vor dem Stichtag zu überarbeiten. Das Siegel gehört zu den ältesten der Branche und wird auf zehntausenden Produkten geführt. Wenn ein etabliertes Zeichen seine Kriterien nachschärft, weil eine Richtlinie kommt, sagt das etwas darüber, wie ernst die Frist genommen wird.
Bei kleineren Marken lohnt es sich, in den kommenden Wochen auf die Verpackungen zu schauen. Was jetzt still verschwindet, war vorher meistens nicht belegt.
Was du davon hast
Konkret:
Der Vergleich zwischen Produkten wird ehrlicher, weil weniger Aussagen erlaubt sind, die niemand nachprüfen kann. Die großen Marken verlieren einen Vorteil, den sie über Marketingbudgets hatten. Und du bekommst einen Hebel: Wer ab dem 27. September noch mit kompensierter Klimaneutralität wirbt, verstößt gegen geltendes Recht, und darauf kann man Unternehmen hinweisen.
Was gute Kennzeichnung von schlechter unterscheidet, haben wir am Beispiel der Vegan-Siegel aufgeschrieben: Die 5 wichtigsten veganen Logos im Überblick. Und wie man Greenwashing bei Arbeitgebern erkennt, steht in unserem Guide dazu.
FAQ - Das fragen andere
Was konkret verschwindet?
Warum das gerade uns betrifft?
Was sich schon jetzt bewegt?
Was du davon hast?
Schon den Plantbased-Podcast gehört?
Veganismus, Tierschutz, Klima, Nachhaltigkeit, Artenschutz, alles, was uns gerade umtreibt, gibt es bei Plantbased, unserem Podcast. Wir reden mit Menschen, die etwas zu sagen haben und mit ihrem Leben zeigen, was geht. Auch als Videopodcast auf YouTube.
Schon zu Gast waren u. a. Sarah Connor, Hannes Jaenicke, Paul Watson, Patrik Baboumian, Bibi Heinicke, Atze Schröder, Kerstin Ott, Dr. Zoe Mayer, Maya Leinenbach und Femke Den Haas und viele weitere.
Seit 2019 · This Is Vegan · unabhängig, vegan, manchmal unbequem
Mitmachen, nicht nur mitlesen
Wir finanzieren uns über Affiliate-Empfehlungen und die Community. Schau auf unseren Community Deals vorbei für exklusive Rabattcodes bei sorgfältig ausgesuchten plant-based Partnern. Du zahlst nichts extra, wir können weiterschreiben. Fairer Deal.
Oder folg uns einfach hier:
In eigener Sache
Dieser Tierschutz-Journalismus ist gratis und werbearm, weil Leser:innen ihn tragen. Schon 3 € helfen – für die Tiere, für die Sache.
Jetzt spendenUnsere Partner, die die Mission mittragen: Vriends 🌱


