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Lange Menschenschlange vor der Berliner Malzfabrik beim Weltrekord im Lebensmittelretten
Die Schlange reichte bis auf die Straße. Foto: Alexis Papageorgiou
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Es war ein Bild, das hängen bleibt: Paletten bis unter die Decke, eine Schlange bis auf die Straße, und mittendrin 75.000 vegane Schnitzel, die teilweise rund ein Jahr über dem Mindesthaltbarkeitsdatum lagen. Nicht schlecht. Nicht ungenießbar. Nur laut Papier nicht mehr verkäuflich.

Wir waren im August 2025 als Medienpartner dabei. Jetzt geht es in die zweite Runde, und diesmal sind Nudeln dran.

Aktualisiert am 21. September 2026: Das Ziel liegt inzwischen bei über 500.000 Nudelpackungen, die Anmeldung läuft nur noch über die SIRPLUS-App, und die Goodie-Bags sind auf 2.000 Stück limitiert. Die Details stehen weiter unten.

Lange Menschenschlange vor der Berliner Malzfabrik beim Weltrekord im Lebensmittelretten

Die Schlange reichte bis auf die Straße. Foto: Alexis Papageorgiou

Was im August 2025 in der Malzfabrik passiert ist

Am 19. August 2025 kamen in der Berliner Malzfabrik in Schöneberg mehr als 3.000 Menschen zusammen. An einem einzigen Tag wurden 187.076 Lebensmittel vor der Vernichtung gerettet, darunter die 75.000 veganen Schnitzel.

Bemerkenswert ist die Differenz zur Ankündigung: Geplant waren 15.000 Schnitzel und rund 100.000 weitere Produkte. Am Ende wurde deutlich mehr gerettet. Im Einsatz waren über 70 Freiwillige und 30 Partnerunternehmen.

Was als Rekordversuch begann, war vor allem eine öffentliche Beweisführung: Der größte Teil dessen, was in Deutschland weggeworfen wird, ist einwandfrei. Alle Produkte waren vorab im Labor auf Verzehrfähigkeit geprüft.

Wie wir das damals angekündigt und begleitet haben, steht in unserem Artikel Guinness-Weltrekord in Berlin: So haben wir vegane Schnitzel vor dem Müll gerettet.

Banner mit der Aufschrift Einmal Schnitzel mit Weltrekord bitte vor Paletten mit geretteten Lebensmitteln

Der Aufruf zum Rekordversuch an der Malzfabrik in Berlin-Schöneberg. Foto: Alexis Papageorgiou

Warum das für uns besonders bitter ist

Für eine vegane Leserschaft hat der Fall einen zusätzlichen Stachel.

Pflanzliche Alternativprodukte werden mit erheblichem Aufwand entwickelt und hergestellt, sie werden gern als Zukunft der Ernährung gefeiert, und dann landen sie containerweise in der Verwertung, weil ein aufgedrucktes Datum überschritten ist.

Dabei ist das Mindesthaltbarkeitsdatum kein Verfallsdatum. Es ist eine Garantie des Herstellers, dass Geschmack, Farbe und Konsistenz bis dahin unverändert bleiben. Nach diesem Datum endet die Garantie des Herstellers. Über die Genießbarkeit sagt das nichts. Der Unterschied zum Verbrauchsdatum, das es bei leicht verderblichen Lebensmitteln gibt, ist erheblich, wird im Alltag aber ständig verwechselt.

Der nächste Versuch: 26. September 2026 am Holzmarkt

Am 26. September 2026 startet der nächste Rekordversuch, wieder in Berlin.

Die Fakten zum Event

  • Was: Weltrekordversuch im Nudelretten
  • Wann: 26. September 2026, 11 bis 21 Uhr
  • Wo: Holzmarkt, Berlin, direkt an der Spree
  • Ziel: über 500.000 Nudelpackungen in 24 Stunden, größtenteils vegan
  • Eintritt: kostenlos. Goodie-Bag im Wert von über 70 Euro, limitiert auf 2.000 Stück
  • Anmeldung: ausschließlich über die SIRPLUS-App

Das Ziel ist seit unserer ersten Meldung deutlich gewachsen: Angekündigt waren zunächst rund 200.000 Produkte, inzwischen spricht SIRPLUS auf der Eventseite von über 500.000 Nudelpackungen in 24 Stunden, gemeinsam mit dem Nudelhersteller ratzfatz. Im Zentrum stehen gefrorene Nudelgerichte für Kinder. Der Grund, warum sie überhaupt zur Rettung anstehen, ist aufschlussreich: Der Einzelhandel hat sie bereits Monate vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums nicht mehr abgenommen, weil die Restlaufzeit für die eigenen Einkaufsregeln zu kurz war.

Es ging also nie darum, dass etwas verdorben wäre. Es ging um eine Handelslogik.

Und gefrorene Ware macht die Absurdität besonders greifbar: Bei minus 18 bis minus 21 Grad steht der mikrobiologische Verderb praktisch still. Ein Datum auf der Packung ändert daran nichts.

Wichtig für die Anmeldung: Die läuft inzwischen ausschließlich über die SIRPLUS-App, nicht mehr über ein Formular auf der Website. Dort bekommst du auch dein Ticket für die Abholung am Eventtag. Alle Infos stehen auf weltrekord.sirplus.de.

Die Goodie-Bags sind auf 2.000 Stück limitiert und werden knapp: Ende September waren nach Angaben der Eventseite bereits rund drei Viertel vergeben. Im Beutel stecken laut SIRPLUS unter anderem zehn Packungen ratzfatz-Nudeln, dazu gerettete Lebensmittel der Partner, größtenteils vegan.

Und noch eine Mechanik ist dazugekommen: Jede Anmeldung finanziert eine Schulmahlzeit über Mary’s Meals. Wer drei Leute einlädt, bekommt ein Premium-Goodie-Bag.

Helferinnen geben gerettete Lebensmittel in Stoffbeuteln an Besucherinnen aus

Einmal pro Woche das Beste aus dem Magazin

Neue Tests, Rezepte und echte Recherchen, dazu die Rabattcodes unserer Partner. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.

Über 70 Freiwillige und 30 Partnerunternehmen waren im Einsatz. Foto: Alexis Papageorgiou

Zero Waste for Zero Hunger

Der Leitsatz von SIRPLUS verbindet zwei Probleme, die selten zusammen gedacht werden: Überfluss hier, Mangel dort.

Über eine Partnerschaft mit Mary’s Meals finanziert jede Bestellung im SIRPLUS-Onlineshop zwei Schulmahlzeiten für Kinder im globalen Süden. Gerettetes Essen wirkt damit doppelt: Es verhindert Verschwendung und ermöglicht Schulbesuche. Für viele Kinder ist die Mahlzeit der eigentliche Grund, überhaupt in die Schule zu kommen.

Dass ausgerechnet Kindermahlzeiten im Mittelpunkt des Rekordversuchs 2026 stehen, ist vor diesem Hintergrund kein Zufall.

Warum ein Weltrekord und keine Pressemitteilung

Weil Zahlen allein niemanden bewegen.

In Deutschland landen jedes Jahr rund 10,9 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Das ist eine Größe, die im Kopf nichts auslöst. Greifbarer wird es pro Person: Jede und jeder wirft im Schnitt 74,5 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr weg.

Und noch ein Punkt gehört dazu, auch wenn er dem Event-Narrativ widerspricht: Der mit Abstand größte Anteil der Abfälle entsteht in privaten Haushalten, nämlich 58 Prozent. Der Handel macht 7 Prozent aus. Ein Rekordversuch in Berlin löst das Problem also nicht. Er macht es sichtbar, und er macht die Erfahrung möglich, dass gerettetes Essen völlig normales Essen ist. Der größere Hebel liegt danach im eigenen Kühlschrank.

75.000 Schnitzel, die man sehen, anfassen und mit nach Hause tragen kann, lösen etwas aus, was eine Statistik nicht schafft. Genau dafür ist so ein Rekord da.

Die angekündigte Petition

SIRPLUS will außerdem eine Petition starten, mit der die Mehrwertsteuer auf Pflanzendrinks von 19 auf 7 Prozent gesenkt werden soll. Ursprünglich war der Start für den Tag des Rekordversuchs angekündigt. Auf der Eventseite heißt es inzwischen nur noch, der Petitionslink folge „in Kürze“. Einen Termin nennt SIRPLUS dort nicht mehr.

Das ist kein Nebenschauplatz. Auf Hafer-, Soja- und Mandeldrink fallen bislang 19 Prozent an, auf Kuhmilch nur der ermäßigte Satz von 7 Prozent. Wie stark das durchschlägt, zeigt der aktuelle Marktreport des Good Food Institute: Bei gleicher Besteuerung läge pflanzliche Milch preislich etwa gleichauf mit tierischer. Die Zahlen dazu haben wir hier aufgeschrieben: Deutschland führt Europas Markt für pflanzliche Lebensmittel an.

Besucherin am SIRPLUS-Stand mit Beachflag vor der Malzfabrik

Eintritt kostenlos, alles vegan, alles gerettet. Foto: Alexis Papageorgiou

Der Mann dahinter

Raphael Fellmer ist Mitgründer und CEO von SIRPLUS. 2012 baute er die foodsharing-Bewegung mit auf, lebte fünf Jahre im Geldstreik und eröffnete 2017 den ersten Rettermarkt in Berlin. SIRPLUS hat seither über 6 Millionen Kilogramm Lebensmittel gerettet und eine Million Mahlzeiten für Menschen in Not ermöglicht.

Wir haben ihn für unseren Podcast getroffen. Das ganze Gespräch gibt es hier:

Wie er bei „The Green Deal Show” für seine Idee geworben hat, haben wir ebenfalls begleitet: SIRPLUS bei „The Green Deal Show”.

Wir haben den Rekordversuch auf Instagram aufbereitet, mit allen Eckdaten zum Durchblättern:

Einmal Weltrekord al dente, bitte.
Unser Karussell zum Weltrekord im Nudelretten, auf Instagram.

Beitrag bei @thisisvegan.magazin ansehen

Wie du dabei sein kannst

Mitretten. Die kostenlose Anmeldung für den 26. September läuft über die SIRPLUS-App, alle Infos dazu auf weltrekord.sirplus.de. Solange der Vorrat reicht, ist ein Goodie-Bag dabei.

Mit anpacken. Für den Eventtag sucht SIRPLUS noch Köchinnen, Köche und Freiwillige, am Nudeltopf, beim Retten und an der Ausgabe. Kontakt: weltrekord@sirplus.de.

Weitersagen. Der Hashtag zur Aktion ist #nudelretten.

Als Unternehmen unterstützen. Für Sponsoring gibt es Optionen direkt bei SIRPLUS, Kontakt über die Event-Seite.

Und im Alltag mitmachen. Im SIRPLUS-Onlineshop gibt es gerettete Lebensmittel, vieles davon vegan, und jede Bestellung finanziert zwei Schulmahlzeiten. Mit unserem Link bekommst du 20 Prozent Rabatt auf alles: zum SIRPLUS-Shop * mit dem Code thisisvegan.

Wir berichten vom Rekordversuch und sagen vorher Bescheid, wenn es losgeht. Unser Newsletter ist kostenlos und jederzeit kündbar.

Häufige Fragen

Wann und wo findet der Weltrekordversuch 2026 statt?

Am 26. September 2026 von 11 bis 21 Uhr am Holzmarkt in Berlin. Der Eintritt ist kostenlos, die Anmeldung läuft ausschließlich über die SIRPLUS-App. Alle Infos stehen auf weltrekord.sirplus.de.

Was wurde 2025 gerettet?

Am 19. August 2025 wurden in der Berliner Malzfabrik 187.076 Lebensmittel vor der Vernichtung gerettet, darunter 75.000 vegane Schnitzel. Über 3.000 Menschen waren vor Ort.

Sind abgelaufene Lebensmittel noch essbar?

In sehr vielen Fällen ja. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist eine Herstellergarantie für unveränderte Qualität, keine Angabe zur Verderblichkeit. Bei den Rekordaktionen wurden die Produkte zusätzlich im Labor geprüft.

Wie viele Nudeln sollen gerettet werden?

SIRPLUS nennt auf der Eventseite über 500.000 Nudelpackungen innerhalb von 24 Stunden, größtenteils vegan. In der ersten Ankündigung waren es noch rund 200.000 Produkte.

Warum gerade Tiefkühlware?

Weil bei minus 18 bis minus 21 Grad der mikrobiologische Verderb praktisch stillsteht. Die 40.000 Packungen wurden vom Handel schon Monate vor Ablauf des MHD nicht mehr abgenommen, weil die Restlaufzeit zu kurz war.

Wie viele Lebensmittel landen in Deutschland im Müll?

Rund 10,9 Millionen Tonnen pro Jahr, das entspricht etwa 74,5 Kilogramm pro Kopf. Der größte Anteil entsteht mit 58 Prozent in privaten Haushalten.

Gibt es einen Rabatt für den SIRPLUS-Shop?

Ja, mit dem Code thisisvegan gibt es 20 Prozent auf alles.

Transparenzhinweis: This Is Vegan ist Medienpartner des Weltrekordversuchs. Dieser Artikel enthält außerdem Affiliate-Links, mit einem Stern markiert. Kaufst du darüber, erhalten wir eine kleine Provision, für dich ändert sich am Preis nichts.


Quellen: Angaben von SIRPLUS zum Weltrekordversuch 2026 sowie zur Aktion vom 19. August 2025. Zahlen zu Lebensmittelabfällen nach Angaben des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung und des Umweltbundesamts, Berichtsjahr 2023 beziehungsweise 2022 für die Sektorverteilung. Fotos vom Rekordversuch 2025: Alexis Papageorgiou, zur Verfügung gestellt von SIRPLUS.

Haeufige Fragen

FAQ - Das fragen andere

Was im August 2025 in der Malzfabrik passiert ist?
Am 19. August 2025 kamen in der Berliner Malzfabrik in Schöneberg mehr als 3.000 Menschen zusammen. An einem einzigen Tag wurden 187.076 Lebensmittel vor der Vernichtung gerettet, darunter die 75.000 veganen Schnitzel. Bemerkenswert ist die Differenz zur Ankündigung: Geplant waren 15.000 Schnitzel und rund 100.000 weitere Produkte. Am Ende wurde deutlich mehr gerettet.
Warum das für uns besonders bitter ist?
Für eine vegane Leserschaft hat der Fall einen zusätzlichen Stachel. Pflanzliche Alternativprodukte werden mit erheblichem Aufwand entwickelt und hergestellt, sie werden gern als Zukunft der Ernährung gefeiert, und dann landen sie containerweise in der Verwertung, weil ein aufgedrucktes Datum überschritten ist. Dabei ist das Mindesthaltbarkeitsdatum kein Verfallsdatum.
Warum ein Weltrekord und keine Pressemitteilung?
Weil Zahlen allein niemanden bewegen. In Deutschland landen jedes Jahr rund 10,9 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Das ist eine Größe, die im Kopf nichts auslöst. Greifbarer wird es pro Person: Jede und jeder wirft im Schnitt 74,5 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr weg.
Wie du dabei sein kannst?
Mitretten. Die kostenlose Anmeldung für den 26. September läuft über die SIRPLUS-App, alle Infos dazu auf weltrekord.sirplus.de. Solange der Vorrat reicht, ist ein Goodie-Bag dabei. Mit anpacken. Für den Eventtag sucht SIRPLUS noch Köchinnen, Köche und Freiwillige, am Nudeltopf, beim Retten und an der Ausgabe. Kontakt: weltrekord@sirplus.de. Weitersagen. Der Hashtag zur Aktion ist #nudelretten.
Wann und wo findet der Weltrekordversuch 2026 statt?
Am 26. September 2026 von 11 bis 21 Uhr am Holzmarkt in Berlin. Der Eintritt ist kostenlos, die Anmeldung läuft ausschließlich über die SIRPLUS-App. Alle Infos stehen auf weltrekord.sirplus.de.
Was wurde 2025 gerettet?
Am 19. August 2025 wurden in der Berliner Malzfabrik 187.076 Lebensmittel vor der Vernichtung gerettet, darunter 75.000 vegane Schnitzel. Über 3.000 Menschen waren vor Ort.
Über 75.000 Menschen folgen This Is Vegan auf YouTube, Instagram und dem Sparradar Vegan Alarm.

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Veganismus, Tierschutz, Klima, Nachhaltigkeit, Artenschutz, alles, was uns gerade umtreibt, gibt es bei Plantbased, unserem Podcast. Wir reden mit Menschen, die etwas zu sagen haben und mit ihrem Leben zeigen, was geht. Auch als Videopodcast auf YouTube.

Schon zu Gast waren u. a. Sarah Connor, Hannes Jaenicke, Paul Watson, Patrik Baboumian, Bibi Heinicke, Atze Schröder, Kerstin Ott, Dr. Zoe Mayer, Maya Leinenbach und Femke Den Haas und viele weitere.

Seit 2019 · This Is Vegan · unabhängig, vegan, manchmal unbequem


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